Heute möchte ich euch die ThruNite BSS V5 vorstellen. Eine taktische Taschenlampe mit Seiten- und Heckschalter sowie einem „Strike Bezel“. Die Lampe wurde mir vom Hersteller kostenfrei für das Review zur Verfügung gestellt.
Dieses Review ist auch auf meiner Webseite zu finden: https://www.sammyshp.de/betablog/post/133
Das Gehäuse ist matt-schwarz anodisiert, laut Hersteller Typ-III, also recht widerstandsfähig. Zusammen mit der gerippten Textur ein angenehmer und zuverlässiger Griff.
Die Länge beträgt 143 mm (ohne den Strike Bezel 138 mm), der Kopfdurchmesser 25,5 mm (bzw. 28,5 mm an der dicksten Stelle). Damit ist es eher eine längere 18650-Taschenlampe. Betriebsbereit wiegt sie 138 g (oder 87 g ohne Akku).
Länge und Gewicht sind vielleicht von Vorteil, wenn man sie zur Selbstverteidigung einsetzen will. Der „Strike Bezel“ aus mattem Edelstahl liefert im wahrsten Sinne des Wortes schlagkräftige Argumente… Er lässt sich allerdings auch abschrauben, wobei die Lampe dann etwas nackt aussieht. Einen schlichten Bezel gibt es leider nicht. Dafür einen roten Interferenzfilter (auch wenn er nicht rot aussieht – das liegt daran, dass er alles außer rot reflektiert).
Der Strike Bezel erinnert mich direkt an die Wurkkos TS30S:
Die Taschenlampe kann entweder über den mitgelieferten Zweiwege-Clip befestigt werden. Der ist allerdings nicht deep-carry und kann auch nur schwer befestigt werden, ohne ihn zuvor manuell zu öffnen. Warum eigentlich ein Zweiwege-Clip bei einer Lampe dieser Größe? Ein vernünftiger Einwege-Clip hätte mir besser gefallen.
In der Tailcap gibt es zwei Schlitze zur Befestigung einer Handschlaufe. Dadurch ist der Tailstand aber noch wackeliger. Jeweils zwei kleine Löcher hätten das Problem gelöst.
Alternativ kann man die Lampe im mitgelieferten Holster transportieren. Dieses bietet einen D-Ring und eine feste Schlaufe zur Befestigung und wird über Klett geschlossen.
Über einen USB-C Anschluss kann der Akku direkt in der Lampe geladen werden. In meinem Test wurde mit maximal 2,1 A auf 4,1 V geladen (also nicht ganz voll, aber akkuschonend). Während des Ladevorgangs können die Stufen Firefly und Low genutzt werden. Nach Abschluss wechselt die LED im Seitentaster von rot auf blau.
Die Silikonabdeckung des Ladeanschlusses öffnet sich leider ziemlich leicht versehentlich. Dann ist es natürlich vorbei mit der Wasserdichtigkeit nach IPX8. Hier müsste ThruNite nachbessern, da eine taktische Lampe etwas zuverlässigeres benötigt.
In die BSS V5 müssten die meisten hochstromfähigen 18650 Akkus passen. Der mitgelieferte Akku hat eine Länge von 70 mm. Kürzere Akkus könnten eventuell etwas klappern und bei stärkeren Stößen den Kontakt verlieren. Am Treiber gibt es nur einen Messingkontakt, in der Tailcap eine Doppelfeder.
Ein kompletter mechanischer Lockout ist nicht möglich, da alle Gewinde nicht anodisiert sind. Das innere Akkurohr leitet das Schaltersignal zum Treiber. Wenn man die Tailcap mindestens eine Umdrehung löst, wird der Heckschalter gesperrt, da die Verbindung unterbrochen wird.
Der Heckschalter aktiviert jederzeit den Turbo-Modus. Er lässt sich entweder kurz antippen (beispielsweise für Lichtsignale) oder durchdrücken, um den Turbo dauerhaft zu aktivieren (zumindest solange, bis die Helligkeit automatisch heruntergeregelt wird). Nach Loslassen bzw. Ausschalten des Heckschalters ist die Lampe ausgeschaltet, unabhängig vom vorherigen Zustand.
Der Lockout ist etwas gewöhnungsbedürftig, da man zwei mal die Taste lange halten muss. Außerdem ist es somit unmöglich, die Helligkeit direkt aus dem Firefly zu erhöhen. Das weit verbreitete 4C wäre besser gewesen.
Die große LED im kleinen, glatten Reflektor erzeugt einen Spot mit weichem Übergang in den hellen Spill. Der Strike Bezel wirft allerdings einen großen Schatten und entfernt somit einen Großteil des Spills.
Mit dem roten Interferenzfilter bekommt man – wer hätte es gedacht – rotes Licht. Allerdings ziemlich ineffizient, da alles außer Rot in Wärme umgewandelt wird. Früher mit Glühlampen hätte so ein Filter Sinn gemacht, heutzutage gibt es effiziente rote LEDs. Der Interferenzfilter produziert wegen der Funktionsweise am Rand einige nette Farben.
Dafür ist die Regelung dank des Boost-Treibers recht ordentlich. Bei Medium erhält man über die gesamte Laufzeit eine gleichbleibende Helligkeit. Höhere Stufen regeln regelmäßig etwas herunter, wenn der Akku nicht mehr ausreichend Leistung liefern kann.
Während die normalen Stufen sinnvoll verteilt sind, ist der Unterschied zwischen High und Turbo nicht allzu groß und nur bei vollem Akku überhaupt richtig zu bemerken. Der Boost-Treiber regelt die Helligkeit komplett ohne PWM.
Folgenden Strom habe ich direkt nach Einschalten gemessen:
Im Seitentaster ist eine LED integriert, welche bei eingeschalteter Lampe dauerhaft den ungefähren Ladestand des Akkus anzeigt:
Bei rund 2,7 V schaltet die Lampe ab, um vor Tiefentladung zu schützen. Nach einiger Zeit kann sich der Akku ein wenig erholen und ermöglicht noch eine kurze Zeit Licht in niedriger Stufe. Zuvor muss die Stromversorgung aber kurz unterbrochen werden, indem die Tailcap einmal abgeschraubt wird.
Die LED könnte etwas weniger grün sein, sinnvolle Alternativen sind auf dem Markt vorhanden. Es wäre schön, wenn für den Alltag ein flacher Edelstahl-Bezel mitgeliefert werden würde und den Clip könnte man auch gleich durch einen einfacheren, aber nützlicheren ersetzen. Für eine taktische Lampe muss die USB-Abdeckung nachgebessert werden, da sie sich in dieser Form einfach zu leicht öffnet. Auch die Laufzeiten in der Anleitung sollte der Hersteller korrigieren.
ThruNite BSS V5 auf thrunite.com
Dieses Review ist auch auf meiner Webseite zu finden: https://www.sammyshp.de/betablog/post/133
Lieferumfang und Hardware
Die Taschenlampe kommt mit reichlich Zubehör in einer umweltbewussten Schachtel aus recyceltem Karton.- 18650 Li-Ion Akku mit 3100 mAh (geschützt, Button-Top, bei Lieferung 3,6 V)
- Zweiwege-Clip (lose)
- Handschlaufe
- USB-C Ladekabel
- Holster
- Roter Farbfilter
- „Strike Bezel“
- Ersatzabdeckung für USB-Anschluss
- zwei Ersatz O-Ringe
- Anleitung (CN, EN, JP, DE)
Das Gehäuse ist matt-schwarz anodisiert, laut Hersteller Typ-III, also recht widerstandsfähig. Zusammen mit der gerippten Textur ein angenehmer und zuverlässiger Griff.
Die Länge beträgt 143 mm (ohne den Strike Bezel 138 mm), der Kopfdurchmesser 25,5 mm (bzw. 28,5 mm an der dicksten Stelle). Damit ist es eher eine längere 18650-Taschenlampe. Betriebsbereit wiegt sie 138 g (oder 87 g ohne Akku).
Länge und Gewicht sind vielleicht von Vorteil, wenn man sie zur Selbstverteidigung einsetzen will. Der „Strike Bezel“ aus mattem Edelstahl liefert im wahrsten Sinne des Wortes schlagkräftige Argumente… Er lässt sich allerdings auch abschrauben, wobei die Lampe dann etwas nackt aussieht. Einen schlichten Bezel gibt es leider nicht. Dafür einen roten Interferenzfilter (auch wenn er nicht rot aussieht – das liegt daran, dass er alles außer rot reflektiert).
Der Strike Bezel erinnert mich direkt an die Wurkkos TS30S:
Die Taschenlampe kann entweder über den mitgelieferten Zweiwege-Clip befestigt werden. Der ist allerdings nicht deep-carry und kann auch nur schwer befestigt werden, ohne ihn zuvor manuell zu öffnen. Warum eigentlich ein Zweiwege-Clip bei einer Lampe dieser Größe? Ein vernünftiger Einwege-Clip hätte mir besser gefallen.
In der Tailcap gibt es zwei Schlitze zur Befestigung einer Handschlaufe. Dadurch ist der Tailstand aber noch wackeliger. Jeweils zwei kleine Löcher hätten das Problem gelöst.
Alternativ kann man die Lampe im mitgelieferten Holster transportieren. Dieses bietet einen D-Ring und eine feste Schlaufe zur Befestigung und wird über Klett geschlossen.
Über einen USB-C Anschluss kann der Akku direkt in der Lampe geladen werden. In meinem Test wurde mit maximal 2,1 A auf 4,1 V geladen (also nicht ganz voll, aber akkuschonend). Während des Ladevorgangs können die Stufen Firefly und Low genutzt werden. Nach Abschluss wechselt die LED im Seitentaster von rot auf blau.
Die Silikonabdeckung des Ladeanschlusses öffnet sich leider ziemlich leicht versehentlich. Dann ist es natürlich vorbei mit der Wasserdichtigkeit nach IPX8. Hier müsste ThruNite nachbessern, da eine taktische Lampe etwas zuverlässigeres benötigt.
In die BSS V5 müssten die meisten hochstromfähigen 18650 Akkus passen. Der mitgelieferte Akku hat eine Länge von 70 mm. Kürzere Akkus könnten eventuell etwas klappern und bei stärkeren Stößen den Kontakt verlieren. Am Treiber gibt es nur einen Messingkontakt, in der Tailcap eine Doppelfeder.
Ein kompletter mechanischer Lockout ist nicht möglich, da alle Gewinde nicht anodisiert sind. Das innere Akkurohr leitet das Schaltersignal zum Treiber. Wenn man die Tailcap mindestens eine Umdrehung löst, wird der Heckschalter gesperrt, da die Verbindung unterbrochen wird.
Bedienung und Funktion
Zwei Taster ermöglichen eine intuitive und direkte Bedienung: Alle Funktionen lassen sich über den Seitentaster aus Metall steuern. Dieser ist bündig mit dem geschraubten Bezel des Tasters und muss recht kräftig gedrückt werden, wodurch ein versehentliches Betätigen in der Tasche erschwert wird. Drückt man ihn, spürt und hört man ein deutliches Klicken.| Zustand | Aktion | Funktion |
|---|---|---|
| Aus | 1 Klick | Einschalten (vorherige Helligkeit: Low, Medium oder High) |
| Aus | Halten | Firefly |
| Aus/ein | 2 Klicks | Turbo |
| Aus/ein | 3 Klicks | Strobe |
| Ein | 1 Klick | Ausschalten |
| Ein | Halten | Helligkeit ändern: Low, Medium, High |
| Firefly | Halten | Lockout |
| Lockout | Halten | Entsperren |
Der Heckschalter aktiviert jederzeit den Turbo-Modus. Er lässt sich entweder kurz antippen (beispielsweise für Lichtsignale) oder durchdrücken, um den Turbo dauerhaft zu aktivieren (zumindest solange, bis die Helligkeit automatisch heruntergeregelt wird). Nach Loslassen bzw. Ausschalten des Heckschalters ist die Lampe ausgeschaltet, unabhängig vom vorherigen Zustand.
Der Lockout ist etwas gewöhnungsbedürftig, da man zwei mal die Taste lange halten muss. Außerdem ist es somit unmöglich, die Helligkeit direkt aus dem Firefly zu erhöhen. Das weit verbreitete 4C wäre besser gewesen.
Lichtbild
Verbaut ist eine Luminus SST-70 in „kaltweiß“ (eher 5500 K). Wie zu erwarten mit Grünstich und geringer Farbwiedergabe. Bis zu 2676 lm sollen laut Hersteller im Turbo möglich sein.Die große LED im kleinen, glatten Reflektor erzeugt einen Spot mit weichem Übergang in den hellen Spill. Der Strike Bezel wirft allerdings einen großen Schatten und entfernt somit einen Großteil des Spills.
Mit dem roten Interferenzfilter bekommt man – wer hätte es gedacht – rotes Licht. Allerdings ziemlich ineffizient, da alles außer Rot in Wärme umgewandelt wird. Früher mit Glühlampen hätte so ein Filter Sinn gemacht, heutzutage gibt es effiziente rote LEDs. Der Interferenzfilter produziert wegen der Funktionsweise am Rand einige nette Farben.
Treiber und Laufzeit
Leider enttäuscht die ThruNite BSS V5 bei der Laufzeit. Dass der Turbo nur kurzzeitig volle Helligkeit liefert, war zu erwarten. Die angegebenen 120 Sekunden beziehen sich aber auf das Erreichen der heruntergeregelten Helligkeit. Dort leuchtet die Lampe dann aber nur halb so lange wie angegeben. Keine der gemessenen Laufzeiten erreicht auch nur annähernd die Herstellerangaben.| Modus | Helligkeit (Herstellerangabe) | Laufzeit (Herstellerangabe) | Intensität (Herstellerangabe) |
|---|---|---|---|
| Firefly | 0,3 lm | 50 d | |
| Low | 29 lm | 53 h | |
| Medium | 355 lm | 4,5 h | |
| High | 1433 / 605 lm | 145 s + 140 min | |
| Turbo | 2676 / 610 lm | 120 s + 133 min | 16200 cd (255 m) |
| Strobe | 1200 lm | 220 min |
Dafür ist die Regelung dank des Boost-Treibers recht ordentlich. Bei Medium erhält man über die gesamte Laufzeit eine gleichbleibende Helligkeit. Höhere Stufen regeln regelmäßig etwas herunter, wenn der Akku nicht mehr ausreichend Leistung liefern kann.
Während die normalen Stufen sinnvoll verteilt sind, ist der Unterschied zwischen High und Turbo nicht allzu groß und nur bei vollem Akku überhaupt richtig zu bemerken. Der Boost-Treiber regelt die Helligkeit komplett ohne PWM.
Folgenden Strom habe ich direkt nach Einschalten gemessen:
| Modus | Strom |
|---|---|
| Aus | 80 µA |
| Firefly | ––– |
| Low | 0,05 A |
| Medium | 0,65 A |
| High | 3,7 A |
| Turbo | 12,5 A |
Im Seitentaster ist eine LED integriert, welche bei eingeschalteter Lampe dauerhaft den ungefähren Ladestand des Akkus anzeigt:
| LED | Ladestand |
|---|---|
| Blau | über 20% |
| Rot | 10% – 20% |
| Rot blinkend | Unter 10% |
Bei rund 2,7 V schaltet die Lampe ab, um vor Tiefentladung zu schützen. Nach einiger Zeit kann sich der Akku ein wenig erholen und ermöglicht noch eine kurze Zeit Licht in niedriger Stufe. Zuvor muss die Stromversorgung aber kurz unterbrochen werden, indem die Tailcap einmal abgeschraubt wird.
Fazit
Form, Verarbeitung und Handling überzeugen. Die Bedienung über die zwei Tasten ist praktisch, insbesondere durch den schnellen und unkomplizierten Zugriff auf den Turbo. Der „Strike Bezel“ mag für den einen mehr, für den anderen weniger nützlich sein – cool sieht er in jedem Fall aus.Die LED könnte etwas weniger grün sein, sinnvolle Alternativen sind auf dem Markt vorhanden. Es wäre schön, wenn für den Alltag ein flacher Edelstahl-Bezel mitgeliefert werden würde und den Clip könnte man auch gleich durch einen einfacheren, aber nützlicheren ersetzen. Für eine taktische Lampe muss die USB-Abdeckung nachgebessert werden, da sie sich in dieser Form einfach zu leicht öffnet. Auch die Laufzeiten in der Anleitung sollte der Hersteller korrigieren.
ThruNite BSS V5 auf thrunite.com





















