Ist chemisch reines Eisen nicht relativ weich und auch gut dehnbar!?
Ich meine gelesen zu haben, dass sich Eisen auch "Kaltschmieden" lässt. Es müsste also somit auch biegsam sein. Zwar nicht so gut als wenn es stark erhitzt wäre, aber immerhin. Denke Gusseisen ist hingegen richtig spröde.
Ich gebe mal einen kleinen Exkurs in die Werkstofftechnik:
Dehnbarkeit ist aus technischer Sicht ein ungenügender Begriff, da er sich mit zwei der wichtigsten Werkstoffeigenschaften überschneidet.
Viele Materialien, insbesondere Metalle, weisen einen elastischen Bereich auf, diese Verformung geht wieder zurück (= Feder) und einen plastischen Bereich, die Verformung bleibt (= Autokarosserie in Form bringen).
Die Fähigkeit zur Verformung nennt man Duktilität.
Der Bruch findet statt, wenn die maximale Zugfestigkeit des Werkstoffs überschritten wird.
Ein Werkstoff mit geringer Zugfestigkeit und geringer Duktilität ist spröde = bricht bei geringer Dehnung.
Stähle mit geringer Festigkeit weisen meist eine hohe Duktilität auf - Konservendosenblech bleibt krumm wenn man es umbiegt, bricht aber nicht.
Stähle mit hoher Fertigkeit haben ehr geringe Duktilität - Eine Rasierklinge kann man fast komplett umbringen, sie federt aber fast komplett zurück, oder bricht direkt.
Die Kraftzunahme im elastischen Bereich ist durch den Elastizitätsmodul bestimmt. Interessanter Weise ist der E-Modul aller Stälhle ziemlich identisch.
Was bedeutet dies wenn ich eine Feder einmal aus "Bindedraht" wickle und einmal aus "Federstahl"? (gleiche Drahtdicke und Federabmessungen...)
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Beide Federn werden bei gleicher Kompression die gleiche Kraft aufbauen - wegen gleichem E-Modul.
Die Feder aus "Bindedraht" wird sich aber schon bei geringer Kompression bleibend verformen - geringe Festigkeit / Dehngrenze.
Federn macht man also möglichst aus hochfesten Stählen, teils speziell gehärtet. Ein "Federstahl" hat also üblicherweise eine sehr hohe Festigkeit.
- reines Eisen hat eine geringe Festigkeit, völlig ungeeignet für Federn
- ebenso Reinkupfer, Silber, Gold, Alu... Alles ziemlich ungeeignet als Feder
- die Zusammenhänge der Wekstoffkennwerte war sehr vereinfacht dargestellt. Kohlenstoffgehalt, Legierungselemente, Wärmebehandlung und Verformung haben alle Einfluss auf die Kennwerte von Stählen.
Ich weiß hier gehört es eigentlich nicht her - haben wir eine besseren Ort dafür?