hier der link zum UV-Filter (30mm Durchmesser, 2mm stark):
Ultraviolet pass filter 30mm dia Wood's Glass UV transparent Schott UG11 equiv | eBay
leider sind mittlerweile alle verkauft. Es gibt noch weitere Quellen, allerdings nicht zu dem Preis. Das PVC-Rohr stammt aus dem Baumarkt (Bauhaus). Habe momentan leider kein Bild vorliegen. Die beiden Enden des Rohrs haben unterschiedliche Durchmesser. Zum einen 30 mm - dort habe ich den Filter befestigt, zum anderen knapp 25 mm Innendurchmesser - mit etwas Samtfolie beklebt passt dieser Teil exakt auf die Lampe und hält den Filter ohne zu rutschen.
"Durch den Wood'S Glass Filter würde ich also kaum noch weißes Licht sehen. Aber man sieht dadurch nicht mehr UV-aktive Ziele. Es würden allenfalls kleinste UV-aktive Partikel besser auffallen. Ein Filter würde also nur unseren Seheindruck beruhigen? Wir stören uns an sichtbaren Lichtanteilen und meinen dann, die UV-Lampe sei weniger effektiv? Richtige Schlussfolgerung?" ja, das ist richtig.
Letztlich geht es bei einer UV Lampe um Lumineszenz. Lumineszenz ist die Lichtemission einer photochemisch angeregten Substanz durch Abgabe eines Photons beim Übergang des angeregten Zustandes in den Grundzustand. Lumineszenz wird formal in zwei Kategorien unterteilt: Fluoreszenz und Phosphoreszenz. Fluoreszenz: angeregter Singulettzustand, Elektron im angeregten Orbital ist gepaart mit dem zweiten Elektron im Grundzustand (gegensätzlicher spin), Halbwertszeit: ca. 10 Nanosekunden. Phosphoreszenz: angeregter Triplettzustand, Elektron im angeregten Orbital ist nicht gepaart mit dem zweiten Elektron im Grundzustand (identischer spin, Übergang in den Grundzustand ist nicht erlaubt), Halbwertszeit: Millisekunden - Sekunden. Fluoreszierende Substanzen leuchten nur solange man sie anstrahlt. Phosphoreszierende "glühen" nach (z.B. Zeiger auf bestimmten Armbanduhren).
Ob die jeweilige Substanz angeregt wird oder nicht hängt von ihren spektralen Eigenschaften ab; d.h. von ihren Absorptionseigenschaften. So gesehen muss die von der Lampe abgestrahlte Wellenlänge in etwa mit dem Absorptionsmaximum der jeweiligen Substanz übereinstimmen. Nur dann gibt die Substanz Licht (genaugenommen elektromagnetische Strahlung) in Form von Fluoreszenz ab und zwar immer zu längeren Wellenlängen hin verschoben (Stokes-Verschiebung). Bei Anregung mit ca. 365nm liegt das abgestrahlte Licht somit im sichtbaren Bereich und folglich können wir es mit unseren Augen wahrnehmen. Wichtig für die Intensität der abgegeben Strahlung ist die Fluoreszenz-Quantenausbeute (Zahl der emittierten Photonen/Zahl der absorbierten Photonen) der jeweiligen Substanz. Der Quotient kann maximal 1 sein (es kann "hinten" nicht mehr rauskommen als ich "vorne" reinstecke. Je größer die Quantenausbeute desto stärker leuchtet eine Substanz; d.h. verschiedene Substanzen leuchten unabhängig von der eingestrahlten Intensität unterschiedlich stark. Hat eine Substanz jetzt z.B. eine maximale Anregungswellenlänge von sagen wir 400nm lässt sie sich mit einer 365 nm Lampe bestenfalls schwach anregen und somit funktioniert die Lampe dann augenscheinlich nicht. Tatsächlich hat man aber nur die falsche Wellenlänge erwischt. Man sollte sich also im Klaren sein was man sehen/untersuchen möchte. Sobald wir mit unserer Anregungswellenlänge in den sichtbaren Bereich kommen (z.B. Lampe mit 395nm) wird es problematisch. Wie oben ausgeführt ist das Anregungslicht immer stärker als das Abgegebene. Somit wird die abgegebene Fluoreszenz überstahlt und wir nehmen sie nicht mehr wahr obwohl sie natürlich vorhanden ist. Die einzige Lösung dieses Problems ist eine Trennung von eingestrahltem und abgegebenem Licht mittels geeigneter Filter oder Monochromatoren. Eine Lösung die im Alltag nicht praktikabel ist und überdieses nicht bezahlbar wäre.
"Ich habe nämlich aktuell null Plan, welches Material UV durchlässt. Glas? PMMA wie bei den Carclo oder anderen?" - das hängt von der Wellenlänge ab. Die allermeisten Kunststoffe lassen nur Licht bis maximal 400nm (untere Grenze) durch. Bei handelsüblichem Glas ist ebenfalls bei ca. 400 nm Schluss. Spezielles Quarzglas hingegen lässt Strahlung bis hinab zu 180 nm durch. Es gibt aber auch UV-durchlässiges Plexiglas.