So, ich starte mal mit meinen Eindrücken von der Oclip Pro S.
Packungsinhalt und Eindrücke
Die Oclip Pro S kommt in der typischen weißen Olight-Schachtel mit Aufdruck der Lampe, aber ohne weitere Angaben. Darin enthalten ist die Lampe selbst, sie ruht, sicher in einen Plastikbeutel eingewickelt, in einem Plastiktray. Darunter ist noch der übliche Papierkram und ein kurzes USB-Kabel enthalten.
Schwarz-Gold, das ist schon schick! Die Lampe wirkt definitiv edler als der “normale” Oclip Pro.


Einzig die weiße Laserung auf dem Clip wirkt etwas unpassend, sonst ist die Lampe makellos.
Abgesehen von der LED-Einheit dürfte die Lampe weitgehend äußerlich unverändert sein.
Die Anodisierung ist matter, griffiger.
Der Knopf mit Drehregler ist immer noch klein, dafür aber erstaunlich gut bedienbar. Die Ladeanzeige (rot für Laden, grün für voll) zeigt beim während des Betriebs an, wie es um den Füllstand des Akkus steht (grün 100-60%, orange 60-30%, rot 30-1%).
Die Klappe des USB-C-Ports ist immernoch eine tolle Lösung und gefällt mir deutlich besser als die meisten Gummistöpsel.

Wo die Nicht-S-Variante Spotlight, Flutlicht und Rotlicht hat, hat die S-Variante nur noch ein Weißlicht. Dafür aber rot, grün, blau und UV.



Interessant finde ich auch die Wellen im Hauptreflektor, ein Design, welches man jetzt immer mehr sieht.

Ganz schön Programm für so einen Zwerg!
Größe
Wurkkos HD03, Olight Oclip Pro S, Loopgear Loopdot, Olight Oclip Pro, Wurkkos HD03, Sofirn ST10
Beim Gewicht komme ich auf 57g.
Die größe der Lampe zu ermitteln ist etwas… naja, schwierig ist das falsche Wort, aber ich war mir mit mir selbst nicht ganz einig. Am Schluss habe ich beschlossen, einen gedachten Quader um die Lampe zu legen, so dass sich in der Tiefe Clip und Bezel aufaddieren. Damit komme ich auf 57x27x29mm
Trage- und Befestigungsmöglichkeiten
Lanyard: Ein Lanyard ist nicht enthalten.
Clip: Der Clip ist unverändert zur Pro und damit auch unverändert gut. Durch die Orientierung des Clips entgegengesetzt zum “Lampenkopf” wird die Lampe gerne mal Kopfüber geklippt sein - Ansonsten würde man aber, wie bei der Wurkkos HD03, aufs Glas drücken. Er hält aber auf jeden Fall, auch durch die Gummierung, gut und beißt hier ganz frech der Loopdot in den Schwanz.
Magnet: Der Magnet sitzt im Clip und ist kräftig. Egal in welcher Orientierung, das hält!
(Jacken)tasche: Ich finde Cliplampen immer etwas seltsam, wenn man sie an den Rand der Hosentasche clipt. Etwas dick, nicht deep carry, nicht mein Favorit. Aber in der Jackentasche oder außen irgendwo dran geklippt, alles einwandfrei!
UI (Bedienung)
Das UI ist simpel.
Egal welche Position des Drehschalters:
Gedrückthalten für ein paar Sekunden: Sperren.
Entsperrt wird auf gleichem Weg.
Drehschalter auf UV:
1 click: ein / aus.
Halten bei eingeschalteter Lampe wechselt zwischen den zwei Leuchtstufen.
Drehschalter auf weiß:
1x click: Ein wenn aus, aus wenn ein (mit memory).
2x click: Turbo - ein weiterer Doppelklick aktiviert Beacon.
3x click: Strobe.
Halten aktiviert bei ausgeschalteter Lampe den Moon-Modus, bei eingeschalteter Lampe werden die Leuchtstufen gewechselt.
Drehschalter auf Farbe:
1x click: Ein wenn aus, aus wenn ein (mit memory).
2x click: Farbe wechseln.
Halten: Bei eingeschalteter Lampe Helligkeit einstellen.
Alles intuitiv und gut gelöst, viele Funktionen und für keine braucht man die Anleitung, top!
Leuchtprofil und Messungen
Der Spot der Lampe ist genau das Mittelding zwischen Flood und Spot der Original Oclip Pro.
| Angaben in Lumen | moon | low | med | high | Turbo |
| Angaben | 1 | 10 | 100 | 300 | 600 |
| meine Messung | 1 | 10 | 100 | 300 | 600 |
Ja - meine Kugel hat exakt diese Werte ausgespuckt, da ist nichts gerundet.
Dazu passen auch die gemessenen 1614cd, bei 1600 angegebenen.
Ich habe in der Kürze der Zeit nur Turbo und High einmal durchlaufen lassen, damit ich einen Vergleich zu anderen Cliplampen ziehen kann.



Zu den Farben habe ich keine Messung, aber einen Vergleich:

Natürlich alle Bilder mit den gleichen Einstellungen.
Das UV-Licht ist ungefiltert, ausreichend kräftig, fällt weder positiv noch negativ auf.
CCT liegt bei um die 5500 - wärmer als angegeben, stört mich überhaupt nicht.
CRI ist bei ca 68.
DUV liegt konstant bei 0,012.
PWM lässt sich mit der Kamera höchstens in Moon erahnen.
Flicker ist unauffällig, wenn jemand den Screenshot davon möchte, reiche ich den gerne nach, ansonsten nutze ich den Raum aber lieber für Fotos der Lampe.
Das Ladeverhalten ist ok. Die Lampe könnte die CC-Phase noch etwas länger halten, das würde die Ladezeit verkürzen, aber auch mit dem früheren Abfall ist das noch im guten Rahmen - zumindest in meinen Augen.

Die Kapazität ist von Olight mit 580mAh angegeben, rechnet man die unterschiedliche Spannung (5V USB vs. 3,7V LiPo) und Ladungsverluste ein, kommt das ziemlich gut hin.
Zusammenfassung
Olight hat mit der Lampe das Rad mit Sicherheit nicht neu erfunden und ich würde die Lampe nicht als ein Upgrade zur Oclip Pro sehen - aber auch keinesfalls als Downgrade!
Die neue Oclip Pro S opfert beim Weißlicht ein wenig Variabilität, gewinnt aber bei den Farben stark dazu. Denn genau das sind die Farben: Stark! Richtig hell, richtig kräftig, überraschend für so eine kleine Lampe! Jetzt will ich definitiv eine Lampe mit kräftigen Farben!
Ansonsten sind die Vorzüge der Oclip immernoch genauso vorhanden, es ist immernoch die “Premium-Cliplampe”- Nicht günstig, aber richtig gut.
Einzig das etwas grüne Hauptlich stört mich etwas, auch wenn es ohne Vergleich gar nicht so schlimm ins Auge sticht - irgendwie etwas gelblicher, als ich es für die Messung erwarten würde.
Olight hat in meinen Augen die Oclip-Linie sehr passend erweitert, jetzt sollte wirklich für jeden etwas dabei sein!
Danke an
@amaretto und das TLF-Team! Es ist immer schön, Lampen bespielen zu können, die man sonst ggf. nie in der Hand hätte.