NiteCore EDC35 - Reviews und Passaround-Erfahrungsberichte

amaretto

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12 August 2010
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NRW
Hier im Rahmen des Passarounds der Nitecore EDC35 und MT2A Pro ein Vergleich zwischen EDC35 und EDC33. Da die 35er im Prinzip nur in Leistungsdaten und Größe zugelegt hat, gilt im Übrigen quasi alles, was schon im Review zur EDC33 gesagt wurde. Daher verzichte ich an dieser Stelle auf eine ausführliche Beschreibung.
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Eigenschaften​

  • kompakte Taschenlampe mit fest integriertem Li-Io Akku und Aufladung per USB-C
  • 4 reguläre + 2 Moment-Leuchtstufen ohne Blinkstufen (Strobe/S.O.S/Beacon)
  • strukturierter Alu-Reflektor (orange peel)
  • Näherungssensor
  • Steuerung über 2-Stufen-Endkappenschalter
  • Schiebeschalter für Einschaltsperre
  • LED-Anzeige (4 Segmente) für Restkapazität
  • Gehäuse aus hart-anodisiertem Alu, vergütetes Frontglas, Edelstahlbezel
  • tailstand-fähig
  • IP68 wasser-/staubdicht, 2 m sturzresistent

Datenvergleich​

(Herstellerangaben)
Nitecore EDC33​
Nitecore EDC35
Leuchstufen
4.000 / 1.700 / 1.200 / 300 / 70 / 5 Lumen​
5.000 / 3.000 / 1.300 / 300 / 70 / 5 Lumen​
Leuchtdauer circa
-- / -- / 2,5 / 7 / 31 / 63 Stunden​
-- / -- / 4,75 / 9,25 / 40 / 90 Stunden​
Leuchtweite ANSI (optisch = 1/3)
400 / 450 / 208 / 182 / 93 / 25 Meter​
500 / 550 / 230 / 200 / 100 / 27 Meter​
Abmessungen (Länge * Kopfdurchmesser)
115,6 * 25,4 mm​
124,3 * 31,8 mm​
Gewicht incl. Trageclip
127 g​
178 g​
Emitter
NiteLab UHi 20 MAX LED​
NiteLab UHi 40 MAX LED​
verbauter Li-Io Akku
18650 / 4.000 mAh / 14,4 Wh​
21700 / 6.000 mAh / 21,6 Wh​
Holster im Lieferumfang
nein​
ja​
Preis in Deutschland ca.
80 €​
100 €​

Lieferumfang​

  • Nitecore EDC35 Taschenlampe m. eingebautem Akku
  • Nylonholster
  • USB-C Ladekabel, Trageclip, Paracord-Lanyard mit Karabiner, Einfädelhilfe
  • Bedienungsanleitung
Bei der EDC33 hatte ich es noch etwas vermisst, bei der EDC35 ist ein Holster mit dabei.
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Wie oben schon erwähnt, um Wiederholungen zu vermeiden nur ein paar wenige Anmerkungen. Auch die EDC35 ist in Verarbeitungsqualität identisch gut, mit ähnlichem Aufbau und aggressivem Knurling, aber eben halt nur etwas stämmiger anzufassen.
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Zwischenablage03.jpg
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Die UHi 40 MAX LED im strukturierten Reflektor. Der dunkle Punkt rechts ist der Näherungssensor.
20240219_160141.jpg
Das Holster ist relativ steif und schon zu groß, um die Lampe darin unauffällig in der Hosentasche zu transportieren. Es ist insofern sicher für die Befestigung am Gürtel ausgelegt. Anstelle eines Klettverschlusses hält ein Magnet die Kappe verschlossen. Im Boden des Holsters ist ein kleines Loch, so dass man erkennen kann, wenn die Lampe versehentlich eingeschaltet geblieben ist.
Zwischenablage04.jpg
Größenvergleich der Geschwistermodelle. Die 35er hat einen längeren Trageclip.
Zwischenablage06.jpg
20240329_171041.jpg

Bedienung​

Das Manual ist auf der Herstellerhomepage als PDF herunterzuladen.
Gesteuert werden die einzelnen Leuchtstufen über einen zweistufigen Tastschalter am Heck durch halbes oder volles Durchdrücken. Während die erste Stufe noch angenehm leicht und mit eindeutigem Feedback zu erreichen ist, muss man leider für die zweite Stufe (volles Durchdrücken) ungebührlich viel Kraft aufwenden. Mit normal angewinkeltem Daumen bekommt man den Taster nicht mit der Daumenfläche durchgedrückt, das geht nur mit der Daumenspitze und der damit verbundenen verkrampften Haltung. Dies ist umso bedauerlicher, da man die Lampe so nicht gleichzeitig schalten und fest umschlossen halten kann, um sie mit der Hand kühlen zu kühlen. Darüber hinaus kann durch den schwergängigen Taster sogar die eine oder andere Fehlbedienung resultieren. Hier hat sich Nitecore m.M. einen Flop geleistet, der sehr vielen diese ansonsten wirklich tolle und empfehlenswerte Lampe vergraulen könnte.
- man schaltet nur Moment- und arretiert kein Dauerlicht
- drückt man von off zu langsam ganz durch, blitzt erst kurz Lumin Shield auf und die Lampe bleibt dann aus
- drückt man von on zu langsam ganz durch, geht die Lampe nicht aus sondern blitzt nur kurz mit voller Power (Lumin Shield)
- drückt man von on zu schwach, geht die Lampe nicht aus sondern blitzt kurz mit Search
Anmerkung zu den Leuchtstufen:
  • reguläre Stufen = Ultralow, Low, Mid, High
  • Ultralow, Low, Mid = nur mittlerer Emitter leuchtet
  • High = alle Emitter leuchten mit zusammen 1.300 lm
  • Search = volle Leistung mittlerer Emitter (Spotlicht 3.000 lm)
  • Lumin Shield = alle Emitter leuchten zusammen mit 5.000 lm
AusgangslageAktionResultat
auskurz halb drückenLadezustandsanzeige
aushalb gedrückt haltenMomentlicht Search
auskurz ganz durchdrückenan reguläre Stufe (mit Memory)
ausganz durchgedrückt haltenMomentlicht Lumin Shield
an (reguläre Stufe)halb gedrückt haltenMomentlicht Search, loslassen für regulär
an (reguläre Stufe)ganz durchgedrückt haltenMomentlicht Lumin Shield, loslassen für regulär
an (reguläre Stufe)kurz halb drückenWechsel von dunkel zu heller
an (reguläre Stufe)kurz ganz durchdrückenaus

Aufladen
Abdeckung der Ladebuchse am Lampenende zur Seite drehen und das beiliegende USB-Kabel mit der Lampe und einer 5V Energiequelle (Handy-Netzteil, Powerbank, PC u.a.) verbinden. C zu C und PD-Ladegeräte sind kompatibel. Beim Ladevorgang blinken die Status-LEDs je nach Ladefortschritt.

Anzeige für Akkurestkapazität
Im Betrieb leuchtet die LED-Anzeige dauerhaft, was ich prima finde. Die meisten anderen Lampen zeigen oft nur für wenige Sekunden nach dem Einschalten mit einer oder (im bestenfall) mehreren LEDs den Ladezustand an. Ferner kann man auch bei ausgeschalteter Lampe durch kurzen halben Tasterdruck die LED-Anzeige für etwa 2,5 Sekunden aktivieren. Jede Status-LED der EDC33 steht grob für ein Viertel der Akkukapazität.

Einschaltsperre
  • Full lock out: einfach Seitenschalter in die entsprechende Position schieben, um zu sperren oder entsperren.
  • Half lock out: (finde ich persönlich überflüssig) nur die regulären Stufen (Dauerlicht) werden gesperrt, so dass ausschließlich Search oder Lumin Shield zur Verfügung steht. Hierfür muss man bei eingeschaltetem Search oder Lumin Shield den Schalter auf "gesperrt" schieben. Auf diese Weise bleibt LS und Search verfügbar, der Rest nicht.
Näherungssensor
Der Sensor funktioniert nur in der Stufe High (1.300 lm) und erst wenige Zentimeter vor der Lampe. In den niedrigeren Stufen hält der Hersteller die Funktion nicht für erforderlich. Bei den beiden Sonderstufen anscheinend auch nicht, da sie ja nur Momentlicht sind. Das ist vielleicht etwas zu kurz gedacht. Denn wenn die Lampe nicht gesperrt ist, kann Momentlicht Search mit immerhin heißen 3.000 Lumen durchaus unfreiwillig in der Hosentasche oder im Rucksack o.ä. aktiviert werden, solange der Taster berührt wird. Hier würde ich empfehlen, die Sensorfunktion auf die Stufe Search zu erweitern.
Grundsätzlich fand ich die Bedienung über den 2-Stufenschalter schon bei der EDC33 nicht sehr angenehm. Daran hat sich auch an der EDC35 nicht wirklich etwas verbessert.

Messungen​

(Hinweis: ich bin Laie mit Hobbyequipment, alle Messungen stellen nur Näherungswerte dar ohne Gewähr oder Anspruch auf Einhaltung von Messnormen, Messfehler sind nicht ausgeschlossen.)
Ultralow
Low
Mid
High
Search
Lumin Shield
Lichtstrom (Lumen) EDC33
5
83
375
1.470
1.685
3.745
Lichtstrom (Lumen) EDC35
6
87
452
1.436
2.800
4.900
Lichtintensität (Lux) EDC33
173
2.650
12.350
16.000
53.000
45.000
Lichtintensität (Lux) EDC35
150
2.050
10.750
16.575
67.500
56.000

- Ladestrom max. 2A
- PWM >30 kHz (= flimmerfrei)

Farbtemperatur und Farbwiedergabeindex
Zwischenablage07.jpg

Leuchtergebnis​

Die Lichtfarbe ist etwas wärmer als bei der EDC33 und leider nicht mehr reinweiß sondern minimal grünlich. Dies ist vor allem in den unteren Stufen zu erkennen. Der größere Reflektor bewirkt wegen der gleichzeitig größeren Center-LED keine gesteigerte Leuchtweite bzw. Bündelung. Höhere Luxwerte sind hier allein aufgrund des höheren Lichtstroms erzielbar.
Zwischenablage08.jpg

Fazit​

Was für die größere EDC35 spricht ist vor allem die längere Leuchtdauer. Auch mögen viele - vor allem Kerle mit großen Händen - eine Lampe mit etwas dickerem Body und 21700 anstelle einer dünneren EDC. Das ist Geschmackssache. Unauffälliger in der Hosentasche und ohne Holster ist jedenfalls die EDC33. Bei der Lichtqualität gefällt mir die EDC33 wegen der weißeren Lichtfarbe besser, während die 35er unter einem Grünstich leidet. Allerdings ist der in der hellsten Stufe nicht mehr zu sehen. Die größere Lichtmenge fällt optisch weniger als bei der Messung auf, da das menschliche Auge relativ unempfindlich ist. Erst bei einer viel größeren Relation (z.B. 50 oder 100% mehr Leistung) können wir auch einen deutlichen Unterschied mit dem Auge sehen.

Meine Lieblingslampen werden die EDC33 und 35 nicht werden, da sie mir vor allem wegen der Bodystruktur (Knurling) zu unangenehm anzufassen sind und das Schalterkonzept finde ich unschön. Es machte mir jedenfalls keinen Spaß, die Lampen über den Zweiwegeschalter zu bedienen.

Den Aufpreis von 20€ für die größere Lampe finde ich wegen des zusätzlichen Holsters, der Mehrleistung und längeren Leuchtdauer in Ordnung.
 
Zuletzt bearbeitet:

Bastelnator

Flashaholic*
13 Februar 2023
504
590
93
Ostalb
Vielen Dank an Nitecore und @amaretto für die Orga des PA :thumbup:

Ich hatte ja schon mal eine EDC33 und war vom Schalter eher enttäuscht. Dies ist bei der EDC35 - wenig verwunderlich - leider immer noch so. Deren Schalter scheint ein wenig besser zu funktionieren, aber vielleicht liegt es auch nur an den anderen Dimensionen des Gehäuses und/oder einer Serienstreuung. Für mich immer noch die schlechteste Umsetzung in Sachen Mensch-Maschine-Schnittstelle, so viele ungewollte Fehlbedienungen vermiesen einem echt den Spaß an der ansonsten tollen Lampe.
Positiv zu erwähnen ist das beiliegende Holster. Perfekt ausgeformt für die Lampe (oben wäre noch Platz für erhabene Schalter ;) ) und stabil, nicht so ein wabbeliges Nylonmesh wie bei der Mehrzahl der Lampenholster.

Wie schon an anderer Stelle hier im Forum geschrieben, wäre meine Idealkombi eine EDC35 mit der Tailcap (und deren Schaltern) der TM9K Pro. Vielleicht gibts ja irgendwann mal eine v2 oder eine EDCxx mit dieser Ausstattung - dann bin ich wieder mit dabei. Bis dahin ist die TM9K Pro die bessere EDC35 für mich.
 

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Grantlbart

Flashaholic*
28 Dezember 2023
999
1.083
113
Heidelberg
Durch den Passaround hatte ich die Möglichkeit die EDC35 zu testen, aufgrund des Wetters konnte ich leider nur einen Abend die Lampe ausführen. Daher folgen hier ein paar Gedanken zur Lampe:

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Formfaktor gefällt, die Lampe liegt gut in der Hand und hat ein angenehmes Gewicht. Das Knurling sorgt für einen guten Grip. Durch den eingebauten Akku ist die Lampe für eine 21700er recht kompakt. Der Bezel hat schöne Kerben, welche nicht bei jeder Lampe zu finden sind.

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Der Drehring um die Ladeabdeckung zu verstecken gefällt mir sehr gut, deutlich robuster als eine einfache Gummiabdeckung. Auch die mechanische Sperre ist in meinen Augen brauchbar, auch, da aufgrund des integrierten Akkus die Lampe nicht geöffnet werden kann.

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Die LED überzeugt und macht einfach Spaß. Leider hat mir die Bedienung mit dem Heckschalter nicht zugesagt, zu häufig habe ich Eingabefehler gehabt. Ob das an dem leicht schwammigen Heckschalter oder an mangelnden Bedienkenntnissen liegt, kann ich nicht sagen. Fakt ist, so richtig warm wurde ich mit der Nitecore nicht, was eben vor allem an der Bedienung lag.

Anbei noch ein kleiner Größenvergleich zwischen gängigen 21700er Lampen.

IMG_1118.JPEG

Meine Beamshots in der freien Natur wurden an diesem Abend nichts, daher kann ich nur ein recht verwackeltes Bild liefern:

IMG_1063.JPEG

Das reflektierende Schild ist grob 160 Meter entfernt, die EDC35 lief auf Turbo.

Insgesamt ist die EDC35 mit Sicherheit ein toller Begleiter, egal in welchen Lagen. Sollte Nitecore den Heckschalter verbessern und einen wechselbaren Akku anbieten, würde ich die Lampe sofort kaufen.