Bei einem kurzen Google-Check über ne Taschenlampe springen Otto schon erstmal nur Überschriften ins Auge. Wenn da von 20 Suchtreffern bei 14 dransteht "Lampe schlecht, kommt kein Licht raus", dann sucht und liest er nicht weiter.
Naja, wenn Otto z.B. schon einmal etwas von amazon gekauft hat und sich so manche Produktrezension (positiv oder negativ) vorher zu Gemüte geführt hat, dann hat er auch gelernt, daß zwar viele seiner Mitmenschen in der Lage sein mögen, einen Wortbeitrag im www zu hinterlassen, was sie nun aber nicht unbedingt qualifiziert, ein Produkt halbwegs hilfreich und sachlich zu beurteilen.
Die Zeitgenossen mit der Aufmerksamkeitsspanne einer Stubenfliege sowie einer Sorgfalt und Frustrationstoleranz bei der Informationssuche, die gegen Null geht, werden das:
Wenn die 14 mal dransteht "kurze Frage zu meiner Lampe" oder "Frage zu Lampenbedienung", dann klingt das einach etwas weniger übel, und dann liest man sich das eher durch.
erst recht nicht lesen. (klingt einfach nicht spektakulär und auf den Punkt genug!)
Meiner Meinung nach macht da der Ton sehr viel aus, grad in der Überschrift.
Stimmt. Oft sagt der Ton eines Beitrages deutlich mehr über den Verfasser aus, als der Inhalt über den Diskussionsgegenstand.
Und Fakt ist, daß wir uns darüber im Klaren sein müssen, daß unser Forum hier die erste und größte Google Trefferbasis ist, wenn jemand irgendwelche Tschenlampen googelt. Und Fakt ist auch, daß man da einfach zwischen uns allen hier und einem Otto Notmalverbraucher unterscheiden muß.
Überspitzt ausgedrückt: Du meinst also, wir sollten ganz political-correct eine pingelige (Selbst-)Zensur bei den Threadtiteln anstreben, weil sonst Lampenhersteller, die nun manchmal eigentlich nicht oder nur teilweise schuld an einer Misere sind, bei Menschen in Verruf geraten könnten, bei denen es gerade mal zum Überfliegen der ersten drei Google-Trefferanzeigen reicht?
Die Mitglieder von Internetforen unterstützen Hersteller und Händler schon nicht unwesentlich dadurch, daß sie einander und mitlesenden Dritten mit detaillierten Reviews mit tlw. tollen Produktfotos Lust auf die Produkte machen.
Ebenso nehmen sie so manchem Hersteller und Händler einen Teil des lästigen Supports ab. Sie beantworten gerne geduldig Produktfragen und helfen beharrlich bei kniffligen Fehlersuchen oder auch nur einfachen Fragen zur Bedienung, die manchmal das Lesen einer BDA auch schon beantwortet hätte. Einge Hersteller und Händler wissen das auch und unterstützen das Forum! (Hier bitte Smiley einsetzen, der mit einem Zaunpfahl winkt!

)
Angesichts dessen mache ich mir nun wirklich keine Sorgen darum, daß dieses Forum aufgrund von einigen unglücklich gewählten Threadtiteln maßloses Elend über unschuldige Hersteller bringen wird!
Was man evtl. ausprobieren könnte, wäre analog zur Kaufberatungs-, eine Defektanfragen-Checkliste, die ein Hilfesuchender vor dem Posten abarbeiten könnte:
1. Kurze Beschreibung des Problems.
2. Tritt das Problem immer oder nur vereinzelt auf?
Falls nur vereinzelt, läßt es sich unter bestimmten Bedingungen
provozieren?
3. Sagt die BDA etwas zu diesem Problem aus?
4. Hat ggfs. die Reinigung von Kontaktflächen Besserung gebracht?
5. Ist ein Multimeter oder sonstiges Spannungs- Strom- oder
Durchgangsmeßgerät vorhanden und wird dessen Bedienung beherrscht?
usw.
Den Ottos des Internets rufe ich hermit zu:
1.) Je genauer man sich über ein Produkt vor dem Kauf informiert, desto sicherer ist man vor Frust durch böse Überraschungen. 10 Minuten mehr Recherche ersparen ggfs. 30 Minuten für die Rücksendung und 12 Sekunden für das Verfassen von überflüssigen weil uninformativen 1-Zeiler-Rezensionen.
2.) Berichte über (angebliche oder tatsächliche) Defekte haben immer nur begrenzte Aussagekraft über die Produktqualität:
- es melden sich immer eher die Enttäuschten, die Mehrheit der Zufriedenen genießt und schweigt! Rückschlüsse über eine tatsächliche "Ausschußquote" eines Herstellers sind daher sehr problematisch.
- egal ob Billig- oder Luxusprodukt, die Menschen die es konstruieren, herstellen und kontrollieren, können immer mal einen schlechten Tag haben.
Auch Hersteller, die eigentlich Qualität verkaufen, können zeitliche Problemphasen, Zuliefererprobleme oder einzelne Problemprodukte haben.
- Auch wenn man mangels Wissen eigentlich Nutzeraussagen nicht einhundertprozentig beurteilen kann: gesunder Menschenverstand hilft beim
aufmerksamen Lesen eines Beitrages (s.o.) die Urteilsfähigkeit sowie den Sachverstand eines Verfassers abzuschätzen.
3.) Einen Hersteller, der zu absolut 100% alles richtig macht, gibt es nicht! Auch eine Lampe für 500,- € kann defekt sein. Die
besondere Enttäuschung in diesen Fällen ist zwar menschlich verständlich, rational aber leider unbegründet. Absolute Perfektion kann mal nicht einmal für alles Geld der Welt kaufen. Wenn dann ein guter Hersteller- und/oder Händlerservice das Problem ausbügeln kann, wird am Ende doch noch alles gut!
und last but not least:
Auch echte Männer sind eigentlich grundsätzlich in der Lage, eine Bedienungsanleitung zu lesen! Wirklich, das geht!! In Zeiten des Internet sogar auch oft
vor dem Kauf (z.B. Download vom Servicebereich der Herstellerseiten)
Ich verspreche auch, das tut nur machmal weh (wenn die welt breite spinnwebe mit Google translate die BDA von Mandarin über Englisch ins Deutsche übersetzen mußte z.B.

)
Gruß,
Peter