@jottlieb: immer noch zufrieden mit der Adidas Uhr?
Ich wollte mir, wie ich es damals
hier schon beschrieben hatte, auch einen Trainingscomputer fürs Laufen anschaffen. Meine Handy-App (
Sportstracker) samt
Polar Bluetooth Brustgurt stellte mich schon länger nicht mehr zufrieden (Knopfzellen wegen der alten Bluetoothtechnik leider sehr schnell leer, Handy-App hat keine Funktionen zur Trainingssteuerung, Daten können nur sehr eingeschränkt ausgewertet werden [man kann sie allerdings als GPX-Datei einzeln exportieren], Handy-Akku danach immer ziemlich leer, Handy am arm erfordert leichte Verrenkung, um das Display ablesen zu können, Anzeigenwerte nicht wirklich konfigurierbar, Pace-Anzeige ungenau etc.).
Optische Pulsmessung:
400€ wollte ich nicht ausgeben. Somit kamen die aktuellen Topmodelle nicht in Frage (Polar V800, Garmin 910XT etc). Außerdem wollte ich, wenn möglich, auf einen Brustgurt verzichten können. Da gab es dann drei Möglichkeiten:
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TomTom Runner Cardio
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MIO Link mit entsprechend kompatibler Uhr
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Scosche RYTHM+ mit entsprechend kompatibler Uhr
Die TomTom Uhr ist eine Uhr, wo alles integriert ist (optische Pulsmessung von MIO/Philips, GPS, Kadenzmessung über Armbewegung etc.). Sie ist an sich wohl eine ganz brauchbares Teil, aber für die gebotene Funktionalität recht teuer. Außerdem ist sie nicht mit Footpods kompatibel, zeigt nur bis zu 3 Werte gleichzeitig an (während des Trainings), hat eine leicht komische Form und hat keine komplexe Intervalltrainingsfunktion.
Das MIO Link ist ein Armband mit dem bekannten optischen Sensor für die Pulsmessung (wie auch TomTom Runner Cardio, MIO Alpha, Adidas micoach smart run), welches kein Display hat und einfach nur den Puls über die beiden Funkstandards ANT+ und Bluetooth Smart (bzw. Bluetooth 4.0) an kompatible Geräte sendet. Nachteile hat das Armband leider einige:
- schlechtes Antennendesign und eine zu geringe Sendeleistung, was zu Empfangsproblemen führt (siehe
hier und die Kommentare
hier)
- die Position am Handgelenk ist für die optische Pulsmessung eher suboptimal
- man müsste dann immer 2 Uhren tragen, was ja schon ein bisschen komisch ist
Kommen wir also zum ebenfalls noch recht neuen Scosche RYTHM+. Dies ist ebenfalls eine kleine Sensoreinheit mit integriertem Akku, welche den Puls optisch misst und per ANT+ und Bluetooth Smart (gleichzeitig) an kompatible Geräte sendet. Im Gegensatz zum Mio LInk ist es aber dafür gedacht am Unterarm direkt unterhalb des Ellenbogens platziert zu werden. Praktischerweise kann man es aber auch ohne Probleme am Oberarm befestigen. Es muss gut fest gezogen werden, aber nicht unangenehm eng sein. Es darf sich halt nicht bewegen. Im Gegensatz zu den anderen Geräten benutzt das RHYTHM+ nicht den Pulssensor von MIO sondern den Performtek Sensor der Firma
Valencell. Dieser unterscheidet sich zu dem von MIO vor allem darin, dass er zusätzlich zu den beiden grünen LEDs noch eine gelbe hat.
Brauchbarkeit optischer Pulsmessung:
Bei all diesem "Gelaber" über optische Pulsmessung sollte man aber erst mal noch die entscheidende Frage stellen: sind die entsprechenden Produkte so genau, wie die elektrischen Pulssensoren von Polar, Suunto, Garmin und co.? Generell ist es wohl so! Einen unabhängigen Test gibt es
hier, wo das RYTHM+ mit dem MIO Link und einigen weiteren Sensoren verglichen (diese Tests sind weiter unten).
Hier ein weiterer nicht ganz so unabhängiger Test(der Typ ist ein Berater des Herstellers), wo auch wieder mit dem MIO Link und einem Brustgurt verglichen wird.
Hier eine von Valencell in Auftrag gegebene Studie der Campbell Universität in North Carolina, welche Anhand des RHYTHM+ die Übereinstimmung der Messungen im Vergleich zu Brustgurten überprüft hat. Sie kamen zu dem Ergebnis, dass die Abweichung zu 95% der Zeit maximal +/-5 Schläge/min betrage und der Sensor somit für Sport tauglich sei.
Hier noch eine Mini-Studie der SanFransisco State Universität, in der die Genauigkeit des MIO Links beim Radfahren und laufen getestet wurde. Sie kamen zu einer beeindruckenden Übereinstimmung von 99% mit einer EKG-Messung. Allerdings muss man auch hier wieder sagen, dass die Studie nicht wirklich unabhängig durchgeführt wurde. Der Associate Professor, welcher die Studie gemacht hat, ist inzwischen Director of Product Science and Innovation bei der Firma MIO

. Ich Glaube aber trotzdem, dass die Ergebnisse halbwegs genau sind.
Ich habe mich dann für das
Scosche RHYTHM+ entschieden und es in den USA bestellt (in Deutschland gab es das Teil vor Mitte Juni noch nicht). Mit Zoll und Versand kam ich dann auch ungefähr auf den Deutschen Preis (99€), also deutlich mehr als ein typischer Brustgurt kostet.
Insgesamt bin ich mit dem Gerät sehr zufrieden. Dieses Freiheitsgefühl, wenn man nach Jahren mal wieder ohne Brustgurt läuft ist schon echt was wert!

Die Genauigkeit erscheint mir generell voll in Ordnung zu sein. Scheinbar scheint das Gerät aber ein kürzeres Messintervall im Vergleich zu meinen Garmin und Polar Brustgurten zu haben (ich kriege meinen Ruhepuls angeblich bis auf 48 runter, mit Brustgurt nur bis 50 oder 51) und bei sehr schnellen Pulsanstiegen (wenn man also man richtig Gas gibt - z.B. Intervalle), scheinen die gemessenen Werte etwas langsamer anzusteigen. Ob das jetzt am Gerät liegt oder am Messort, kann ich nicht sagen. Wichtig ist, dass man es nicht zu locker befestigt. Ich benutze es am Oberarm, wo man es während des Trainings schnell nicht mehr wahrnimmt. Die angegebene Akkulaufzeit von 8 Stunden kann ich bestätigen.
hier mal einige Bilder:
Neben dem Training kann man mit dem Gurt noch weitere interessante Dinge anstellen. Ich habe z.B. mal meinen Puls während des Schlafens aufgezeichnet. Den erhöhten Puls in REM-Schlafphasen kann man sehr schön sehen. Auch, dass erhöhter Alkoholkonsum zu einem sichtbar höherem Durchschnittspuls (10 Schläge/min) über die ganze Nacht hinweg führen kann.
Außerdem sollte ich vielleicht noch mal erwähnen, dass dieser Sensor durch seine Bluetooth Smart Funktionalität mit einigen, aktuellen Smartphones, wie den neueren IPhones und Samsung Galaxy S-Modellen, kompatibel ist. Dort gibt es viele gute Fitnessapps, welche mit Bluetooth Smart Pulssensoren kompatibel sind.
Die Uhr:
Nun aber zurück zum eigentlichen Thema des Beitrags: des Trainingscomputers bzw. der Pulsuhr.
Bedingt durch den Kauf des RYTHM+ Sensors musste die Uhr entweder mit ANT+ oder Bluetooth Smart kompatibel sein. Bluetooth Smart ist zwar stark im kommen, wird aber momentan nur von der ganz neuen Polar V800 eingesetzt. Diese ist sicherlich schick, aber mit 400€ sehr, sehr teuer und außerdem fehlen laut
diesem Test noch viele der Funktionen, die anfangs angekündigt wurden. Ich kaufe gerne ausgereifte Produkte, wo man die Fehler schon beseitigt hat und alle angekündigten Funktionen auch schon implementiert wurden.
Somit suchte ich also eine Uhr, welche max. ca. 200€ kostet und mit ANT+ funkt (und mit Footpods kompatibel ist...). ANT+ ist ein sehr Energiesparender Funkstandard für allerlei Fitnessgeräte, der von der Firma
Dynastream, welche inzwischen zu Garmin gehört, entwickelt wurde. Er hat sich als Standard in der Fitnessgeräteindustrie etabliert. Laufuhren mit diesem Standard kommen hauptsächlich von Garmin und Suunto. Während Suunto Uhren zwar praktischerweise mit integriertem, barometrischen Höhenmesser kommen, können sie nur 3 Werte gleichzeitig anzeigen und haben ein innovatives, aber suboptimal gelöstes App-System, welches für viele Grundlegende Funktionen, wie Intervalltraining, benötigt wird.
Also blieb noch Garmin. Die haben viele Modelle, die in Frage kommen: FR610, FR620, FR310XT & FR910XT. Alle anderen Modelle sind entweder zu alt oder haben nicht alle gewünschten Funktionen.
Das aktuelle Top-Modell für Läufer, der
FR620, fiel dann aber weg, weil sie erstens viel zu teuer ist und zweitens einen sehr ungenauen GPS-Chip hat, wie in
diesem aufwendigen Test gezeigt wurde. Außerdem ist sie nicht mit Footpods kompatibel.
Der
FR610 (vorheriges Läufertopmodell) wäre an sich recht gut gewesen, hat aber ein sehr kleines Display (macht sich deutlich bemerkbar, wenn man 4 Werte gleichzeitig sehen will) und eine recht kurze Akkulaufzeit von 8 Stunden. Die Akkulaufzeit ist für einzelnen Trainings natürlich voll ausreichend, aber nach 4-5 Jahren, wenn der Akku langsam abkratzt und deutlich an Kapazität verliert, macht es sich dann doch bemerkbar. Außerdem ist sie nicht wasserdicht, was mir beim gründlichem Abwaschen nach dem Training ein ungutes Gefühl gibt.
Die aktuelle Triathlonuhr
FR910XT ist eigentlich optimal. Sie hat sogar im Gegensatz zu den anderen genannten Uhren einen integrierten Höhenmesser. Mit aktuell 300€ waren ihre wenigen Vorteile gegenüber dem FR310XT mir den heftigen Aufpreis dann doch nicht wert.
Es wurde dann also die 5 Jahre alte Triathlon Uhr
FR310XT. Die gibt es inzwischen sehr preiswert zu haben (169€ bei Amazon mit Brustgurt). Diese hat alle geforderten Funktionen und viele Vorteile.
Hier erst mal ein ausführlicher Test von DCRainmaker. Ich habe die Uhr jetzt sein ca. einem Monat und berichte jetzt mal meine Erfahrungen.
Vorteile:
- hat ein sehr großes Display (gut ablesbar, auch wenn man sich anstrengt)
- Bis zu 4 Seiten mit jeweils bis zu 4 Datenfeldern frei einstellbar
- Jedes Datenfeld kann mit mit einem von ca. 50 Datentypen, welches alles abdecken (
hier eine Übersicht) belegen =>z.B. durchschnittliche Prozent der Herzfrequenzreserve der letzten Runde
- komplett Wasserdicht (50m)
- wird komplett über Knöpfe mit gut spürbarem Druckpunkt bedient
- Datenaufzeichnung in konstantem 1s-Intervall möglich (zusätzlich zu "Smart Recording")
- man kann am Computer komplexe Trainings erstellen und an die Uhr schicken
- hat einen Piepser für die Trainingststeurung
- hat zusätzlich einen Vibrationsmotor für die Trainingssteuerung (wenn man die Piepser nicht bemerkt oder als störend empfindet)
- hat mit 20h bei eingeschaltetem GPS eine recht lange Akkulaufzeit (ca. 50h ohne GPS, also nur Puls und Footpod etc.)
- bedingt durch die Wasserdichtigkeit sind alle Knöpfe, bis auf 2, mit einer Membran überzogen => während bei vielen dieser Fitnessuhren irgendwann mal nach Jahren Knöpfe abfallen, kann das bei dieser Uhr nicht passieren
- einstellbare, helle Hintergrundbeleuchtung, welche man während des Laufens dauerhaft anlassen kann (im Winter oder Nachts)
- austauschbares Armband, welches man theoretisch auch durch eines aus Nylon mit Klettverschluss ersetzen kann
- Daten lassen sich sehr leicht in alle gängigen Formaten exportieren und mittels des Communicator Plugins auch direkt in kompatible Software hochladen
- die Uhr synchronisiert automatisch alle neuen Trainings wenn man in der Nähe seines (eingeschalteten) Computers ist
- etc.
Nachteile:
- die meisten stört die Größe der Uhr (
hier eine schönes Vergleichsbild) - ich finde sie gar nicht sooo groß (bin aber auch 1,90), da wird oft auf hohem Niveau gemeckert
- die Rückeite der Uhr ist flach - bei dieser Größe wäre eine leichte Wölbung ergonomischer
- die Pins des Armbands sollen in seltenen Fällen nicht gut halten (mir noch nicht passiert)
- manche stören sich an der Farbe der Uhr
- kein barometrischer Höhenmesser
- die Software, welche für die ANT+ Verbindung zum Computer zuständig ist, ist sehr fehlerhaft (dazu findet man auch Unmengen Berichte in den Foren von Garmin) => bei mir funktioniert das automatische hochladen einwandfrei, das Communicator Plugin funktioniert aber seit einer Weile nicht mehr richtig
Im Endeffekt bin ich aber sehr zufrieden mit der Uhr.
Hier noch ein paar Bilder:
[der Kratzer ist nur auf der Displayschutzfolie]
Footpod:
Mehrmals habe ich jetzt schon das Wort "Footpod" verwendet. Im Deutschen nennt man so was auch Schrittsensor. Dieser Sensor ermöglicht einem die eigene Schrittfrequenz (wichtig für die Laufeffizienz bzw. Technik) und die Geschwindigkeit aufzuzeichnen und anzuzeigen. Jetzt wird natürlich gefragt, warum man denn die Geschwindigkeit aufzeichnen will. Das kann die GPS-Uhr doch schon von selbst.
Da kommen wir nun zu einem der Nachteile der GPS-Technik: die Anzeige der Momentangeschwindigkeit ist bei allen GPS-Uhren recht ungenau und schwankt in der Regel recht stark. Da kann man sich nicht gut drauf verlassen. Die meisten meisten lassen sich deswegen die Geschwindigkeit der aktuellen oder letzten Runde anzeigen (z.B. 500 oder 1000m). Die andere Möglichkeit besteht darin einen Footpod zu verwenden. Dieser misst die komplette Bewegung des Fußes und kann somit auch die Geschwindigkeit messen.
Footpods gibt es seit ca. 15 Jahren. Die werden von der Firma
Dynastream Innovations hergestellt.
Hier ein Dokument, welches die Technik im Detail beleuchtet. Die Technik ist erstaunlich komplex und wurde im Laufe der Zeit stark miniaturisiert. Der Vorteil dieser Sensoren ist, dass sie deutlich schneller auf Tempowechsel reagieren und im kalibrierten Zustand genauer sind als jede GPS-Uhr (siehe dazu
hier).
Dieser Artikel bietet auch noch viele Infos.
Und, wie ich gerade schon schrieb, muss man diese Sensoren kalibrieren, um die höchst mögliche Genauigkeit zu erreichen, da ja jeder einen leicht anderen Laufstil hat. Dies geschieht über den sogenannten Kalibrierfaktor (4-stellige Zahl die Standardmäßig auf 1000 gesetzt ist). Um den optimalen Kalibrierfaktor zu finden, muss man eine Strecke bekannter Länge laufen (z.B. 2 Runden auf der Laufbahn) und dann die Streckenlänge mit der vom Footpod gemessenen Geschwindigkeit vergleichen. Den neuen Kalibrierfaktor gibt man dann in die Uhr ein. Natürlich ist es nervig nach jedem Schuhkauf extra fürs Kalibirieren zur Laufbahn zu gehen. Aus diesem Grund hat Jonathan Savage von
fellrnr.com ein
kleines Tool entwickelt, welche die Geschwindigkeit eines beliebigen Laufs (es werden einfach die Garmin History-Dateien auf der Festplatte ausgelesen) mit der vom Footpod gemessenen Geschwindigkeit vergleicht und einem den neuen Kalibrierfaktor nennt. Man kann sogar nur einzelne Runden eines Laufs analysieren und kriegt alles noch in Graphen angezeigt. Wirklich toll!
Der aktuelle Garmin Footpod (der kleinste auf dem Markt!) nennt sich SDM4 und ist mit ca. 53€ in meinen Augen recht teuer. Ich wollte ihn trotzdem unbedingt haben (gebraucht bei Ebay für 35€

). Er wird mittels eines sehr stabilen Clips an den Schnürsenkeln des Schuhs befestigt. Er ist sehr robust (kann bei jedem Wetter benutzt werden) und hält mit einer Knopfzelle ca. ein Jahr durch. Er aktiviert und verbindet sich automatisch mit der Uhr sobald man los läuft.
Man sollte jetzt noch dazu erwähnen, dass ein einzelner Kalibrierfaktor nicht bei jeder Geschwindigkeit genau ist. Wenn ich mit 6min/km gemütlich vor mich hin schlurfe, brauche ich einen anderen, als wenn ich mit 3:45min/km Intervalle laufe. Vor allem sollte man für die geplante Renngeschwindigkeit einen gut passenden ermittelt haben und zusätzlich zur Sicherheit noch bei jedem Abschnitt die Rundenfunktion der Uhr benutzen.
Fazit:
Insgesamt bin ich mit meinen Kaufentscheidungen sehr zufrieden.

Braucht man das alles, um ein besserer Läufer zu werden? Eigentlich nicht. Aber es kann sehr hilfreich sein und befriedigt den Statistiknerd in einem. Wer klassisch sein will, kann sich auch ne Stoppuhr und ein Messrad besorgen und seine Daten jeden Tag in ein tatsächliches Trainingstage
buch schreiben. Wie vor 30 Jahren

.
Aber halt! Es geht noch weiter
Trainingstagebuch und -analyse:
Wie ja allseits bekannt ist (zumindest die Polar-Jünger unterstreichen das gerne), kann man bei
Garmin Connect (die online Software von Garmin, wo alle Trainings automatisch hochgeladen werden können), einzelne Trainings zwar sehr gut anschauen, aber komplexere Trainingsanalyse ist eher nicht möglich.
Ich stelle deswegen jetzt mal hier zwei Programme vor, welche ich momenatn benutze (kann mich nicht entscheiden

).
Runalyze
Runalyze ist ein
kostenloses Online-Trainingstagebuch, welches es einem erlaubt sehr detailliert über alles Statistik zu führen und einem, wenn man es benutzt, das Training nach Jack Daniels stark erleichtert. Am besten er klickt einfach mal auf den Link. Neben den viele Funktion bietet es außerdem direkt Integration von Garmin Forerunner Uhren mittels des Communicator Plugins. Man kann also direkt von der Uhr in die Software laden (im Browser).
Unter anderem bietet die Software:
- einzelne Trainings mit allen Details anschauen
- vielfältige Statistische Anaylse
- Benutzung von einzelnen Schuhpaaren und Kleidungsstücken erfassen
- automatische Berechnung der Belastung einzelner Trainings nach dem TRIMP-Prinzip
- Berechnung des VDOT-Werts von jedem Training (inkl. Anpassung anhand der Pulstabellen von Jack Daniels - gibt es sonst nirgends) und jedem Wettkampf (VDOT ist quasi eine Möglichkeit seine Leistungsfähigkeit zu berechnen - siehe Jack Daniels)
- Berechnungen des aktuellen, durchschnittlichen VDOT-Werts
- Anzeige der aktuellen Trainingpaces nach Jack Daniels anhand des aktuellen, durchschnittlichen VDOT-Werts
- Berechnung der aktuellen Traininstressbalance (inkl. akute und chronische Trainingsbelastung) => quasi, wie stark man sich belastet hat über kurze und längere Zeiträume und,wie frisch man zu einem bestimmten Zeitpunkt war/ist
- Wettkampfrognosen nach verschiedenen Modellen bzw. Formeln anhand der Trainingsleistungen
- Höhenmeterkorrektur (sehr wichtig)
- Anpassung der VDOT-Werte durch korrigierte Höhenmeter (das gibts sonst nirgendwo)
etc.
Die Software ist wirklich toll, vor allem auch dafür, dass sie gratis ist. Sie wird von einem
Deutschen Blogger entwickelt und regelmäßig verbessert. Trotzdem kann sie aber noch nicht alles...
Wer es noch komplexer will greift zu
Sporttracks 3
Sporttracks 3 ist einem amerikanische, leider kostenpflichtige (63$) PC-Software zur Auswertung von jeder erdenklichen Sportart. Mann kann sie allerdings mit eingeschränlter Funktionalität kostenlos testen. Erst mal begrüße ich, dass diese Software offline ist (nicht zu verwechseln mit dem Online Portal sporttracks .mobi) und man seine Daten somit nicht wieder irgend einer amerikanischen Firma bereitwillig aushändigt. Die Software bietet alle normalen Analysefunktionen,
extrem ausführliche Graphfunktionalität und ein
Pluginsystem. Die Plugins sind der eigentliche Witz. Es gibt extrem komplexe Plugins, welche jede erdenkliche Funktion nachrüsten.
Hier der Pluginkatalog. Leider sind viele von ihnen kostenpflichtig (5-15$). Jede erdenkliche Trainingsuhr (eines Markenherstellers) der letzten Jahre wird unterstützt.
Die sogenannten "Aktivitätsberichte", wo man sich beliebige Graphen etc. von einer ausgewählten Gruppe Trainings (oder alle) angucken kann, sind wirklich toll. Ich kann mir z.B. ein Balkendiagramm anzeigen lassen, wo jeder Balken ein Monat ist (alle Monate, seit ich das Laufen aufzeichne, sind gleichzeitig anzeigbar). Die Balken zeigen z.B. wie viele Kilometer ich im jeweiligen Monat gelaufen bin. Jeder Balken kann jetzt noch mal eingefärbt werden und zeigen, wie viel Prozent ich von dieser Distanz oder Zeit in meinen selbst festgelegten Herzfrequenz- oder Pace-Zonen verbracht habe.
Eine Höhenkorrektur und automatisches Einfügen des Wetters zum Zeitpunkt eines Trainings sind z.B. auch dabei. Mit dem Plugin "
Calculated Fields" kann man z.B. auch selbst erfundene Datenfelder automatisch berechnen und in Graphen anzeigen lassen. Mit diesem Plugin kann man theoretisch beliebige Funktionalitäten nachrüsten.
Momentan benutzte ich beide Programme parallel. Mal gucken, ob das so bleibt. Sporttracks bietet einem im Endeffekt noch mehr Möglichkeiten.
Wer eine noch Detaillreichere Analyse will ohne selbst ein Bisschen herumzuprobieren, sollte sich vielleicht mal die Profisoftware
WKO+ von Traininspeaks angucken. Da wird es dann aber echt teuer.
So, endlich fertig?
...
Nein!
2 Empfehlungen noch:
Wer
seriös ohne Trainer trainieren möchte (für Wettkämpfe von 800m bis Marathon) sollte das Buch
"Die Laufformel" von Jack Daniels lesen. Dieses Buch ist keine Laufbibel! Hier wird nicht erklärt, welche Klamotten man kaufen soll und, wie man sich motivieren kann. Hier wird erklärt warum man trainiert, welche Trainingseinheiten sich bewährt haben, was der Sinn von jeder einzelnen Trainingseinheit ist, wie man seinen eigenen, aktuelle Leistungsstand einordnen kann und, wie man Anhand von beispielhaften Gerüsten für Trainignspläne sich selbst einen passenden Trainingsplan zusammen stellen kann.
Jack Daniels ist der bekannteste und vielleicht auch älteste amerikanische Lauftrainer. Er forscht seit den 60er Jahren in diesem Bereich.
Einige Infos aus diesem Buch kann man sich auch in einer Vortragsreihe bei Youtube von ihm erklären lassen (
hier).
Das Buch ist kürzlich in der dritten Version erschienen (USA). Ich würde mit einem Kauf warten, bis diese auf Deutsch verfügbar ist (die Englische hat imperiale Einheiten).
Wer sich generell über Laufen, Training, Marathon-Training, Ultramarathon(training), Verletzungsminimierung, Ernährung, Ausrüstung, Höhentraining etc. informieren will, sollte sich unbedingt folgende Webseite anschauen:
fellrnr.com. Es gibt meines Wissens nach keine, die ausführlicher ist, und dazu belegt er alles, wo möglich, mit Studien zu den entsprechenden Themen. Ich habe noch keine bessere Zusammenstellung von Studien zum Thema Laufen gesehen.
Hier mal einige seiner besten Beiträge:
-
Laufen bei hohen Temperaturen und
Hitzeanpassungstraining
-
wie oft man am besten pro Woche läuft
-
Der lange Lauf beim Marathontraining
-
extrem ausführlicher Vergleich von allen bekannten Marathontrainingsplänen (im Englischsprachigen Raum)
-
selbst gebaute Apparatur zur Höhentrainingssimulation
-
die Wissenschaft des Taperns
-
Wissenschaft zum Thema Energiegels
-
seine 5 wichtigsten Tips, um besser laufen zu können
-
warum Berge runter laufen wichtiger ist als Berge hoch laufen (für lange Rennen, wie Ultramarathons)
- alles zum Thema
Muskelkater (Man beachte die 145(!!!) Studien die er unten aufzählt)
-
Fellrnr's Go Juice - wie man sich selbst sein eigenes Sportgetränk zusammen mischt
etc. etc. etc.
Natürlich wird man erst mal überwältigt, aber man muss ja nicht alles lesen. Es werden aber in meinen Augen sehr viele, wirklich sinnvolle Tips genannt.
So, nun ist gut

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