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Review ThruNite BSS V4

amaretto

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12 August 2010
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Trustfire Taschenlampen Hypnose Hannover
Hier ein paar Informationen zur Thrunite BSS V4, die der Hersteller dem Forum kostenfrei für Tests zur Verfügung gestellt hat.
Ihr könnt diese Lampe gern selbst ausprobieren, hierfür könnt ihr euch hier melden:
https://www.taschenlampen-forum.de/threads/passaround-thrunite-bss-v4.79639/

Im Innern der Thrunite wird ein Wowtac-Akku mitgeliefert. Zu der Lampe gibt es schon ein Review von unserem Mitglied boverm:
https://www.taschenlampen-forum.de/threads/thrunite-bss-v4.79170/

Thrunite, Wowtac (ehemals Atactical), das gehört irgendwie zusammen. Mir wurde damals gesagt, Atactical/Wowtac produziere mit technischer Unterstützung von Thrunite Lampen, die unter diesem Label akzeptable Qualität zu einem etwas günstigeren Preis böten. Wie die firmenmäßigen Verflechtungen auch sein mögen, die Recherche dazu spare ich mir. Für die Thrunite/Wowtac BSS V4 scheint jedenfalls erneut BSS die Anregung gegeben zu haben. BSS steht als Kürzel für Black Scout Survival, "Scout" stehe wiederrum für "Survival Concepts in Outdoor and Urban Terrain". Anscheinend ein von (Kriegs-?)"Veteranen" betriebenen Shop.

Wie dem auch sei, alles an der BSS V4 sieht wie eine typische Thrunite-Lampe aus, was erst einmal nichts Negatives bedeutet. Die Lampe gibt es in 2 Farbausführungen, schwarz und "Tan", eine Art Braun zum Preis von 65 bzw. 70 € im großen Fluss bzw. für 60 $ bei Thrunite.

Wir haben hier eine Lampe in typischer 1x18650-Größe mit intern über USB aufladbarem Akku, Zwei-Schalter-Bedienung und leicht taktischer Auslegung.




Lieferumfang
- Thrunite BSS V4 Taschenlampe
- 18650 Li-Io Akku mit 3.100mAh
- Rotlichtfilter, Zackenbezel
- USB-Ladekabel
- Nylon-Trageholster
- ansteckbarer Trageclip
- Fangschnur, Ersatzdichtungen und Schalterkappe
- mehrsprachige Bedienungsanleitung


Daten und Eigenschaften
- Leuchtstufen: 2.523*-614 lm (125s+147") / 1.426*-634 lm (130s+150") / 350 lm (4,5h) / 33 lm (~55h) / 0,5 lm (56d)
- Leuchtweite: 250 m / 32.400 cd
- Emitter: Luminus SST-70 LED, kaltweiße Lichtfarbe
- Energieversorgung: 1x 18650 IMR mit 3100mAh
- interne Aufladung über Micro-USB
- Ladezustandsanzeige + Endabschaltung
- Maße: 146.5mm mit Bezel/ 133.4mm ohne Bezel * 28mm * 25.4 mm (L x Durchmesser Kopf/Body)
- Gehäuse: Aluminium, hart anodisiert
- Gewicht: 91 g (gemessen: 134 g inklusive Akku und Clip, 85 g ohne Akku)



Die BSS-Version hat eine auffällige Indianerkopf-Gravierung sowie einen agressiven Zackenkranz. Im eingeschalteten Zustand zeigt die Indikator-LED im Seitenschalter dauerhaft den Ladezustand an.


Auf der gegenüberliegenden Seite sitzt die mit einem Gummistopfen abgedichtete Micro-USB-Ladebuchse. Micro-USB entspricht nicht mehr ganz dem aktuellen Standard, hier wäre USB-C zeitgemäßer gewesen. Rillenförmige Fräsungen im Lampenkörper sorgen für ausreichenden Grip auch bei nassen Händen.


Die Tailcap hat sehr großzügige Öffnungen für eine Fangschnur. Ein Tailstand ist möglich, wenn auch sehr wackelig.
Mit dem Heckschalter (ein stramm zu betätigender Forward-Clicky) kann man ausschließlich Vollgas aktivieren.


Den mitgelieferten soliden Trageclip kann man nur in 1 Richtung sinnvoll aufstecken. Ich finde, er passt optisch zur Lampe und bietet einen verstärkten Wegrollschutz. Ich habe ihn mir in einer Flucht mit dem Seitenschalter gedreht, dass der Side-Clicky im Dunkeln noch schneller zu finden ist.


Die SST-70-LED sitzt gut zentriert im glatten Reflektor. Ich empfehle, den Zackenbezel immer abmontiert zu lassen, es sei denn, man möchte damit crushed Eis herstellen. Er hat spürbar negativen Einfluss auf die Lichtabstrahlung, da er den Lichtkegel sehr eingrenzt und verformt. Dazu später mehr.




Wer seine Nachtsicht erhalten und noch dezenteres Licht möchte, kann den Rotlichtfilter in Sekundenschnelle aufdrehen. Ich persönlich brauche so etwas nicht und wüsste auch nicht, wo ich den Filter bei Nichtgebrauch unterbringen sollte. Im mitgelieferten Holster ist dafür keine Möglichkeit vorgesehen.






Die Lampe kann nur an der Tailcap aufgeschraubt werden, Akkurohr und Kopf sind fest verbunden. Vom Lampenkopf zur Tailcap gibt es außer dem Tailcapgewinde noch einen weiteren Kontakt über ein innenliegendes Rohr.


Die Tailcap hat eine doppelte vergoldete Kontaktfeder, im Lampenkopf ist nur ein ungefederter Kontakt.


Sehr gut: Kein Spezialakku nötig, nur genug Strom sollte er bei der BSS V4 liefern können. Das ist bei dem mitgelieferten IMR-Typ der Fall.








Größenvergleich zu anderen Lampen, die BSS V4 würde ich in der Leistung am ehesten vergleichen mit der TC15 und der TT20.





Bedienung / Handhabung
Der Akku wird intern über Micro-USB aufgeladen. Während des Ladevorgangs leuchtet der Indikator im Seitenschalter rot, bei voll geladenem Akku blau. Violette Anzeige bedeutet einen Fehler, z.B. verkehrt herum eingelegter Akku.

Ladezustandsanzeige im Seitenschalter
21-100% blau
11-20% rot
<11% rot blinkend


AusgangslageAktionErgebnis
Heckschalter-Bedienung
aushalb gedrückt haltenMomentlicht Turbo
ausganz durchdrückenTurbo
einganz durchdrückenaus
ein (eine der Stufen des Seitenschalters)halb durchdrückenMomentlicht Turbo
ein (eine der Stufen des Seitenschalters)ganz durchdrückenTurbo
Tastensperre 1ganz durchdrückenTastensperre 2 (sicherer Lockout)
Seitenschalter-Bedienung
auskurzer Druckein (in der zuletzt über den Seitenschalter verwendeten Stufe außer Strobe)
auslanger DruckMoonlight
Moonlightkurzer Druckaus
Moonlightlanger DruckTastensperre 1
Tastensperre 1gedrückt haltenEntsperren
aus oder einDoppelklickTurbo
aus oder einDreifachklickStroboskop
Stroboskopkurzer Druckaus
StroboskopDoppelklickTurbo
einkurzer Druckaus
eingedrückt haltenLeuchtstufenwechsel, bei der gewünschten loslassen

Der Heckschalter hat Priorität. D.h. wenn dieser bereits auf Turbo eingerastet ist (Clicky!), ist eine Bedienung über den Seitenschalter nicht mehr möglich. Geht wohl wegen des Clicky nicht, bei einem elektronischen Taster wäre das anders. Außerdem wird eine zuvor mit dem Seitenschalter aktivierte Leuchtstufe "überschrieben", wenn man den Tailcap-Clicky drückt. Wenn man im Moonlight-Modus eingeschaltet hat, kann man leider nicht durch gedrückt halten des Seitenschalters weiterrampen. Stattdessen wird die Lampe gesperrt (Tastensperre 1, normaler Lockout). Wird zusätzlich noch in der Tastensperre 1 der Heckschalter durchgedrückt, hat man eine noch sicherere Tastensperre 2. In dieser kann die Lampe dann auch nicht mehr versehentlich durch längeres Drücken des Seitenschalters entsperrt werden.


Eigene Messungen
(mit nicht geeichtem Hobbyequipment und daher ohne Gewähr)

Leuchtstufen (ceiling bounce, direkt nach dem Einschalten)? / 23 / 321 / 1.326 / 2.574 Lumen
Leuchtstärke im Spot19.375 Turbo / 10.325 High
Strobefrequenz13 Hz
Pulsweitenmodulation (PWM)nicht vorhanden
Farbtemperatur Spot5.500 K, Ra 63
Farbtemperatur Spill6.200 K, Ra 69
Stromverbrauch auf höchster Stufe~9,5 A
Endabschaltung (Tiefentladeschutz)~2,9 V
Ladeschlussspannung4,16 V

Laufzeittest auf höchster Stufe mit Ventilatorkühlung


Leuchtergebnis
Die Außenkontur des Lichtkegels ist stark abhängig davon, ob ein Bezel montiert ist. Ohne Bezel ist der Lichtkegel gleichmäßig rund und breitstrahlend. Mit Bezel wird der Kegel eingeengt und deutlich verformt. Ansonsten ist das Leuchtbild sehr gleichmäßig ohne Artefakte. Der Spot läuft weich in den Spill aus, die Lichtfarbe ist für cool white eher auf der neutraleren Seite.

mit Zackenbezel


ohne Zackenbezel


Leuchtvergleich auf niedriger Stufe


Als einzige Lampe zeigt die BSS V4 noch einen zusätzlichen Spill-Ring außerhalb des Hauptlichtkegels.


Outdoorbeamshots hatte ich wegen des lausigen Wetters noch nicht gemacht.


Fazit
positiv
+ gute Verarbeitungsqualität
+ hohe Lichtleistung
+ interne Auflademöglichkeit
+ taktische Eignung durch Heckschalter
+ Akku intern aufladbar
+ kein Spezialakku erforderlich
+ IMR-Akku im Lieferumfang
+ Moonlight-Modus

negativ
- keine Weiterschaltmöglichkeit von Moonlight aus

Mit 2500 Lumen ist die Thrunite BSS V4 eine kleine Rakete. Allerdings steht diese Höchstleistung nur für sehr kurze Zeit zur Verfügung, da es physikalisch in dieser Größe nicht anders geht. Irgendwo muss die Abwärme ja hin, deshalb regelt die Lampe die Leistung vor einer Zerstörung herunter. Auch kann der 18650-Akku - obwohl IMR-Typ - die knapp 10 Ampere notwendigen Strom nicht lange halten und bricht ebenfalls in der Spannung ein. Hier würde eine Auslegung auf einen 21700-Typen wie bei der TT20 ein wenig mehr bieten, dennoch sind 2500 Lumen auch bei einer so schmalen Lampe wie der TT20 mit 21700 nicht lang machbar. Für den noch moderaten Preis ist die BSS 4 durchaus ein Kauftipp, auch wenn sie nicht fehlerlos ist. Einer der Fehler ist der Zackenbezel, aber den kann man ja einfach abgeschraubt lassen.
 

casi290665

Flashaholic***²
31 Mai 2016
12.577
9.408
113
Hannover
Hallo amaretto,

besten Dank für das tolle Review ! :thumbup:

Ich empfinde es nicht als Nachteil, wenn man aus dem Moonmode nicht hochschalten kann. Wer mehr Licht braucht, kann auch gleich höher starten, wer aber wirklich mit dem Moonmode arbeiten möchte oder muß, der kann nicht aus Versehen plötzlich in einer zu hellen Stufe landen... ;)
Bei der Herstellerangabe des Luxwertes scheint sich Thrunite wohl vertan zu haben, die Reichweite passt, der Luxwert aber nicht...

Gruß
Carsten
 
16 November 2020
27
14
3
Acebeam
Vielen Dank für diese Zusammenfassung amaretto!
Den Bezel würde ich wirklich ablassen. Der macht nur komische Abdrücke an empfindlichen Stellen in der Hosentasche, die einen später wieder
in Erklärungsnot bringen.:facepalm:
 

Rodge

Flashaholic
2 September 2019
194
142
43
Schönes Review und auch ganz schöne Lampe.
Die TC15 war die Lampe die mich erleuchtet hat, mag die immer noch sehr gern.
Ich muss sagen, dass ich auch recht häufig von Firefly in Low weiterschalte. Da kann man sicher sein, dass es nicht gleich zu hell wird.
Auch bei Anduril schätze ich diese Funktion.
Dass es nun einen elektronischen Lock-out gibt ist aber natürlich auch nicht zu verachten.

Gruß
Richard
 
  • Danke
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Genießer

Flashaholic*
12 März 2019
386
545
93
Bad Mergentheim
Nachdem ich die Lampe ja gewonnen hab, hab ich dem fast nix hinzuzufügen ;)
Zum einen find ich die zwei Lockout-Modi gut getrennt, im Lockout 1 (von Moon Seitenschalter halten) leuchtet die Status-LED nur bei Tastendruck. Im Lockout 2 (zusätzlich den Tailschalter betätigt) leuchtet die Status-LED dauerhaft.

Aber ein ganz klarer Negativ-Punkt ist der krasse Tint-Shift, sowas hab ich noch nirgends sonst gesehen in der Ausprägung. Ich mein aber nicht die Farbverschiebung der Lampe, sondern nur in Verbindung mit dem mitgelieferten Rot-Filter. Dieser sieht einzeln betrachtet grün aus und ist auf jeden Fall nicht nur ein rotes Glas, was genau kann ich nicht sagen...
Es kommt ein wunderschönes Rot herraus, allerdings geht der Rand über richtiges Gelb bis hin zu fast Grasgrün. Im Freien fällt das natürlich nur wenig auf, mindestens gewühnungsbedürftig ist es aber doch.
DSC08845.JPG
 

amaretto

Moderator & Beamshot-SEK
Teammitglied
12 August 2010
19.881
22.196
113
NRW
Gut, dass du das erwähnst. Mir ist es beim Fotoshooting bei Tag nicht aufgefallen und im Dunkeln hab ich den Filter nicht getestet.
Ich finde Filterlösungen bei LEDs äußerst ineffizient und nur als Notbehelf.

Der Tintshift rührt sicher vom vergüteten Glas her, insofern ging der Aspekt der Wertigkeit wohl nach hinten los. Ein normal eingefärbtes Glas oder roter Kunststoff wäre billiger und wahrscheinlich ansehlicher gewesen.
 
  • Danke
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