So. Ich denke, es ist inzwischen mal Zeit, ein kleines Fazit zu meiner neuen Koppellampe zu ziehen. Einige Monate bereits habe ich die Nitecore TM9K im Einsatz, welche meine TM03 abgelöst hat. Diese hier:
https://www.nitecore-shop.de/tiny-monster-serie/nitecore-tm9k-9500-lumen.html .
Obwohl die TM03 nach wie vor eine der besten Lampen für mich im Dienst war, gab es eben ein kleines Problem: Durch den herausstehenden Modusschalter am Heck, wurde dieser sehr leicht aktiviert. Wenn man diese Lampe also an der Koppel trägt und (wie immer) eine Weste darüber, dann drückt die Weste beim Hinsetzen oft auf den Modusschalter. Die Folgen waren Brandlöcher in Autositzen und Bürostühlen (nicht durch mich, durch andere Kollegen mit der TM03

). Es hatten außer mir noch zwei andere Kollegen die TM03. Einer hat jetzt auch die TM9K und der andere Kollege eine kleine Schutzkappe gebastelt. Der Dienstherr wird es uns danken.
Aber nun zur TM9K. Unsere Gebete wurden erhört und der Modusschalter wurde quasi im Gehäuse versenkt. Damit hat sich das Problem gelöst. Die Lampe ist mir nicht einmal ausversehen angegangen. Gepaart mit der wirklich kurzen Länge der TM9K und einem LHU Holster, steht die Lampe nicht mehr nach oben raus. Damit ist das Risiko der „Selbstentzündung“ endgültig auf ein absolutes Minimum reduziert worden. Klasse!
Die Bedienung istwie bei der TM03, also ist auch keine Umgewöhnung nötig. Der einzige Unterschied ist, dass man die TM9K nicht mehr hinsichtlich des Strobes programmieren kann. Diesen gibt es nur noch mit einem Doppelklick und nicht durch Gedrückthalten des Modusschalters. Das hatte ich bei meiner TM03 aber sowieso exakt so eingestellt, weil ich deutlich öfter den Turbo benötige als den Strobe.
Ich gebe zu, dass die TM9K auf den ersten Blick für viele wirklich abenteuerlich und praxisfremd klingt. 9500 Lumen aus so einer “Minilampe“, dann noch für nur 7 Sekunden am Stück und fest verbauter Akku. Das hat zum Release der Lampe für viel Unmut gesorgt. Ich allerdings musste diese Lampe einfach haben. Und auch hatte ich vor, diese als TM03-Nachfolger im Dienst zu testen. Und im Nachhinein war es die beste Entscheidung! Der fest verbaute Akku ist nach wie vor ein Minuspunk, was den praktischen Nutzen im Polizeidienst angeht. Hier kann man leider nicht kurz den Akku wechseln und hat wieder volle Energie. Aber nachvollziehbar hat Nitecore das so kommuniziert und mir auch per Mail bestätigt, dass diese Bauweise nötig sei aufgrund der extrem hohen Turbostufe. Daher wurde von Anfang an mit offenen Karten gespielt. In der Praxis hat sich in den paar Monaten der Nutzung diese Tatsache noch nicht zum Problem ergeben. Zum einen hält die Lampe sehr lange (auch mit diversen Turbodurchläufen) und zum anderen habe ich im Falle des Falles noch ein paar Backuplampen in der Einsatztasche und ein nettes Westenlicht.
So...kommen wir zu dem umstrittenen 7 Sekunden Turbo. Ich persönlich finde es absolut Klasse, dass hier der Turbo noch ein Turbo und nicht in der Schlaterreihenfolge integriert ist. Viele beschweren sich immer, dass eine Lampe beim Turbo schnell heiß wird oder die Leistung nicht so lange halten kann. Dabei wird der Fehler gemacht, den Turbo nicht als Turbo, sondern als normale hellste Stufe genutzt. Das Wort „Turbo“ impliziert für mich schon die Tatsache, dass dieser nur zeitlich stark begrenzt zur Verfügung steht. Das ist nicht nur bei Taschenlampen so. Auch vor der TM9K habe ich einen Turbo immer nur kurz genutzt, für ein paar Sekunden. Auch jetzt weiß ich, dass diese wahnsinnigen 9500 Lumen nach 7 Sekunden runtergeregelt werden. Allerdings habe ich so gut wie nie wirklich 7 Sekunden benötigt. Wenn ich etwas suche, dass nutze ich ja nicht den Turbo, sondern eine entsprechende Suchlampe aus meiner Einsatztasche. Der Turbo der TM9K ist wirklich nur, um mal ganz kurz viel Licht zu haben. Da reichen 3-4 Sekunden in der Regel aus. Das Lämpchen wird natürlich bei der Größe und der Leistung warm. Ist aber alles kein Problem. Was die Häufigkeit angeht, den Turbo zu verwenden, kann ich sagen, dass ich bestimmt mit einer Akkuladung locker 15 - 20 mal im Turbo und die Lampe nicht leer war.

hier ist also eine „gesunde“ Nutzungsdauer garantiert.
Zum Lichtbild: Dieses ist einfach nur wahnsinnig flutig. Ein Fluter in seiner reinsten Form. Und genau das wollte ich auch. In meinem täglichen Dienst benötige ich ein flutiges Lichtbild. Ich möchte sehr breit direkt vor mir ausleuchten. Sei es auf Grundstücken oder innerhalb von Gebäuden. Sei es beim Begutachten von Schäden/Unfallschäden, oder wenn ein Kollege NAchts etwas aufschreiben möchte und kein tolles Westenlicht hat. Bei 95% aller Anwendungen meiner Koppellampe würde ein heller Spot stören. Benötige ich Reichweite, eilt es nicht, da ich nicht vom unmittelbaren Vorfeld betroffen bin. Dann hole ich entspannt meine Thrower aus der Einsatztasche. Überzeugt euch aber mal selber:
Und ihr seht, dass man trotz Extremfluter mit dem Turbo auch etwas Reichweite generieren kann. Für mich ist das mit Abstand die beste Lampe für den Dienst. Das Schöne daran ist, dass sie praxisbezogen auf meine Bedürfnisse zugeschnitten ist und trotzdem nebenbei eine Spaßlampe darstellt, die mir immernoch ein Lächeln ins Gesicht zaubert, wenn ich mal kurz die Nacht zum Tag mache.

Eine, trotz ihrer abgefahrenen Werte, tolle und praxistaugliche Lampe! Diese kann ich uneingeschränkt jedem Polizisten für den Streifendienst empfehlen. Einen kleinen Wehrmutstropfen gibt es allersings neben dem festen Akku noch: Der Preis. Mit 179 Euro neu bei Nitecore ist diese Lampe natürlich nur etwas für Kollegen, die nicht nur ein Gebrauchsgegenstand haben wollen, sondern das Hobby „Taschenlampen“ mit in den Beruf integrieren möchten.
Ich hoffe, ihr konntet einen kleinen subjektiven Eindruck von mir mitnehmen. Fall es Fragen gibt, dann könnt ihr diese natürlich immer stellen.
Also bis dann und bleibt gesund.
