Schaut man sich die Spektralverläufe der verschiedenen XP-G Emitter genauer an, stellt man schnell fest, das eine Lücke vorhanden ist, die auch mit den "wärmeren" Emittern nicht verschwindet. Bei ca. 480nm (habe ich jetzt mal grob geschätzt) ist eine große Lücke zu erkennen. Hier liegt ungefähr
türkis.
Dafür ist ein Peak bei 450nm (
blau). Dieser ist bei den kälteren Tints deutlich ausgeprägter, weshalb dieses Emitter so extrem kalt wirken. Zwischen 530nm und 700nm ist dann bei den wärmeren Tints eine deutlich erhöhte Abstrahlung zu sehen. Also von "grünblau" bis rot. Mehr rotes und gelbes Licht emittiert: Mehr gelbes und rotes Licht wird reflektiert, somit ist alles "wärmer".
Der neutralweiße Verlauf (in der Cree Grafik in der Dokumentation der grüne) ist somit noch der ausgewogenste.
Meine wissenschaftliche Deutung:
Wichtig zu beachten ist: Der CRI gibt ja als Index nur einen Wert an. Wenn aber in den 75% die im anzuleuchtenden Objekt vorkommenden Farben fehlen, bringt einem das nichts.
Die Farben, die man vermutlich differenzierter mit kaltweiß erkennt: blau und lila. Die Farben, die man mit neutralweiß besser erkennt: grün, gelb, rot, braun.
Mit warmweiß ist das Problem wie bei kaltweiß, aber hier auf die langwelligen Bereiche des Spektrums verschoben. Somit wird rot etc. überbetont.
Meine persönliche Erfahrung mit zwei ausgesprochen "farbunstichigen" Emittern (Zebralight SC60 für kaltweiß, sowie SC60w für neutralweiß):
Mit neutralweiß erhält man zwar einen Hauch weniger Licht bei gleichem Strom, aber man sieht mehr, und erkennt auch die Farben realistischer. Sowohl im Innenbereich, als auch draußen. An einer weißen Wand sieht auch kaltweiß schön aus, aber in meinem Farbwiedergabetest (viele viele bücher mit bunten Einbänden) schneidet neutralweiß deutlich besser ab.
Ich bitte zu beachten: Ich studiere nicht Optik, sondern Wirtschaftsingenieur Maschinenbau...
Marcus
Hilfreiche Links in diesem Zusammenhang:
Lichtspektrum
Datenblatt Cree XP-G