Also kleines Resümee:
Ich hatte mir die Petzl Nao RL bestellt und war mir sicher, dass ich diese behalten werde. Die Lampe hat auch von der ganzen Konstruktion einen guten Eindruck gemacht. Das Einzigste was ich nicht so toll fande, war die Materialanmutung. Gerade der Lampenkopf wirkt sehr billig, da alles aus Plastik ist. Ok, ich verstehe auch, dass so Gewicht gespart wird, aber es hinterlässt für mich nunmal keinen wertigen Eindruck.
Erster Praxistest im Wald:
Zum Testen bin ich mit der Petzl Nao RL und der Nitecore NU25UL in den Wald für einen Lauf. Gestartet bin ich mit der Nitecore. Nach 20 min in Medium hab ich dann zur Petzl gewechselt. Hier die erste Ernüchterung. Das Lichtbild (homogener und breiter) und die Lichtfarbe (wärmer) empfand ich bei der Nitecore NU25UL um einiges angenehmer. Die Leuchtintensität war in Stufe Medium der NU25UL in meiner Wahrnehmung nur unwesentlich geringer als das Medium der Petz Nao RL (Reactive Lightning ausgeschaltet). Die Petzl Nao RL kann hier aber weiter leuchten. In der Stufe High hat die Petzl klar die Nase vorn. Die Ausleuchtung ist schon großartig. Jedoch hat mir Medium die meiste Zeit ausgereicht.
Was ist jetzt der Grund, warum ich die Petz Nao RL doch nicht behalte?
1. Die Farbtemperatur
Für meinen Geschmack ist diese etwas zu kühl. Da ich viel im Wald unterwegs bin, habe ich gemerkt, dass mir eine wärmere Lichtfarbe doch mehr zusagt. Ich denke auch, dass im Herbst/Winter eine wärmere Farbtemperatur zum Vorteil sein könnte (Schnee, Nebel). Auf der Straße wiederum ging das kühlere Licht in Ordnung.
2. Reactive Lightning
Dieses funktioniert bei wärmeren Temperaturen ganz gut (aus der Terassentür getestet). Als ich jedoch bei 5 ° Celsius laufen gewesen bin, konnte ich meinen Atem in der Luft sehen. Das hat dazu geführt, das die Lampe bei jedem Ausatmen heruntergeregelt hat, was ziemlich genervt hat. Da ich die Kopflampe vorrangig in den kalten Jahreszeiten nutze, wird dieses Problem bestehen bleiben und dieses Feature wahrscheinlich kaum zum Einsatz kommen (deaktiviert). Außerdem will ich gar nicht wissen, wie es bei Schneefall oder Nebel aussieht.
3. Lichtbild:
Die Lampe kann sehr weit leuchten, das steht außer Frage. Allerding fehlt mit etwas die Seitenausleuchtung. Das Lichtbild war im Vergleich zur Nightcore NU25UL sehr zentriert, was mir nicht zugesagt hat.
4. Bedienung
Ich frage mich wer bei Petzl für das UI verantwortlich ist? Die Modi lassen sich durch einfachen Drücken am Lampenkopftaster durchschalten (Low-Medium-High-Aus). Wenn ich jetzt von High in Medium kommen möchte, ist die Lampe in der nächsten Stufe erstmal aus. Das ist im Wald und auf Trails höchst gefährlich und hat ziemlich aufgeregt.
Zusammenfassung:
Die Petzl Nao RL ist eine gute Kopflampe fürs Laufen. Der Tragekomfort ist sehr gut und man merkt die Lampe kaum am Kopf. Die Materialanmutung wirkt eher etwas billig, jedoch ist die Verarbeitungsqualität gut. Das Lichtbild ist eher zentriert und kühl. Die Leuchtweite ist sehr hoch. Der Akku am Hinterkopf verhilft der Lampe zu einer guten Balance am Kopf und das Rücklicht ist ein weiteres Sicherheitsfeature. Das Reactive Lightning funktioniert bei höheren Temperaturen (wo keinen Luftmolekühlchen vom Atmen in der Luft zu sehen sind) ziemlich gut. Bei tiefen Temperaturen, Nebel oder Schneefall ist es nicht mMn zu gebrauchen. Für aktuell 107€ jedoch eine gute Kopflampe fürs Laufen mit ordentlicher Leuchtkraft. Leider haben mich die Nachteile (mein subjektiver Eindruck) dazu bewegt die Lampe zurückzuschicken.
So jetzt steht die Frage in dem Raum, was es für eine Lampe es geworden ist? Die Sorfin HS21 ist ja schon unterwegs. Gestern kam aber noch die Fenix HM65R-T V2.0 an und nach einen ersten Test bin ich mit dieser sehr zufrieden. Meine Hauptsorge bei dieser war das Gewicht der Lampe (vor allem weil dieses ja fast ausschließlich im Frontbereich ist). Es hat sich herausgestellt, dass die Sorge unbegründet ist. Das Kopfband mit dem BOA Verschluss ist einfach nur Klasse und die Lampe sitzt fest und wackelt nicht beim Laufen (hier wäre es noch genial, wenn da ein Rücklicht integriert wäre). Das Lichtbild (breit und weit mit einen homogenen Übergang) gefällt mir richtig gut und die Wahl der verschiedenen Lichtfarben ist auch vom Vorteil. Auf der Straße wird bei mir das kühlere Licht zum Einsatz kommen und im Wald/bei Nebel/Schneefall das warme Licht. Die Fenix HM65R-T bleibt auf jeden Fall im Sortiment und wird vorerst meine Hauptlampe fürs Laufen sein.
Wie sich die Sorfin HS21 schlägt und ob diese fürs Laufen taugt, werde ich in ein paar Wochen auch noch berichten. Falls nicht, wird diese jedoch auch hier ihren Einsatz finden.
Gruß Matthias