Der Lader entlädt auf 3 V und pumpt dann auf 4,20 V auf, wobei die Akkus laut Laderanzeige am Ende eine Spannung von 4,16 bis 4,18 V aufweisen. Der Lader zeigt auch an, wieviel mAh er in den Akku gepumpt hat. Eigentlich ging ich davon aus, daß durch die Ladeverluste eine höhere Anzeige als die Nominalladung kommt, also bei einem 2400 mAh-Akku hätte ich z. B. 2600 mAh erwartet. Das Gegenteil ist der Fall. In allen Fällen ist die geladene Menge geringer als die Nominalkapazität des Akkus. Besonders krass war das bei den Soshine-Akkus, die 3400 mAh haben sollen, aber nur 2950 bis 3100 mAh aufnahmen. Wenn diese Anzeigen bei einem Entladetest gekommen wären, hätte mich das nicht gewundert. Aber beim Laden?
Li-Ion-Zellen haben eine Coulomb-Effizienz von fast 100%. Das heißt: das, was man an Ladung (nicht Energie!) hineinlädt, bekommt man exakt wieder raus. Vielleicht in paar Promille weniger, aber keinesfalls mehr. Wenn etwas Ladung verloren geht, liegt das an "Nebenreaktionen", die zur Alterung und unwiderbringlichen Kapazitätsabnahme führen.
Wenn die geladene Kapazität höher ist als die entladene, kann das nur 2 Ursachen haben:
1. Messfehler
2. unterschiedliche Ladeparameter.
Um letzteres auszuschließen, muss man wie folgt vorgehen:
1. Zelle weitgehend entladen
2. Zelle laden - wie viele mAh hier reingehen, ist uninteressant, es geht nur darum, einen genau definierten Ladezustand zu bekommen
3. Zelle entladen und dabei Entladekapazität messen
4. Zelle mit den gleichen Parametern wie bei 2. laden und dabei Ladekapazität messen.
Bei 2. und 4. sollte die Zellentemperatur möglichst gleich sein.
Dann sollten sich die Kapazitätswerte aus 3. und 4. um maximal 1% unterscheiden. Der Rest ist Messfehler.
Das die gemessene Kapazität geringer ist als die angegebene, hat mehrere Ursachen:
1. Die Akkukonfektionäre und -verkäufer runden immer auf. Die NCR18650B z.B. hat eine Nennkapazität von 3350mAh, mindestens 3250mAh. Auf dem Etikett steht dann aber 3400mAh. Außerdem hat sie diese Kapazität nur im Neuzustand, bei 25°C, Entladung mit 650mA bis 2,5V Zellenspannung und nach Ladung auf genau spezifizierte Weise.
2. Ein PCB kostet etwas Spannung und führt dadurch zu früherem Entladeschluss (besonders bei hohem Strom) (und in sehr geringem Maße auch zu früherem Ladeschluss).
3. Unvollständige Ladung. Zu hoher Terminierungsstrom und/oder Kontakt- und PCB-Widerstand bewirken frühzeitigen Ladeschluss.
4. Wenn es kein Markenzellen sind: übertriebene Herstellerangaben (18650er mit 9900mAh

).
5. Zellenalterung. Ein Li-Ion verliert von Anfang an stetig an Kapazität.
Bei eigenen Akkutests sollte man die Werte weniger mit den aufgedruckten Angaben vergleichen, sondern mit Messungen Dritter, die mit zuverlässiger Ausrüstung durchgeführt wurden, wie z.B. von HKJ oder dem Typen aus dem TLF. Oder in Zellendatenblätter schauen.