Review: Armytek Prime C1 Pro Version 2023
Nun auch in Deutschland eingetroffen ist Armyteks neuste Version der Prime C1 Pro. Taster und LED sind weit nach oben gewandert, die Krone auf das Minimum geschrumpft. Damit ist das Modell deutlich kürzer geworden und hat nun Hosentaschenformat.Zuwachs in der Prime-Familie: Die neue C1 Pro rechts neben der C2 Pro.
Als LED kommt Samsungs LH351D zum Einsatz und das UI wurde um den optionalen general type erweitert. Neben dem gewohnten UI der Pro steht nun also wahlweise das UI der non-Pro zur Verfügung. Mit diesem Schritt ist das Sortiment der Primes jetzt glattgezogen. Ob noch eine non-Pro C1 folgt, weiß ich nicht, halte es aber für unwahrscheinlich, denn die Kleine ist kaum kompakter zu bekommen und preislich bereits sehr attraktiv.
Taster im Lampenkopf, flache Krone und kürzere Endkappe - die neue Prime C1 Pro ist gegen die alte Prime C1 ein Zwerg.
Wie üblich gibt es die Prime C1 Pro in den Ausführungen warm light (ca. 4000K) und white light (ca. 5500K). Für dieses Review hat Armytek mir die wärmere Ausführung zur Verfügung gestellt, wofür ich mich ganz herzlich bei Alina bedanke.
Bezugsquelle in Deutschland:
https://www.armytekstore.de/taschenlampen/das-modell/prime/armytek-prime-c1-pro-magnet-usb-warm-de/
15% Rabatt gibt’s dort mit dem Code TLFT.
Technische Daten (Hersteller)
Lichtstrom, Lumen: 930 lmLeuchtweite, Meter: 112 m
Helligkeitsstabilisierung: Digital (CPU brightness control, Z-TEK™ Treiber)
Zentrales Lichtfeld: Seitliche Streuung: 25°:120°
Anzahl der Modi: 6 (general type) / 11 (advanced type)
Laufzeit in höchster Leuchtstufe: 1 h 25 min (325 lm nach 2 Min 20 Sek)
Kopfdurchmesser: 24.5 mm
Gehäusedurchmesser: 24.5 mm
Länge: 67 mm
Gewicht (ohne Akku): 47 g
Material: Flugzeugaluminium
Rutschhemmende Beschichtung: Premium-Mattierung III Ausführung 400HV
Schutzklasse vor Eindringen von Staub und Wasser : IP68
Max. Eintauchtiefe: 10 m
Max. Fallhöhe: 10 m
Arbeitsbereich: -25 bis +40 °C
Akku: 1 x 18350 Li-Ion
Wie üblich gibt es 10 Jahre Garantie auf die Lampe.
Lieferumfang
Neben der Lampe gibt’s ein sehr gutes Lanyard, das ich schon von Partner und Dobermann kenne, einen Deep Carry Clip, einen Ersatz-O-Ring und einen Ladeadapter.Lampenkörper / Aufbau
Treiberseitig gibt es keine Feder. Erforderlich wäre sie bei dem kleinen Akku ohnehin nicht und würde die Lampe nur unnötig verlängern. Das Akkurohr hat eine wirklich schöne Taille bekommen, die kurze Endkappe schließt bündig mit ihm ab. Das sieht alles sehr elegant aus.
In die Endkappe ist trotz der verringerten Länge noch eine Öse für das mitgelieferte Lanyard eingefräst.
Die bekannte Mattierung, die sparsamen Beschriftungen im neuen Stil und die perfekten Fräsarbeiten runden das Bild ab.
Akku und Ladeport
In die Lampe ist bei Lieferung ein 18350 Akku mit 900 mAh bei einer gesunden Lagerspannung von gut 3,6 V eingelegt, die Tailcap war etwas geöffnet.Alle Armytek-Lampen mit magnetischem Lade-Port können zwar mit dem gleichen Adapter geladen werden, jedoch gibt es anscheinend zwei Typen dieser Pömpel mit unterschiedlichen Ladeströmen (weiß und schwarz), beide enthalten die Ladeelektronik. Ausgeliefert wird die kleine Prime mit einem weißen Adapter.
Während des Ladevorgangs leuchtet die LED im Adapter rot, danach grün. Rotes Blinken zeigt einen Kurzschluss an, der entsteht, wenn der Adapter an die nicht gelöste Endkappe angesetzt wird.
Das Laden erfordert das leichte Öffnen der Tailcap. Die dahinterstehende Schaltung ermöglicht den Betrieb der Lampe mit einem regulären Akku.
Es liegt übrigens keine Spannung an den Kontakten an, wenn die Tailcap zugeschraubt und die Lampe damit betriebsbereit ist: Die Kontakte liegen dann auf einem Potential. Der Lade-Adapter wird hierdurch nicht beschädigt, zeigt den Kurzschluss aber an.
Mehr zum Ladeport in diesem Review:
https://www.taschenlampen-forum.de/threads/review-armytek-wizard-c2-pro-warm-light.84463/
UI
In der aktuellen Generation bieten die Pro-Primes und -Wizards neben dem bekannten UI (advanced type) auch das UI der Non-Pro Lampen (general type). Damit erreicht man nun die Nutzer, denen das UI zu komplex erscheint, die aber eine höhere Leistungsfähigkeit haben wollen.Wechsel zwischen general und advanced UI
Die Lampe wird mit dem advanced type UI ausgeliefert. Um sie in den general type zu schalten, dreht man die Endkappe etwas auf, drückt und hält den Taster, dreht die Endkappe wieder zu und lässt den Taster los.Bedienung (advanced type)
| Modus Aktion | Firefly Ebene | Main Ebene | Turbo Ebene | Strobe Ebene | Aus |
| Halten | Modi durchschalten | Modi durchschalten | Modi durchschalten | Modi durchschalten | Firefly 1 |
| Klick | Aus | Aus | Aus | Aus | Ein |
| Doppelklick | Ebene Main | Ebene Firefly | Ebene Main | Ebene Main | Ebene Main |
| Dreifachklick | Ebene Turbo | Ebene Turbo | Ebene Turbo | Ebene Turbo | Ebene Turbo |
| Vierfachklick | Ebene Strobe | Ebene Strobe | Ebene Strobe | Ebene Strobe | Ebene Strobe |
Das sieht kompliziert aus, ist es aber nicht: Man muss sich merken, dass der Doppelklick zwischen Main und Firefly hin und her schaltet und von den anderen Ebenen nach Main zurückführt. Alles andere ist konsistent. Von Aus kommt man überall hin.
Sinn und Zweck der Sache: Jede Modus-Ebene hat einen eigenen Speicher. So kann man überall einen favorisierten Modus einstellen und hat dann ein UI mit drei regulären und einem Strobe-Modus, zwischen denen man mit Mehrfachklicks wechseln kann. Dazu kann man das Licht in den Main-Stufen anpassen, ohne über niedrige oder sehr hohe Leistungen zappen zu müssen. Das ist und bleibt für mich die geniale Armytek-Eigenheit, und darum empfehle ich stets, den advanced type zu aktivieren, also das UI der Pro-Lampen mit Taster.
Bedienung (general type)
Im Grunde fehlen beim general type UI die Modusebenen und einige Modi. Die Lampe kann direkt im zuletzt gespeicherten Modus (außer den Fireflys) oder, durch Klicken und Halten, im kleinsten Firefly gestartet werden. In den Turbo führt hier ein Doppel-, in die Blinkies ein Dreifachklick. Alles so, wie man es auch von Olights und Acebeams kennt. Weitere Mehrfachklicks führen wieder zurück zum gespeicherten, regulären Modus.Kapazitätsanzeige/Locator
Die Kapazitätsanzeige des Akkus befindet sich im Taster (grün/rot-LED) und arbeitet während des Betriebs der Lampe (10 Sekunden in den Firefly-Modi, sonst dauerhaft). Sie ist sehr sparsam und kann bedenkenlos dauerhaft aktiviert werden, so dass sie als Locator fungiert. Dazu dreht man die Tailcap etwas auf, drückt und hält den Taster, dreht die Tailcap zu und gleich wieder auf. Das Prozedere ist so ähnlich wie das, um die UIs zu wechseln. Der Unterschied liegt im letzten Aufdrehen der Endkappe.Oberhalb von 25 % Restkapazität blinkt der Taster alle vier Sekunden (in den Firefly-Modi nur zweimal). Darunter blinkt er alle zwei Sekunden. Ein kritischer Akkuzustand wird durch rotes, sekündliches Blinken angezeigt.
Eine Überhitzung zeigt die LED durch orangefarbenes Blinken an, die Lampe regelt dann allerdings auch ab.
Taster
Die Taster sind bei Armytek durchgängig größer geworden, und das ist haptisch und funktional ein Gewinn.Leuchtstufen
| Modus | Leistung [lm] | Reichweite [m] |
| Firefly 1 | 0,1 | 1,2 |
| Firefly 2 | 1,5 | 4,4 |
| Firefly 3 | 5 | 8,8 |
| Main 1 | 40 | 20 |
| Main 2 | 90 | 34 |
| Main 3 | 190 | 51 |
| Turbo 1 | 325 | 71 |
| Turbo 2 | 930 | 112 |
Die Anleitung weist die Leuchtstufen nicht aus, auf der Website habe ich sie auch nicht gefunden. Die oben stehende Tabelle ist aus meinen Lux-Messungen hergeleitet. Aufgrund aktuell eingeschränkter Möglichkeiten sind die Angaben sehr ungenau und teils gerundet.
Anleitung
Armytek sollte meiner Meinung nach zu ihren vollwertigen Papier-Anleitungen zurückkehren, auch wenn die dann Mehrkosten verursachen. Aktuell bekommt man zur Prime einen gefalteten Bogen mit einer Kurzanleitung in verschiedenen Sprachen. Technische Daten gibt’s dort nicht, die Vorschriften zum Umschalten des UI und der Taster-LED-Funktionalität gibt’s dort ebenso nicht. Man findet diese Informationen aber auf der Produktseite und instruktive Videos auf Youtube.Blinkies
Die Blinkmodi der Prime C1 Pro sind je nach eingestelltem UI durch Dreifach- oder Vierfachklick zu erreichen und haben konstante Frequenzen. Bitte fragen, falls Details gewünscht sind.Regelung und Laufzeit
Armytek bezeichnet seine Treibertechnologie als Z-TEK. Im Ergebnis sehe ich einen schnurgeraden Verlauf in den beiden Messungen Turbo 1 und Turbo 2.Turbo 2 (930 lm), keine Ventilation, Raumtemperatur ca. 15 °C
Im höchsten Modus überschreitet die Lampe die angegebene Leuchtzeit der 930 lm Stufe deutlich, was dann auf Kosten der Gesamtzeit geht. Alles in allem sehen wir ca. 4 Min. 930 lm und ca. 60 Min. ca. 300 lm. Danach leuchtet die Lampe im Firefly-Modus weiter.
Turbo 1 (325 lm), keine Ventilation, Raumtemperatur ca. 15 °C
10 Minuten liefert die Lampe den Turbo 1 und anschließend 80 Minuten etwa 300 lm. Danach leuchtet die Lampe im Firefly-Modus weiter.
Das unregelmäßige Signal in beiden Diagrammen gegen Ende der Laufzeiten ist vermutlich dem Sensor meines Telefons geschuldet. Das Licht ist visuell stabil.
Diagramme erstellt mit der Android-App Ceilingbounce:
https://github.com/zakwilson/ceilingbounce
Lichtbild
Gegen ihr großes Geschwister muss sich die C1 sichtbar machen, und das gelingt ihr ganz ausgezeichnet durch eine enger fokussierende Optik (25 °). Die maximalen 930 lm der neutralweißen Version bringen es immerhin auf 112 m, im Spill ist genug Licht für ein weites Umfeld (120 °).Die LED der warm light leuchtet mit einem deutlichen Grünstich. Das ist im Forum schon an anderer Stelle angemerkt worden.
Samsung LH351D unter einer TIR-Optik.
Das Opple Schätz-O-Meter misst 3500 K und CRI 65. Samsung selbst gibt einen minimalen CRI von 70 für seine LH351D an, und Armytek verbaut typischerweise 4000 K LEDs in warm light Ausführungen. Ich denke, des Rätsels Lösung steckt in der TIR-Optik.
Im Profil ist klar zu sehen, wie sich das Spektrum aufspaltet.
Das Streulicht ist sichtbar kälter und rosig. Und das sind dann die Anteile, die dem Spot fehlen. Ich würde mich sehr wundern, wenn das eine andere LED wäre als die aus der Elf bekannte 4000 K/CRI 70 LH351D.
https://download.led.samsung.com/led/file/resource/2022/05/Data_Sheet_LH351D_Rev.10.0a.pdf
Beamshots

Zusammenfassung und Fazit
Endlich gibt es eine hosentaschentaugliche Pro-EDC von Armytek!
Die neue Prime C1 Pro bringt in fast allen Disziplinen die alten Armytek-Tugenden mit. Die Lampe ist leistungsreguliert, effizient, robust, hat einen extrem niedrigen Verbrauch im Standby und bietet die bekannte Auswahl aus zwei Farbtemperaturen (neutral und kaltweiß), von denen erstere (zumindest in meiner Review-Lampe) aber leider grünstichig und im Spot wärmer ist als von Armytek bekannt.
Das Lichtbild ist gut gewählt. Ist das große Geschwister Prime C2 Pro ein reiner Fluter, der Reichweite durch schiere Leistung bringt, fokussiert die kleine Schwester ziemlich eng und kommt auf eine gute Reichweite ohne Schwächen im Nahbereich, denn der Spill ist weiträumig und hell. Universeller geht’s kaum.
Über 85 Minuten stehen ca. 300 lm oder mehr zur Verfügung, die 930 lm im Turbo leuchten um die vier Minuten völlig konstant. Das ist ziemlich opulent und macht das Lämpchen zu einem der effizientesten (und nützlichsten) seiner Art.
Meiner Meinung nach ist die Prime C1 Pro mit einigem Abstand die beste 18350-Lampe. Wer in dieser Klasse sucht, kommt nicht umhin, sich mit ihr zu beschäftigen. Mein einziger Verbesserungsvorschlag: Eine domlose LED könnte dem Regenbogen abhelfen.
Danke fürs Lesen, Fragen sind natürlich willkommen.
LG & ein gesegnetes Weihnachtsfest,
Thomas


. Stimmt, die ist äußerst neutral und gleichmäßig.


. Das mechanische Design und die Verarbeitung sind zum Niederknien.


