[Review] ThruNite T1

SammysHP

Flashaholic**
6 Oktober 2019
3.873
6.064
113
Celle
www.sammyshp.de
Das Modell ist zwar schon seit 2019 auf dem Markt und dürfte daher einigen hier bekannt sein, da mir ThruNite diese Lampe aber für ein Review zur Verfügung gestellt hat, möchte ich sie euch dennoch vorstellen: Die ThruNite T1 – nur 7 cm lang, trotzdem bis zu 1500 Lumen hell.
Anfang dieses Jahres hat die Lampe mit der T1S ein Schwestermodell/Nachfolger bekommen, trotzdem ist die T1 noch nicht obsolet. Es sieht sogar so aus, als hätte sie seit ihrem Erscheinen ein paar kleinere Updates bekommen.

Wie immer ist dieses Review auch auf meiner Webseite zu finden: https://www.sammyshp.de/betablog/post/138


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Lieferumfang und Hardware​

In einer kleinen, unscheinbaren Karton-Verpackung kommt die T1 mit einigen Zubehör- und Ersatzteilen:
  • 18350 Li-Ion Akku mit 1100 mAh (3,67 V bei Lieferung, Button-Top, geschützt)
  • Zweiwege-Clip (vormontiert)
  • Micro-USB Kabel
  • Ersatz-O-Ring (2x)
  • Ersatz-Abdeckung für USB-Port (2x)
  • Handschlaufe
  • Bedienungsanleitung (EN, DE, CN, JP)
Laut Anleitung hätte nur eine Ersatz-Abdeckung für den USB-Port dabei sein sollen. Ein Verpackungsfehler? Aber selbst eine einzelne Ersatz-Abdeckung wäre noch mehr gewesen als bei den meisten anderen Herstellern.


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Bevor man die T1 einschaltet, wirkt sie erstmal etwas unspektakulär. Klassisches Design mit einem gerippten Akkurohr und angedeuteten Kühlrippen. Der einzige Akzent, der silberne Bezel, scheint mir aus Aluminium zu sein.


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Ihre kleine Größe verdankt die T1 zuerst einmal dem kleinen 18350 Akku. Im direkten Vergleich mit anderen 18350 Lampen ist sie mit ihren 70 mm Länge aber gar nicht mehr so kurz, dafür mit 24,5 mm Durchmesser immer noch vergleichsweise dünn. Sie wiegt nur 40 g (plus 26 g für den Akku).


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Vielleicht wirkt sie zusätzlich auch deswegen so kompakt, weil sie wie eine Miniaturversion normal großer Taschenlampen aussieht. Hier im Vergleich mit einer Sofirn SP33S mit 26650 Akku:


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Der Zweiwege-Clip ist lang genug, um die Lampe fast vollständig in der Tasche verschwinden zu lassen. Außerdem lässt sich die Lampe mit ihm an einer Kappe befestigen, sodass man eine Kopflampe erhält. Da die Lampe klein und leicht ist, funktioniert das sogar ganz gut.


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Am Ende der Lampe befindet sich eine Öse zur Befestigung einer Handschlaufe. Sie ist so platziert, dass es keine störende Spitze gibt, die in die Hand drücken könnte.


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Außerdem ist ein Magnet integriert, wodurch sich die Lampe an magnetischen Oberflächen aufhängen lässt.

Über einen USB-Anschluss lässt sich der Akku direkt in der Lampe laden. Manch einen mag es stören, dass hier noch Micro-USB statt USB-C zum Einsatz kommt. Wer unbedingt USB-C möchte, kann sich die ThruNite T1S anschauen.

Geladen wird mit 500 mA und einer Ladeschlussspannung von 4,18 V, sodass der Akku nach rund 2,5 Stunden voll ist. Während des Ladevorgangs lässt sich die Lampe nur in Moonlight und Low nutzen. Die Status-LED im Taster leuchtet beim Laden rot, anschließend blau.


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Eine Abdeckung aus Silikon schützt den USB-Anschluss vor Schmutz und Wasser. Dies soll einen Schutz nach IPX8 (2 m Tiefe) ermöglichen. Allerdings steht die Abdeckung etwas ab und man bleibt leicht hängen. Da sie aber recht fest sitzt, hat sie sich bei mir noch nicht unbeabsichtigt geöffnet.


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Lediglich der Kopf lässt sich abschrauben, da das Akkurohr aus einem Teil besteht. Mit einer langen Zange lässt sich die (übrigens recht dicke) Feder und den locker dahinter sitzenden Magneten entfernen.

Treiberseitig wird der Kontakt zum Akku über einen großen Messing-Knopf hergestellt. Dort ist auch ein Teil der Treiberbestückung sichtbar.


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Die Verarbeitung der Taschenlampe ist hervorragend. Die Anodisierung ist fehlerfrei, das Flachgewinde sauber geschnitten. Scharfe Kanten gibt es hingegen im Inneren der Öse – für eine Handschlaufe also besser einen kleinen Schlüsselring verwenden.


Bedienung und Funktion​

Am Kopf der Lampe befindet sich der elektronische Taster zum Bedienen der Lampe. Er ist flach, steht nur minimal hervor und lässt sich dadurch etwas schwierig erfühlen. Ein versehentliches Betätigen in der Tasche ist aber eher unwahrscheinlich, da man ihn schon ziemlich kräftig drücken muss.


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Die Bedienung ist übersichtlich und einfach:

ZustandAktionFunktion
Aus1 KlickEinschalten (zuletzt genutzte Helligkeit vom Ramping)
AusHaltenFirefly
Ein1 KlickAusschalten
EinHaltenHelligkeit ändern
(stufenloses Ramping auf/ab mit Richtungswechsel nach Loslassen und am Ende)
Alle2 KlickTurbo
Alle3 KlickStrobe
FireflyHalten (3 s)Lockout
LockoutHalten (3 s)Firefly

Leider kommt man aus dem Firefly-Mode nicht direkt in eine höhere Helligkeit. Ich hätte es besser gefunden, den Lockout auf vier Klicks zu legen und dafür Halten in Firefly zum Erhöhen der Helligkeit zu nutzen.

Das Ramping ist in der Wahrnehmung linear, dauert mir aber mit drei Sekunden etwas zu lange. So kann man zwar sehr genau die gewünschte Helligkeit einstellen, drei gut verteilte Stufen hätten es bei einer so kleinen Taschenlampe aber vermutlich auch getan.

Nach Erreichen der maximalen/minimalen Helligkeit blinkt die Lampe drei Mal und rampt dann in die entgegengesetzte Richtung. Ebenfalls ändert sich die Richtung jedes Mal, wenn man den Taster beim Ramping losgelassen hat.


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In dem Taster ist eine Status-LED integriert, die durch das schwarze Silikon (?) hindurch scheint und den ungefähren Ladestand des Akkus angibt:

FarbeLadestandSpannung
Blau21% – 100%3,0 – 4,2 V
Rot11% – 20%2,8 – 3,0 V
Rot blinkend1 – 10%2,7 – 2,8 V
–––Lampe schaltet bei 2,7 V ab

Trotz der kompakten Abmessungen liegt die T1 sehr angenehm in der Hand. Zwar bietet auch das gerippte Akkurohr einen guten Griff, aber ich habe festgestellt, dass ich die Lampe meistens zwischen Daumen und Zeigefinger halte. Dort findet man durch Taster und USB-Abdeckung guten Halt.


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Lichtbild​

Es gibt die ThruNite T1 in einer kaltweißen (CW) und einer neutralweißen (NW) Version. Verbaut ist eine Cree XHP50.2 in einem texturierten Reflektor („Orange Peel“). In diesem Review habe ich die neutralweiße Version getestet.


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Solche eine große LED in einem winzigen Reflektor – das kann nur flutig werden. Dennoch ist ein – wenn auch weicher – Spot zu erkennen. Wie bei der XHP50 kaum zu vermeiden, sieht man auch hier den Farbverlauf vom Spot zum Spill. Neben der zu erwartenden gelblichen Färbung gesellt sich leider auch wieder etwas Grün. Ich hatte extra nach der neutralweißen Variante gefragt, in der Hoffnung, dass sie etwas besser als die kaltweiße Version ist.

Meine übliche Lösung in so einem Fall – die Diffusionsfolie „d-c-fix Milky“ – hat bei der T1 leider kaum einen Unterschied gemacht.


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Treiber und Laufzeit​

Um die XHP50 LED mit 12 V zu versorgen, kommt in der T1 ein Boost-Treiber zum Einsatz. Dadurch ist auch eine sehr gute Regelung mit konstanter Helligkeit möglich. PWM konnte ich bei keiner Helligkeit messen.

ModusHelligkeit¹Laufzeit¹Intensität¹ (Reichweite²)Strom³
Turbo1500/408 lm3 + 52 min2600 cd (102 m)–––
High685 lm65 min––––––
Low15 lm35 h––––––
Moonlight0,5 lm12 d––––––
Aus–––––––––36 µA
¹ Herstellerangabe ² Nach ANSI FL1 ³ Messung

Ehrlicherweise gibt der Hersteller an, dass die Helligkeit im Turbo nach drei Minuten reduziert wird. Im Test gab es nach genau drei Minuten einen zeitgesteuerten Step-Down auf knapp 50%. Die Lampe wurde in dieser Zeit etwa 50 °C heiß. Somit wird das Potential der Lampe tatsächlich recht gut ausgereizt.

In älteren Reviews findet man auch Messungen, bei denen deutlich früher und in Stufen heruntergeschaltet wurde. Anscheinend gab es in der Zwischenzeit also kleinere Verbesserungen.


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Wer sich für weitere Details und Messungen der Effizienz des Treibers interessiert, sollte sich diesen Thread im BudgetLightForum anschauen. Dort kommt der Treiber auf ganz anständige 90% Effizienz.


Fazit​

Ein richtig niedlicher EDC-Fluter für die Hosentasche. Natürlich kein Ersatz für eine große Taschenlampe, dafür fehlt der ThruNite T1 einfach die Leistung und Ausdauer für einen Fluter. Aber für ihre Größe hält sie schon ganz gut durch.

Die LED ist farblich etwas Geschmackssache. Hier gibt es inzwischen bessere Alternativen. Interessant wäre der Vergleich mit der etwas neueren T1S, die auch mit einem USB-C-Ladeanschluss kommt.

ThruNite T1 auf thrunite.com