Lithium-Ionen Akkus, Grundlagen zu Arten, Nutzung und Pflege

Dieses Thema im Forum "Lithium-Technologie" wurde erstellt von Duglum, 19. Januar 2011.

  1. Da ein Akku nicht zählen kann, ist die Anzahl der 'Teil-Ladungen' irrelevant... nie richtig leer, nie richtig voll... dann fühlt er sich wohl...
     
    Tekas und Borris haben sich hierfür bedankt.
  2. Armytek
    Okay, stimmt! :rofl:

    Dieses "erst ganz leer werden lassen, dann wieder laden", hatte ich wohl noch aus NiMh-Zeiten und Memory-Effekt im Hinterkopf.:rolleyes:

    Letzte, blöde Frage: Ganz leer und ganz voll kann er mit dem original Armytek-Ladekabel in der Armytek-Lampe ja nicht werden, dank Überlade- und Tiefenentlade-Schutz? Kann ich also, wie z. B. beim Handy auch, einfach nachts dranhängen und morgens abstöpseln, richtig?
     
  3. Das kann man so machen, sollte es aber nicht... wie ich schon sagte: voll laden ist der Standard, fördert aber nicht das Akku Leben... Wenn Du keine Kontrollmöglichkeit hast, wann er 'fast' voll ist, dann unterbreche die Sache, wenn Du denkst, dass er 'genug voll' ist... Über Nacht laden bedeutet Voll laden... lieber öfter 'etwas' laden, als laden, bis es zu Ende ist... Wenn Dir ein 'halb' geladener Akku von der Laufzeit reicht, dann bleib dabei... voll laden macht zwar voll, aber nicht den Akku glücklich...

    Nicht falsch verstehen: Voll laden ist das, was 'man' halt tut... es spricht nichts dagegen... wenn man bereit ist, seine Akkus mal öfter gegen neue auszutauschen... Voll laden vs. nicht voll laden verkürzt die Cyclen Zahl bzw. 'Gesundheit' um - je nach State of Charge - plus minus das zehnfache...

    P.S.: Voll laden und dann gleich benutzen / entladen ist nicht so schlimm wie voll laden und dann ab in die Schublade...
     
    #323 kirschm, 24. Dezember 2017
    Zuletzt bearbeitet: 24. Dezember 2017
    Borris hat sich hierfür bedankt.
  4. Acebeam
    Man kann den Akku gern früher aufladen. Ganz voll machen verkürzt die Lebensdauer bzw. die Akku-Kapazität im Laufe der Zeit ein wenig, wenn er nach dem Aufladen längere Zeit voll, unbenutzt bleibt. Weil Lampen, wenn sie voll geladen sind, heller leuchten lade ich zeitig wieder auf. Ob ein Akku zwei, drei oder vier Jahre hält ist mir nicht so wichtig. Ich benutze auch nur selten ein Multimeter, man braucht das nicht wirklich.

    Wenn man Lampen mit mehr als einem Akku benutzt kann ein Meßgerät mehr Sicherheit bringen, feststellen, wenn ein Akku von den anderen stark abweicht.
     
    #324 0kay, 24. Dezember 2017
    Zuletzt von einem Moderator bearbeitet: 24. Dezember 2017
    Rafunzel und Borris haben sich hierfür bedankt.
  5. Ich frage mich halt immer, welches Messgerät ein Laie verwenden soll... Gut, man kann mit einem entsprechenden (Ent-)ladegerät z.B. die Kapazität messen... ein DIMM ist auch ganz nett... aber dies sagt ja nichts so ohne weiteres darüber aus, wie die Spannungslage / Kapazitätslage in welchem Stadium aussieht (es sei denn, mann schreibt es akribisch auf, oder zeichnet es auf... aber dann ist man keine Laie mehr...)...

    Mein simpler Rat bleibt daher weiterhin: nie bis an die Grenze entladen (laden auch nicht, allerdings aus anderen Gründen), dann kommen auch zwei oder mehr unterschiedliche Akkus gut mit einander klar...
     
  6. Solche Messergebnisse liefern Profi-Ladegeräte aber auch, richtig? Hab mich da ehrlich gesagt noch nicht eingelesen, werd mir aber wohl in Zukunft noch ein paar 18650er holen (als Notreserve und für mehrtägige Bergtouren) und gleich noch ein gescheites Ladegerät dazu (sowas will ich eh schon länger, auch für gewöhnliche Akkus). Dachte da an ein SkyRC MC3000. Da braucht man dann kein Multimeter mehr?

    Kann man damit Akkus auch nur zu 90% laden? Also einstellen, dass bei z. B. 90% der Ladevorgang automatisch stoppt und dann auf Erhaltungsladung wechselt?
     
  7. Ja, das ist der einzige Grund, weshalb ich das MC3000 benutze... man spricht hier aber nicht von Prozent, sondern konkret von Volt... statt der üblichen 4.2V gibt man also z.B. nur 4V ein... Pi mal Daumen entspricht die Nominalspannung von 3.7V ca. 50%... je Volt, desto voller... 4.2V ist halt voll und unter ca. 2.5-2.8V fängt langsam die tödliche Tiefentladung an...
     
    Borris hat sich hierfür bedankt.
  8. Perfekt! Dann brauch ich gar nimmer lang suchen und kauf einfach das SkyRC. :thumbup:

    Edit: @Okay: Programmieren sollte kein Problem sein, bin eh ein kleiner Technik-Nerd. Werd mich da dann gut einlesen und möchte ja, wie gesagt, eh schon lange ein gescheites Ladegerät. Spätestens jetzt, wo ich neben diverser anderer Akkus ja Dank meiner neuen Wizard 3 auch noch 18650er nutze, sollte sich das lohnen. ;)
     
  9. Ja, aber es macht aus meiner Sicht wirklich nur für so Bekloppte Sinn, die vermeiden wollen, dass ihre Akkus voll geladen werden... Für Otto-Normal-Voll-Lader tut es jedes andere Gerät auch...
     
    Borris hat sich hierfür bedankt.
  10. Danke. Ich glaub, ich bin genau so ein Bekloppter! :rofl:
     
    kirschm hat sich hierfür bedankt.
  11. Zur Einstimmung findest Du hier eine kleine Messreihe, bei welcher Leerlaufspannung / Volt welche Akkus wieviel Restkapazität in Prozent haben... Daten aufgezeichnet mit dem MC3000: http://www.taschenlampen-forum.de/t...mah-unprotected-gelb-weiss.60170/#post-862062
     
    Borris hat sich hierfür bedankt.
  12. letzteres

    letzteres

    Halbe Zyklen zählen auch also solche.

    Ja. Nur dass es bei Li-Ion keine Erhaltungsladung gibt. Da wird der Ladestrom komplett abgeschaltet.

    Man kann alternativ zum Laden auf 4,1 oder 4,0V auch den Terminierungsstrom so hoch wie den Ladestrom setzen und bei 4,2V bleiben. Dürfte auf ungefähr dasselbe hinaus, geht aber schneller, weil es dann keine CV-Phase mit abnehmendem Ladestrom gibt. Der resultierende Ladestand ist dann aber stark abhängig vom Zellentyp und Zellenzustand.
     
  13. Noch ein Hinweis zum schonenden Laden unter 4,2V:
    Bei Verwendung der Akkus (ohne Schutzschaltung) in einer Serienschaltung würde ich davon die Finger lassen und auf 4,2V mit CV-Phase setzen. Nur dann erzielt man einen möglichst gleichen Ladezustand.
    Je kleiner die Ladeendspannung, desto mehr befindet man sich im flachen Bereich der Ladekurve mit entsprechend unpräzisen Abschaltung.
     
  14. Ist es nicht gerade andersrum? Je flacher die Ladekurve, desto weniger hängt die Ladung von der Spannung ab.

    Für möglichst gleiche/reproduzierbare Ladung sollte man vor allem einen niedrigen Terminierungsstrom wählen, da smacht die Sache weniger abhängig von Innen- und Kontaktwiderständen.

    Immer wieder empfehlenswert: http://lygte-info.dk/info/BatteryChargePercent UK.html (die Tabellen gegen Ende).
     
  15. Olight Shop
    Ich denke nicht. Im flachen Bereich können 100mV Spannungsunterschied zweistelligen Ladungsunterschied (%) bedeuten. In den steileren Bereichen entsprechend weniger.

    Beispiel: Wir haben ein mieses Multimeter, das die Spannung nur mit einer Genauigkeit von +/- 50mV anzeigt. Dann werden wir unter 3V bzw. über 4V den Ladungszustand präziser angeben können, als bei 3,6V (wo die Kurve oft eher flach ist).
     
  16. Sprecht ihr von Funktionen:
    - Ladung als Funtion der Spannung oder
    - Spannung als Funktion der Ladung ?

    Greetings
    Klaus
     
  17. Nicht unwesentlich :rolleyes:.
    Ich hatte Spannung über Ladung im Hinterkopf.
     

  18. Da ist ein Fehler drin eine 26650 Lythium Zelle hat nicht die Maße einer Baby C-Zelle die C Zelle hat 26x50 mm
    https://de.wikipedia.org/wiki/Baby_(Batterie)
     
  19. Danke für den Link. Sehr umfangreiche und interessante Informationen in dem PDF. Punkt 3.1.2 Hochstromfähigkeit ff erklärt für mich vieles als Neuling.
     
    angerdan hat sich hierfür bedankt.
  20. Ahoi! Möchte keinen extra Faden öffnen und habe auf die Schnelle keine wirklich passende Antwort gefunden.

    Es geht um die Lagerung eines ungeschützten 26650er Keeppower Akkus, vollgeladen in der Thrunite tc20, Lampe mechanisch ausgelockt (schreibt man das so?)

    Hintergrund ist, ich habe die Lampe in dieser Konstellation als Suchlampe an der Koppel hängen und brauche sie mitunter wochenlang nicht.

    Passt das so oder sollte ich irgendwie umswitchen?
     
  21. Eigentlich passt das schon so. Durch den mechanischen Lockout ist kein Stromfluss vorhanden und so lange es nicht zu warm ist (Raumtemperatur oder weniger) ist das für den Akku so OK.
     
    light-wolff und CZ75 haben sich hierfür bedankt.
  22. Dafür gibt's wohl kein deutsches Wort - wir wissen, was gemeint ist :)

    Wie steidlmick schrub: passt - Stromfluss unterbrechen ist das Beste bei langer Nichtnutzung.
     
  23. Kurze Frage, "Lagerzustand" 40-60% (also etwa 3.6V Zellenspannung) ist noch aktuell?
    Hintergrund der Frage: Ich habe heute zwei Stück Samsung INR21700-40T von akkuteile.de bekommen. Beide hatten etwas über 3,4V als sie ankamen. In den ersten ließen sich bis 4,1V 3152mAh reinladen, d.h. der Akku war noch nicht mal zu einem 1/4 voll. Der zweite ist grade im Ladegerät.
     
  24. Ja, daran kann man sich nach wie vor orientieren.

    Es gibt zwar eine neuere Studie, die eher noch geringere Ladezustände empfiehlt, aber man muss auch nicht gleich jeder Sau nachjagen, die gerade mal wieder neu durch's Dorf getrieben wird...
    Passt schon, kann man gut mit leben.
     
    LED hat sich hierfür bedankt.
  25. ich bin mir da als Laie gar nicht mehr so sicher. Ich hatte die Frage schon mal gestellt, aber selbst von unseren Experten hier niemals eine Antwort bekommen. Seitdem lagere ich meine normalen Akkus bei knapp 3,8 Volt. Das hier war die Sache, wo ich nie eine Antwort bekommen habe: https://www.taschenlampen-forum.de/threads/lagern-im-kühlschrank.66643/#post-948527
     
  26. Also ich kann dazu nur sagen, dass ich meine Akkus generell voll (4,2V) lagere. Die ältesten Zellen sind meine Thrunite 3400mAh (Zelle darin ist eine Panasonic NCR18650B) von 2013. Diese werden nicht regelmäßig in meinen EDC Lampen und meinen Kopflampen benutzt. Es kann schon mal vorkommen dass ein Akku 3-4 Monate in der Schublade liegt.
    Ein Test ergab vor 2 Wochen dass sie (ich habe 6 Stück davon) von 2400mAh immer noch über 3300mAh haben.
    So falsch kann also meine Lagerung nicht sein? Oder sehe ich das falsch?
     
  27. Na ja, es ist nicht die empfohlene Vorgehensweise und es wäre falsch, einen singulären Erfahrungsbericht zum Maßstab zu machen.
    Aber du kannst das natürlich machen, wie du es möchtest.
     
  28. ich kann hier lediglich eine Geschichte erzählen, zu einer Zeit, als ich null Ahnung von Lithium-Ionen-Akkus hatte. ich hatte mir für meine Kamera vier identische No Name Akkus gekauft. Im Nachhinein, wie so üblich, haben die sich als Schrott herausgestellt. zwei von diesen Akkus hatte ich gleich ausgepackt und voll geladen, und die anderen so gelassen wie sie sind. die zwei voll geladenen sind nach einem Jahr komplett aufgebläht und die zwei untouched sind halt so geblieben wie sie sind, wahrscheinlich waren sie unter 4,2 Volt pro Zelle. zumindest bei no name Akkus scheint man halt zusehen, dass vollladung nicht ganz so vorteilhaft ist.
     
  29. Ehrlich gesagt mache ich mir da keinen Kopf mehr.
    Akkus die häufig zum Einsatz kommen, werden meistens vollgeladen bei 4,2V also einsatzbereit, in den Taschenlampen "gelagert".
    Einzigst Reserve-Akkus und teuere Akkupacks, werden bei 3,6V - 3,7V gelagert.
     
  30. Das wollte ich damit auch nicht bezwecken. Ich habe auch hier erst im Forum (Jahre nach dem Kauf meiner ersten Li-Ion-Akkus) erfahren, dass man diese nicht voll geladen lagern soll. Ich wollte nur mitteilen, dass dies offenbar nicht so schädlich ist wie oft vermutet.
    Es kann aber natürlich von Zelle zu Zelle unterschiedlich sein.
     
  31. Es kann nicht nur von Zelle zu Zelle sehr unterschiedlich sein, auch die Rahmenbedingungen spielen eine wichtige Rolle. Im Nachhinein wird man das kaum noch aufklären können.
     
  32. In den zweiten Akku gingen 3150mAh. Nicht schlecht, eine Differenz von weniger als einem ‰:thumbup:
    Edit: Info am Rande, ich habe den älteren Akku, der bei der Lampe bei war (k.A. was der schon mit gemacht hat, die Info könnte @drifter noch zusteuern) erst bis 4,1V und dann im Anschluss auf 4,2V geladen. Macht einen Unterschied von 130mAh.
     
    #353 LED, 9. Oktober 2019 um 23:23 Uhr
    Zuletzt bearbeitet: 10. Oktober 2019 um 02:02 Uhr
    Dachfalter und Onkel Otto haben sich hierfür bedankt.
  33. Dazu passt eine in diesen Tagen erworbene Erkenntnis - ich habe quasi 3 Arten von Akku-Zuständen:

    - unbenutzte Akkus, die bei 3,8 V lagern. Diese habe ich seit inzwischen knapp 3 Jahren (man erinnere sich an die damaligen Sonderangebote...)
    - Akku-Sets, die als 4er Pack voll geladen bei 4,2 V auf ihren Einsatz warten
    - Akku-Sets, die in Form von Taschenlampen oder Powerbanks täglich im Einsatz sind und somit in den letzten 3 Jahren durchaus 150 Ladungen hinter sich gebracht haben dürften

    Ich habe mal je einen repräsentativen Satz durch mein SKYRC gejagt und folgendes festgestellt:

    - der Satz Samsung 30Q aus den gelagerten Akkus zeigte kaum einen großen Unterschied zu den Angaben bei "neu" - diese Type kommt meist knapp über den angegebenen Wert, passt also...

    - der Satz Samsung 30Q aus dem Einsatz-Warte-Set zeigt sehr ähnliche Werte - die Messungen ergaben meist knapp den Nennwert, maximal 1% drunter. Für mich läuft das nach eben jenen knapp 3 Jahren unter "Toleranzen". Diese Akkus wurden ausschließlich im MC oder im 500er LiitoKala geladen. Diese Akkus wurden insgesamt 12x geladen

    - der Satz Samsung 30Q, der im Dauereinsatz ist, zeigte allerdings bereits eine durchaus messbare Veränderung - da kam keiner mehr über 2.800 mAh. Die Ladung erfolgte hier mit allem, was jeweils greifbar war - oben genannte Lader (eher selten) genauso wie direkt im Auto angeschlossene TaLas oder Powerbanks jeglicher Coloeur (in der Hauptsache).

    Ich habe, da mich letztere Werte doch mal interessiert haben, da noch weitere Tests gemacht, um etwaige Ausreisser zu erwischen.

    Ergebnis: ja, das ist so - allerdings mit unterschiedlichen Ausschlägen. Während ein Satz SONY VTC6 (mein einziger) in einer SOSHINE-Powerbank vom Dauerbetrieb extrem unbeeindruckt blieb, war der Effekt bei einigen LG HG2 noch wesentlich stärker. Diese sind in den THRUNITE C2 im Einsatz und haben meist schon bis zu 15% eingebüsst - das Ding scheint ein echter Griller zu sein. Da nützt offensichtlich auch kein Schutz - ein ebenfalls dort eingesetzter 3000er Imalent war auch schon bei 10 % Verlust

    Mein persönliches Resümee:

    Die Lagerung ist vollkommen Schnuppe - die Nutzung respektive die schonende Ladung hat einen wesentlich größeren Einfluss...
     
    LED, Dachfalter, Straight Flash und 2 andere Flashys haben sich hierfür bedankt.
  34. ...und da braucht es keine 150 Ladungen, um den Trend zu erkennen.

    LiitoKala 26650 50A (blau), fast immer in derselben Dampfe bis zum Abschalten entladen (ca. 3,3V). Immer mit 2,5A im MC3000 geladen.
    Eingeladene Ladung je Ladevorgang:
    upload_2019-10-10_8-38-52.png

    Die Ausreißer nach unten bitte ignorieren, da habe ich frühzeitig nachgeladen.
    Becherzellen sind schon ziemlich robust. Ganz im Gegensatz zu LiPos, die sich mitunter vollgeladen gelagert schon nach 2-3 Monaten aufblähen. Die lade ich nur unmittelbar vor dem Einsatz - und werden danach sofort wieder auf Lagerspannung gebracht.

    Wenn mir jemand sagen kann, warum sich LiPos so grundsätzlich anders verhalten als Becherzellen - das fänd ich interessant zu wissen.
     
    LED und Onkel Otto haben sich hierfür bedankt.
  35. Da bin ich vollkommen bei Dir - hier war es halt schlicht so.

    Nichtsdestotrotz gebe ich zu, dass die in meiner Mail für mich ermittelte Erkenntnis mich jetzt nicht dazu bringen wird, auf C2 und Konsorten zu verzichten - am Ende des Tages ist ein Akku ein Verbrauchs- und kein Investitionsgut...
     
  36. Ich habe zwar keine Zweifel an deinen Beobachtungen, aber sie enthalten unbeabsichtigt methodische Fehler, die das Ergebnis verzerren.
    Dieses Fazit ist nicht besonders überraschend, weil du die kalendarische Alterung und die zyklische Alterung in einen Topf wirfst. Außerdem werden neue und gebrauchte Akkus miteinander verglichen.
    Das ist aber nicht sinnvoll, wenn man die tatsächlichen Effekte bestimmen möchte.

    Jeder Lade-Entlade-Zyklus lässt die Zelle unweigerlich altern, je nach Belastung beim Laden und Entladen unterschiedlich stark. Das ist ein unbestrittener Fakt, die von vielen Nutzern auch praktisch bestätigt wurde.
    Die kalendarische Alterung findet davon (weitgehend) unabhängig statt.

    Jetzt einen Vergleich anzustellen, bei dem unbenutzte Akkus mit benutzten Akkus auf eine Stufe gestellt werden, lässt kaum Aussagen über den Effekt der kalendarischen Alterung zu, man kann das bei einem benutzten Akku im praktischen Gebrauch nicht mehr voneinander trennen.
    Bedeutet "unbenutzt", dass diese frisch gekauft und dann auf Lagerspannung eingelagert wurden?
    Falls ja, dann ist deine Beobachtung genau das, was man erwarten kann.

    Fabrikfrische, unbenutzte Lithium-Akkus enthalten natürliche "Stabilisatoren", welche die normalerweise feststellbare kalendarische Alterung quasi auf Null reduzieren. Das Wort "Stabilisatoren" steht in Anführungszeichen, weil diese "Stabilisatoren" nicht im Form von Konservierungsmitteln oder so zugesetzt werden, sondern als Folge der normalen Herstellungsprozesse entstehen bzw. vorhanden sind.

    Genau genommen ist es so, dass etwas fehlt, was beim normalen Gebrauch der Akkus entsteht und deren kalendarische Alterung verursacht. Da jeder Lade-Entlade-Zyklus zu Schäden der Zelle führt (Demetallierung der Kathode, Zersetzung von Leitsalz und Elektrolyt), wird dabei auch immer etwas "Abfall" frei, wir Chemiker nennen das den "katalytischen Dreck".

    Dieser "katalytische Dreck" beschleunigt die Zerfallsreaktionen im Akku, die hauptsächlich zur kalendarischen Alterung beitragen. Bei einem frischen Akku (Pi mal Daumen < 10 Ladezyklen) ist der "katalytische Dreck" noch nicht vorhanden bzw. in der Menge noch nicht ausreichend, so dass die kalendarische Alterung kaum auftritt.
    Wenn diese Akkus noch recht frisch sind, dann wirkt sich auch bei denen die kalendarische Alterung (noch) nicht ausreichend aus.
    Hier kann man von einem gemischten Effekt aus kalendarischer Alterung und zyklischer Alterung ausgehen, die sich nicht mehr voneinander unterscheiden lassen.

    Um wirklich verlässlich Daten über den Effekt der kalendarischen Alterung zu erhalten, müsste man eigentlich Akkus, die ausreichend viele Zyklen hinter sich haben (20 dürften reichen) voll geladen und halbvoll geladen für ausreichend lange Zeit einlagern und bei denen die kalendarische Alterung bestimmen.

    Wie geschrieben:
    Deine Beobachtungen sind absolut logisch und nachvollziehbar, die Schlussfolgerungen jedoch aufgrund der erwähnten Gründe so pauschal nicht zutreffend.
    Daher finde es auch etwas vorschnell, die allgemein anerkannte "Lagerspannung" als unnötig/wirkungslos abzutun.
     
    superbirne, matjeshering, Thomas W und 3 andere Flashys haben sich hierfür bedankt.
  37. Siehste: und für sowas brauch ich Dich.

    Mir war schlicht nicht bewusst, dass 12 x Laden da quasi noch keinen Alterungseinfluss haben...
     
  38. Widerspricht aber ziemlich aller im www verfügbarer Quellen. Wobei die Lagertemperatur vermutlich isoliert betrachtet eine größere Rolle spielt als der SOC. Gibt es ja Tabellen aus denen dies ersichtlich ist.
    Klar ist eine schonende Ladung auch einer der wichtigen Faktoren. Lade meine Werkzeug-Akkus auch meist mit einem Modellbau-Lader bei kleinen Strömen.
    Bei einem Profi ist Zeit Geld. Der kann sich den Luxus nicht leisten so ein Gewese zu machen. Als Hobby-Anwender kann ich mir das antun.
    Hat ja aber eh jeder etwas „ollere“ Akkus, bei denen es nicht weh tut sie ständig voll geladen in den oft benutzten Lampen zu lagern (teilweise auch im Sommer im Seitenfach der PKW-Tür/Handschuhfach).

    Kommt drauf an. Würde mal vermuten dass ich nicht der einzige bin, der deutlich mehr Einzelzellen und Werkzeugakkus besitzt als er wirklich „braucht“.
    Insofern „verbrauchen“ sich meine Akkus mehr durch Lagerung, als durch Nutzung- insofern doch schon irgendwie auch ein Investitionsgut.
    Insgesamt lagern da ja schnell mal dreistellige Beträge (die Werkzeugakkus hauen ins Kontor)...
     
  39. Der Einfluss ist vermutlich schon vorhanden, aber noch nicht voll ausgeprägt.
    Man müsste wohl längere Beobachtungszeiträume ansetzen, um das bemerken zu können.

    Wer fabrikfrische Akkus gleich mal "volle Pulle" belastet, sowohl beim Laden als auch beim Entladen, erreicht vielleicht schon nach fünf Zyklen den Punkt, an dem ausreichend "katalytischer Dreck" vorhanden ist, um die kalendarische Alterung voll zuschlagen zu lassen.
    Und wer statt dessen die neuen Akkus sehr sanft lädt und entlädt, der braucht vielleicht 15 Zyklen.

    Und natürlich verhalten sich nicht alle Akkus gleich, Hochstromakkus reagieren anders als Hochkapazitätsakkus.

    Früher oder später ist aber bei allen gebrauchten Akkus der Punkt erreicht, ab dem die kalendarische Alterung ihr Zerstörungswerk tut.
     
    Thomas W und Nagonka haben sich hierfür bedankt.
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