Seit dem 01.01.2018 haben alle Prüforganisationen für HU + AU in Deutschland wieder eine "Lizenz zum Töten".
Soll heißen, bei der AU wieder Endrohrmessung der Abgase. Das bedeutet: im Stand (also ohne Last), mindestens 3 mal hintereinander "freie Beschleunigung" bis zur Abregeldrehzahl des Motors.
Da werden dann einige ehrwürdige Dieselmotoren mit hohen Laufleistungen die Flügel streichen, weil sie nicht mehr an solche hohen Drehzahlen gewöhnt sind, da durch das gute Drehmoment der Motor viel mit niedriger Drehzahl bewegt wird.
Die Endrohrmessung ist in der Tat reine Folter für manche Dieselmotoren, besonders wenn die Messung bei nicht ganz warmen Motoren durchgeführt wird, oder bei Autos die einfach nur 20 Minuten im Stand warmgelaufen sind, da bekommt dann der Turbo eins "voll in die Fresse" Zumindest bei Ladern die über Wastegate angesteuert werden ne ganz böse Sache.
Könnt ihr mir erklären, warum Höchstdrehzahl ohne Last, d.h. vielleicht 10-20% der Maximalleistung, für den Motor so viel schädlicher sein soll als Höchstdrehzahl unter Volllast, d.h. Maximalleistung? Viel weniger Drehmoment, viel weniger Abgasstrom, niedrige Laderdrehzahl (bei Turbos).
Jeder Motor verträgt es doch, z.B. beim Überholen mal kurz bis zur Drehzahlgrenze gefahren zu werden.
Dass einem der Motor bei der AU "so leid tut", liegt doch nur daran, dass man daneben steht und mitkriegt, was für einen scheußlichen Lärm das Ding dabei macht. Wenn man drinsitzt, hört man das viel weniger und hat dazu noch Abrollgeräusche etc., die den Motorlärm überdecken - all das fehlt bei der AU, man hört den Motorenlärm pur und ungefiltert.
Ein Motor, der das nicht aushält, wäre in Kürze doch eh verreckt. Dann ist es mir bei der AU aber 10 Mal lieber als während eines Überholvorgangs.
Aber ganz abgesehen davon ist eine Messung ohne Last natürlich eh für die Katz' - aber seien wir froh, dass man für die AU keinen Rollenprüfstand braucht, dann wäre die nämlich noch wesentlich teurer.