Mein bisher größtes Projekt - Eigenbau CNC-Drehmaschine

Rodge

Flashaholic*
2 September 2019
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562
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Ui, das ist aber unangenehm! Ich gehe mal fast davon aus, dass du die edlen Hochpräzisionslager nichtmal zerstörungsfrei wieder herunter bekommst... Was die Sache noch unangenehmer macht.
Waren denn die zuerst getauschten Lager tatsächlich defekt? In dem Maße, dass es das erhöhte Spiel erklären würde?
Kopf hoch und auf dass der Fehler effizient gefunden werde!
 
Zuletzt bearbeitet:

Straight Flash

Flashaholic**
23 März 2018
3.836
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Kassel
Staune wie immer über deine interessanten, auch für technische Laien wie mich verständlichen Projektberichte und bewundere deine Zielstrebigkeit und Ausdauer. Oft sind es irgendwelche übersehenen Kleinigkeiten, die einen an den Rand der Verzweiflung treiben. Drücke die Daumen, dass du das Problem löst! :thumbup:
 

Photon

Flashaholic**
8 Juni 2012
1.321
1.309
113
Heidelberg
Hallo Michael!

Kannst Du den Drehstahl als Ursache sicher ausschließen? Besonders Innendrehstähle, die je nach der Innenkontur auch mal weiter rausragen müssen, neigen logischerweise auch zum Schwingen. Kann man aber leicht feststellen. Habe mal für einen Mitforisten ein D-Maglite- Rohr ausgedreht. Der weit ausgespannte Innenstahl wurde am Schaft lose mit Lötzinn umwickelt = improvisierter Schwingungstilger

Gruß Volker
 
  • Danke
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aggerflash

Flashaholic*
30 November 2022
295
230
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Ortenaukreis
Hmm ärgerlich, aber kommt mir irgendwie bekannt vor - wenn man denkt es läuft, dann Grätscht irgendwas rein.

Von meiner Seite aus sei gesagt - keine Hektik aufkommen lassen.
 

Ivo

Stammgast
29 März 2023
62
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18
Leipzig
Es wurde schon vielfach gesagt, nur von mir noch nicht: krasses Projekt!
Ich bin normalerweise nicht zimperlich mit großen Projekten, bei deiner Doku wurde mir aber kurz mal etwas schwindelig! o_O
Mir war nicht klar, wie viel in etwas so 'einfaches' wie eine Drehmaschine reingeht. Wie so oft..
Herzlichen Dank für die tolle (laienkompatible) Doku!

Na, ich weiß jetzt wohin ich mich wende, wenn ich Drehteile brauche ;-)

Ivo
 

RC-Drehteile

TaschenlampeneigenbauSpezi & Ehrenmitglied
4 Juli 2010
6.205
6.284
113
hi zusammen,

danke euch. ich habe nochmal alles gecheckt, bisher konnte ich das Problem zwar eingrenzen, aber nicht eindeutig identifizieren. habe jetzt in zwei Wochen einen Termin bei einem Fachmann - hoffe dass er mir helfen kann.

das Problem kommt definitiv vom Spindelstock, alles andere kann ich eigentlich ausschließen.

habe die Feiertage etwas runtergefahren, an der Drehbank nur minimal weiter gemacht, den Drehstahlhalter optimiert, das Schmiersystem nochmal überarbeitet, einen Beistelltisch gebaut als Ablage, etc. jetzt warte ich auf den "Fachmann", dann geht es hoffentlich weiter.

Gruß Michael
 

pipchen

Flashaholic
30 November 2014
118
25
28
Niedersachsen
Ich verfolge deine Beiträge schon sehr lange und ich werde mal eine Lampe von Dir kaufen
Wenn alles wieder läuft!
Gibt es eine Vorschau deiner Lampen?

Ich bin Laie. Mal eine dumme Frage zu den Lagern.
Warum "Schwimmen" diese nicht in einem Ölfilm, wie die Kurbelwelle bei einem Auto, bei diesem minimalen Spiel?
Bei Druck des Öles sollte sich nichts bewegen. Natürlich ist das mit dem Dichten der Lager ein Problem.

Ich hoffe es wird eine günstige Lösung dafür gefunden.
Denn ich schätze deine Arbeit und es wäre schade wenn es nicht weitergeht.
 

RC-Drehteile

TaschenlampeneigenbauSpezi & Ehrenmitglied
4 Juli 2010
6.205
6.284
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Ich verfolge deine Beiträge schon sehr lange und ich werde mal eine Lampe von Dir kaufen
Wenn alles wieder läuft!
Gibt es eine Vorschau deiner Lampen?

Ich bin Laie. Mal eine dumme Frage zu den Lagern.
Warum "Schwimmen" diese nicht in einem Ölfilm, wie die Kurbelwelle bei einem Auto, bei diesem minimalen Spiel?
Bei Druck des Öles sollte sich nichts bewegen. Natürlich ist das mit dem Dichten der Lager ein Problem.

Ich hoffe es wird eine günstige Lösung dafür gefunden.
Denn ich schätze deine Arbeit und es wäre schade wenn es nicht weitergeht.
Moin, danke dir für deine Worte. Ein paar Bilder der Lampen findest du in diesem thread hier, ansonsten hier:

https://www.taschenlampen-forum.de/threads/modulare-18350-edc.94588/

Zu deiner Frage, warum die Lager nicht in Öl laufen:

Prinzipiell gibt es ölgeschmierte Lager und fettgeschmierte Lager. Die Ölschmierung erlaubt höhere Maximaldrehzahlen. Allerdings darf man das nicht mit dem PKW Motor vergleichen. Dort werden Gleitlager verwendet ( gab es in Werkzeugmaschinen früher auch), haben aber einfach den Nachteil, dass sie nicht so viel Steifigkeit bieten wie eine ordentliche Wälzlagerung. Bei Wälzlagern im Maschinenbereich sind die Lager vorgespannt, das heißt, die Kugeln werden wirklich mit Druck gegen die Lagerringe gedrückt. Kommt jetzt eine äußere Belastung dazu, wird die Kraft direkt vom Lagerring über die Kugel auf den anderen Lagerring übertragen. Als Verformung hat man nur die elastische Verformung der Stahlbauteile. Bei meinen Lagern braucht es zum Beispiel 17kg Druck, um das Lager 0,001mm zu verschieben. Und ich habe drei Lager verbaut, also 51kg pro 0,001mm. Bei einer halben Tonne Druck hätte man nur eine Verformung von 0,01mm, das ist enorm.

Diese Steifigkeit ist notwendig, um dicke Späne abnehmen zu können, um mit dicken Bohrern arbeiten zu können, etc. Würde die Spindel mehr nachgeben, könnte es Schwingungen etc gegen. Das ist ein komplexes Thema.

Bei einem Gleitlager braucht es ein Lagerspiel von mehreren Hundertstel Millimeter, also zwischen 0,03-0,08mm je nach Anwendung hätte ich gesagt. Und steif werden die erst bei hohem Öldruck, was einen enormen konstruktiven Aufwand bedeuten würde. Und selbst dann reden wir von ganz anderen Werten als bei einer Wälzlagerung.

Hoffe das war verständlich.

Egal wie es ausgeht, es wird weitergehen. Die Frage ist nur, wie teuer es für mich wird

Gruß Michael
 

Leo

Flashaholic
29 August 2012
239
128
43
Schleswig-Holstein
Ich bin leider eben erst über diesen Thread gestolpert. Ich bin sprachlos vor Begeisterung und Annerkennung Deiner Fähigkeiten, Deines Wissens und Antriebs. Ein tolles Projekt. Ich mag mich gar nicht mehr vor meine kleine Proxxon stellen ;(.
 

RC-Drehteile

TaschenlampeneigenbauSpezi & Ehrenmitglied
4 Juli 2010
6.205
6.284
113
Hallo Michael!

Kannst Du den Drehstahl als Ursache sicher ausschließen? Besonders Innendrehstähle, die je nach der Innenkontur auch mal weiter rausragen müssen, neigen logischerweise auch zum Schwingen. Kann man aber leicht feststellen. Habe mal für einen Mitforisten ein D-Maglite- Rohr ausgedreht. Der weit ausgespannte Innenstahl wurde am Schaft lose mit Lötzinn umwickelt = improvisierter Schwingungstilger

Gruß Volker

Hi Volker, ich verwende nur noch VHM Bohrstangen, da hatte ich im Vorfeld auch bei richtig hohen Ausspannweiten absolut kein Problem. Außerdem gibt's die Probleme nicht nur bei Innenbearbeitung, sondern auch beim Einstechen, Plandrehen und sogar Gewindeschneiden.

Gruß Michael
 

Photon

Flashaholic**
8 Juni 2012
1.321
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Heidelberg
Hallo Michael!
Weiß ich, ist/war schließlich ein Teil meines Berufes. Die gesamte Maschine mit allen daran beteiligten Baugruppen muß möglichst starr sein.
Habe daheim noch eine Wolf Jahn Frankfurt a.M. rumstehen, bei der das nicht so ausgeprägt ist. Darauf hab ich früher einige Projekte nach dem Motto "geht nicht gibts nicht" durchgezogen :pinch::p
Gruß
Volker
 

pipchen

Flashaholic
30 November 2014
118
25
28
Niedersachsen
Danke für deine Zeit für umfangreiche Erklärung!
Ich bin zwar "alt " aber ich lerne immer noch gern etwas dazu.
Herzlichen Dank
 

RC-Drehteile

TaschenlampeneigenbauSpezi & Ehrenmitglied
4 Juli 2010
6.205
6.284
113
Danke für deine Zeit für umfangreiche Erklärung!
Ich bin zwar "alt " aber ich lerne immer noch gern etwas dazu.
Herzlichen Dank

hi zusammen,

ich war am Samstag in Österreich bei einer Firma, die sich auf Maschinenrevisionen spezialisiert hat. wir haben uns meine Spindel angeschaut und haben auch das Problem gefunden. Dazu gleich mehr.

erst nochmal zu der Frage der ölgelagerten Spindel: wir kamen auch auf dieses Thema und hochgenaue Schleifmaschinen verwenden tatsächlich hydrostatische Lagerungskonzepte, wo die Spindel komplett in Öl läuft. Dadurch gibt es quasi keinen Rundlauffehler und auch die Steifigkeit lässt sich mit entsprechend hohem Druck erreichen - es ist also tatsächlich eine sehr gute Lösung. Aber der Aufwand ist um ein vielfaches höher als bei einer Wälzlagerung, dieses System aufeinander abzustimmen, es abzudichten, es zu warten, etc. So eine Spindel kostet schnell mal Faktor 10-20 einer normalen Kugelgelagerten Spindel. Nur so als zusätzliche Info, mein Wissen war da also auch nicht auf dem aktuellen Stand.

jetzt zurück zu meiner Spindel:

wir haben zuerst alles vermessen, was man vermessen kann, ohne die Lager abzuziehen und haben versucht, Fehlerquellen auszuschließen. haben die Spindel dann Stück für Stück vervollständigt, zusammengebaut, wieder vermessen, etc.

nichts lässt darauf schließen, dass irgendetwas falsch läuft. bis wir die Spindel ganz zusammen gebaut haben und ich wieder mit meiner Messuhr und meinem Messstativ gemessen habe und wir wieder ähnliches Spiel gemessen haben. ich hatte meine Messmittel zur Validierung mitgenommen.

mit den Firmeneigenen Messmitteln sah das ganze etwas anders aus. mit einer Messuhr, die nochmal um das 10fache genauer auflöst, also 0,0001mm, haben wir festgestellt, dass das Axialspiel in der Spindel innerhalb von 0,001mm liegt, was vollkommen okay ist. meine Messuhr hat den 5-7fachen Wert angezeigt !

das ist insofern frustrierend, als das ich mit meinen alten Messmitteln schonmal schlechte Erfahrungen gemacht habe und dann 250€ in neue Messuhr vom Marktführer Mitutoyo investiert habe, dazu nochmal 150€ in ein Messstativ - nur um dann zu merken, dass das scheinbar nicht reicht.

das heißt für mich: Meiner Spindel geht es wunderbar, ich werde diese jetzt wieder einbauen und kann dann endlich starten. Die Gedanken, die ich mir gemacht habe, sind unbegründet. Meine Hauptsorge war ja, dass was mit der Geometrie der Spindel nicht stimmt und ich mir die neuen Lager beim Gebrauch wieder zerstöre. aber das kann ich jetzt ausschließen. Den vorzeitigen Ausstieg der alten Lager kann ich mir nur erklären, dass ich zwei inzwischen bekannte Fehler beim Einbau gemacht habe und die Lager selbst unbekannter Herkunft waren.

und ich werde mich an Mitutoyo wenden, wie das sein kann, dass ihre Messuhren bei Vergleichsmessungen so daneben liegen. Es gibt tatsächlich oft Fakes in dem Bereich. Ob ich so einen erwischt habe, müsste sich sicherlich über eine Seriennummer herausbekommen lassen.

viele Grüße
Michael
 

TauRox

Flashaholic**
10 September 2020
1.076
953
113
das heißt für mich: Meiner Spindel geht es wunderbar, ich werde diese jetzt wieder einbauen und kann dann endlich starten.
Danke für das Update. Ich verfolge dein Projekt mit großem Interesse. Auch wenn der Weg zu dieser Diagnose mit Schmerzen verbunden war, ist das wohl doch eine relativ gute Erkenntnis. Ich freue mich auf weitere Berichte. Mach weiter so. Und irgendwann leiste ich mir auch mal ne Lampe von dir :thumbup:.
 

Rodge

Flashaholic*
2 September 2019
552
562
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Schön, dass Du Antworten gefunden hast und wieder guter Dinge vorangehen kannst!

... Spindel angeschaut und haben auch das Problem gefunden...
... haben die Spindel dann Stück für Stück vervollständigt, zusammengebaut, wieder vermessen, etc... nichts lässt darauf schließen, dass irgendetwas falsch läuft. bis... ich wieder mit meiner Messuhr und meinem Messstativ gemessen habe und wir wieder ähnliches Spiel gemessen haben... Mit den Firmeneigenen Messmitteln sah das ganze etwas anders aus.
Also das bedeutet, das zuvor gegessen Spiel war nicht die Ursache für Steifigkeitsverlust und Rattermarken? Sondern stets nur ein Messfehler?
Ich hatte es so verstanden, dass Du an der Spindel, nach dem 2. Austausch der Lager, das gleiche Spiel gemessen hast wie nach dem 1. Austausch der Lager.

... Das heißt für mich: Meiner Spindel geht es wunderbar...
Wunderbar :thumbup:

Meine Hauptsorge war ja, dass was mit der Geometrie der Spindel nicht stimmt und ich mir die neuen Lager beim Gebrauch wieder zerstöre. aber das kann ich jetzt ausschließen.
Das ist doch toll, wenn sich die Aktion gelohnt hat.
Gutes Gelingen bei der Montage und allzeit Arbeitsergebnisse wie gewünscht!


Aber wirklich kaum zu glauben, dass dich die Messung so in die Irre geführt hat. Das hätte ich nie vermutet.
 

RC-Drehteile

TaschenlampeneigenbauSpezi & Ehrenmitglied
4 Juli 2010
6.205
6.284
113
Schön, dass Du Antworten gefunden hast und wieder guter Dinge vorangehen kannst!


Also das bedeutet, das zuvor gegessen Spiel war nicht die Ursache für Steifigkeitsverlust und Rattermarken? Sondern stets nur ein Messfehler?
Ich hatte es so verstanden, dass Du an der Spindel, nach dem 2. Austausch der Lager, das gleiche Spiel gemessen hast wie nach dem 1. Austausch der Lager.


Wunderbar :thumbup:


Das ist doch toll, wenn sich die Aktion gelohnt hat.
Gutes Gelingen bei der Montage und allzeit Arbeitsergebnisse wie gewünscht!


Aber wirklich kaum zu glauben, dass dich die Messung so in die Irre geführt hat. Das hätte ich nie vermutet.
Hi,

Also mit den alten Lagern hatte ich noch etwas mehr Axialspiel, aber unabhängig davon waren die Lager wirklich kaputt - die haben sehr böse gemahlen.
Daher kamen dann vermutlich die Rattermarken.

Tatsächlich habe ich nur eine Messuhr genutzt, die Reproduzierbar falsche Ergebnisse liefert. Ich habe sogar noch zwei andere Messuhren, die deutlich älter sind und mit denen ich auch schon Probleme hatte. Das Problem habe ich inzwischen gefunden, das war eine lose Schraube.

Also habe ich die beiden anderen Uhren auch nochmal probiert, damit habe ich kein messbares Axialspiel. Nur mit der neuen Mitutoyo.

IMG_20250120_194916_copy_2048x1536.jpg

Es wäre so einfach gewesen, aber ich wäre im Traum nicht darauf gekommen, dass es an der Messuhr liegt.

Naja, auch so sammelt man Erfahrungen.

Gruß Michael
 

Rodge

Flashaholic*
2 September 2019
552
562
93
Also mit den alten Lagern hatte ich noch etwas mehr Axialspiel, aber unabhängig davon waren die Lager wirklich kaputt - die haben sehr böse gemahlen.
Daher kamen dann vermutlich die Rattermarken.
Du hattest angedeutet, da sei beim Einbau der Lager etwas schiefgegangen. Darf man mal ganz vorsichtig fragen was das gewesen ist? - Als Lessons Learned, für die ganz wenigen unter uns, die auch mal einen Spindelstock auseinandernehmen wollen...

Die Mahr Uhren sind ja quasi prähistorisch. Aber sehr hübsch!
Klar können die verharzt sein. Aber einem Stück Metall kann man im allgemeinen doch trauen.

Ps: tatsächlich besitze ich auch eine solche Mahr 1/1000 Uhr. Sie ist Teil einer Art "Kontrollmikrometerschraube", da stellt man das Sollmaß ein und auf der gegenüberliegenden Uhr, mit Werkstück dazwischen, kann man dann die Abweichung sehen......... Vom Trödelmarkt.
 

RC-Drehteile

TaschenlampeneigenbauSpezi & Ehrenmitglied
4 Juli 2010
6.205
6.284
113
Moin, na klar darfst du fragen, das ist kein Geheimnis.

Ich habe zwei Sachen falsch gemacht.

1. Die Spindel selbst wird mit zwei Stirndeckeln axial gehalten. Also vorne und hinten befindet sich ein Deckel, der die Spindel fixiert. Habe beide Deckel so verbaut, wie ich sie abgenommen habe. Was ich nicht wusste: die hochgenauen Spindellager haben eine Breitentoleranz von 0,1mm!!! Das heißt, bei 5 Lagern kann die Spindel 0,5mm kürzer oder länger sein.

Wenn jetzt die Deckel nicht angepasst werden, kann es sein, dass man alle Schrauben anzieht, die Spindel aber gar nicht klemmt, da die Lager schmaler sind als vorher. Genau das ist bei mir passiert. Also hat die Spindel nur in den Bohrungen vom Spindelstock gelegen und konnte sich vor und zurück bewegen.

Das hat zwar keinen Einfluss auf die Lagervorapannung, aber auf die Stabilität der Spindel auf jeden Fall.

Den zweiten Fehler, den ich gemacht habe: die Spindelmutter drückt auf die Innenringe der Lager. Das tut sie aber nicht direkt, sondern da ist ein Schiebestück dazwischen, wo vorher mal der Antriebsriemen drüber lief. Dieses Schiebestück ging so schwer, dass ich es aufpressen musste. Und dann hat das Anzugsmoment der Spindelmutter keine Kraft auf die Lager ausüben können, sondern die Kraft ist im Schiebestück verpufft.

Die Lager liefen ohne Vorspannung, dann hatte ich am Anfang noch mit Vibrationen vom Zahnriemen zu kämpfen und das hat gereicht, die Lager in kürzester Zeit zu zerstören.

Habe dann im zweiten Anlauf das Schiebestück größer gehohnt, dass es einfach aufzuschieben geht und damit sollte das Problem auch gelöst sein.

Habe gestern den Spindelstock montiert und ausgerichtet, heute baue ich den Antriebsmotor wieder ein und richte den Riemenantrieb aus.

Dann ist noch ein Fettverteilungslauf nötig. Wird einfach nur Fett in die Lager gefüllt, so sind die Bahnen der Lagerkugeln mit Fett voll. Dieses Fett aus dem Weg zu drücken erzeugt Wärme. Damit diese Wärme die neuen Lager nicht gleich zerstört, wird mit der Spindel ein bestimmtes Profil an Drehzahlen und Drehrichtungsumkehren abgefahren, mit Wartezeiten dazwischen, um die Temperaturen im Griff zu behalten.

Erst dann kann man mit der Spindel arbeiten.

Ich hoffe also, dass ich Ende der Woche wieder die ersten Späne machen kann.

Gruß Michael
 

RC-Drehteile

TaschenlampeneigenbauSpezi & Ehrenmitglied
4 Juli 2010
6.205
6.284
113
moin zusammen,

es gibt Nachrichten. Gute und Schlechte.

zuerst die schlechten.

nachdem ich wie oben geschrieben den Fettverteilungslauf gemacht habe, ist mir aufgefallen, dass der Riemen ziemlich laut läuft. das war vorher auch schon so, aber nachdem ich lange nicht an der Maschine gearbeitet habe, ist mir aufgefallen, wie störend das ist. und eine Unwucht habe ich nach wie vor noch im Riementrieb, deshalb habe ich beschlossen, auf einen Poly-V Riemen umzusteigen. die Scheiben dazu muss ich selbst drehen, die gibts nicht passend zu kaufen. Aber gut, das ist ein Thema für später.

nachdem der Verteilungslauf abgeschlossen war, habe ich erste Drehproben gemacht. ich wollte ja wissen, ob das Rattern, der eigentliche Grund für die Spindelüberholung, jetzt weg ist. Doch ich musste feststellen, dass dem nicht so war.

wer hören will, wie grausam sich sowas anhört, der lauscht hier mal rein:

man sieht auch die Messuhr, die habe ich überall angeschlagen um zu identifizieren, woher das Problem kommt.

ich habe den Grundträger für meine Werkzeughalterung als vermeintliche Schwachstelle ausfindig gemacht und diese massiv verstärkt.

IMG_20241228_123528-1024x1365.jpg

das war schon die neue Version, allerdings hatte ich da trotz dem massiven Aluklotz noch eine recht starke Verformung messen können.
Also nochmal massiver:
IMG_20250124_195227-1536x2048.jpg

hier nochmal der Vergleich, wie es vorher aussah:
Screenshot_2025-01-25-10-41-08-633_com.google.android.apps.photos.jpg

da diese Werkzeughalterung von Anfang an nur als Übergangslösung dienen sollte, bis ein Werkzeugrevolver montiert wird, habe ich da keinen großen Wert drauf gelegt.

so, mit der verstärkten Ausführung hat sich gezeigt - es hat sich nichts verbessert.

also weiter suchen. Ich habe mir eine Liste geschrieben und diese abgearbeitet:

-Parametrierung der Servo-Antriebe geprüft - dort können auch Resonanzen durch den Regelkreis entstehen - unauffällig.
-andere Werkzeuge probiert - gleiches Problem
-anderen Werkzeughalter von meiner anderen Drehbank probiert - gleiches Problem
-Spindel geprüft - bewegt sich die Spindel selbst im Spindelstock ? -negativ
-Das Spiel aller Führungen gemessen - nichts auffälliges gefunden.
-die Späneabdeckungen demontiert und die Lager der Kugelumlaufspindeln geprüft - alles in Ordnung
-Alle Schrauben nachgezogen - waren alle ordnungsgemäß angezogen.
-geprüft, ob das Drehmaschinenbett noch richtig am Unterbau befestigt ist - ja ist es.
-Die Befestigungen vom Drehbankfutter geprüft - fest
und noch viele andere Kleinigkeiten geprüft. Alles ist in Ordnung und es dürfte diese Schwingungen nicht geben.

beim Prüfen vom Futter ist mir dann etwas eingefallen - ich probiere mal ein anderes 3-Backenfutter. Der Tipp wurde mir schon früher gegeben, aber ich wüsste nicht, wo ich ein anderes Futter hernehmen sollte. Dann ist mir aber eingefallen, dass ein Freund eine Drehbank hat, die eine ähnliche Größe wie meine hat. Habe ihn kurz angerufen und tatsächlich hat er an seiner Spindel die gleiche Aufnahme. Bin kurz zu ihm gefahren, habe sein Futter geholt und montiert - und siehe da, ich habe wieder eine funktionierende Drehbank.

3 Tage lang war ich auf Fehlersuche und dann war es das Teil, mit dem ich am wenigsten gerechnet habe. das neue Backenfutter, für 700 € bei einem Fachhändler gekauft - völlig desaströse Geometrie der Spannbacken.

die Backen sind zweiteilig, bestehen also aus einer Grundbacke, welche sich im Futter bewegt und aus einer Aufsatzbacke. diese kann man einfach drehen oder gegen andere austauschen. Mein Gedanke dahinter war, dass ich damit flexibel in der Aufspannung komplexer Teile bin. aber diese zweiteilige Backen sind nicht gut aufeinander abgestimmt. das heißt, der eine Teil passt nicht zum anderen und daher spannt nur ein Teil der Backen das Rundmaterial. nur 2,5cm statt 7cm greifen auf das Metall. und deswegen ist das Rundmaterial einfach nicht fest eingespannt. das erklärt alles.

hier mal zur Veranschaulichung, ich habe ein Stück Rund-Alu eingespannt und kann mit einem 0,04mm dicken Stück Metall ( Fühlerlehre ) zwischen Backe und Alu durchgehen. das darf absolut nicht sein.



Werde am Montag den Händler kontaktieren und um einen Austausch bitten.

Ich hoffe, ihr entschuldigt die Verzögerungen, die das alles mit sich bringt. Aber ihr merkt hoffentlich, dass ich alles gebe, dass es weiter geht.

viele Grüße
Michael
 

luceo ergo sum

Flashaholic*
2 Dezember 2013
480
162
43
Sind das weiche Bachen die erst im gespannten Zustand ausgedreht/ geschliffen werden müssen? Die sehen zwar fertig aus aber wer weiß...
An der richtigen Position sind alle?
 
  • Danke
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hampshire

Flashaholic*
29 Dezember 2015
569
443
63
Quatsch! Du brauchst Dich doch nicht zu entschuldigen, im Gegentum. Wir haben zu Danken! Ganz großes Kino, spannende Unterhaltung.
Sehe ich genau so- Ich finde es toll, dass wir Dich in Deinem ganz speziellem Rabbithole besuchen dürfen. Deine Art das Projekt zu beschreiben ist ungeheuer sympathisch und Dein Umgang mit Rückschlägen von vorbildlicher Haltung zum Lernen gekennzeichnet.
 

RC-Drehteile

TaschenlampeneigenbauSpezi & Ehrenmitglied
4 Juli 2010
6.205
6.284
113
Danke euch für eure Worte.

Die Backen sind von Werk auf das Futter eingeschliffen, die waren auch mal gut.
IMG_20250127_073135_copy_2048x1536.jpg
IMG_20250127_073107_copy_1536x2048.jpg

Von gut kann man jetzt nicht mehr sprechen. Ich habe dann die geteilten Backen zerlegt und dabei ist mir aufgefallen, dass die beiden Einzelteile nicht per Passung verbunden sind, sondern sich verschieben lassen.

Das heißt, dass bei Belastung, insbesondere bei Spannen von kurzen Werkstücken die ganze Spannkraft nur über die Reibfläche übertragen wird und bei zu hoher Belastung sich die Aufsatzbacken verschieben lassen. Meiner Meinung nach ein Konstruktionsfehler.

Habe die Backen jetzt zueinander ausgerichtet und damit sollte ich erstmal wieder arbeiten können, aber ich kümmere mich da um eine zuverlässigere Lösung.

Gruß Michael
 

luceo ergo sum

Flashaholic*
2 Dezember 2013
480
162
43
Aber da sind doch Nuten in beiden Richtungen? Sind das kein Passungen? Wenn nicht ist das ein Konstruktonsfehler, da stimme ich dir zu.

Ich kenne das auch nur in der Form das nur die Aufsatzbacken tragen. So wie hier ist es ja eine Doppelpassung die man eigentlich vermeidet
 

RC-Drehteile

TaschenlampeneigenbauSpezi & Ehrenmitglied
4 Juli 2010
6.205
6.284
113
Nein, das sind keine Passungen, da is Spiel drin - zumindest in 2 der 3 Backen. Habe heute probiert, das auszurichten - ohne Erfolg. Werde die Backen doch ausschleifen müssen.

Gruß Michael
 
  • Danke
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Rodge

Flashaholic*
2 September 2019
552
562
93
Ich wollte mal wieder vorbeischauen. Habe vor einiger Zeit ein Youtube Shorts gefunden, mit frisch ausgeschliffenen Backen. Einem gespannten Teil und mit einer 1/1000 Messuhr daran entlang gefahren.
Es sah für mich so aus, als wäre das Bauteil dabei nun gut zentriert gewesen.
Hast Du es damit geschafft? Wie arbeitet es sich nun mit der Maschine, konntest Du einen Frieden damit machen?
 

RC-Drehteile

TaschenlampeneigenbauSpezi & Ehrenmitglied
4 Juli 2010
6.205
6.284
113
Hi Rodge,

danke der Nachfrage. schau mal hier rein, hier gehts mit der Lampenherstellung weiter:
https://www.taschenlampen-forum.de/threads/modulare-18350-edc.94588/

die Probleme mit dem Futter sind behoben, habe die Backen ausschleifen lassen.

die Riemenscheiben sind auch neu gemacht und ich drehe seit einigen Wochen wieder Teile auf der Maschine,

habe wie geschrieben jetzt Gewindedorne gemacht in allen Größen, habe mir da jetzt meine eigene "Norm" gemacht, wie ich die Gewinde gestalte und messe. unnötigerweise habe ich mir letzte Woche Montag meine Fingerkuppe abgetrennt bei einem blöden Unfall, unabhängig von der Werkstatt. die ersten 4-5 Tage waren echt schmerzhaft, jetzt geht es wieder halbwegs. War durch die Folgen der Tetanusimpfung ( 2 Tage Fieber und einige Tage danach noch gut platt ) dann bis Samstag auch aus dem Verkehr gezogen, Heute gehts aber weiter.

ich halte euch wie gehabt auf dem Laufenden.

Gruß Michael
 

Rodge

Flashaholic*
2 September 2019
552
562
93
Hi Rodge,

danke der Nachfrage. schau mal hier rein, hier gehts mit der Lampenherstellung weiter:
https://www.taschenlampen-forum.de/threads/modulare-18350-edc.94588/
Hab ich doch glatt übersehen. Sehr schön!

die Probleme mit dem Futter sind behoben, habe die Backen ausschleifen lassen.

die Riemenscheiben sind auch neu gemacht und ich drehe seit einigen Wochen wieder Teile auf der Maschine,

habe wie geschrieben jetzt Gewindedorne gemacht in allen Größen, habe mir da jetzt meine eigene "Norm" gemacht, wie ich die Gewinde gestalte und messe.
Toll, das ist ja wirklich vielversprechend!
Fundamentale Arbeit, mit den Maßstäben, die Du da für dich anlegt.
Sieht wohl so aus als wolltest Du zukünftig ein paar Taschenlampen mehr bauen :klatschen:

unnötigerweise habe ich mir letzte Woche Montag meine Fingerkuppe abgetrennt bei einem blöden Unfall, unabhängig von der Werkstatt.
Alles Gute!

Gruß Richard
 

Kabukimann

Flashaholic**
9 Oktober 2019
3.600
3.742
113
Berlin
@RC-Drehteile

Ich hoffe, dass du irgendwann mit einem lachenden Auge zurückblicken kannst, die Schmerzen sind dann ja irgendwann mehr oder weniger vergessen und wenn du im Alltag dadurch zukünftig nicht dauerhaft eingeschränkt bist (was ich hoffe), dann ist es eines Tages eine "coole" Anekdote. Oder eine Warnung an den Nachwuchs.
 
  • Danke
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astrowolfgang

Flashaholic
15 Juli 2025
241
240
43
Moin,
da hast du ja ein Superprojekt bearbeitet. Hut ab. Das wäre was für meinen Freund Achim, der hat sich auch 'ne kleinen CNC gebaut, und macht in seinem Keller die tollsten Sachen. Er baut komplette Modell Verbrennermotoren, und restauriert alte Vorkriegsmotoren. Natürlich hat der auch mal einige Tala's gedreht. Er kann aber gar nicht mit der Elektronik, das habe ich dann für ihn gemacht.
Da bin ich mit meiner kleinen Westfalia Dreh/Fräs Maschine ein Waisenknabe (Foto).
Bin ja auch kein Metaller, sondern Elektroniker (Foto - das ist mein wahrer Arbeitsplatz). Ich habe mir das Zerspanen selbst beigebracht.

Gruß
Wolfgang
 

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