Ist der Ruf erst mal ruiniert...lebt es sich...
Das Ende der kleinen Lebensweisheit ist bekannt. Etwas anders sieht es aus, wenn der Ruf beziehungsweise die Qualität eines Produktes in Frage gestellt wurde. Dazu reicht unter Umständen eine einzige Meldung eines unzufriedenen Besitzers aus. Trotz Gegenbeweis bleiben dennoch Zweifel hängen, so mein gelegentlicher Eindruck bei Taschenlampen. Schon eine ungeschickt oder unpassend gewählte Threadüberschrift kann negativ in der Erinnerung der Leser verbleiben (Vorsicht, da war doch was mit der Lampe...). Auch die Auswirkung von Threads mit solchen Überschriften auf die Google-Suche sollte nicht unterschätzt werden. Ihr kennt sicher das Beispiel einer deutschen Ex-Präsidentengattin, deren gegoolter Name in den ersten Treffern mit Rotlichtthemen in Zusammenhang gebracht wurde? Der Vergleich mag nicht ganz passend sein, soll aber die Problematik verdeutlichen.
Eine Threadüberschrift hat innerhalb eines Forums und auch darüber hinaus die Wirkung wie eine Schlagzeile in einer Zeitung. Schreibt jemand als Überschrift seines Forenthemas: "Lampe XY defekt", schreckt das andere Besitzer des gleichen Lampenmodells möglicherweise erst mal auf. Oder es hält potentielle Besitzer vom Kauf ab. Dabei kann mit der Überschrift Verschiedenes gemeint sein oder unterschiedliche Ursachen haben. Deshalb sollte man als Verfasser eines solchen Themas die Überschrift des Threads und generell seine Aussagen zu einem Produkt mit Bedacht wählen.
Beispielhafte Gründe für "Hilfe, meine Lampe ist defekt"):
1) Lampe ist tatsächlich defekt und leuchtet von Anfang an nicht (d.o.a. = dead on arrival).

2) Lampe war in Ordnung und geht trotz bestimmungsgemäßem Gebrauch kaputt.
3) Lampe ist von schlechter (Verarbeitungs-)Qualität
4) Lampe leuchtet einwandfrei, Besitzer hatte jedoch etwas anderes erwartet.
5) Lampe leuchtet wegen bestimmungswidrigen Gebrauch schlecht oder gar nicht oder geht dadurch kaputt.
6) nichts ist kaputt aber der Besitzer ist nicht in der Lage, die Lampe zum Leuchten zu bringen.
7) Lampe ist nicht defekt aber die Qualitätskontrolle war nachlässig (z.B. keine Funktion aufgrund nicht festgedrehtem Ring in der Tailcap, Verschmutzung oder sonstiger leicht behebbarer "Fehler")
Bei Nr. 1 - 3 ist die Sache eigentlich klar, die Lampe sollte zurück zum Händler gehen.
Was ist von den Alternativen Nr. 4 - 7 zu halten?
4) Kann man seine Enttäuschung tatsächlich dem Produkt zur Last legen? Oder liegt es eher daran, dass vor dem Kauf nicht genug Informationen eingeholt wurden? Das muss in Zeiten des Internets nicht mehr sein. Mangelnde Leuchtweite (bei Floodern), Lichtfarbe, Leuchtdauer, Stromverbrauch, hohe Ansprüche an die Qualität der Energieversorgung, nicht passende (eigene) Akkus können darauf hindeuten, dass der Käufer für sich persönlich schlicht die falsche Lampe ausgesucht hat oder sich vor dem Kauf nicht ausreichend informiert hat. Also vorher genau prüfen:
- ist die Abstrahlungs-/Leuchtcharakteristik genau das, was man wünscht?
- passt die Lichtfarbe zum eigenen Geschmack?
- habe ich überhaupt die richtigen Akkus/Batterien, um die Lampe zu betreiben (Größe, Art, Spannung, Stromlieferfähigkeit)?
- verstehe ich die Bedienung?
5) a)Werden die richtigen Akkus/Batterien verwendet (Größe/Typ/Spannung/Pluspol erhöht usw)? Im Zweifel keine Experimente wagen mit "speziellen" Akkus. Welche Empfehlung gibt der Hersteller oder Fachforen? Außer auf den richtigen Akkutyp ist zudem auf folgendes zu achten:
- keine Akkus verwenden, bei denen man die Herkunft nicht kennt (z.B. ausgeschlachtete Notebook-Akkus über eBay, Billigst-Akkus aus Fernost oder Restbestände. Der Fachhandel im eigenen Land ist zwar manchmal teurer aber bietet die Vorteile einer Produktgewährleistung und Beratung!
- keine Akkus/Batterien verwenden, die äußere Auffälligkeiten aufweisen (ausgelaufene Flüssigkeit, aufgequollene Ummantelung, Quetsch-Spuren o.a.)
- bei Lampen mit mehreren Akkus keine unterschiedlichen Typen kombinieren, keine Akkus unterschiedlichen Alters, keine Akkus mit unterschiedlichem Ladezustand gemeinsam in einer Lampe verwenden.
5) b) Moderne Lampen sind oft robuster als man vermutet. Dennoch kann es (einige wenige) Gelegenheiten geben, für die die betreffende Lampe nicht konzipiert wurde:
- große Tauchtiefen
- Dauerbeleuchtung auf hellster Leuchtstufe
- große Kälte (unter z.B. -15' C, eher ungünstig bei Li-Io)
Wichtig: die Lampe sollte von der Leistung her ausreichend dimensioniert sein. Also lieber eine stärkere Lampe auf zweithellster Leuchtstufe betreiben als eine schwächere auf Vollgas. Manche TLF-Nutzer sollten sich zudem fragen, ob sie nicht eher z.B. einen Baustellen-Strahler anstatt einer Taschenlampe gebrauchen könnten, wenn sie stundenlang einen kompletten Zeltplatz ausleuchten wollen.
6) Heutzutage ist das Angebot an Taschenlampen so unüberschaubar wie die Bedienung der einzelnen Typen. Das kann von Hersteller zu Hersteller variieren, aber auch bei ein und demselben Hersteller von Lampe zu Lampe. Es muss einem also nicht peinlich sein, wenn man im Besitz mehrerer Lampen ist und in der Bedienung durcheinander kommt. Wenn die Lampe selbst nach genauem Studium der Bedienungsanleitung nicht zum Leuchten zu bekommen ist, sollte man folgendes prüfen:
- sind die Akkus richtig herum eingelegt?
- sind die Akkus geladen/tiefentladen?
- hatte die Schutzschaltung der Akkus gegriffen und ist noch aktiv?
- haben die Akkus/Batterien kontakt? Viele Lampen benötigen z.B. wegen eines Verpolungsschutzes Akkus mit hervorstehendem Pluspol (z.B. Eagtac)
- bei Bedarf alle Verschrauben fest anziehen. Bei den meisten Lampen muss für einen Stromfluss das Gehäuse sehr festgedreht werden (z.B. Thrunite Neutron). Manchmal lässt sich die Schalterkappe nicht weit genug auf das Batterierohr drehen, da sich ein Konterring gelöst hat oder womöglich ein Trageclip im Weg ist.
- ist der Akku zu lang und steht sogar über das Batterierohr über? Dann könnte die Lampe womöglich nur mit kürzerem Akku funktionieren.
- sind die Kontaktflächen verschmutzt oder oxidiert? Fett und Schmutz bei Bedarf mit geeignetem Mittel (z.B. Alkohol und Tuch) entfernen. Oxidierte Kontakte mit Kontaktspray behandeln (z.B. mit Kontakt Chemie Kontakt 60).
- im Laufe der Zeit kann sich der Konterring in der Tailcap, der die Schaltereinheit fixiert, lösen und Kontaktprobleme verursachen. Zum Festschrauben des Rings wird eine Spreizzange o.ä. benötigt. Bei kleinen Lampen tuts ggfs. auch eine spitze Pinzette.
- Befindet sich die Lampe im Lock-out? Teils unbeabsichtigt kann die Lampe gesperrt sein. Je nach Hersteller und Typ durch langes gedrückt halten oder mehrfaches schnelles Betätigen des Schalters lässt sich die Sperre wieder aufheben. Bedienungsanleitung!
Genereller Tip: Multimeter zum Nachmessen des Ladezustands der Akkus kaufen. Billige Geräte kosten weniger als ein guter 18650er Akku und bieten bei regelmäßiger Messung ein Mindestmaß an Sicherheit im Umgang mit Lithium-Ionen-Akkus. Eigentlich sollte jeder Flashie ein Multimeter oder andere Messmöglichkeit für Akkus besitzen.
7) Für die Behebung kleinerer "Fehler" siehe unter Nr. 6):
- verschmutzte/oxidierte Kontaktflächen reinigen
- lose Teile festziehen
Eigentlich kann man hierbei gar nicht von Defekten reden.
Vielleicht fallen euch noch Tips ein. Es würde mich freuen, wenn sich durch diesen Beitrag der eine oder andere Defekt-Thread erübrigt und das ein oder andere Problemchen gelöst wird.
Nicht, dass ihr mich falsch versteht: Über tatsächlich defekte Produkte soll gern diskutiert werden. Doch es gibt genügend Fälle, in denen sich etwaige Defekte als etwas anderes herausgestellt haben. Und in diesen Fällen bleibt dennoch oft Negatives zurück.
Das Ende der kleinen Lebensweisheit ist bekannt. Etwas anders sieht es aus, wenn der Ruf beziehungsweise die Qualität eines Produktes in Frage gestellt wurde. Dazu reicht unter Umständen eine einzige Meldung eines unzufriedenen Besitzers aus. Trotz Gegenbeweis bleiben dennoch Zweifel hängen, so mein gelegentlicher Eindruck bei Taschenlampen. Schon eine ungeschickt oder unpassend gewählte Threadüberschrift kann negativ in der Erinnerung der Leser verbleiben (Vorsicht, da war doch was mit der Lampe...). Auch die Auswirkung von Threads mit solchen Überschriften auf die Google-Suche sollte nicht unterschätzt werden. Ihr kennt sicher das Beispiel einer deutschen Ex-Präsidentengattin, deren gegoolter Name in den ersten Treffern mit Rotlichtthemen in Zusammenhang gebracht wurde? Der Vergleich mag nicht ganz passend sein, soll aber die Problematik verdeutlichen.
Eine Threadüberschrift hat innerhalb eines Forums und auch darüber hinaus die Wirkung wie eine Schlagzeile in einer Zeitung. Schreibt jemand als Überschrift seines Forenthemas: "Lampe XY defekt", schreckt das andere Besitzer des gleichen Lampenmodells möglicherweise erst mal auf. Oder es hält potentielle Besitzer vom Kauf ab. Dabei kann mit der Überschrift Verschiedenes gemeint sein oder unterschiedliche Ursachen haben. Deshalb sollte man als Verfasser eines solchen Themas die Überschrift des Threads und generell seine Aussagen zu einem Produkt mit Bedacht wählen.
Beispielhafte Gründe für "Hilfe, meine Lampe ist defekt"):
1) Lampe ist tatsächlich defekt und leuchtet von Anfang an nicht (d.o.a. = dead on arrival).
2) Lampe war in Ordnung und geht trotz bestimmungsgemäßem Gebrauch kaputt.
3) Lampe ist von schlechter (Verarbeitungs-)Qualität
4) Lampe leuchtet einwandfrei, Besitzer hatte jedoch etwas anderes erwartet.

5) Lampe leuchtet wegen bestimmungswidrigen Gebrauch schlecht oder gar nicht oder geht dadurch kaputt.

6) nichts ist kaputt aber der Besitzer ist nicht in der Lage, die Lampe zum Leuchten zu bringen.

7) Lampe ist nicht defekt aber die Qualitätskontrolle war nachlässig (z.B. keine Funktion aufgrund nicht festgedrehtem Ring in der Tailcap, Verschmutzung oder sonstiger leicht behebbarer "Fehler")

Bei Nr. 1 - 3 ist die Sache eigentlich klar, die Lampe sollte zurück zum Händler gehen.
Was ist von den Alternativen Nr. 4 - 7 zu halten?
4) Kann man seine Enttäuschung tatsächlich dem Produkt zur Last legen? Oder liegt es eher daran, dass vor dem Kauf nicht genug Informationen eingeholt wurden? Das muss in Zeiten des Internets nicht mehr sein. Mangelnde Leuchtweite (bei Floodern), Lichtfarbe, Leuchtdauer, Stromverbrauch, hohe Ansprüche an die Qualität der Energieversorgung, nicht passende (eigene) Akkus können darauf hindeuten, dass der Käufer für sich persönlich schlicht die falsche Lampe ausgesucht hat oder sich vor dem Kauf nicht ausreichend informiert hat. Also vorher genau prüfen:
- ist die Abstrahlungs-/Leuchtcharakteristik genau das, was man wünscht?
- passt die Lichtfarbe zum eigenen Geschmack?
- habe ich überhaupt die richtigen Akkus/Batterien, um die Lampe zu betreiben (Größe, Art, Spannung, Stromlieferfähigkeit)?
- verstehe ich die Bedienung?
5) a)Werden die richtigen Akkus/Batterien verwendet (Größe/Typ/Spannung/Pluspol erhöht usw)? Im Zweifel keine Experimente wagen mit "speziellen" Akkus. Welche Empfehlung gibt der Hersteller oder Fachforen? Außer auf den richtigen Akkutyp ist zudem auf folgendes zu achten:
- keine Akkus verwenden, bei denen man die Herkunft nicht kennt (z.B. ausgeschlachtete Notebook-Akkus über eBay, Billigst-Akkus aus Fernost oder Restbestände. Der Fachhandel im eigenen Land ist zwar manchmal teurer aber bietet die Vorteile einer Produktgewährleistung und Beratung!
- keine Akkus/Batterien verwenden, die äußere Auffälligkeiten aufweisen (ausgelaufene Flüssigkeit, aufgequollene Ummantelung, Quetsch-Spuren o.a.)
- bei Lampen mit mehreren Akkus keine unterschiedlichen Typen kombinieren, keine Akkus unterschiedlichen Alters, keine Akkus mit unterschiedlichem Ladezustand gemeinsam in einer Lampe verwenden.
5) b) Moderne Lampen sind oft robuster als man vermutet. Dennoch kann es (einige wenige) Gelegenheiten geben, für die die betreffende Lampe nicht konzipiert wurde:
- große Tauchtiefen
- Dauerbeleuchtung auf hellster Leuchtstufe
- große Kälte (unter z.B. -15' C, eher ungünstig bei Li-Io)
Wichtig: die Lampe sollte von der Leistung her ausreichend dimensioniert sein. Also lieber eine stärkere Lampe auf zweithellster Leuchtstufe betreiben als eine schwächere auf Vollgas. Manche TLF-Nutzer sollten sich zudem fragen, ob sie nicht eher z.B. einen Baustellen-Strahler anstatt einer Taschenlampe gebrauchen könnten, wenn sie stundenlang einen kompletten Zeltplatz ausleuchten wollen.
6) Heutzutage ist das Angebot an Taschenlampen so unüberschaubar wie die Bedienung der einzelnen Typen. Das kann von Hersteller zu Hersteller variieren, aber auch bei ein und demselben Hersteller von Lampe zu Lampe. Es muss einem also nicht peinlich sein, wenn man im Besitz mehrerer Lampen ist und in der Bedienung durcheinander kommt. Wenn die Lampe selbst nach genauem Studium der Bedienungsanleitung nicht zum Leuchten zu bekommen ist, sollte man folgendes prüfen:
- sind die Akkus richtig herum eingelegt?
- sind die Akkus geladen/tiefentladen?
- hatte die Schutzschaltung der Akkus gegriffen und ist noch aktiv?
- haben die Akkus/Batterien kontakt? Viele Lampen benötigen z.B. wegen eines Verpolungsschutzes Akkus mit hervorstehendem Pluspol (z.B. Eagtac)
- bei Bedarf alle Verschrauben fest anziehen. Bei den meisten Lampen muss für einen Stromfluss das Gehäuse sehr festgedreht werden (z.B. Thrunite Neutron). Manchmal lässt sich die Schalterkappe nicht weit genug auf das Batterierohr drehen, da sich ein Konterring gelöst hat oder womöglich ein Trageclip im Weg ist.
- ist der Akku zu lang und steht sogar über das Batterierohr über? Dann könnte die Lampe womöglich nur mit kürzerem Akku funktionieren.
- sind die Kontaktflächen verschmutzt oder oxidiert? Fett und Schmutz bei Bedarf mit geeignetem Mittel (z.B. Alkohol und Tuch) entfernen. Oxidierte Kontakte mit Kontaktspray behandeln (z.B. mit Kontakt Chemie Kontakt 60).
- im Laufe der Zeit kann sich der Konterring in der Tailcap, der die Schaltereinheit fixiert, lösen und Kontaktprobleme verursachen. Zum Festschrauben des Rings wird eine Spreizzange o.ä. benötigt. Bei kleinen Lampen tuts ggfs. auch eine spitze Pinzette.
- Befindet sich die Lampe im Lock-out? Teils unbeabsichtigt kann die Lampe gesperrt sein. Je nach Hersteller und Typ durch langes gedrückt halten oder mehrfaches schnelles Betätigen des Schalters lässt sich die Sperre wieder aufheben. Bedienungsanleitung!
Genereller Tip: Multimeter zum Nachmessen des Ladezustands der Akkus kaufen. Billige Geräte kosten weniger als ein guter 18650er Akku und bieten bei regelmäßiger Messung ein Mindestmaß an Sicherheit im Umgang mit Lithium-Ionen-Akkus. Eigentlich sollte jeder Flashie ein Multimeter oder andere Messmöglichkeit für Akkus besitzen.
7) Für die Behebung kleinerer "Fehler" siehe unter Nr. 6):
- verschmutzte/oxidierte Kontaktflächen reinigen
- lose Teile festziehen
Eigentlich kann man hierbei gar nicht von Defekten reden.
Vielleicht fallen euch noch Tips ein. Es würde mich freuen, wenn sich durch diesen Beitrag der eine oder andere Defekt-Thread erübrigt und das ein oder andere Problemchen gelöst wird.
Nicht, dass ihr mich falsch versteht: Über tatsächlich defekte Produkte soll gern diskutiert werden. Doch es gibt genügend Fälle, in denen sich etwaige Defekte als etwas anderes herausgestellt haben. Und in diesen Fällen bleibt dennoch oft Negatives zurück.