Als neues Modell der MH-Serie (Multitask-Hybrid) von Nitecore muss in dieser Vorstellung die MH12Pro ihre (hoffentlich vorhandenen) Qualitäten zeigen. Die Merkmale laut Hersteller sind auf dem Papier vielversprechend.
Mit einer neuen LED relativ kleiner Baugröße (NiteLab UHi 40) soll die Lampe bei unter 27 mm Kopfdurchmesser über 500 Meter weit leuchten bei einem Lichtstrom von max. 3.300 Lumen. Bedienung über Heck- und Seitenschalter, interne schnelle Aufladung per USB-C, je 4 Indikator-LEDs für eingestellte Leistung und Ladezustand, als Energieversorgung ein Standard-21700 Li-Io-Akku, Notbetrieb sogar mit 2 x CR123/RCR123.
Rumms, das ist ne Ansage!
Auch gut: der VK-Preis in Deutschland liegt bei "nur" etwa 96,95€ und damit fast 30 Tacken günstiger als meine Lieblings-Nitecore-Lampe, die MH12SE.
Daten und Eigenschaften:
- Emitter: "NiteLab UHi 40" LED mit kaltweißer Lichtfarbe
- max. Lichtstrom 3.300 Lumen
- Leuchtweite 505 m
- Bedienung über Heckschalter, Auswahl der Leuchtstufen über Seitenschalter
- 2 Benutzer-Modi (Taktisch / Alltag=Standardeinstellung)
- 5 Leuchtstufen + 3 versteckte Blinkmodi (Strobe, Beacon, S.O.S), morsefähig, Memory für alle Modi
- Hindernis-Sensor
- temperaturgesteuerte Helligkeitsregelung
- intern per USB-Kabel aufladbar
- Spannungsanzeige
- Energieversorgung 1x 21700* >15A / 1x 18650 >15A / 2x CR123A / 2x RCR123 (16340) (*= empfohlen)
- elektronischer Verpolungsschutz
- Tailstand: wackelig
- Größe: 138,5 * 26,8-29,6 mm (L * D)
- Gewicht: 82 g (ohne Akku)
Leuchtstufen und -dauer:
Lieferumfang:
Der Heckschalter ist gut auch mit Handschuhen erreichbar, die Lanyardöffnungen sind schön groß. Ein Tailstand ist wenn dann nur äußerst wackelig.
Mit aufgestecktem Zwei-Wege-Trageclip, der (hoffentlich nur bei der Testlampe) leider nicht ganz gerade ausgerichtet ist, hat die Lampe einen noch besseren Wegrollschutz. Bei geschickter Ausrichtung hilft der Clip zudem beim Auffinden des Schalters bei Dunkelheit.
Prima gemacht: der Dichtungsstopfen für die USB-C Buchse ist bündig eingelassen und aus etwas härterem Gummi.
Eine gute Anordnung von Akkustandsanzeige und Anzeige für die Leuchtstufe (jeweils 4 LEDs), ähnlich wie bei einem anderen Hersteller (Ol...t).
Der interessanteste Aspekt bei der Lampe ist sicherlich die neue LED mit rundem Die und ohne Silikondome. Der glatte Aluminium-Reflektor ist relativ groß ausgeschnitten, um Platz für den Näherungssensor zu schaffen (der kleine Punkt oberhalb der LED).
Sauber gefrästes und gut geschmiertes Tailcapgewinde.
Blick von hinten in die Lampe.
Die Kontakte in Tailcap und am Lampenkopf sind gefedert und lassen etwas Toleranz in der Akkulänge zu.
Die Energieversorgung ist up to date: hochstromfähiger 21700er mit beachtlicher Kapazität. Sehr anwenderfreundlich und nachhaltig, dass es kein propietärer Spezialakku mit mehreren Polen sondern eine Standardbauform ist. Seine Größe entspricht in etwa den bisher von Nitecore mitgelieferten Akkus, somit sollte ein Akkutausch oder die Verwendung herstellerfremder Akkus leicht möglich sein. Wichtig ist, dass der betreffende Akku hochstromfähig ist. Laut Bedienungsanleitung könnte man als Energieversorgung auch einen geeigneten 18650 nutzen und im Notbetrieb auch CR123A und 16340. Leider ist nur keine Adapterhülse wie z.B. bei der MH12SE dabei.
Für eine 21700er Lampe mit Heckschalter ist die MH12Pro noch kompakt.
Ein Holster zum Schutz der Lampe vor Kratzern habe ich gerne im Lieferumfang dabei, selbst wenn es ein einfaches ist.
Hier ein Vergleich zur hervorragenden MH12SE:
Bedienung:
Der Akku wird mit dem Pluspol in Richtung Lampenkopf eingelegt. Zum Aufladen des Akkus den dichtenden Gummistöpsel anheben und ein handelsübliches (oder das mitgelieferte) USB-C-Kabel mit der Lampe und einer geeigneten Stromquelle verbinden. Es können auch PD-Netzteile (z.B. von schnellladefähigen Handys) verwendet werden. Obwohl mit 2 Ampère ein ausreichend hoher Ladestrom fließt, dauert das Laden der letzten Prozente bei niedrigerem Strom gefühlt doch relativ lang.
Beim Aufladen blinken die grünen "Battery"-LEDs auf der rechten Seite. Bei vollem Akku leuchten alle dauerhaft.
Während des Ladevorgangs kann man nicht leuchten.
User Interface
Tailcap-Clicky: ein und aus. Ganz durchdrücken für Dauerlicht oder halb drücken für Momentlicht.
Seitenschalter: Auswahl der Helligkeits- und Blinkstufen
- kurz drücken = Sprung zur nächsten Leuchtstufe
- gedrückt halten = Wechsel in Blinkmodi, beim gewünschten Modus loslassen
Es gibt 2 Betriebsmodi (Alltagsmodus und taktischen Modus):
Alltagsmodus/Daily Mode (Werkseinstellung)
- 5 Helligkeitsstufen + Strobe/Beacon/SOS mit Memory (außer für Ultralow, Beacon und S.O.S)
taktischer Modus
- 5 Helligkeitsstufen + Strobe, Memory nur für Turbo und Strobe
Direktzugriff auf Ultralow: von aus Seitenschalter gedrückt halten und Heckschalter einschalten, dann Seitenschalter loslassen
Betriebsmodus wechseln: von aus Seitenschalter gedrückt halten, Heckschalter einschalten und Seitenschalter noch etwa 5 Sek weiter halten. Die Lampe blinkt dann 1x für den Alltagsmodus oder 2x für den taktischen Modus.
Restkapazitätsanzeige:
1 grüne LED = fast leer bis 4 LEDs = voll. Pro LED also etwa 25% Akkukapazität.
Bei ca. 2,7-2,8 V schaltet die Lampe ganz ab. Man muss keine Angst haben, plötzlich im Dunkeln zu stehen. Rechtzeitig vor der Abschaltung regelt die Lampe die Leistung bis auf Moonlight herunter (siehe Laufzeittest). Spätestens dann ist es höchste Zeit nachzuladen.
Sensor zur Hinderniserkennung
In den Stufen Turbo, High und Strobe regelt der Sensor die Leistung auf 300 Lumen herunter, wenn unmittelbar vor der Lampe ein Hindernis ist. Dies verhindert sowohl ein ungewolltes Ankokeln von Gegenständen als auch eine Eigenblendung. Die Ansprechschwelle lag im Test nur wenige Zentimeter vor der Lampe.
Die Bedienungsanleitung komplett als pdf-Download:
https://flashlight.nitecore.com/Uploads/FLASHLIGHTS/download/mh12pro.pdf
Handhabung / Haptik:
Die Kombination aus Heck- und Seitenschalter meist eine sinnvolle Konstruktion, so auch bei der MH12 Pro. Durch den Heckschalter ist jederzeit sichergestellt, schnellstmöglich die Lampe einschalten zu können, selbst wenn es "heiß hergeht" und auch mit Handschuhen. Das ist in meinen Augen die einzig sinnvolle Verwendung der Beschreibung paniksicher, denn selbst in Panik ist der Schalter narrensicher und schnell zu finden und zu betätigen. Bei Lampen, die ausschließlich einen Seitenschalter haben, der womöglich auch noch kaum hervorsteht, kann eine sekundenlange Suche nach dem Schalter unangenehm sein. Zudem entfällt die Notwendigkeit, den Seitenschalter durch Klickorgien sperren oder entsperren zu müssen. Eigentlich ist bei einem Heckschalter wie dem der MH12 kein Lockout nötig, wer möchte kann zum vollständigen Trennen des Stromkreises noch die Tailcap leicht lösen. Ein zusätzlicher Seitenschalter für die Verstellung der Modi ist bequemer als ein Heckschalter allein, da man am hängenden Arm bzw. beim Spazieren die Helligkeit verändern kann. Das Feedback der knackigen Schalter ist einwandfrei.
Das Anfassgefühl und der Qualitätseindruck der MH12 Pro ist wie bei Nitecore gewöhnt sehr ordentlich. Die grobe Strukturierung des Lampenkörpers gibt guten Grip auch bei nassen Händen. Auf Dauer empfand ich das Knurling aber auch als etwas unangenehm.
Wenn man den Turbo nach dem Stepdown mehrmals erneut aktiviert, erhitzt sich die Lampe schnell auf ca. 70 Grad.
Eigene Messungen
*gegenüber der Herstellerangabe
Laufzeittest auf hellster Stufe (Turbo) mit Ventilatorkühlung für die ersten 4 Minuten. Die Skalierung der x-Achse ist in Sekunden.
Laufzeittest auf zweithellster Stufe (High)
Wie man sieht, steigt die Leistung auf High nach dem Einschalten noch etwas an. Die Lampe wird effektiv damit etwas mehr Leistung haben, als die von mir direkt nach dem Einschalten ermittelten 1.190 Lumen.
Im Laufzeittest auf High ist die Lampe nach 117 Minuten nicht etwa ganz aus sondern leuchtet im Moonlightmodus weiter.
Auf beiden Laufzeitdiagrammen ist aufgrund der Art des Testverfahrens (Lampe nach dem Einschalten durchrennen zu lassen) nicht zu erkennen, dass nach den Stepdowns durch erneutes Einschalten wieder eine hellere Leuchtstufe anwählbar ist. Wenn man dies bei leerer werdendem Akku wiederholt, kommen logischerweise immer schnellere Stepdowns und Turbo sowie High sind dann nicht mehr so hell oder nicht mehr aktivierbar.
Leuchtergebnis:
White-Wall-Vergleich MH12Pro zu MH12SE
Man sieht auf dem ersten Foto sehr gut, wie stark die MH12 Pro in der Mitte bündelt. Allerdings hat die MH12SE mit kleinerer LED einen noch engeren Spot trotz kleinerem Reflektordurchmesser. Bei beispielsweise 2,85 Metern Entfernung ist der Spot der MH12Pro 52 cm im Durchmesser, der der MH12SE 40 cm. So kommt die MH12Pro im Ergebnis auf maximal nur ~10kLux mehr Lichtintensität im Turbo trotz über 1KLumen mehr Leistung.
Der Durchmesser des Spills ist bei der MH12SE ebenfalls kleiner, also hat man mit dieser Nitecore-Lampe das fokussiertere Licht. Die MH12 Pro sehe ich im Vorteil, wenn man eine breitere Ausleuchtung möchte. Am hängenden Arm gerade nach vorn gehalten beginnt der Lichtkegel nah vor den Füßen, was ideal zum Spazierengehen ist. In der Summe ist der Lichtkegel der MH12 Pro bei gleichzeitig hoher Reichweite und breiter Abstrahlung sehr praxistauglich. Während bei der Leistung Zufriedenheit herrscht, finde ich die Lichtqualität insbesondere dann verbesserungsfähig, je geringer die Helligkeitsstufe gewählt wurde. Im Ultralow ist die Farbwiedergabe nur noch als schlecht zu bezeichnen und der Spot ist leicht grün. Auf Turbo ist die Lichtqualität minimal besser und das Grün weniger wahrzunehmen.
Da Nitecore wie üblich auch keine Option für eine wärmere Lichtfarbe bietet, ist die mangelnde Lichtqualität m.M. der größte und fast auch einzige Kritikpunkt an der Lampe. Man muss allerdings bedenken, dass das Empfinden der Lichtfarbe bzw. -zusammensetzung Geschmackssache oder auch eine Frage der Priorität ist.
Fazit (subjektive Testermeinung):
Über die Verarbeitung gibt es (bis auf den krummen Clip) wie bei Nitecore gewohnt wenig bis nichts auszusetzen. Man merkt dem Hersteller seine Erfahrung in der Taschenlampen-Produktion an und kann relativ sicher sein, ein ausgereiftes Modell zu erwerben. Die LED-Anzeigen neben dem Seitenschalter finde ich einen Gewinn. Den Hindernissensor würde ich selbst nicht unbedingt brauchen, ist aber nice to have. Zweifellos ist die Anfangshellig bei vollem Akku schon enorm. Die Helligkeit fällt andererseits schon nach 30 Sekunden trotz Ventilatorkühlung flott ab. Positiv dagegen, dass die zweithellste Stufe für eine Stunde absolut konstant gehalten wird. Insgesamt eine sehr empfehlenswerte Lampe, wenngleich bei mir der Funke wegen der eingeschränkten Lichtqualität nicht ganz überspringen wollte. So gewinnt bei mir insgeheim immer noch die MH12SE.
Pro
+ gute Verarbeitungsqualität
+ sehr gute Lichtleistung und Leuchtweite
+ Näherungssensor
+ gute Konstantregelung
+ flimmerfreies Licht
+ interne Auflademöglichkeit über USB-C
+ flexible Energieversorgung, kein Spezialakku nötig
+ Ladezustands- und Pegelanzeige
+ Blinkmodi versteckt
+ 21700 im Lieferumfang
+ Sofortzugriff auf Moonlightmodus
Neutral
- leicht grünliche Lichtfarbe im Spot
- regelt schnell aus Turbo herunter
- etwas unangehmes Knurling
Negativ
--
Mit einer neuen LED relativ kleiner Baugröße (NiteLab UHi 40) soll die Lampe bei unter 27 mm Kopfdurchmesser über 500 Meter weit leuchten bei einem Lichtstrom von max. 3.300 Lumen. Bedienung über Heck- und Seitenschalter, interne schnelle Aufladung per USB-C, je 4 Indikator-LEDs für eingestellte Leistung und Ladezustand, als Energieversorgung ein Standard-21700 Li-Io-Akku, Notbetrieb sogar mit 2 x CR123/RCR123.
Rumms, das ist ne Ansage!
Auch gut: der VK-Preis in Deutschland liegt bei "nur" etwa 96,95€ und damit fast 30 Tacken günstiger als meine Lieblings-Nitecore-Lampe, die MH12SE.
Daten und Eigenschaften:
- Emitter: "NiteLab UHi 40" LED mit kaltweißer Lichtfarbe
- max. Lichtstrom 3.300 Lumen
- Leuchtweite 505 m
- Bedienung über Heckschalter, Auswahl der Leuchtstufen über Seitenschalter
- 2 Benutzer-Modi (Taktisch / Alltag=Standardeinstellung)
- 5 Leuchtstufen + 3 versteckte Blinkmodi (Strobe, Beacon, S.O.S), morsefähig, Memory für alle Modi
- Hindernis-Sensor
- temperaturgesteuerte Helligkeitsregelung
- intern per USB-Kabel aufladbar
- Spannungsanzeige
- Energieversorgung 1x 21700* >15A / 1x 18650 >15A / 2x CR123A / 2x RCR123 (16340) (*= empfohlen)
- elektronischer Verpolungsschutz
- Tailstand: wackelig
- Größe: 138,5 * 26,8-29,6 mm (L * D)
- Gewicht: 82 g (ohne Akku)
Leuchtstufen und -dauer:
Lieferumfang:
- Nitecore MH12 Pro Taschenlampe
- Nitecore NL2153HP hochstromfähiger 21700 Li-Io-Akku mit Schutzschaltung, 5300 mAh
- Nylon-Trageholster
- USB-Ladekabel
- Trageclip, Fangschnur, Ersatzdichtung
- mehrsprachige Bedienungsanleitung
Der Heckschalter ist gut auch mit Handschuhen erreichbar, die Lanyardöffnungen sind schön groß. Ein Tailstand ist wenn dann nur äußerst wackelig.
Mit aufgestecktem Zwei-Wege-Trageclip, der (hoffentlich nur bei der Testlampe) leider nicht ganz gerade ausgerichtet ist, hat die Lampe einen noch besseren Wegrollschutz. Bei geschickter Ausrichtung hilft der Clip zudem beim Auffinden des Schalters bei Dunkelheit.
Prima gemacht: der Dichtungsstopfen für die USB-C Buchse ist bündig eingelassen und aus etwas härterem Gummi.
Eine gute Anordnung von Akkustandsanzeige und Anzeige für die Leuchtstufe (jeweils 4 LEDs), ähnlich wie bei einem anderen Hersteller (Ol...t).
Der interessanteste Aspekt bei der Lampe ist sicherlich die neue LED mit rundem Die und ohne Silikondome. Der glatte Aluminium-Reflektor ist relativ groß ausgeschnitten, um Platz für den Näherungssensor zu schaffen (der kleine Punkt oberhalb der LED).
Sauber gefrästes und gut geschmiertes Tailcapgewinde.
Blick von hinten in die Lampe.
Die Kontakte in Tailcap und am Lampenkopf sind gefedert und lassen etwas Toleranz in der Akkulänge zu.
Die Energieversorgung ist up to date: hochstromfähiger 21700er mit beachtlicher Kapazität. Sehr anwenderfreundlich und nachhaltig, dass es kein propietärer Spezialakku mit mehreren Polen sondern eine Standardbauform ist. Seine Größe entspricht in etwa den bisher von Nitecore mitgelieferten Akkus, somit sollte ein Akkutausch oder die Verwendung herstellerfremder Akkus leicht möglich sein. Wichtig ist, dass der betreffende Akku hochstromfähig ist. Laut Bedienungsanleitung könnte man als Energieversorgung auch einen geeigneten 18650 nutzen und im Notbetrieb auch CR123A und 16340. Leider ist nur keine Adapterhülse wie z.B. bei der MH12SE dabei.
Für eine 21700er Lampe mit Heckschalter ist die MH12Pro noch kompakt.
Ein Holster zum Schutz der Lampe vor Kratzern habe ich gerne im Lieferumfang dabei, selbst wenn es ein einfaches ist.
Hier ein Vergleich zur hervorragenden MH12SE:
Bedienung:
Der Akku wird mit dem Pluspol in Richtung Lampenkopf eingelegt. Zum Aufladen des Akkus den dichtenden Gummistöpsel anheben und ein handelsübliches (oder das mitgelieferte) USB-C-Kabel mit der Lampe und einer geeigneten Stromquelle verbinden. Es können auch PD-Netzteile (z.B. von schnellladefähigen Handys) verwendet werden. Obwohl mit 2 Ampère ein ausreichend hoher Ladestrom fließt, dauert das Laden der letzten Prozente bei niedrigerem Strom gefühlt doch relativ lang.
Beim Aufladen blinken die grünen "Battery"-LEDs auf der rechten Seite. Bei vollem Akku leuchten alle dauerhaft.
Während des Ladevorgangs kann man nicht leuchten.
User Interface
Tailcap-Clicky: ein und aus. Ganz durchdrücken für Dauerlicht oder halb drücken für Momentlicht.
Seitenschalter: Auswahl der Helligkeits- und Blinkstufen
- kurz drücken = Sprung zur nächsten Leuchtstufe
- gedrückt halten = Wechsel in Blinkmodi, beim gewünschten Modus loslassen
Es gibt 2 Betriebsmodi (Alltagsmodus und taktischen Modus):
Alltagsmodus/Daily Mode (Werkseinstellung)
- 5 Helligkeitsstufen + Strobe/Beacon/SOS mit Memory (außer für Ultralow, Beacon und S.O.S)
taktischer Modus
- 5 Helligkeitsstufen + Strobe, Memory nur für Turbo und Strobe
Direktzugriff auf Ultralow: von aus Seitenschalter gedrückt halten und Heckschalter einschalten, dann Seitenschalter loslassen
Betriebsmodus wechseln: von aus Seitenschalter gedrückt halten, Heckschalter einschalten und Seitenschalter noch etwa 5 Sek weiter halten. Die Lampe blinkt dann 1x für den Alltagsmodus oder 2x für den taktischen Modus.
Restkapazitätsanzeige:
1 grüne LED = fast leer bis 4 LEDs = voll. Pro LED also etwa 25% Akkukapazität.
Bei ca. 2,7-2,8 V schaltet die Lampe ganz ab. Man muss keine Angst haben, plötzlich im Dunkeln zu stehen. Rechtzeitig vor der Abschaltung regelt die Lampe die Leistung bis auf Moonlight herunter (siehe Laufzeittest). Spätestens dann ist es höchste Zeit nachzuladen.
Sensor zur Hinderniserkennung
In den Stufen Turbo, High und Strobe regelt der Sensor die Leistung auf 300 Lumen herunter, wenn unmittelbar vor der Lampe ein Hindernis ist. Dies verhindert sowohl ein ungewolltes Ankokeln von Gegenständen als auch eine Eigenblendung. Die Ansprechschwelle lag im Test nur wenige Zentimeter vor der Lampe.
Die Bedienungsanleitung komplett als pdf-Download:
https://flashlight.nitecore.com/Uploads/FLASHLIGHTS/download/mh12pro.pdf
Handhabung / Haptik:
Die Kombination aus Heck- und Seitenschalter meist eine sinnvolle Konstruktion, so auch bei der MH12 Pro. Durch den Heckschalter ist jederzeit sichergestellt, schnellstmöglich die Lampe einschalten zu können, selbst wenn es "heiß hergeht" und auch mit Handschuhen. Das ist in meinen Augen die einzig sinnvolle Verwendung der Beschreibung paniksicher, denn selbst in Panik ist der Schalter narrensicher und schnell zu finden und zu betätigen. Bei Lampen, die ausschließlich einen Seitenschalter haben, der womöglich auch noch kaum hervorsteht, kann eine sekundenlange Suche nach dem Schalter unangenehm sein. Zudem entfällt die Notwendigkeit, den Seitenschalter durch Klickorgien sperren oder entsperren zu müssen. Eigentlich ist bei einem Heckschalter wie dem der MH12 kein Lockout nötig, wer möchte kann zum vollständigen Trennen des Stromkreises noch die Tailcap leicht lösen. Ein zusätzlicher Seitenschalter für die Verstellung der Modi ist bequemer als ein Heckschalter allein, da man am hängenden Arm bzw. beim Spazieren die Helligkeit verändern kann. Das Feedback der knackigen Schalter ist einwandfrei.
Das Anfassgefühl und der Qualitätseindruck der MH12 Pro ist wie bei Nitecore gewöhnt sehr ordentlich. Die grobe Strukturierung des Lampenkörpers gibt guten Grip auch bei nassen Händen. Auf Dauer empfand ich das Knurling aber auch als etwas unangenehm.
Wenn man den Turbo nach dem Stepdown mehrmals erneut aktiviert, erhitzt sich die Lampe schnell auf ca. 70 Grad.
Eigene Messungen
Ich bin Laie mit Hobbyequipment, alle Messungen stellen nur Näherungswerte dar ohne Gewähr oder Anspruch auf Einhaltung irgendwelcher Messnormen.
Alle Messwerte sofort nach dem Einschalten abgelesen.

Alle Messwerte sofort nach dem Einschalten abgelesen.
- Lumenmessungen: Ceiling Bounce, mögliche Abweichung bei Flutern i.d.R. bis zu +/- 5-10%
- Luxmessungen: Messdistanz 5 m mit entsprechender Umrechung auf 1 m
- Laufzeitmessungen: mit Ventilatorkühlung
- Strommessungen: Kleinströme mit DMM, höhere Ströme mit Zangenampèremeter
- Farbtemperatur, Farbwiedergabeindex und PWM mit Opple Lightmaster Pro

| MH12Pro | Ultralow | Low | Mid | High | Turbo |
|---|---|---|---|---|---|
| Lichtintensität | 14 | 1.350 | 6.450 | 27.000 | 59.000 Lux (= ca. 93%*) |
| Lichtstrom | 0,7 lm | 60 lm | 290 lm | 1.190 lm | 2.650 Lumen (= ca. 80%*) |
| Stromverbrauch | 8 mA | 111 mA | 0,5 A | 3 A | >11,5 A |
- Ladestrom: max. 2 A
- Ladeschluss-Spannung: 4,10 V
- Tiefentladeschutz bei 2,80 V
- PWM: nicht sichtbar
Laufzeittest auf hellster Stufe (Turbo) mit Ventilatorkühlung für die ersten 4 Minuten. Die Skalierung der x-Achse ist in Sekunden.
Laufzeittest auf zweithellster Stufe (High)
Wie man sieht, steigt die Leistung auf High nach dem Einschalten noch etwas an. Die Lampe wird effektiv damit etwas mehr Leistung haben, als die von mir direkt nach dem Einschalten ermittelten 1.190 Lumen.
Im Laufzeittest auf High ist die Lampe nach 117 Minuten nicht etwa ganz aus sondern leuchtet im Moonlightmodus weiter.
Auf beiden Laufzeitdiagrammen ist aufgrund der Art des Testverfahrens (Lampe nach dem Einschalten durchrennen zu lassen) nicht zu erkennen, dass nach den Stepdowns durch erneutes Einschalten wieder eine hellere Leuchtstufe anwählbar ist. Wenn man dies bei leerer werdendem Akku wiederholt, kommen logischerweise immer schnellere Stepdowns und Turbo sowie High sind dann nicht mehr so hell oder nicht mehr aktivierbar.
Leuchtergebnis:
White-Wall-Vergleich MH12Pro zu MH12SE
Man sieht auf dem ersten Foto sehr gut, wie stark die MH12 Pro in der Mitte bündelt. Allerdings hat die MH12SE mit kleinerer LED einen noch engeren Spot trotz kleinerem Reflektordurchmesser. Bei beispielsweise 2,85 Metern Entfernung ist der Spot der MH12Pro 52 cm im Durchmesser, der der MH12SE 40 cm. So kommt die MH12Pro im Ergebnis auf maximal nur ~10kLux mehr Lichtintensität im Turbo trotz über 1KLumen mehr Leistung.
Der Durchmesser des Spills ist bei der MH12SE ebenfalls kleiner, also hat man mit dieser Nitecore-Lampe das fokussiertere Licht. Die MH12 Pro sehe ich im Vorteil, wenn man eine breitere Ausleuchtung möchte. Am hängenden Arm gerade nach vorn gehalten beginnt der Lichtkegel nah vor den Füßen, was ideal zum Spazierengehen ist. In der Summe ist der Lichtkegel der MH12 Pro bei gleichzeitig hoher Reichweite und breiter Abstrahlung sehr praxistauglich. Während bei der Leistung Zufriedenheit herrscht, finde ich die Lichtqualität insbesondere dann verbesserungsfähig, je geringer die Helligkeitsstufe gewählt wurde. Im Ultralow ist die Farbwiedergabe nur noch als schlecht zu bezeichnen und der Spot ist leicht grün. Auf Turbo ist die Lichtqualität minimal besser und das Grün weniger wahrzunehmen.
Da Nitecore wie üblich auch keine Option für eine wärmere Lichtfarbe bietet, ist die mangelnde Lichtqualität m.M. der größte und fast auch einzige Kritikpunkt an der Lampe. Man muss allerdings bedenken, dass das Empfinden der Lichtfarbe bzw. -zusammensetzung Geschmackssache oder auch eine Frage der Priorität ist.
Fazit (subjektive Testermeinung):
Über die Verarbeitung gibt es (bis auf den krummen Clip) wie bei Nitecore gewohnt wenig bis nichts auszusetzen. Man merkt dem Hersteller seine Erfahrung in der Taschenlampen-Produktion an und kann relativ sicher sein, ein ausgereiftes Modell zu erwerben. Die LED-Anzeigen neben dem Seitenschalter finde ich einen Gewinn. Den Hindernissensor würde ich selbst nicht unbedingt brauchen, ist aber nice to have. Zweifellos ist die Anfangshellig bei vollem Akku schon enorm. Die Helligkeit fällt andererseits schon nach 30 Sekunden trotz Ventilatorkühlung flott ab. Positiv dagegen, dass die zweithellste Stufe für eine Stunde absolut konstant gehalten wird. Insgesamt eine sehr empfehlenswerte Lampe, wenngleich bei mir der Funke wegen der eingeschränkten Lichtqualität nicht ganz überspringen wollte. So gewinnt bei mir insgeheim immer noch die MH12SE.
Pro
+ gute Verarbeitungsqualität
+ sehr gute Lichtleistung und Leuchtweite
+ Näherungssensor
+ gute Konstantregelung
+ flimmerfreies Licht
+ interne Auflademöglichkeit über USB-C
+ flexible Energieversorgung, kein Spezialakku nötig
+ Ladezustands- und Pegelanzeige
+ Blinkmodi versteckt
+ 21700 im Lieferumfang
+ Sofortzugriff auf Moonlightmodus
Neutral
- leicht grünliche Lichtfarbe im Spot
- regelt schnell aus Turbo herunter
- etwas unangehmes Knurling
Negativ
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