Nicht ganz.
Also erstmal:
- ein 100% korrektes Meßergebnis kann man nicht erzielen.
- Eine Formel hilft in diesem Sinne nur, den möglichen maximalen Fehler zu ermitteln.
Die erste Aussage ist richtig und falsch zugleich. Denn es hängt davon ab, wie man "100%" definiert. Du kannst es mathematisch definieren/betrachten, Dann wirst Du spätestens in der Quantenphysik irgendwo bei der zwölften Nachkommastelle oder so scheitern.
In der Praxis beschränkt man sich von daher darauf, die erforderliche Genauigkeit festzulegen. Wenn es in der Lebenserwartung eines Akkus auf die Dauer keinen Unterschied machst, ob Du Ihn mit 100 mA oder mit 110 mA lädst, dann mußt Du eigentlich nicht genauer als diese 10% messen.
Stell Dir vor, Du rechnest eine Schaltung aus. Du errechnest die Widerstände auf drei Nachkommastellen genau (der Taschenrechner macht's ja leicht). So, nun kaufst Du die Widerstände, die gibt es üblicherweise nur in genormten Werten (E-Reihe
https://de.wikipedia.org/wiki/E-Reihe ). Da hast Du jetzt einen Widerstand mit z.B. 47 kOhm gekauft und der hat dann üblicherweise 2% oder bei Kohleschichtwiderständen gleich 10% Toleranz. Da sind alle Nachkommastellen für die Katz.
Irgendwo steht auch in Murphys Law: "Messe mit dem Mikrometer, markiere mit der Kreide, trenne mit der Axt".

Die Schwierigkeit ist immer zu wissen, wie genau man es haben möchte.
Man kann natürlich auch aus "Spaß am Messen und der Genauigkeit" etwas genauer als erforderlich messen. Dann stellt man aber schnell fest, daß die Welt gruselig ungenau ist.
Eine Faustregel in der Metrologie (Wissenschaft vom Messen) ist jedoch, daß man ein System immer mit einem System überprüfen sollte, daß mindestens eine Zehnerpotenz genauer ist. Andernfalls weißt Du nie, ob Du zu den 10% die das zu überprüfende System haben darf, nicht nochmal 10% vom Kontrollsystem draufpacken mußt.
Vielfach kann man auf solch eine Regel aber verzichten...
Gerade beim MC3000 kommt es auf einstellige mA-Messung nicht wirklich an. Wichtiger ist hier jedoch, daß die Spannungen eingehalten werden, da verzeihen die Akkus weniger - aber 1 mV ist hier auch mehr als ausreichend. Diese Auflösung im MC3000 ist auch eher wichtig um beim Laden von NiMh-Akkus die delta-Peak Abschaltung durchführen zu können. Hier sinkt ja die Spannung am vollgeladenen Akku ein paar mV ab. Doch auch hier: der absolute Wert ist gar nicht so wichtig, es geht mehr darum, das Delta zu erfassen.
Für Meßzwecke werden in Multimetern dann Widerstände verwendet, die - um auf das Ausgangsproblem mit dem Temperaturkoeffizenten zurückzukommen - einen möglichst niedrigen Temperaturkoeffizienten haben und sich auch noch möglichst wenig erwärmen. Man könnte jetzt noch beginnen, einen Widerstand mit einem positiven Tk und einen Widerstand mit einem negativen Tk zu kombinieren, so daß sich die Auswirkungen der Veränderungen unter der Temperatur gegenseitig aufheben. Bei Präzisionswiderständen wird das dann auch gemacht.
Als Beispiel habe ich hier mal einen Widerstand mit einem Tk von 0,2 ppm/K rausgesucht.
http://www.mouser.de/ProductDetail/...GAEpiMZZMtlleCFQhR/zQVUyff875%2bTuylnhKoYGhE=
man beachte den Preis - und das ist noch ein günstiger Widerstand. ppm = parts per million, d.h. 0,2 millionstel, das entspricht 0,00002% Änderung des Wertes pro K (°C) Erwärmung. Zu der Abweichung durch den Meßwiderstand kommen dann noch die weiteren Abweichungen im Meßgerät, meist sind diese gegenüber dem Widerstand jedoch vernachlässigbar.
Doch selbst eines der 12 genauesten Meßgeräte der Welt, daß Keysight 3458A kommt im Strommeßbereich auch nur auf 10 ppm, wohingegen es z.B. in der Spannungsmessung bis auf 0,5 ppm schafft. Achja... kostenpunkt 10k€
Genauer als mit diesen Geräten kann man dann wirklich nicht mehr messen.

Wie schwierig das zu realisieren ist, zeigt sich z.B. daran, daß dieses Gerät seit 1989 verkauft wird und es (neben den anderen auf dem Markt die in etwa gleichwertig sind) es nichts besseres gibt.
Zurück zu den Meßfehlern: Da kommen dann noch thermoelektrische Spannungen (Jede Lötstelle ist ein Kandidat dafür, als Thermoelement zu arbeiten), Induktionen durch Magnetfelder von Trafos, HF-Störungen, Störungen in der Netzsspannung und und und dazu.
So, jetzt habe ich eigentlich vielzuviel geschrieben und vermutlich nur für Verwirrung gesorgt.
