Zangenmultimeter UNI-T UT211B

schopi68

Flashaholic**
1 Dezember 2011
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Nachdem ich es ende letzten Jahres hier im Thread schonmal kurz angesprochen hatte, habe ich nun beim UNI-T UT211B zugegriffen.

Der für mich wichtige Aspekt ist der DC-Strommessbereich. Das Multimeter ist hier mit einer Auflösung von 1mA bei einer Genauigkeit von 2% +3 digits spezifiziert.

Nach dem Erhalt war dieses natürlich auch das Erste, was ich mir angesehen habe - und war dann doch enttäuscht, da es mir bei 1000 mA immer 1045 mA anzeigte. Das aber ungeheuer stabil, egal was ich versuche, die Anzeige schwankt nie mehr als einen Digit. In diesem Punkt hat mich das Gerät wirklich überzeugt.

Auch die anderen Meßbereiche (AC-Strom und Spannung) haben nach meiner Messung einen Meßfehler der in der Spec liegt (irgendwas deutlich unter 1% eigentlich war schlechtestenfalls das letzte Digit falsch).

Doch ich war (und bin) der festen Überzeugung, daß das eine Abweichung von 4,5% darstellt, also ausserhalb der Toleranz ist. Aus diesem Grund hatte ich das Teil zum Versender zwecks Umtausch zurückgeschickt.

Heute kam es wieder mit dem Schrieb:
"Kein Fehler feststellbar... wurde von unserer Technik getestet... Messfehler liegt bei 1,3% und damit innerhalb der Toleranz..."

Mir stellt sich nun die Frage: was mache ich falsch? Genullt habe ich das Gerät natürllich vor der Messung. Egal wie ich es gedreht und gewendet habe, auch mit einer anderen Stromquelle auf einem anderen Platz im Raum - der von mir gemessene Fehler liegt beständig bei 4,5%. Bei 1A zeigt es 1045mA an, bei 100 mA zeigt es 104 mA an.. also linear reproduzierbar, auch im 60A Bereich mit 10 mA Auflösung.

34149


Hat irgendjemand eine Idee?

Meine nächsten Schritte werden sein, bei diesem großen Versender anzurufen und ihnen anzubieten, das Gerät in einem Kalibrierlabor überprüfen zu lassen (auf deren Kosten, falls es sich als out of spec herausstellt).
Alternativ könnte ich natürlich auch von meinem Rückgaberecht Gebrauch machen und mir einfach ein neues bestellen - aber wer weiß, vielleicht liegt der Fehler ja doch bei mir und ein weiteres gekauftes Gerät zeigt die gleiche Abweichung?
 

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Stone

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5 Oktober 2010
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Oh, ein Zangenmultimeter brauch ich auch noch. ;)
Auf das ein Techniker hat es sich angeschaut würde ich nicht zu viel geben, dass klingt nach Bla Bla um den Kunden zufrieden zu stellen. Dein Messaufbau schaut OK aus. Das Tisch MM und Netzteil sind sich einig und deutlich hochwertiger als das ZMM.
Was passiert wenn du mehr Wicklung machst? Hast du noch ein weiteres DMM zum testen?

Gruß Matthias
 

schopi68

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Ja, ich habe das gleiche MM nochmal mit Agilent-Logo. Damit habe ich auch schon getestet, das zeigt exakt das Gleiche an. Das HP, dass ich für die Messung genutzt habe wurde vor einem Jahr kalibriert - aus meiner Sicht sind diese Messgeräte damit über jeden Zweifel erhaben. Alternativ könnte ich noch ein HP 3478A aus dem Keller holen (ist aber sicher nicht nötig).

Bei mehr Windungen bleibt der Messfehler konstant (der Anzeigewert und die Abweichung werden natürlich mit der Windungszahl multipliziert). Das funktioniert beeindruckend gut.
 

Stone

Flashaholic*
5 Oktober 2010
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OK, die MM passen bestimmt.
Was passiert wenn du den Stromfluss umpolst? Nicht das du irgend einen Remanenzeffekt hast.

Gruß Matthias
 

schopi68

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Wie auf dem Bild ganz versteckt in der Anzeige des Uni-t zu sehen ist, war da schon umgepolt... Kein Unterschied.

Ich gehe ja auch stark davon aus, dass das Elektronikhaus mit einem Billigmultimeter in der Hand eines Praktikanten "überprüft" hat - aber aus Erfahrung suche ich bei sowas den Fehler lieber doppelt und dreifach erstmal bei mir.
 

Stone

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Klassische Layer 8 Fehler sind auch sehr häufig :D.
Ach eins noch hat die Position des Leiters in der Zange einen Einfluß auf den Messwert?
Kannst es bestimmt auch selbst eichen , aber bei einem neuen Geräte sollte es eigentlich passen.

Gruß Matthias
 

schopi68

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Die Leiterführung in der Zange hat erstaunlich wenig Einfluss. Vielleicht 1 Digit - das einzige, was wirklich die Messwerte verändert ist, die Zange zu bewegen (Erdmagnetfeld...).

Ja, eine Justage (Eichung ist was anderes ;)) würde ich mir zutrauen, doch bei Neugeräten mache ich das nur, wenn es sehr billige Sachen sind oder wenn eine Justageanleitung vorliegt. Wer weiß, ob das Gerät nicht im nächsten Jahr noch einen Totalausfall erlebt und ich die Garantie benötige.
 
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schopi68

Flashaholic**
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So, aktueller Stand...

nachdem ich dem Elektronikversender angeboten habe, das Gerät in ein Kalibrierlabor zu senden, mit dem Vorschlag, beim Vorliegen eines Fehlers meinerseits die Kosten zu übernehmen, bei einem Fehler ihrerseits sollten sie die Kosten tragen (etwas unter 50€), kam gerade die Rückantwort, ich solle ihnen das Gerät nochmals zur Überprüfung durch die Technik senden (mit Retourenlabel).

Ärgerlich, daß ich dafür jetzt das Kalibrierlabor schon für ein Angebot zur Preisfindung in Beschlag nehmen musste.

Würde mich nicht wundern, wenn das Gerät bei denen im Haus jetzt zum ersten Mal ausgepackt wird. :D
(Da fällt mir nämlich gerade ein, ich hatte mich gestern beim Auspacken der Rücksendung schon darüber gewundert, daß die Folientüte mit dem Meßgerät in der Schachtel genauso sauber zugeklebt war, wie ich sie bei der Rücksendung verpackt hatte).
 

Nexxos1412

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10 Mai 2014
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Hallo,
ja so ist das mit den " Technikern "... :D:D:D Aber du hast die Mittel um sowas selbst zu überprüfen. So genaues Equiptment habe ich "leider" nicht :(. Aber auf der suche nach einem brauchbaren DC Zangenamperemeter bin ich ebenso wie Stone. mit dem Multimeter geht eben nur bis 10A und auch wenn der Innenwiderstand gering ist, er bleibt dennoch.



Edit: Das Gesicht des Technikers hätte man aufnehmen müssen, wenn du ein Bild deiner "Messung" beigelegt hättest. Welches genaue Equiptment du Zuhause hast :D:D, hat bestimmt noch kein Industrieller Kunde angezweifelt die Genauigkeit des Gerätes :D:D
Mit freundlichen Grüßen,
Nico
 
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Stone

Flashaholic*
5 Oktober 2010
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:D wie erstaunlich. Na 99 von 100 Kunden hätten ja und armen zu der ersten Antwort gesagt und das ZMM einfach hergenommen. Vermutlich wäre mir die Abweichung auch nicht aufgefallen bzw. Wäre ich auch mit 4,5% zufrieden gewesen. Ob bei der LED ein paar mA mehr oder weniger durch gehen oder nicht ist mir nicht so wichtig. Aus deinen Messgerät schließe ich aber das du viel Wert drauf legst.
Wenn ich eins Kauf schick ich dir zum überprüfen vorbei. :p.

Gruß Matthias
 

schopi68

Flashaholic**
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Edit: Das Gesicht des Technikers hätte man aufnehmen müssen, wenn du ein Bild deiner "Messung" beigelegt hättest. Welches genaue Equiptment du Zuhause hast :D:D, hat bestimmt noch kein Industrieller Kunde angezweifelt die Genauigkeit des Gerätes :D:D

Ich bin eh am Überlegen, ob ich nachher bei der Rücksendung zur nochmaligen Überprüfung ein "Beweisfoto" beilege. :D

Sie können dann allerdings immer noch sagen, daß ich etwas falsch gemacht habe, oder daß man solche Messungen für 2% Genauigkeit nur im vollklimatisierten Raum bei Mondschein und vorherigem Abschalten aller umgebenden Stromquellen machen dürfe.

Es gibt ja genügend Verrückte, die sich teuerstes Equipment kaufen ohne auch nur eine Ahnung zu haben, wie man es richtig benutzt.
 

schopi68

Flashaholic**
1 Dezember 2011
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:D wie erstaunlich. Na 99 von 100 Kunden hätten ja und armen zu der ersten Antwort gesagt und das ZMM einfach hergenommen. Vermutlich wäre mir die Abweichung auch nicht aufgefallen bzw. Wäre ich auch mit 4,5% zufrieden gewesen. Ob bei der LED ein paar mA mehr oder weniger durch gehen oder nicht ist mir nicht so wichtig. Aus deinen Messgerät schließe ich aber das du viel Wert drauf legst.
Wenn ich eins Kauf schick ich dir zum überprüfen vorbei. :p.

Sie konnten ja nicht wissen, ob ich mehr als ein analoges Uraltmultimeter zur Überprüfung habe.

Ja, ich lege viel Wert auf Genauigkeit. Bei der Anschaffung der "großen" Messgeräte ging es mir aber auch um Zuverlässigkeit und ein wenig Nostalgie im Schwelgen an Erinnerungen an meinen ersten Arbeitgeber.

Bei anderen Messgeräten habe ich einfach die Erfahrung gemacht, daß ich sie auch in 10 Jahren noch benutze und irgendwann in eine Situation komme, in der ich mich ärgere, wenn sie doch nicht stimmen (oder vorzeitig kaputt gehen).
Ich will ehrlich gesagt auch den Herstellern in unserer heutigen Wegwerfgesellschaft nicht mehr alles durchgehen lassen.
So eine Abweichung kann dann letztlich ja auch auf einen echten Defekt hindeuten, es muß nicht unbedingt ein Justageproblem sein.

Da trennt sich dann auch die Spreu vom Weizen - weiß ich, bei HP/Agilent/Keysight (Messtechniksparte von HP - erst ausgegliedert, dann nochmal ausgegliedert und umbenannt), bekomme ich ein Gerät, das ab Werk überprüft wurde und fehlerfrei seine Spezifikation einhält.
So durfte ich beispielsweise andererseits meinen Frequenzgenerator von Rigol gleich dreimal umtauschen, ehe er nicht kaputt oder ausserhalb der Spezifikation war. Ich kam mir vor wie der erste Mensch der das Gerät kauft... es stellte sich dann sogar heraus, daß die vom Hersteller vorgesehene Justagemöglichkeit der internen Frequenzreferenz im Servicemenü überhaupt nicht funktionierte.

Hmmm... alles fing damit an, daß ich vor eineinhalb Jahren mein 45 Jahre altes Oszilloskop für den Verkauf auf ebay instandsetzen und justieren wollte. :eek: (Ob ich das diesen Winter mal zu Ende bringe? Fehlt ja nur noch ein Transistor... abgeglichen ist schon alles).

Das Zangenstrommessgerät habe ich mir letztlich auch zur Erleichterung der einen oder anderen Messung in elektronischen Geräten zugelegt, da können 4,5% schon lästig sein.
 

balloonix

Flashaholic**
18 Juli 2012
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734
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Waldachtal im Schwarzwald
Die angegebene Genauigkeit sollte ein Gerät ja nciht nur unter eine bestimmten genau definierten Betriebsbedingung haben, sonnder im gesamten Bereich. Also zumindest im angegebenen Temperaturbereich und über mindestens ein Jahr.
 

raidy

Stammgast
7 November 2015
51
136
33
südlich von Stuttgart
Ich hätte einfach vom Rückgaberecht gebraucht gemacht und dann ein neues bestellt. Deine Messung sieht absolut sauber und professionell aus, der Fehler dürfte am Gerät selbst liegen. Zudem ist Rückgabe und Neukauf schneller als es nochmals einzusenden. Ich habe ein ähnliches Teil, es hat eine Abweichung von 1,25%, was für ein billiges ZA sehr gut ist.

So ein ZA ist eine feine Sache, wenn man nicht aufs letzte Prozent genau messen muss.

Deine HP-HW.....schwärm.

Gruß Raidy
 

PEOPLES

Flashaholic*
14 November 2015
265
128
43
Hattest du mal abseits deines Messaufbaus gemessen, also paar Meter weiter weg mit verlängerten Kabeln?
Blöde Frage: Hattest du mal eine Vergleichsmessung mit einem Standard-MM gemacht? Also bringt das Laborteil auch wirklich "nur" die 1000mA.

Gleichstrom kann das Ding doch nur über einen Hall-Sensor messen und 1A induziert bei einer Wicklung ja nun nicht gerade ein ausgeprägtes Magnetfeld.

Ich hab auch ein Gerät von Uni-T (UT-533) und wie bei vielen anderen Dingen aus dem Hobby-Werkzeug-Bereich darf man sich da meines Erachtens nicht zuviel Hoffnung machen in Bezug auf die Genauigkeit oder dergleichen. Egal was die da angeben. :S

Dasselbe Spiel hatte ich mit Drehmomentschlüssel die auch einen systematischen Fehler ausserhalb der Toleranz hatten (konnte man also zum Teil justieren). Ist dennoch ein guter Dremo und "was Gutes" (von dem wir erstmal auch nicht wissen, wie "gut" der in der Toleranz liegt) kostet Faktor 5.
Es bleibt halt irgendein gelabeltes "standard" DMM aus China
Die 45mA bei einem Ampere mittels Zange hätte ich nun noch vertretbar gefunden, aber der Fehler hatte sich linear verhalten, korrekt? Also bei 5A dann 250mA Abweichung?
 

schopi68

Flashaholic**
1 Dezember 2011
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Ich hätte einfach vom Rückgaberecht gebraucht gemacht und dann ein neues bestellt. ....

Deine HP-HW.....schwärm.

Gruß Raidy


Nun, ich mache bei defekten Waren ungerne vom Rückgaberecht gebrauch, zu viele Versender verkaufen diese Waren dann wieder als Neuware. :cool:

Die HW habe ich mir größtenteils mit geschickten Schnäppchen zusammegekauft... Musste auch zweimal erst was reparieren, bis das jeweilige Gerät einsatzbereit war. ;)
(Und bei HP musste ich beim Ersatzteilkauf rede und Antwort stehen, warum ich denn als Privatperson so ein Gerät habe... und erklären, daß ich es nicht in bestimmte Länder verkaufe - diese Geräte unterliegen teilweise Exportbeschränkungen). :rolleyes:
 

schopi68

Flashaholic**
1 Dezember 2011
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Hattest du mal abseits deines Messaufbaus gemessen, also paar Meter weiter weg mit verlängerten Kabeln?
Blöde Frage: Hattest du mal eine Vergleichsmessung mit einem Standard-MM gemacht? Also bringt das Laborteil auch wirklich "nur" die 1000mA.

Gleichstrom kann das Ding doch nur über einen Hall-Sensor messen und 1A induziert bei einer Wicklung ja nun nicht gerade ein ausgeprägtes Magnetfeld.

Ich hab auch ein Gerät von Uni-T (UT-533) und wie bei vielen anderen Dingen aus dem Hobby-Werkzeug-Bereich darf man sich da meines Erachtens nicht zuviel Hoffnung machen in Bezug auf die Genauigkeit oder dergleichen. Egal was die da angeben. :S
...
Es bleibt halt irgendein gelabeltes "standard" DMM aus China
Die 45mA bei einem Ampere mittels Zange hätte ich nun noch vertretbar gefunden, aber der Fehler hatte sich linear verhalten, korrekt? Also bei 5A dann 250mA Abweichung?


Ja, ich hatte die Messung auf einem anderen Tisch (der Arbeitstisch hat einen Metallrahmen als Unterbau) durchgeführt. Das Messergebnis war bis auf die letzte Anzeigestelle genau das Gleiche.

Der gewählte Meßbereich geht bis 6000 mA. Mein Mess-Netzteil geht bis 5000 mA, die Abweichung betrug dort 256 mA. Im 60A-Meßbereich der Zange war die Abweichung gleich.

34542


Auch bei niedrigen Strömen ist die Anzeige erstaunlich stabil.

Meiner Erfahrung nach halten die etwas günstigeren (nicht die ganz billigen) DMMs normalerweise ihre Spezifikationen gut ein, andernfalls hätte ich das auch nie gekauft. Dazu kommt das Problem, daß Du beispielsweise bei Fluke schlichtweg keine Messzange für diese Strombereiche findest. Entweder sie haben als Obergrenze 20 mA, oder ihr kleinster Meßbereich beträgt 60A.

Uni-Trend ist auch schon lange OEM-Hersteller für bekannte Firmen, darunter auch Fluke (!). Von daher gibt es bei diesem Hersteller durchaus das Know-How um gute Geräte zu bauen.
(BTW: Die Einstiegs-Oszilloskop-Reihe DSO1000 von Keysight wird afaik von Rigol gebaut, nur die Software kommt von Keysight).

So... und wenn Hermes heute nicht wieder pennt, sollte die inzwischen an anderer Stelle bestellte Zange heute kommen (Wurde letzten Montag verschickt). Dann wird es sich endlich zeigen, ob ein Problem in meiner Messung vorlag.
 

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PEOPLES

Flashaholic*
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Meiner Erfahrung nach halten die etwas günstigeren (nicht die ganz billigen) DMMs normalerweise ihre Spezifikationen gut ein, andernfalls hätte ich das auch nie gekauft.

Also bei Zangenmessgeräten bin ich etwas unbedarft, in den normalen DMM wird halt ein 0815 200mV-Digital-Voltmeter verbaut sein, mit dem man diese Messungen vornimmt. Wahrscheinlich ähnlich irgendwelchen Quarzuhren ist das eher Massenware und schon bei günstigen Geräten hinreichend genau.

"Doof" ist natürlich, dass es sich mehr oder weniger offensichtlich um einen systematischen Fehler handelt (Offset), der sich durch den ganzen Messbereich zieht und sowas kann man eigentlich recht gut justieren. Diese 200mV-DVM haben dazu Abgleichkondensatoren, die machen einen Offsetabgleich bei jeder Messung um genau sowas eigentlich zu eliminieren.

Bin ich mal auf das nächste Gerät gespannt.
 

schopi68

Flashaholic**
1 Dezember 2011
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So, gestern um 18.30 Uhr, 7 Tage nach Versand, torkelte der Hermes-Fahrer endlich über das Firmengelände... ich habe ihn dann gleich im Transporter abgefangen und das gute Stück mit nach Hause genommen.

Ich würde mal sagen - ich bin zufrieden, es lag bisher nicht an meiner Messung. Gleiche Messung, anderers Gerät, anderes Ergebnis:

34558


Das sind 1% Abweichung bei 1A im 6A-DC-Meßbereich. Bei einem größeren Strom vom 5A sind es dann nur noch 0,8%:

34559


Die gleichen Abweichungen konnte ich auch im 60A-Bereich messen.

Okay, dann noch ein kurzer nicht zu kritischer Blick auf die anderen Bereiche. Nicht daß ich da böse Überraschungen erlebe. :)

Für die Wechselstrommessungen musste ich mir dann eine passende Wechselstromquelle basteln. Hier hilft mein HP 6827A, gespeist aus einem Funktionsgenerator mit 50 HZ Sinus, geht allerdings nur bis 400 mA(rms). Das UT211B hat für Wechselströme einen Meßbereich bis 600 mA, hier ist es hinreichend genau. Gut, ich hätte auch einfach die Leitung zweimal durch die Zange schlingen können um den Strom zu verdoppeln.

34560


Gut, das sind 1,9% Abweichung. Die Spec lautet: +-(1,5%+10). Wenn ich noch 10 dazuzähle, bin ich bei 1,6%. Immer noch knapp daneben - aber sehr knapp. Schade eigentlich - Diese Messung muß ich bei Vollausschlag vielleicht nochmal wiederholen.

Im 6A AC-Bereich sind +-(2,5%+5) spezifiziert, dort werden die gleichen Werte abgelesen (Eingespeist 0,3A - abgelesen 0,292A).

Interessant ist die Beobachtung, daß bei dem ersten Gerät, daß im DC-Bereich 4,5% Abweichung hatte, der AC-Bereich bis auf fast die letzte Stelle genau war.

Soweit so gut... noch ein Blick auf die anderen Bereiche:

34561


Das sind 0,12% Bei 50V Wechselspannung (Hmmm... sollte mir abgewöhnen nachts mit dem Handy Fotos zu machen. Die Bilder taugen nix :rolleyes:).

Die anderen Spannungsbereiche, AC wie DC sind mindestens ebenso genau. Hier ist alles perfekt.

Nur kurz die Widerstandsmessung mit einem 1K 0,005% Referenzwiderstand:

34562


und ein Blick auf die Frequenzmessung. Eingespeist 6 kHz mit 1Vpp:
34563


Alles in allem bis auf die AC-Strombereiche mehr als zufriedenstellend. Die Abweichung in den AC-Strombereichen macht mich nicht ganz glücklich, aber ich kann damit leben, sie ist ja nur knapp ausserhalb der Spezifikation (und in dem Fall sollte ich die Messung nochmal unter Laborbedinungen wiederholen... wer weiß, vielleicht genügt es, das Fenster zu öffnen :))

Ansonsten ist mir nur noch aufgefallen, daß im 600mA AC-Strommeßbereich ein relativ starkes Grundrauschen vorhanden ist. Dies wird sichtbar, wenn die Zange bei 0A Strom betrieben wird, d.h. ohne Leiter in der Zange. Hier wird stets ein Wert von 0,8-1 mA angezeigt. Das ist aber noch in der Spec +-(1,5%+10) und wird von der "+10" abgedeckt. Interessant wäre hier noch zu wissen, ob alle UT211B so rauschen.

Letzten Dezember hatte ich mal das UNIT-T UT203 Zangenmessgerät ausprobiert, dieses hat eine Auflösung von 10mA DC. In der Praxis schankte aber die letzte Stelle derart stark, daß an genaue Messungen nicht zu denken war (z.T. Schwankungen von 100 mA). Hier ist das UT211B um ein vielfaches besser - so gut, daß ich es durchaus für präzise Messungen einsetzen würde.
 

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23 März 2017
2
1
3
Danke für deinen tollen, ausführlichen Bericht, der mir meine Entscheidung gerade dieses Gerät auch zu kaufen, erleichtert hat. Suche Kriechströme im ma Bereich in der Hausinstalation. Dafür sollte es bestens geeignet sein. Bei einem Preis von ca. @ 90,- kann man da nichts falsch machen. habe in diesem Bereich kein vergleichbares Gerät gefunden. Werde natürlich auch versuchen die Messbereiche zu überprüfen, habe aber lediglich ein Metrahit Tech zur Verfügung.
Nachmals besten Dank für deine Arbeit
Viele Grüße aus Hamburg
akroe
 

urausb

Flashaholic**
18 September 2011
2.992
1.782
113
Kr. AB
Ob das UNI das messen kann weiß ich nicht. Aber Fluke hat Strommeßzangen im Programm, die extra für die Prozeßindustrie eben diese 4-20mA messen können.
Alternativ kannst du, wenn die Möglichkeit besteht die Leitung zu öffnen, ein normales Multimeter in Reihe schalten, oder einen Widerstand in Reihe schalten und über diesem dann die Spannung. Mittels ohmschen Gesetz kommt man dann zur Lösung. Bei der Lösung mit dem Widerstand aber auf die maximale Bürde achten. Sonst packts die Stromquelle nicht. Bei Siemens SPS-Karten waren dies immer 500 Ohm. Obs noch so ist kann ich auf die Schnelle nicht sagen.

Edit: Fluke
 

Solution

Flashaholic*
6 Dezember 2016
562
205
43
Ich weiß, aber es geht halt um die schnelle Fehlersuche. Ich habe schon öfters davon gehört das es so etwas gibt, aber ich kann mir schwer vorstellen das es im Bereich von 4-20mA DC funktioniert. Momentan öffne ich immer einfach, wie von dir beschrieben die Stromschleife, und klemme das Multimeter dazwischen. Das ist manchmal recht nervig, wenn das zu prüfende Gerät schlecht zugänglich ist.

Die Idee mit dem Widerstand finde ich toll, aber ich habe so etwas noch nie jemanden mach sehen. Warum auch wenn man mit einem Multimeter direkt den Strom messen kann? Ich selber habe nur mal aus einem 0-10V Signal ein 4-20mA Signal, mittels Widerstand gemacht. Wenn man nicht zwingend auf die galvanische Trennung an gewiesen ist, dann ist das eine extrem günstige Variante. :D
 
  • Danke
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urausb

Flashaholic**
18 September 2011
2.992
1.782
113
Kr. AB
Ich habe gerade die Tage ein paar Schaltschränke angefragt. Normalerweise schreibe ich immer ein paar Werkzeuge für ins Büro mit in die Spezifikation. Eine Fluke Strommeßzange ist sogar drinnen, aber nicht eine der kleinen für 20mA Signale. Vielleicht ändere ich das noch, dann könnte ich das mal testen.
 
  • Danke
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Solution

Flashaholic*
6 Dezember 2016
562
205
43
Ich verstehe es echt nicht das noch nie jemanden mit so einer Zange gesehen habe. So etwas macht das Arbeiten doch viel leichter, wenn es funktioniert. Man müsste ja nicht mal den Messbereich auf die Kommastelle genau prüfen können. So ein bis zwei mA Abweichung wäre für mich in Ordnung, um zu sehen ob das Gerät funktioniert oder nicht.
 

urausb

Flashaholic**
18 September 2011
2.992
1.782
113
Kr. AB
Tja, wir haben in der Firma auch keine.
Wäre hin und wieder echt ne Erleichterung...
 
23 März 2017
2
1
3
4-20ma sollten auf jeden Fall möglich sein, das Gerät ist angegeben mit Auflösung 0,1ma +10digit. Damit sollten theoretisch Anzeigen von 2-3ma gut möglich sein. Wenn mein UT 211B angekommen ist werde ich testen und mich dann melden.
 
  • Danke
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Solution

Flashaholic*
6 Dezember 2016
562
205
43
In dem Video sieht man wie damit ein 4-20mA Signal gemessen wird. 100% ist es zwar auf keinen Fall, aber zur Störungssuche sollte es in vielen Fällen ausreichen.
 
  • Danke
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schopi68

Flashaholic**
1 Dezember 2011
1.265
622
113
nördlich v. München
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Immer dran denken: wenn der Strom zu klein für den Strommessbereich ist, einfach mehrere Windungen messen. Also z.B. 10 Windungen der Messleitung durch die Messzange ergibt eine Multiplikation um Faktor 10. Damit kann man im unteren Grenzbereich ggf. noch aus dem Messgeräterauschen rauskommen.
 

Solution

Flashaholic*
6 Dezember 2016
562
205
43
Wirklich praxistauglich ist das mit 10 mal wickeln aber nicht. Im "Labor" kein Problem, aber beim KFZ, Schaltschrank oder Sensoren in der Industrie wird das meist schwierig.
 
  • Danke
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0kay

Flashaholic**
12 August 2016
1.491
696
113
Da kann auch schon mal etwas hinüber gehen:
Im Prüfraum hatte ich eine 20cm-Spule mit 100 Windungen angefertigt für die jährliche Prüfung von Strommeßzangen. Das Ergebnis der Messungen daran war auch sehr genau. Die Referenzquelle für Strom und Spannung schaffte bis 2A. Irgendwann im Laufe weiterer Prüfungen war plötzlich ein teures Kalibrier-DMM defekt oder die Referenzquelle, lange her. Jedenfalls stellte sich heraus, daß bei hohem Strom durch die Spule kurzzeitig ein sehr hoher Spannungsimpuls auftrat. Mit einer Schaltung aus antiparallel geschalteten Dioden und Z-Dioden als „Blitzableiter“ konnte die Spule trotzdem weiter benutzt werden.

Bei nur wenigen Windungen im Heimbereich zur Verbesserung der Meßwerte sollte aber nichts Schlimmes passieren.
 
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