[Review] ThruNite BSS V5

SammysHP

Flashaholic**
6 Oktober 2019
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Heute möchte ich euch die ThruNite BSS V5 vorstellen. Eine taktische Taschenlampe mit Seiten- und Heckschalter sowie einem „Strike Bezel“. Die Lampe wurde mir vom Hersteller kostenfrei für das Review zur Verfügung gestellt.

Dieses Review ist auch auf meiner Webseite zu finden: https://www.sammyshp.de/betablog/post/133

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Lieferumfang und Hardware​

Die Taschenlampe kommt mit reichlich Zubehör in einer umweltbewussten Schachtel aus recyceltem Karton.
  • 18650 Li-Ion Akku mit 3100 mAh (geschützt, Button-Top, bei Lieferung 3,6 V)
  • Zweiwege-Clip (lose)
  • Handschlaufe
  • USB-C Ladekabel
  • Holster
  • Roter Farbfilter
  • „Strike Bezel“
  • Ersatzabdeckung für USB-Anschluss
  • zwei Ersatz O-Ringe
  • Anleitung (CN, EN, JP, DE)
Nach dem Auspacken ist die Lampe sofort betriebsbereit und muss nur über ein langes Drücken des Seitentasters entsperrt werden.

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Das Gehäuse ist matt-schwarz anodisiert, laut Hersteller Typ-III, also recht widerstandsfähig. Zusammen mit der gerippten Textur ein angenehmer und zuverlässiger Griff.

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Die Länge beträgt 143 mm (ohne den Strike Bezel 138 mm), der Kopfdurchmesser 25,5 mm (bzw. 28,5 mm an der dicksten Stelle). Damit ist es eher eine längere 18650-Taschenlampe. Betriebsbereit wiegt sie 138 g (oder 87 g ohne Akku).

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Länge und Gewicht sind vielleicht von Vorteil, wenn man sie zur Selbstverteidigung einsetzen will. Der „Strike Bezel“ aus mattem Edelstahl liefert im wahrsten Sinne des Wortes schlagkräftige Argumente… Er lässt sich allerdings auch abschrauben, wobei die Lampe dann etwas nackt aussieht. Einen schlichten Bezel gibt es leider nicht. Dafür einen roten Interferenzfilter (auch wenn er nicht rot aussieht – das liegt daran, dass er alles außer rot reflektiert).

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Der Strike Bezel erinnert mich direkt an die Wurkkos TS30S:

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Die Taschenlampe kann entweder über den mitgelieferten Zweiwege-Clip befestigt werden. Der ist allerdings nicht deep-carry und kann auch nur schwer befestigt werden, ohne ihn zuvor manuell zu öffnen. Warum eigentlich ein Zweiwege-Clip bei einer Lampe dieser Größe? Ein vernünftiger Einwege-Clip hätte mir besser gefallen.

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In der Tailcap gibt es zwei Schlitze zur Befestigung einer Handschlaufe. Dadurch ist der Tailstand aber noch wackeliger. Jeweils zwei kleine Löcher hätten das Problem gelöst.

Alternativ kann man die Lampe im mitgelieferten Holster transportieren. Dieses bietet einen D-Ring und eine feste Schlaufe zur Befestigung und wird über Klett geschlossen.

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Über einen USB-C Anschluss kann der Akku direkt in der Lampe geladen werden. In meinem Test wurde mit maximal 2,1 A auf 4,1 V geladen (also nicht ganz voll, aber akkuschonend). Während des Ladevorgangs können die Stufen Firefly und Low genutzt werden. Nach Abschluss wechselt die LED im Seitentaster von rot auf blau.

Die Silikonabdeckung des Ladeanschlusses öffnet sich leider ziemlich leicht versehentlich. Dann ist es natürlich vorbei mit der Wasserdichtigkeit nach IPX8. Hier müsste ThruNite nachbessern, da eine taktische Lampe etwas zuverlässigeres benötigt.

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In die BSS V5 müssten die meisten hochstromfähigen 18650 Akkus passen. Der mitgelieferte Akku hat eine Länge von 70 mm. Kürzere Akkus könnten eventuell etwas klappern und bei stärkeren Stößen den Kontakt verlieren. Am Treiber gibt es nur einen Messingkontakt, in der Tailcap eine Doppelfeder.

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Ein kompletter mechanischer Lockout ist nicht möglich, da alle Gewinde nicht anodisiert sind. Das innere Akkurohr leitet das Schaltersignal zum Treiber. Wenn man die Tailcap mindestens eine Umdrehung löst, wird der Heckschalter gesperrt, da die Verbindung unterbrochen wird.


Bedienung und Funktion​

Zwei Taster ermöglichen eine intuitive und direkte Bedienung: Alle Funktionen lassen sich über den Seitentaster aus Metall steuern. Dieser ist bündig mit dem geschraubten Bezel des Tasters und muss recht kräftig gedrückt werden, wodurch ein versehentliches Betätigen in der Tasche erschwert wird. Drückt man ihn, spürt und hört man ein deutliches Klicken.

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ZustandAktionFunktion
Aus1 KlickEinschalten (vorherige Helligkeit: Low, Medium oder High)
AusHaltenFirefly
Aus/ein2 KlicksTurbo
Aus/ein3 KlicksStrobe
Ein1 KlickAusschalten
EinHaltenHelligkeit ändern: Low, Medium, High
FireflyHaltenLockout
LockoutHaltenEntsperren

Der Heckschalter aktiviert jederzeit den Turbo-Modus. Er lässt sich entweder kurz antippen (beispielsweise für Lichtsignale) oder durchdrücken, um den Turbo dauerhaft zu aktivieren (zumindest solange, bis die Helligkeit automatisch heruntergeregelt wird). Nach Loslassen bzw. Ausschalten des Heckschalters ist die Lampe ausgeschaltet, unabhängig vom vorherigen Zustand.

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Der Lockout ist etwas gewöhnungsbedürftig, da man zwei mal die Taste lange halten muss. Außerdem ist es somit unmöglich, die Helligkeit direkt aus dem Firefly zu erhöhen. Das weit verbreitete 4C wäre besser gewesen.

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Lichtbild​

Verbaut ist eine Luminus SST-70 in „kaltweiß“ (eher 5500 K). Wie zu erwarten mit Grünstich und geringer Farbwiedergabe. Bis zu 2676 lm sollen laut Hersteller im Turbo möglich sein.

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Die große LED im kleinen, glatten Reflektor erzeugt einen Spot mit weichem Übergang in den hellen Spill. Der Strike Bezel wirft allerdings einen großen Schatten und entfernt somit einen Großteil des Spills.

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Mit dem roten Interferenzfilter bekommt man – wer hätte es gedacht – rotes Licht. Allerdings ziemlich ineffizient, da alles außer Rot in Wärme umgewandelt wird. Früher mit Glühlampen hätte so ein Filter Sinn gemacht, heutzutage gibt es effiziente rote LEDs. Der Interferenzfilter produziert wegen der Funktionsweise am Rand einige nette Farben.

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Treiber und Laufzeit​

Leider enttäuscht die ThruNite BSS V5 bei der Laufzeit. Dass der Turbo nur kurzzeitig volle Helligkeit liefert, war zu erwarten. Die angegebenen 120 Sekunden beziehen sich aber auf das Erreichen der heruntergeregelten Helligkeit. Dort leuchtet die Lampe dann aber nur halb so lange wie angegeben. Keine der gemessenen Laufzeiten erreicht auch nur annähernd die Herstellerangaben.

ModusHelligkeit (Herstellerangabe)Laufzeit (Herstellerangabe)Intensität (Herstellerangabe)
Firefly0,3 lm50 d
Low29 lm53 h
Medium355 lm4,5 h
High1433 / 605 lm145 s + 140 min
Turbo2676 / 610 lm120 s + 133 min16200 cd (255 m)
Strobe1200 lm220 min


Dafür ist die Regelung dank des Boost-Treibers recht ordentlich. Bei Medium erhält man über die gesamte Laufzeit eine gleichbleibende Helligkeit. Höhere Stufen regeln regelmäßig etwas herunter, wenn der Akku nicht mehr ausreichend Leistung liefern kann.

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Während die normalen Stufen sinnvoll verteilt sind, ist der Unterschied zwischen High und Turbo nicht allzu groß und nur bei vollem Akku überhaupt richtig zu bemerken. Der Boost-Treiber regelt die Helligkeit komplett ohne PWM.

Folgenden Strom habe ich direkt nach Einschalten gemessen:

ModusStrom
Aus80 µA
Firefly–––
Low0,05 A
Medium0,65 A
High3,7 A
Turbo12,5 A

Im Seitentaster ist eine LED integriert, welche bei eingeschalteter Lampe dauerhaft den ungefähren Ladestand des Akkus anzeigt:

LEDLadestand
Blauüber 20%
Rot10% – 20%
Rot blinkendUnter 10%

Bei rund 2,7 V schaltet die Lampe ab, um vor Tiefentladung zu schützen. Nach einiger Zeit kann sich der Akku ein wenig erholen und ermöglicht noch eine kurze Zeit Licht in niedriger Stufe. Zuvor muss die Stromversorgung aber kurz unterbrochen werden, indem die Tailcap einmal abgeschraubt wird.



Fazit​

Form, Verarbeitung und Handling überzeugen. Die Bedienung über die zwei Tasten ist praktisch, insbesondere durch den schnellen und unkomplizierten Zugriff auf den Turbo. Der „Strike Bezel“ mag für den einen mehr, für den anderen weniger nützlich sein – cool sieht er in jedem Fall aus.

Die LED könnte etwas weniger grün sein, sinnvolle Alternativen sind auf dem Markt vorhanden. Es wäre schön, wenn für den Alltag ein flacher Edelstahl-Bezel mitgeliefert werden würde und den Clip könnte man auch gleich durch einen einfacheren, aber nützlicheren ersetzen. Für eine taktische Lampe muss die USB-Abdeckung nachgebessert werden, da sie sich in dieser Form einfach zu leicht öffnet. Auch die Laufzeiten in der Anleitung sollte der Hersteller korrigieren.

ThruNite BSS V5 auf thrunite.com
 

SammysHP

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Und noch eine Taschenlampe durch d-c-fix gerettet (etwas grünlich ist sie zwar immer noch, aber der Schatten ist weg).

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Silvette

Flashaholic*
8 November 2021
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Ich habe gestern auch eine BSS V5 erhalten und sie geht bereits heute wieder zurück.

Ich bin mittlerweile nicht mehr so heikel was die Lichtfarbe betrifft, aber diese BSS schießt den Vogel im negativen Sinn ab. Ich hatte schon viele Lampen mit SST70 oder SFT70 und alle waren zumindest leicht farbstichig, aber meistens in einem erträglichen Rahmen.
Diese gestern erhaltene Lampe stellt alle bisherigen „schlechten“ Emitter weit in den Schatten. Das Licht ist in allen Helligkeitsstufen, außer High und Turbo, eine Mischung aus Gelb/Grün. Der Farbstich ist deutlichst zu sehen, das hat mit Weiss per Definition nichts mehr zu tun.

So eine Lampe würde ich persönlich nie in den Handel kommen lassen. Meine bisherigen Thrunite-Lampen hatten bisher auch noch nie so schlechte Emitter verbaut…
 

amaretto

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Thrunite ist nicht zimperlich bei der Lichtfarbe, es gibt leider einige Modelle mit grünlichem Tint.
 

Silvette

Flashaholic*
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Meine Catapult V6, meine BSS V4 und meine TT20 (jede dieser Lampen hatte ich zwei Mal) hatten/haben alle trotz SST70 eine erträgliche Lichtfarbe. Zwar nich Weiß sondern mit Farbstich, aber eben aushaltbar.

Da habe ich mit der BSS V5 anscheinend extremes Pech gehabt.

Übrigens habe ich die Lampe sogar meiner Frau „vorgeführt“ und nach ihrer Meinung gefragt, diese interessiert sich für die Lampen normalerweise nicht.
Sie hat mich nur gefragt wozu ich eine hellgrün leuchtende Lampe gekauft habe…:sprachlos:
 

SammysHP

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Heute habe ich meine "jährliche Inspektion ungenutzter Li-Ion Akkus" durchgeführt. Akkus, die ich nicht (oft) nutze, lagere ich bei etwa 3,6 V in trockener und kühler Umgebung. Ein oder zweimal jährlich prüfe ich, ob die Spannung noch im korrekten Bereich für die Lagerung ist.

Den Akku, der mit der ThruNite BSS V5 kam, habe ich mit lediglich 0,9 V gemessen. Auch hat mein Versuch, ihn zu Laden um ggf. die Schutzschaltung zurückzusetzen, nicht funktioniert. Vermutlich ist die Schutzschaltung defekt und hat daraufhin den Akku weiter entladen.

Schade, bis auf die Tests für mein Review hat der Akku bislang noch nichts erleben dürfen. :akkuleer: