Spektrum Convoy S2 UV 365nm flashlight

4 November 2015
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Ich habe die Convoy S2 UV 365nm mit einem professionellen Spektralfluorometer (Fluoromax-3) vermessen (siehe Grafik). Die y-Achse gibt relative cps (counts per second; Signal des Photomultipliers) an; d.h. die beiden Kurven sind bzgl. ihrer Intensität nicht absolut sondern nur relativ zu vergleichen. Die maximale Wellenlänge liegt bei 363nm. Der Quotient 380/363nm bzw. 390/363nm beträgt 13% bzw. 2,3%; d.h. die LED strahlt in geringem Umfang Licht im sichtbaren Bereich ab. Über 90% des abgestrahlten Spektrums liegen allerdings im nichtsichtbaren UV-Bereich. Bei Verwendung eines "Wood's Glass" Filters (rote Kurve in der Grafik) verschiebt sich die maximale Wellenlänge geringfügig auf 362 nm. Der Quotient 380/363nm bzw. 390/363nm beträgt nun 1,9% bzw. 0%; d.h. es ist kaum noch sichtbares Licht vorhanden. Alles in allen ein sehr respektables Ergebnis für eine LED UV Lampe in diesem Preissegment. Ich hoffe die beiden Spektren tragen etwas zur Erhellung bei und erleichtern dem einen oder anderen eine mögliche Kaufentscheidung.
 

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Nightscorpion

Flashaholic***
26 Dezember 2014
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Overath
Vielen Dank für den Test!
Aber wieso ist dennoch soviel Weisslicht bei der S2 mit dabei? Liegt das nur an der LED?
Also müsste die dennoch die selben Merkmale aufleuchten lassen wie eine 365nm LED die nicht soviel Weisslicht dabei hat, oder? Denke da an die Nichia 365nm.
 
4 November 2015
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Nachtrag Spektren Convoy UV 365 nm

Es handelt sich um die S2 und nicht die S2 plus; zumindest steht das so auf der Lampe. Ich habe die Lampe erst kürzlich bei Banggood erworben. Ja der geringe sichtbare Anteil passt zu den Bildern von “Dagor“. Bei mir sieht das ganz ähnlich aus. Der Unterschied zur Situation mit "Wood's Glass" Filter ist sehr deutlich – analog zu den bereits erwähnten Aufnahmen. Ja so wenige % bzgl. Intensität im sichtbaren Bereich machen einen derartigen Unterschied. Schwer nachzuvollziehen, aber die Messungen sind eindeutig. Habe den Filter für kleines Geld in der Bucht erstanden und mittels eines kleinen PVC-Rohrs an die Lampe angeflanscht. Funktioniert 1a. Nightscorpion – ja das liegt ganz offensichtlich an der LED. Die Nichia 365nm habe ich zwar noch nicht getestet, gehe aber davon aus, dass die Convoy exakt die selben Merkmale aufleuchten lässt. Allerdings werden die bei der Convoy LED überstahlt. Unser Auge reagiert unterschiedlich auf die verschiedenen Wellenlängen. Anderseits zeigen die Spektren eindeutig wie viel unsichtbares UV-Licht die Lampe „rauspumpt“.
 

SoaG

Flashaholic**
30 November 2014
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1.045
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Durch den Wood'S Glass Filter würde ich also kaum noch weißes Licht sehen. Aber man sieht dadurch nicht mehr UV-aktive Ziele. Es würden allenfalls kleinste UV-aktive Partikel besser auffallen.
Ein Filter würde also nur unseren Seheindruck beruhigen? Wir stören uns an sichtbaren Lichtanteilen und meinen dann, die UV-Lampe sei weniger effektiv?

Richtige Schlussfolgerung?
 

Nightscorpion

Flashaholic***
26 Dezember 2014
6.516
4.885
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Overath
Genau deswegen interessiert mich das Thema. Oft genug hab Ich ja schon gehört das grade die S2 UV wegen Ihrem hohen Weisslicht immer als billig oder schlecht bezeichnet wird.

Was Ich bisher so verglichen habe mit der Romisen UV Lampe in der 365nm Schaltung ist nicht wirklich viel Unterschied bei Merkmalen. Das Weisslicht bei der S2 ist mehr Throwig als das der Romisen und etwas schwächer von der Leuchtstärke her.

Sieht man auch ganz gut bei den Bildern weiter unten in meiner Vorstellung der Romisen -> KLICK
 

SoaG

Flashaholic**
30 November 2014
2.781
1.045
113
Den Spot würde ich gern komplett eliminieren. Ich habe keine Verwendung für eine spotlastige UV-Lampe. Ich kann auch nicht verstehen, was das bringen soll, wenn ich eine Fläche im Nahbereich absuchen muss.
Wenn es doch eine Convoy wird, müsste ich per Linse statt Reflektor auf flutig umbauen.
Dann fangen die Problemchen richtig an. Ich habe nämlich aktuell null Plan, welches Material UV durchlässt. Glas? PMMA wie bei den Carclo oder anderen?
Von den Linsen an sich habe ich außerdem auch keine Ahnung. :D Ein unübersichtliches Thema, Fehlkäufe vorprogrammiert.
 
4 November 2015
4
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hier der link zum UV-Filter (30mm Durchmesser, 2mm stark):

Ultraviolet pass filter 30mm dia Wood's Glass UV transparent Schott UG11 equiv | eBay

leider sind mittlerweile alle verkauft. Es gibt noch weitere Quellen, allerdings nicht zu dem Preis. Das PVC-Rohr stammt aus dem Baumarkt (Bauhaus). Habe momentan leider kein Bild vorliegen. Die beiden Enden des Rohrs haben unterschiedliche Durchmesser. Zum einen 30 mm - dort habe ich den Filter befestigt, zum anderen knapp 25 mm Innendurchmesser - mit etwas Samtfolie beklebt passt dieser Teil exakt auf die Lampe und hält den Filter ohne zu rutschen.

"Durch den Wood'S Glass Filter würde ich also kaum noch weißes Licht sehen. Aber man sieht dadurch nicht mehr UV-aktive Ziele. Es würden allenfalls kleinste UV-aktive Partikel besser auffallen. Ein Filter würde also nur unseren Seheindruck beruhigen? Wir stören uns an sichtbaren Lichtanteilen und meinen dann, die UV-Lampe sei weniger effektiv? Richtige Schlussfolgerung?" ja, das ist richtig.

Letztlich geht es bei einer UV Lampe um Lumineszenz. Lumineszenz ist die Lichtemission einer photochemisch angeregten Substanz durch Abgabe eines Photons beim Übergang des angeregten Zustandes in den Grundzustand. Lumineszenz wird formal in zwei Kategorien unterteilt: Fluoreszenz und Phosphoreszenz. Fluoreszenz: angeregter Singulettzustand, Elektron im angeregten Orbital ist gepaart mit dem zweiten Elektron im Grundzustand (gegensätzlicher spin), Halbwertszeit: ca. 10 Nanosekunden. Phosphoreszenz: angeregter Triplettzustand, Elektron im angeregten Orbital ist nicht gepaart mit dem zweiten Elektron im Grundzustand (identischer spin, Übergang in den Grundzustand ist nicht erlaubt), Halbwertszeit: Millisekunden - Sekunden. Fluoreszierende Substanzen leuchten nur solange man sie anstrahlt. Phosphoreszierende "glühen" nach (z.B. Zeiger auf bestimmten Armbanduhren).
Ob die jeweilige Substanz angeregt wird oder nicht hängt von ihren spektralen Eigenschaften ab; d.h. von ihren Absorptionseigenschaften. So gesehen muss die von der Lampe abgestrahlte Wellenlänge in etwa mit dem Absorptionsmaximum der jeweiligen Substanz übereinstimmen. Nur dann gibt die Substanz Licht (genaugenommen elektromagnetische Strahlung) in Form von Fluoreszenz ab und zwar immer zu längeren Wellenlängen hin verschoben (Stokes-Verschiebung). Bei Anregung mit ca. 365nm liegt das abgestrahlte Licht somit im sichtbaren Bereich und folglich können wir es mit unseren Augen wahrnehmen. Wichtig für die Intensität der abgegeben Strahlung ist die Fluoreszenz-Quantenausbeute (Zahl der emittierten Photonen/Zahl der absorbierten Photonen) der jeweiligen Substanz. Der Quotient kann maximal 1 sein (es kann "hinten" nicht mehr rauskommen als ich "vorne" reinstecke. Je größer die Quantenausbeute desto stärker leuchtet eine Substanz; d.h. verschiedene Substanzen leuchten unabhängig von der eingestrahlten Intensität unterschiedlich stark. Hat eine Substanz jetzt z.B. eine maximale Anregungswellenlänge von sagen wir 400nm lässt sie sich mit einer 365 nm Lampe bestenfalls schwach anregen und somit funktioniert die Lampe dann augenscheinlich nicht. Tatsächlich hat man aber nur die falsche Wellenlänge erwischt. Man sollte sich also im Klaren sein was man sehen/untersuchen möchte. Sobald wir mit unserer Anregungswellenlänge in den sichtbaren Bereich kommen (z.B. Lampe mit 395nm) wird es problematisch. Wie oben ausgeführt ist das Anregungslicht immer stärker als das Abgegebene. Somit wird die abgegebene Fluoreszenz überstahlt und wir nehmen sie nicht mehr wahr obwohl sie natürlich vorhanden ist. Die einzige Lösung dieses Problems ist eine Trennung von eingestrahltem und abgegebenem Licht mittels geeigneter Filter oder Monochromatoren. Eine Lösung die im Alltag nicht praktikabel ist und überdieses nicht bezahlbar wäre.

"Ich habe nämlich aktuell null Plan, welches Material UV durchlässt. Glas? PMMA wie bei den Carclo oder anderen?" - das hängt von der Wellenlänge ab. Die allermeisten Kunststoffe lassen nur Licht bis maximal 400nm (untere Grenze) durch. Bei handelsüblichem Glas ist ebenfalls bei ca. 400 nm Schluss. Spezielles Quarzglas hingegen lässt Strahlung bis hinab zu 180 nm durch. Es gibt aber auch UV-durchlässiges Plexiglas.
 

SoaG

Flashaholic**
30 November 2014
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113
Hast mir sehr geholfen, danke!


Du hättest aber ruhig mal vor meinem Physik-Abi aufschlagen dürfen. ;)


Das Schott UG11 kann das Gleiche? Da ist evtl leichter dran zu kommen.
 
Zuletzt bearbeitet:

angerdan

Flashaholic**
30 Dezember 2011
3.683
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113
Den Spot würde ich gern komplett eliminieren. Ich habe keine Verwendung für eine spotlastige UV-Lampe.
Beim aktuellen Abverkauf der S2+ UV 365 Nichia auf GB ist schon ein orange peel Reflektor dabei.
Convoy S2+ 365nm Nichia UV Waterproof LED Flashlight-19.92 and Free Shipping| GearBest.com

Und die Convoy BD04 UV 365nm 3W ist zoombar, so dass du mehr flood bekommst.
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  • Danke
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