Test, Review: Efest 18650 3000mAh PCB, schwarz mit goldfarbenem Etikett
Markus von msitc hat mir vor einiger Zeit einen geschützten Efest 18650 3000mAh zum Testen geschickt.
Der Akku ist "interessant", weil er die ungewöhnliche Kapazität von 3000mAh haben soll.
Über die verbaute Zelle gibt es widersprüchliche Angaben:
Lt. Auskunft Efest an msitc soll es eine LG ICR18650D1 sein, ein andermal eine Samsung ICR18650-30B.
Für beide Zellen gilt: die erreichen 3000mAh nur, wenn sie bis 4,35V geladen werden. Efest gibt aber 4,20V an. Damit hätte sie maximal 2600mAh und praktisch keinen Vorteil gegenüber einem "normalen" 2600mAh-Akku.
Es könnte auch eine Panasonic NCR18650A mit 3100mAh drin sein und Efest reduziert ehrlicherweise die Kapazitätsangabe, weil sie nur Kapazität bis 3V rechnen.
Hm, also ist messen angesagt.
Der Akku kam Mitte Juli an. Ich habe zunächst einfache Kapazitätsmessungen ohne Entladekurven gemacht, dazu Laufzeittests in mein "Referenzlampe" Zebralight SC600w. Ergebnisse:
Abmessungen: D=18,5mm, L=69,7mm
Überstromabschaltung: 6,0A (bei halbvollem Akku mit Leerlaufspannung 3,80V)
Unterspannungabschaltung: 2,40V (bei 2A gemessen)
Überspannungsabschaltung: 4,290V (nach Zerlegung direkt am PCB gemessen)
Innenwiderstand: 80mOhm (gemessen bei 3-4A)
Kapazität bei Entladung bis 2,70V (je 2 Messungen, Mittelwert):
@3A: 2820mAh
@1A: 2840mAh
Laufzeiten in der SC600w siehe hier.
Die im Verhältnis lange Restlaufzeit nach dem Runterschalten auf M1 deutet auf die typisch abfallende NCR-Entladekurve hin (niedrige Spannungslage), und auch das leichte Flackern der SC600w schon 10 Minuten vor dem Runterschalten. Die Laufzeitcharakteristik ist vergleichbar mit NCR18650A+PCB.
Bis ich Zeit für Entladekurven hatte, dauerte es noch eine Weile.
Der Akku lag deswegen 5 Wochen lang voll geladen in der Wohnung, August, 22-25°C.
Bei den Entladekurven dann die Überraschung:
Die Kapazität hatte sich gegenüber der ersten Messung 5 Wochen zuvor (1) um ca. 5% reduziert:
Das bei gleichem Messaufbau, gleichen Messgeräten, gleichem Lastkonstanter.
Ich habe sicherheitshalber die erste Entladekurve (3A) wiederholt, deswegen ist sie im Diagramm doppelt, aber es änderte sich nichts.
Ich kann mir das nur so erklären, dass der Akku in den 5 Wochen Lagerung mit 100% SOC bei Raumtemperatur 5% Kapazität verloren hat. Kapazität, nicht Ladung.
Genug gelabert, hier die Entladekurven:
Die gestrichelten Linien wurden nach dem Strippen ohne PCB aufgenommen. Sie zeigen schön den Innenwiderstand des PCBs: 25mOhm, also 75mV bei 3A.
Die gepunktete braune Linie ist ein LG ICR18650D1 3000mAh, der auf 4,20V geladen wurde. Das ist die Zelle, die angeblich im Efest steckt. Die müsste also mit der gestrichelten gelben Linie des Efest bei 3A ohne PCB übereinstimmen. Dass das nicht der Fall ist, sieht ein Blinder.
Der andere Kandidat Samsung ICR18650-30B sieht dem LG sehr ähnlich und scheidet damit ebenfalls aus.
In Ermangelung der Daten eines NCR18650(A) habe ich einen NCR18650B (3350mAh) mit PCB bei 3A auf 2900mAh skaliert (Faktor 0,85 auf der mAh-Achse): die resultierende Kurve ist praktisch deckungsgleich mit dem Efest mit PCB bei 3A.
Also egal was Efest erzählt: der Akku, den ich testen durfte, war weder von Samsung, noch von LG, sondern von Panasonic.
Das ist nicht unbedingt schlechtl, denn weder Samsung noch LG hätten bei 4,20V Ladeschluss die angegebenen 3000mAh, sondern 2600 (siehe Entladediagramm), und bis 4,35V laden könnte man sie auch nicht, weil das PCB bei 4,30V +/-0,05V (meines: 4,290V) abschaltet.
Ob das nun aber ein Panasonic NCR18650 (2900mAh) oder ein gealterter NCR18650A (3100mAh) oder gar ein NCR18650PD (2900mAh, hohe Strombelastbarkeit) ist, kann ich allerdings nicht sagen.
Zum Vergleich 3000mAh Efest mit 2600mAh Sanyo bitte hier entlang - Vorteil Sanyo, m.E.
Fotos vom gestrippten Akku folgen.
Markus von msitc hat mir vor einiger Zeit einen geschützten Efest 18650 3000mAh zum Testen geschickt.
Der Akku ist "interessant", weil er die ungewöhnliche Kapazität von 3000mAh haben soll.
Über die verbaute Zelle gibt es widersprüchliche Angaben:
Lt. Auskunft Efest an msitc soll es eine LG ICR18650D1 sein, ein andermal eine Samsung ICR18650-30B.
Für beide Zellen gilt: die erreichen 3000mAh nur, wenn sie bis 4,35V geladen werden. Efest gibt aber 4,20V an. Damit hätte sie maximal 2600mAh und praktisch keinen Vorteil gegenüber einem "normalen" 2600mAh-Akku.
Es könnte auch eine Panasonic NCR18650A mit 3100mAh drin sein und Efest reduziert ehrlicherweise die Kapazitätsangabe, weil sie nur Kapazität bis 3V rechnen.
Hm, also ist messen angesagt.
Der Akku kam Mitte Juli an. Ich habe zunächst einfache Kapazitätsmessungen ohne Entladekurven gemacht, dazu Laufzeittests in mein "Referenzlampe" Zebralight SC600w. Ergebnisse:
Abmessungen: D=18,5mm, L=69,7mm
Überstromabschaltung: 6,0A (bei halbvollem Akku mit Leerlaufspannung 3,80V)
Unterspannungabschaltung: 2,40V (bei 2A gemessen)
Überspannungsabschaltung: 4,290V (nach Zerlegung direkt am PCB gemessen)
Innenwiderstand: 80mOhm (gemessen bei 3-4A)
Kapazität bei Entladung bis 2,70V (je 2 Messungen, Mittelwert):
@3A: 2820mAh
@1A: 2840mAh
Laufzeiten in der SC600w siehe hier.
Die im Verhältnis lange Restlaufzeit nach dem Runterschalten auf M1 deutet auf die typisch abfallende NCR-Entladekurve hin (niedrige Spannungslage), und auch das leichte Flackern der SC600w schon 10 Minuten vor dem Runterschalten. Die Laufzeitcharakteristik ist vergleichbar mit NCR18650A+PCB.
Bis ich Zeit für Entladekurven hatte, dauerte es noch eine Weile.
Der Akku lag deswegen 5 Wochen lang voll geladen in der Wohnung, August, 22-25°C.
Bei den Entladekurven dann die Überraschung:
Die Kapazität hatte sich gegenüber der ersten Messung 5 Wochen zuvor (1) um ca. 5% reduziert:
| A | mAh(1) | mAh | mWh |
| 1 | 2840 | 2713 | 9717 |
| 3 | 2820 | 2663 | 9050 |
| 5 | --- | 2685 | 8692 |
Das bei gleichem Messaufbau, gleichen Messgeräten, gleichem Lastkonstanter.
Ich habe sicherheitshalber die erste Entladekurve (3A) wiederholt, deswegen ist sie im Diagramm doppelt, aber es änderte sich nichts.
Ich kann mir das nur so erklären, dass der Akku in den 5 Wochen Lagerung mit 100% SOC bei Raumtemperatur 5% Kapazität verloren hat. Kapazität, nicht Ladung.
Genug gelabert, hier die Entladekurven:
Die gestrichelten Linien wurden nach dem Strippen ohne PCB aufgenommen. Sie zeigen schön den Innenwiderstand des PCBs: 25mOhm, also 75mV bei 3A.
Die gepunktete braune Linie ist ein LG ICR18650D1 3000mAh, der auf 4,20V geladen wurde. Das ist die Zelle, die angeblich im Efest steckt. Die müsste also mit der gestrichelten gelben Linie des Efest bei 3A ohne PCB übereinstimmen. Dass das nicht der Fall ist, sieht ein Blinder.
Der andere Kandidat Samsung ICR18650-30B sieht dem LG sehr ähnlich und scheidet damit ebenfalls aus.
In Ermangelung der Daten eines NCR18650(A) habe ich einen NCR18650B (3350mAh) mit PCB bei 3A auf 2900mAh skaliert (Faktor 0,85 auf der mAh-Achse): die resultierende Kurve ist praktisch deckungsgleich mit dem Efest mit PCB bei 3A.
Also egal was Efest erzählt: der Akku, den ich testen durfte, war weder von Samsung, noch von LG, sondern von Panasonic.
Das ist nicht unbedingt schlechtl, denn weder Samsung noch LG hätten bei 4,20V Ladeschluss die angegebenen 3000mAh, sondern 2600 (siehe Entladediagramm), und bis 4,35V laden könnte man sie auch nicht, weil das PCB bei 4,30V +/-0,05V (meines: 4,290V) abschaltet.
Ob das nun aber ein Panasonic NCR18650 (2900mAh) oder ein gealterter NCR18650A (3100mAh) oder gar ein NCR18650PD (2900mAh, hohe Strombelastbarkeit) ist, kann ich allerdings nicht sagen.
Zum Vergleich 3000mAh Efest mit 2600mAh Sanyo bitte hier entlang - Vorteil Sanyo, m.E.
Fotos vom gestrippten Akku folgen.
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