E-Bike; ein interessantes Thema...
...der Reiz am Bergradeln (oder neudeutsch "Mauntäinbaiken") ist doch jender, dass man nach Stunden endlich verschwitzt, abgekämpft aber glücklich am Berggipfel steht und denkt "Yeah, ich habs geschafft".
Einfach dieses unbeschreibliche Gefühl kurz vor der Besinnungslosigkeit auf den letzten 100 Metern nochmal alles gegeben zu haben um dann Minuten später oben zu stehen, die Aussicht zu geniesen und zu fühlen "ich bin noch am leben".
Ist es nicht das was den Reiz am Bergradeln ausmacht?
Ist es nicht dieser Moment wenn Kraftlosigkeit und Müdigkeit den Gefühlen der Freiheit und Gelassenheit weichen welcher uns immer wieder in die Pedale treten lässt?
Ist es nicht das Gefühl mit jeder Tour ein Stück mehr zu erreichen?
Zumindest war es das, als ich mit 13 angefangen habe Bergrad zu fahren. Es war auch noch so als ich dann mit 15 oder 16 zum ersten mal ein 80 km Marathonrennen mitgefahren bin. Und es ist
für mich heute mit Anfang 30 immernoch so.
Für viele ist es heute wohl leider nicht mehr so; viele werden in den Genuss dieser Gefühle garnicht kommen da Sie sich einen Filter in Form eines Fahrrades mit Hilfsmotor vor die Synapsen setzen. Ich für meinen Teil frage mich immer wo denn da die Leistung und die Belohnung ist wenn man mit Unterstützung den Berg hochrollt?
Ist der Sinn an Sport nicht, dass man sich auspowert um dann kaputt aber glücklich nach Hause zu kommen?
Was passiert beim E-Radeln? Bin ich da ausgepowert oder ist der abendliche Gang zum Ladegerät das einzige Sympthom das etwas geleistet worden ist?
Nein, keine Angst - ich bin nicht neidisch oder wütend auf die E-Biker; ich habe eher Mitleid mit Ihnen.
Mitleid - weil Sie nie erfahren werden wohin Sie mit eigener Kraft gekommen wären.
Weil Sie nie dieses ultimative Glücksgefühl auf dem Bergrücken spüren werden da Sie die Anstrengung die dazugehört einfach "weggefiltert" haben.
Ja, ich höre Sie schon die Unkenrufe der E-Bike-Verfechter die da rufen "Ja und was ist mit älteren Menschen" oder "Leuten mit gesundheitlichen Problemen".
Tja Leute - diese Fragen sind sehr gut ! Denn genau das gleiche Frage ich mich auch immer bei 95% der E-Bike Fahrer die Ich sehe: Wo sind denn diese "älteren oder kranken Menschen" die immer als Argument "PRO E-BIKE" vorgeschoben werden?
Ich für meinen Teil sehe diese nur sehr selten auf diesen E-Bikes. Hier ein junger Kerl mitte 20; da ein Paar mitte 40, dort ein 30 jähriger Fußballspieler der alles andere als krank oder alt ist...
...am Berghang dann endlich ein Lichtblick - eine Gruppe Radler (5 an der Zahl); die Rentnergruppe des örtlichen Radvereins - alle 60 plus aber
alle ohne Motor unterwegs...
...oben auf dem Berg, bei einer Pause sehe ich die Herren dann wieder. Zunächst wurde ich als "E-Biker" verdächtigt, da meine Rohloff Getriebenabe ja von weitem fast so aussieht wie so eine Motornabe. Aber als Sie dann beim genaueren betrachten keinen Akku und Elektronik gefunden haben zollen Sie mir den Respekt. Allerdings sind wir dann schon beim Thema "E-Bike"...
...einstimmiger Tenor einer Generation die meiner Meinung nach ein E-Bike fahren dürfte:
"Wenn ichs mal nicht mehr ohne Motor auf den Berg schaffe, dann bleib ich daheim".
Aber vielleicht gehört das mittlerweile ja auch zum Lebensstil; jegliche Anstrengung, Bewegung und Umständlichkeit muss vermieden werden - alles muss einfach und bequem sein.
Ich frage mich aber - soll Sport auch bequem sein, oder gehört Bequem nicht eher zuhause auf die Couch?
Für meinen Teil bleibe ich mir treu:
Ohne Fleiß kein Preis und ohne Schweiss kein Fleiß