Lithium-Ionen Akkus, Grundlagen zu Arten, Nutzung und Pflege

Borris

Flashaholic
23 Dezember 2017
104
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Regensburg
Perfekt! Dann brauch ich gar nimmer lang suchen und kauf einfach das SkyRC. :thumbup:

Edit: @Okay: Programmieren sollte kein Problem sein, bin eh ein kleiner Technik-Nerd. Werd mich da dann gut einlesen und möchte ja, wie gesagt, eh schon lange ein gescheites Ladegerät. Spätestens jetzt, wo ich neben diverser anderer Akkus ja Dank meiner neuen Wizard 3 auch noch 18650er nutze, sollte sich das lohnen. ;)
 

light-wolff

Flashaholic***²
14 September 2011
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im Süden
Wenn man einen neuen Akku zum ersten Mal benutzt, kommt der ja mit einer gewissen Voraufladung. Sollte man den dann erst einmal benutzen, bis er leer ist, oder kann man ihn auch direkt vor der ersten Nutzung noch restlos vollladen?
letzteres

Sollte ich einen vollen Akku jedes mal bis er leer ist benutzen und dann erst aufladen, oder kann ich genauso gut einen teil-entladenen Akku jedes mal direkt wieder vollladen?
letzteres

aber sind die zu erwartenden, möglichen Aufladungen eines Akkus schneller verbraucht, wenn man den Akku immer schon lädt, bevor er ganz leer ist? Also wenn ein Akku z. B. mit 500 Aufladungen angegeben ist und man lädt täglich schon nach, wenn er noch halbvoll ist, sind dann insgesamt 1000 halbe Aufladungen möglich oder auch nur 500?
Halbe Zyklen zählen auch also solche.

Dachte da an ein SkyRC MC3000. Da braucht man dann kein Multimeter mehr?
Kann man damit Akkus auch nur zu 90% laden? Also einstellen, dass bei z. B. 90% der Ladevorgang automatisch stoppt und dann auf Erhaltungsladung wechselt?
Ja. Nur dass es bei Li-Ion keine Erhaltungsladung gibt. Da wird der Ladestrom komplett abgeschaltet.

Man kann alternativ zum Laden auf 4,1 oder 4,0V auch den Terminierungsstrom so hoch wie den Ladestrom setzen und bei 4,2V bleiben. Dürfte auf ungefähr dasselbe hinaus, geht aber schneller, weil es dann keine CV-Phase mit abnehmendem Ladestrom gibt. Der resultierende Ladestand ist dann aber stark abhängig vom Zellentyp und Zellenzustand.
 

Flummi

Moderator
Teammitglied
26 Oktober 2015
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Nähe Hannover
Noch ein Hinweis zum schonenden Laden unter 4,2V:
Bei Verwendung der Akkus (ohne Schutzschaltung) in einer Serienschaltung würde ich davon die Finger lassen und auf 4,2V mit CV-Phase setzen. Nur dann erzielt man einen möglichst gleichen Ladezustand.
Je kleiner die Ladeendspannung, desto mehr befindet man sich im flachen Bereich der Ladekurve mit entsprechend unpräzisen Abschaltung.
 

light-wolff

Flashaholic***²
14 September 2011
16.304
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im Süden
Ist es nicht gerade andersrum? Je flacher die Ladekurve, desto weniger hängt die Ladung von der Spannung ab.

Für möglichst gleiche/reproduzierbare Ladung sollte man vor allem einen niedrigen Terminierungsstrom wählen, da smacht die Sache weniger abhängig von Innen- und Kontaktwiderständen.

Immer wieder empfehlenswert: http://lygte-info.dk/info/BatteryChargePercent UK.html (die Tabellen gegen Ende).
 

Flummi

Moderator
Teammitglied
26 Oktober 2015
6.569
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Nähe Hannover
Ich denke nicht. Im flachen Bereich können 100mV Spannungsunterschied zweistelligen Ladungsunterschied (%) bedeuten. In den steileren Bereichen entsprechend weniger.

Beispiel: Wir haben ein mieses Multimeter, das die Spannung nur mit einer Genauigkeit von +/- 50mV anzeigt. Dann werden wir unter 3V bzw. über 4V den Ladungszustand präziser angeben können, als bei 3,6V (wo die Kurve oft eher flach ist).
 
29 August 2018
4
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BW
Danke für den Link. Sehr umfangreiche und interessante Informationen in dem PDF. Punkt 3.1.2 Hochstromfähigkeit ff erklärt für mich vieles als Neuling.
 
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CZ75

Flashaholic*
6 April 2018
266
121
43
Ahoi! Möchte keinen extra Faden öffnen und habe auf die Schnelle keine wirklich passende Antwort gefunden.

Es geht um die Lagerung eines ungeschützten 26650er Keeppower Akkus, vollgeladen in der Thrunite tc20, Lampe mechanisch ausgelockt (schreibt man das so?)

Hintergrund ist, ich habe die Lampe in dieser Konstellation als Suchlampe an der Koppel hängen und brauche sie mitunter wochenlang nicht.

Passt das so oder sollte ich irgendwie umswitchen?
 

steidlmick

Flashaholic***
15 August 2012
6.316
5.439
113
Bielefeld, NRW
Hintergrund ist, ich habe die Lampe in dieser Konstellation als Suchlampe an der Koppel hängen und brauche sie mitunter wochenlang nicht.
Passt das so oder sollte ich irgendwie umswitchen?
Eigentlich passt das schon so. Durch den mechanischen Lockout ist kein Stromfluss vorhanden und so lange es nicht zu warm ist (Raumtemperatur oder weniger) ist das für den Akku so OK.
 
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LED

Flashaholic**
19 März 2011
3.346
1.830
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Kurze Frage, "Lagerzustand" 40-60% (also etwa 3.6V Zellenspannung) ist noch aktuell?
Hintergrund der Frage: Ich habe heute zwei Stück Samsung INR21700-40T von akkuteile.de bekommen. Beide hatten etwas über 3,4V als sie ankamen. In den ersten ließen sich bis 4,1V 3152mAh reinladen, d.h. der Akku war noch nicht mal zu einem 1/4 voll. Der zweite ist grade im Ladegerät.
 

steidlmick

Flashaholic***
15 August 2012
6.316
5.439
113
Bielefeld, NRW
Kurze Frage, "Lagerzustand" 40-60% (also etwa 3.6V Zellenspannung) ist noch aktuell?
Ja, daran kann man sich nach wie vor orientieren.

Es gibt zwar eine neuere Studie, die eher noch geringere Ladezustände empfiehlt, aber man muss auch nicht gleich jeder Sau nachjagen, die gerade mal wieder neu durch's Dorf getrieben wird...
Ich habe heute zwei Stück Samsung INR21700-40T von akkuteile.de bekommen. Beide hatten etwas über 3,4V als sie ankamen. In den ersten ließen sich bis 4,1V 3152mAh reinladen, d.h. der Akku war noch nicht mal zu einem 1/4 voll. Der zweite ist grade im Ladegerät.
Passt schon, kann man gut mit leben.
 
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kirschm

Flashaholic***
13 April 2017
5.384
2.611
113
Kurze Frage, "Lagerzustand" 40-60% (also etwa 3.6V Zellenspannung) ist noch aktuell?

Ja, daran kann man sich nach wie vor orientieren

ich bin mir da als Laie gar nicht mehr so sicher. Ich hatte die Frage schon mal gestellt, aber selbst von unseren Experten hier niemals eine Antwort bekommen. Seitdem lagere ich meine normalen Akkus bei knapp 3,8 Volt. Das hier war die Sache, wo ich nie eine Antwort bekommen habe: https://www.taschenlampen-forum.de/threads/lagern-im-kühlschrank.66643/#post-948527
 

ChrisK

Stammgast
10 September 2019
72
11
8
Also ich kann dazu nur sagen, dass ich meine Akkus generell voll (4,2V) lagere. Die ältesten Zellen sind meine Thrunite 3400mAh (Zelle darin ist eine Panasonic NCR18650B) von 2013. Diese werden nicht regelmäßig in meinen EDC Lampen und meinen Kopflampen benutzt. Es kann schon mal vorkommen dass ein Akku 3-4 Monate in der Schublade liegt.
Ein Test ergab vor 2 Wochen dass sie (ich habe 6 Stück davon) von 2400mAh immer noch über 3300mAh haben.
So falsch kann also meine Lagerung nicht sein? Oder sehe ich das falsch?
 

steidlmick

Flashaholic***
15 August 2012
6.316
5.439
113
Bielefeld, NRW
Also ich kann dazu nur sagen, dass ich meine Akkus generell voll (4,2V) lagere.
...
Ein Test ergab vor 2 Wochen dass sie (ich habe 6 Stück davon) von 2400mAh immer noch über 3300mAh haben.
So falsch kann also meine Lagerung nicht sein? Oder sehe ich das falsch?
Na ja, es ist nicht die empfohlene Vorgehensweise und es wäre falsch, einen singulären Erfahrungsbericht zum Maßstab zu machen.
Aber du kannst das natürlich machen, wie du es möchtest.
 

kirschm

Flashaholic***
13 April 2017
5.384
2.611
113
Also ich kann dazu nur sagen, dass ich meine Akkus generell voll (4,2V) lagere
ich kann hier lediglich eine Geschichte erzählen, zu einer Zeit, als ich null Ahnung von Lithium-Ionen-Akkus hatte. ich hatte mir für meine Kamera vier identische No Name Akkus gekauft. Im Nachhinein, wie so üblich, haben die sich als Schrott herausgestellt. zwei von diesen Akkus hatte ich gleich ausgepackt und voll geladen, und die anderen so gelassen wie sie sind. die zwei voll geladenen sind nach einem Jahr komplett aufgebläht und die zwei untouched sind halt so geblieben wie sie sind, wahrscheinlich waren sie unter 4,2 Volt pro Zelle. zumindest bei no name Akkus scheint man halt zusehen, dass vollladung nicht ganz so vorteilhaft ist.
 

Kasperrr

Flashaholic***
30 Mai 2017
5.641
3.564
113
Ehrlich gesagt mache ich mir da keinen Kopf mehr.
Akkus die häufig zum Einsatz kommen, werden meistens vollgeladen bei 4,2V also einsatzbereit, in den Taschenlampen "gelagert".
Einzigst Reserve-Akkus und teuere Akkupacks, werden bei 3,6V - 3,7V gelagert.
 

ChrisK

Stammgast
10 September 2019
72
11
8
einen singulären Erfahrungsbericht zum Maßstab zu machen.
Das wollte ich damit auch nicht bezwecken. Ich habe auch hier erst im Forum (Jahre nach dem Kauf meiner ersten Li-Ion-Akkus) erfahren, dass man diese nicht voll geladen lagern soll. Ich wollte nur mitteilen, dass dies offenbar nicht so schädlich ist wie oft vermutet.
Es kann aber natürlich von Zelle zu Zelle unterschiedlich sein.
 

LED

Flashaholic**
19 März 2011
3.346
1.830
113
Beide hatten etwas über 3,4V als sie ankamen. In den ersten ließen sich bis 4,1V 3152mAh reinladen, d.h. der Akku war noch nicht mal zu einem 1/4 voll. Der zweite ist grade im Ladegerät.
In den zweiten Akku gingen 3150mAh. Nicht schlecht, eine Differenz von weniger als einem ‰:thumbup:
Edit: Info am Rande, ich habe den älteren Akku, der bei der Lampe bei war (k.A. was der schon mit gemacht hat, die Info könnte @drifter noch zusteuern) erst bis 4,1V und dann im Anschluss auf 4,2V geladen. Macht einen Unterschied von 130mAh.
 
Zuletzt bearbeitet:

Tombstone

Flashaholic**
27 November 2016
2.888
2.350
113
nahe Würzburg
Dazu passt eine in diesen Tagen erworbene Erkenntnis - ich habe quasi 3 Arten von Akku-Zuständen:

- unbenutzte Akkus, die bei 3,8 V lagern. Diese habe ich seit inzwischen knapp 3 Jahren (man erinnere sich an die damaligen Sonderangebote...)
- Akku-Sets, die als 4er Pack voll geladen bei 4,2 V auf ihren Einsatz warten
- Akku-Sets, die in Form von Taschenlampen oder Powerbanks täglich im Einsatz sind und somit in den letzten 3 Jahren durchaus 150 Ladungen hinter sich gebracht haben dürften

Ich habe mal je einen repräsentativen Satz durch mein SKYRC gejagt und folgendes festgestellt:

- der Satz Samsung 30Q aus den gelagerten Akkus zeigte kaum einen großen Unterschied zu den Angaben bei "neu" - diese Type kommt meist knapp über den angegebenen Wert, passt also...

- der Satz Samsung 30Q aus dem Einsatz-Warte-Set zeigt sehr ähnliche Werte - die Messungen ergaben meist knapp den Nennwert, maximal 1% drunter. Für mich läuft das nach eben jenen knapp 3 Jahren unter "Toleranzen". Diese Akkus wurden ausschließlich im MC oder im 500er LiitoKala geladen. Diese Akkus wurden insgesamt 12x geladen

- der Satz Samsung 30Q, der im Dauereinsatz ist, zeigte allerdings bereits eine durchaus messbare Veränderung - da kam keiner mehr über 2.800 mAh. Die Ladung erfolgte hier mit allem, was jeweils greifbar war - oben genannte Lader (eher selten) genauso wie direkt im Auto angeschlossene TaLas oder Powerbanks jeglicher Coloeur (in der Hauptsache).

Ich habe, da mich letztere Werte doch mal interessiert haben, da noch weitere Tests gemacht, um etwaige Ausreisser zu erwischen.

Ergebnis: ja, das ist so - allerdings mit unterschiedlichen Ausschlägen. Während ein Satz SONY VTC6 (mein einziger) in einer SOSHINE-Powerbank vom Dauerbetrieb extrem unbeeindruckt blieb, war der Effekt bei einigen LG HG2 noch wesentlich stärker. Diese sind in den THRUNITE C2 im Einsatz und haben meist schon bis zu 15% eingebüsst - das Ding scheint ein echter Griller zu sein. Da nützt offensichtlich auch kein Schutz - ein ebenfalls dort eingesetzter 3000er Imalent war auch schon bei 10 % Verlust

Mein persönliches Resümee:

Die Lagerung ist vollkommen Schnuppe - die Nutzung respektive die schonende Ladung hat einen wesentlich größeren Einfluss...
 

Flummi

Moderator
Teammitglied
26 Oktober 2015
6.569
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die Nutzung respektive die schonende Ladung hat einen wesentlich größeren Einfluss...

...und da braucht es keine 150 Ladungen, um den Trend zu erkennen.

LiitoKala 26650 50A (blau), fast immer in derselben Dampfe bis zum Abschalten entladen (ca. 3,3V). Immer mit 2,5A im MC3000 geladen.
Eingeladene Ladung je Ladevorgang:
upload_2019-10-10_8-38-52.png

Die Ausreißer nach unten bitte ignorieren, da habe ich frühzeitig nachgeladen.
Becherzellen sind schon ziemlich robust. Ganz im Gegensatz zu LiPos, die sich mitunter vollgeladen gelagert schon nach 2-3 Monaten aufblähen. Die lade ich nur unmittelbar vor dem Einsatz - und werden danach sofort wieder auf Lagerspannung gebracht.

Wenn mir jemand sagen kann, warum sich LiPos so grundsätzlich anders verhalten als Becherzellen - das fänd ich interessant zu wissen.
 
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Tombstone

Flashaholic**
27 November 2016
2.888
2.350
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nahe Würzburg
...und da braucht es keine 150 Ladungen, um den Trend zu erkennen.

Da bin ich vollkommen bei Dir - hier war es halt schlicht so.

Nichtsdestotrotz gebe ich zu, dass die in meiner Mail für mich ermittelte Erkenntnis mich jetzt nicht dazu bringen wird, auf C2 und Konsorten zu verzichten - am Ende des Tages ist ein Akku ein Verbrauchs- und kein Investitionsgut...
 

steidlmick

Flashaholic***
15 August 2012
6.316
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Bielefeld, NRW
Ich habe zwar keine Zweifel an deinen Beobachtungen, aber sie enthalten unbeabsichtigt methodische Fehler, die das Ergebnis verzerren.
Die Lagerung ist vollkommen Schnuppe - die Nutzung respektive die schonende Ladung hat einen wesentlich größeren Einfluss...
Dieses Fazit ist nicht besonders überraschend, weil du die kalendarische Alterung und die zyklische Alterung in einen Topf wirfst. Außerdem werden neue und gebrauchte Akkus miteinander verglichen.
Das ist aber nicht sinnvoll, wenn man die tatsächlichen Effekte bestimmen möchte.

Jeder Lade-Entlade-Zyklus lässt die Zelle unweigerlich altern, je nach Belastung beim Laden und Entladen unterschiedlich stark. Das ist ein unbestrittener Fakt, die von vielen Nutzern auch praktisch bestätigt wurde.
Die kalendarische Alterung findet davon (weitgehend) unabhängig statt.

Jetzt einen Vergleich anzustellen, bei dem unbenutzte Akkus mit benutzten Akkus auf eine Stufe gestellt werden, lässt kaum Aussagen über den Effekt der kalendarischen Alterung zu, man kann das bei einem benutzten Akku im praktischen Gebrauch nicht mehr voneinander trennen.
- unbenutzte Akkus, die bei 3,8 V lagern. Diese habe ich seit inzwischen knapp 3 Jahren (man erinnere sich an die damaligen Sonderangebote...)
Bedeutet "unbenutzt", dass diese frisch gekauft und dann auf Lagerspannung eingelagert wurden?
Falls ja, dann ist deine Beobachtung genau das, was man erwarten kann.

Fabrikfrische, unbenutzte Lithium-Akkus enthalten natürliche "Stabilisatoren", welche die normalerweise feststellbare kalendarische Alterung quasi auf Null reduzieren. Das Wort "Stabilisatoren" steht in Anführungszeichen, weil diese "Stabilisatoren" nicht im Form von Konservierungsmitteln oder so zugesetzt werden, sondern als Folge der normalen Herstellungsprozesse entstehen bzw. vorhanden sind.

Genau genommen ist es so, dass etwas fehlt, was beim normalen Gebrauch der Akkus entsteht und deren kalendarische Alterung verursacht. Da jeder Lade-Entlade-Zyklus zu Schäden der Zelle führt (Demetallierung der Kathode, Zersetzung von Leitsalz und Elektrolyt), wird dabei auch immer etwas "Abfall" frei, wir Chemiker nennen das den "katalytischen Dreck".

Dieser "katalytische Dreck" beschleunigt die Zerfallsreaktionen im Akku, die hauptsächlich zur kalendarischen Alterung beitragen. Bei einem frischen Akku (Pi mal Daumen < 10 Ladezyklen) ist der "katalytische Dreck" noch nicht vorhanden bzw. in der Menge noch nicht ausreichend, so dass die kalendarische Alterung kaum auftritt.
- Akku-Sets, die als 4er Pack voll geladen bei 4,2 V auf ihren Einsatz warten
Diese Akkus wurden insgesamt 12x geladen
Wenn diese Akkus noch recht frisch sind, dann wirkt sich auch bei denen die kalendarische Alterung (noch) nicht ausreichend aus.
- Akku-Sets, die in Form von Taschenlampen oder Powerbanks täglich im Einsatz sind und somit in den letzten 3 Jahren durchaus 150 Ladungen hinter sich gebracht haben dürften
Hier kann man von einem gemischten Effekt aus kalendarischer Alterung und zyklischer Alterung ausgehen, die sich nicht mehr voneinander unterscheiden lassen.

Um wirklich verlässlich Daten über den Effekt der kalendarischen Alterung zu erhalten, müsste man eigentlich Akkus, die ausreichend viele Zyklen hinter sich haben (20 dürften reichen) voll geladen und halbvoll geladen für ausreichend lange Zeit einlagern und bei denen die kalendarische Alterung bestimmen.

Wie geschrieben:
Deine Beobachtungen sind absolut logisch und nachvollziehbar, die Schlussfolgerungen jedoch aufgrund der erwähnten Gründe so pauschal nicht zutreffend.
Daher finde es auch etwas vorschnell, die allgemein anerkannte "Lagerspannung" als unnötig/wirkungslos abzutun.
 
H

hdo

Guest
Die Lagerung ist vollkommen Schnuppe - die Nutzung respektive die schonende Ladung hat einen wesentlich größeren Einfluss...
Widerspricht aber ziemlich aller im www verfügbarer Quellen. Wobei die Lagertemperatur vermutlich isoliert betrachtet eine größere Rolle spielt als der SOC. Gibt es ja Tabellen aus denen dies ersichtlich ist.
Klar ist eine schonende Ladung auch einer der wichtigen Faktoren. Lade meine Werkzeug-Akkus auch meist mit einem Modellbau-Lader bei kleinen Strömen.
Bei einem Profi ist Zeit Geld. Der kann sich den Luxus nicht leisten so ein Gewese zu machen. Als Hobby-Anwender kann ich mir das antun.
Hat ja aber eh jeder etwas „ollere“ Akkus, bei denen es nicht weh tut sie ständig voll geladen in den oft benutzten Lampen zu lagern (teilweise auch im Sommer im Seitenfach der PKW-Tür/Handschuhfach).

...am Ende des Tages ist ein Akku ein Verbrauchs- und kein Investitionsgut...
Kommt drauf an. Würde mal vermuten dass ich nicht der einzige bin, der deutlich mehr Einzelzellen und Werkzeugakkus besitzt als er wirklich „braucht“.
Insofern „verbrauchen“ sich meine Akkus mehr durch Lagerung, als durch Nutzung- insofern doch schon irgendwie auch ein Investitionsgut.
Insgesamt lagern da ja schnell mal dreistellige Beträge (die Werkzeugakkus hauen ins Kontor)...
 

steidlmick

Flashaholic***
15 August 2012
6.316
5.439
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Bielefeld, NRW
Mir war schlicht nicht bewusst, dass 12 x Laden da quasi noch keinen Alterungseinfluss haben...
Der Einfluss ist vermutlich schon vorhanden, aber noch nicht voll ausgeprägt.
Man müsste wohl längere Beobachtungszeiträume ansetzen, um das bemerken zu können.

Wer fabrikfrische Akkus gleich mal "volle Pulle" belastet, sowohl beim Laden als auch beim Entladen, erreicht vielleicht schon nach fünf Zyklen den Punkt, an dem ausreichend "katalytischer Dreck" vorhanden ist, um die kalendarische Alterung voll zuschlagen zu lassen.
Und wer statt dessen die neuen Akkus sehr sanft lädt und entlädt, der braucht vielleicht 15 Zyklen.

Und natürlich verhalten sich nicht alle Akkus gleich, Hochstromakkus reagieren anders als Hochkapazitätsakkus.

Früher oder später ist aber bei allen gebrauchten Akkus der Punkt erreicht, ab dem die kalendarische Alterung ihr Zerstörungswerk tut.
 
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Tombstone

Flashaholic**
27 November 2016
2.888
2.350
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nahe Würzburg
Widerspricht aber ziemlich aller im www verfügbarer Quellen.

Merke: nur, weil es alle nachplappern, muss es nicht stimmen. Ich bleibe dabei, dass 3,8 oder 4,2 in der Realität keinen RELEVANTEN Einfluss haben

Lagertemperatur sei noch nachgereicht: für die ersten zwei Gruppen im Keller bei Zimmertemperatur - also immer um die 20°. Die dritte Gruppe bekommt natürlich alles ab. Insofern wäre das auch noch ein Faktor.

Bezüglich Verbrauch / Invest bleibe ich übrigens dabei: Verbrauch...

... dass einzelne Zeitgenossen (wie Du und ich ;) ) viel zu viele davon haben, ändert das ja nicht... es lässt höchstens einen Blick auf unsere Vorlieben zu...
 
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H

hdo

Guest
die Quellen sind seriös und eindeutig. Das hat mit nachplappern nichts zu tun.

Auch wenn die dort behandelte Zellchemie nicht zwangsläufig auf alle LiIon übertragbar ist:

http://publications.rwth-aachen.de/record/680923/files/680923.pdf

Wenn Du nach der gewissenhafter Lektüre dieser Arbeit immer noch der Ansicht bist, dass es keine Rolle spielt ob bei 4,2V oder 3,8V gelagert wird, dann kann ich das auch nicht ändern.
 
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hdo

Guest
Der Einfluss ist vermutlich schon vorhanden, aber noch nicht voll ausgeprägt.
Man müsste wohl längere Beobachtungszeiträume ansetzen, um das bemerken zu können.

Wer fabrikfrische Akkus gleich mal "volle Pulle" belastet, sowohl beim Laden als auch beim Entladen, erreicht vielleicht schon nach fünf Zyklen den Punkt, an dem ausreichend "katalytischer Dreck" vorhanden ist, um die kalendarische Alterung voll zuschlagen zu lassen.
Und wer statt dessen die neuen Akkus sehr sanft lädt und entlädt, der braucht vielleicht 15 Zyklen.

Und natürlich verhalten sich nicht alle Akkus gleich, Hochstromakkus reagieren anders als Hochkapazitätsakkus.

Früher oder später ist aber bei allen gebrauchten Akkus der Punkt erreicht, ab dem die kalendarische Alterung ihr Zerstörungswerk tut.

Bei der Inbetriebnahme von Zellen überlagern sich sehr wahrscheinlich mehrere Effekte, sodass keine sinnvolle Interpretation möglich ist.

Habe hier z.B. Zellen, die nach Lieferung einen wesentlich höheren Ri haben (jeweils bei ~50% SOC) als nach wenigen Zyklen. Bei (den meisten) anderen Zellen gab es diesen Effekt nicht/kaum.
Diese Beobachtung lässt ja den Schluß,zu, dass der Ri durch zunehmende zyklisierung der Zelle kleiner wird.

Nur mal um zu verdeutlichen welch abstruse Interpretationen Beobachtungen über sehr kurze Zeiträume bei fabrikneuen Zellen zulassen.
Du hast darauf ja schon hingewiesen.

In der oben verlinkten Arbeit gibt es Hinweise darauf, dass die DOD (depth of discharge) einer der größten Akkukiller ist (bei Zyklisierung).
Wesentlich ausgeprägter als SOC (kalendarisch).

Dennoch...

Aus einem Diagramm zur kalendarischen Alterung beziehen sich die Werte auf eine Temperatur von 50°C, was höchstens in einem von der Sonne erhitzten Auto (über längere Zeiträume) relevant sein dürfte.
Allerdings nahm hier bei 0% SOC die Kapazität binnen eines Jahres um 5% ab, Bei 85% SOC um bereits ~20% und höhere SOC konnten auf dem Diagramm nicht mehr dargestellt werden.
Die Zunahme des Ri(50°C) ist bei 100% SOC 4-fach höher als bei 0%, und rund 2-fach höher als bei 80% SOC.

Dass es nun für uns irrelevant wäre, ob wir bei 100% SOC lagern, oder bei 80% (besser noch deutlich weniger) kann och aus den Diagrammen absolut nicht ableiten.
 
Zuletzt bearbeitet von einem Moderator:

Tombstone

Flashaholic**
27 November 2016
2.888
2.350
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nahe Würzburg
Auch wenn die dort behandelte Zellchemie nicht zwangsläufig auf alle LiIon übertragbar ist:

Das ist aber der für mich wichtige Punkt - die Doktorarbeit spricht von LiIon-Batterien. Ich gehe mal davon aus, dass sowohl der Doktorvater als auch der Doktorand die Fachtermini kennt, vor allem nach 10 Jahren Studium - daher spricht er für mich nicht von Akkumulatoren (um die es hier bei uns geht). Man korrigiere mich, falls ich falsch liege - ich habe mir das Teil jetzt nicht komplett durchgelesen.

Nochmal: wenn es bei irgendwelchen Tests irgendwelche passenden Ergebnisse gibt, so respektiere ich das - für mich ist das aber irrelevant, da sich die REALITÄT für mich wie von mir geschildert darstellt.

Und das dürfte für den Großteil der hier lesenden respektive postenden Mitglieder ähnlich sein...

Nebenbei stimme ich Dir aber bei der DOD vollumfänglich zu. Und ich respektiere auch die Arbeit, die dahinter steckt...


... wobei ich mich des Eindrucks nicht erwehren kann, dass wir hier Forenmitglieder haben, die das auch geschafft hätten... wahrscheinlich sogar besser verständlich...

;)
 
Zuletzt bearbeitet:

steidlmick

Flashaholic***
15 August 2012
6.316
5.439
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Bielefeld, NRW
Das ist aber der für mich wichtige Punkt - die Doktorarbeit spricht von LiIon-Batterien. Ich gehe mal davon aus, dass sowohl der Doktorvater als auch der Doktorand die Fachtermini kennt, vor allem nach 10 Jahren Studium - daher spricht er für mich nicht von Akkumulatoren (um die es hier geht).
Dann korrigiere ich das mal:
Es geht tatsächlich um gängige Lithium-Akkumulatoren und es ist mir schleierhaft, wieso ständig von Batterien die Rede ist.

Sehr schlecht finde ich, dass mit der Sanyo UR18650E nur ein einziger Zellentyp untersucht wurde, der zudem technisch nicht gerade topaktuell ist.
Da stellt sich die Frage, inwiefern das auf aktuelle Zellen übertragbar ist...
 
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Flummi

Moderator
Teammitglied
26 Oktober 2015
6.569
8.309
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Nähe Hannover
Die Wissenslage darüber, was einem Akku gut tut und was nicht, ist doch schon lange bekannt.

In der
kann man durch Messreihen bestätigen, dass LiIon-Akkus - bei hohen Spannungen gelagert - schneller altern. Punkt.

In der PRAXIS muss/kann nun jeder für sich entscheiden, ob x% Kapazitätsverlust pro Jahr den Mehraufwand rechtfertigen, Akkus ggf. auf Lagerspannung zu bringen.
 
Zuletzt bearbeitet: