Rätselhafte Steckdose

Serienchiller

Flashaholic**
13 August 2011
1.228
616
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Neuruppin
Hallo zusammen!

Ich bin mir sicher, dass hier im Forum einige Leute unterwegs sind, die von Elektrik deutlich mehr verstehen als ich.

Folgendes Problem: Wir hatten eine uralte Waschmaschine, die irgendwann anfing, uns Stromschläge zu geben, wenn wir die Trommel berührten. Also haben wir die alte auf den Recyclinghof gebracht und eine neue gekauft. Die hatte aber genau das selbe Problem. Ich hatte dann sofort die Steckdose im Verdacht, denn die Elektrik bei uns in der Wohnung ist sowieso eine ziemliche Katastrophe. Also habe ich erstmal eine andere Steckdose genommen und siehe da - keine Stromschläge mehr.

Das komische ist, dass mit der alten Steckdose alles in Ordnung zu sein scheint. Auf dem Schutzleiter ist keine Spannung, er ist aber elektrisch mit dem Nulleiter verbunden (was soweit ich weiß nicht mehr erlaubt ist, aber früher üblich war). Auch die Verkabelung sieht gut aus, aus der Wand kommt ein Kabel mit drei Adern, grün-gelb an den Schutzkontakt, die anderen beiden an die Stromkontakte. Die Isolierung ist auch überall intakt. Leider weiß ich nicht genau, wo das Kabel herkommt, unser Vormieter (der inzwischen verstorben ist) hat an der Elektrik ziemlich viel herumgebastelt und nichts davon dokumentiert.

Im Grunde könnten wir damit leben, diese Steckdose einfach nicht mehr zu benutzen, aber da mit der Steckdose alles in Ordnung scheint, habe ich die Befürchtung, dass irgendwo anders etwas nicht stimmt.

Hat jemand eine plausible Erklärung? Ja, ich weiß dass man dafür eigentlich einen Elektriker ruft. Aber wir sind bettelarme Studenten und fürchten, dass der erstmal die halbe Wohnung auseinandernehmen muss, um bei unserer Elektrik durchzublicken. Vielleicht gibt es ja eine einfache Lösung.

Liebe Grüße, Max
 

balloonix

Flashaholic**
18 Juli 2012
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734
113
Waldachtal im Schwarzwald
Ich würd da an der Elektrik gar nichts machen, das ist Aufgabe des Vermieters. Wenn du das was verbastelst, bist du verantwortlich. Und wenn du erst mal angefangen hast, da was dran zu machen kann es dir passieren, das man dir die Schuld für die gesamten Probleme mit der Elektrik in die Schuhe schieben wird.

Du schreibst, auf dem Schutzleiter wäre keine Spannung. Wie hast du das gemessen?
 
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EckyH

Flashaholic*
11 Dezember 2010
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Ex-Dresdner in Münster
Ich würd da an der Elektrik gar nichts machen, das ist Aufgabe des Vermieters. Wenn du das was verbastelst, bist du verantwortlich. Und wenn du erst mal angefangen hast, da was dran zu machen kann es dir passieren, das man dir die Schuld für die gesamten Probleme mit der Elektrik in die Schuhe schieben wird.
Genau so sieht's aus. Wer hier nach solchen Sachen fragt, soll die Finger davon lassen.

Sagt dem Vermieter bescheid, daß was mit der Steckdose nicht stimmt (Waschmaschinengehäuse steht unter Spannung), der soll eine Firma kommen lassen, die sich das anschaut und repariert. Und das möglichst bald: Strom aus der Steckdose ist kein Spaß.

Als Ex-Elektriker weiß ich, wovon ich bei diesem Thema rede.

E.
 
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Serienchiller

Flashaholic**
13 August 2011
1.228
616
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Neuruppin
Danke erstmal für die Antworten.

Du schreibst, auf dem Schutzleiter wäre keine Spannung. Wie hast du das gemessen?

Einmal den Schutzleiter gegen den Nullleiter (logisch, dass da keine Spannung ist) und dann aber auch den Schutzleiter gegen ein Heizungsrohr. Wenn ich die Waschtrommel gegen das Heizungsrohr messe, bekomme ich unterschiedliche Ergebnisse (zwischen 50 und 120V Wechselspannung mit 50Hz).

Sagt dem Vermieter bescheid, daß was mit der Steckdose nicht stimmt (Waschmaschinengehäuse steht unter Spannung), der soll eine Firma kommen lassen, die sich das anschaut und repariert. Und das möglichst bald: Strom aus der Steckdose ist kein Spaß.

Wir haben die Hausverwaltung deswegen schon angeschrieben, aber leider kommt da nichts bei rum. Vor zwei Jahren hatten wir ein Problem mit einem undichten Fenster, nach etlichen erfolglosen E-Mails, Briefen, Telefonanrufen, u.s.w. haben wir es dann letztendlich selbst gemacht. Das einzige was wir von der Hausverwaltung hören, sind die halbjährlichen Mieterhöhungen...:S Leider ist die Wohnungssituation in Berlin zur Zeit so, dass sich Vermieter/Hausverwalter so etwas erlauben können.
 

9x6

Flashaholic**
2 Dezember 2012
3.860
1.633
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Berlin
Im Grunde könnten wir damit leben, diese Steckdose einfach nicht mehr zu benutzen, aber da mit der Steckdose alles in Ordnung scheint, habe ich die Befürchtung, dass irgendwo anders etwas nicht stimmt.

Hat jemand eine plausible Erklärung? Ja, ich weiß dass man dafür eigentlich einen Elektriker ruft. Aber wir sind bettelarme Studenten und fürchten, dass der erstmal die halbe Wohnung auseinandernehmen muss, um bei unserer Elektrik durchzublicken. Vielleicht gibt es ja eine einfache Lösung.

Das ist nur ein Erklärungsversuch, kein Ratschlag, wie Du das Problem selbst beheben könntest.

An dem Gehäuse von Waschmaschinen kann z.B. durch Entstörmaßnahmen eine Spannung mit hohem Innenwiderstand anliegen, die durch den Schutzleiter abgeführt werden soll. Hier sieht es so aus, als ob der Schutzleiter nicht mehr funktioniert.

Ist das eine alte Installation, bei dem der Schutzkontakt mit dem Nullleiter in der Steckdose verbunden ist? Ist das eine Steckdose mit Schraubkontakten? Im Laufe der Zeit gehen durch Erwärmung und Abkühlung z.B. durch hohe Ströme die Kontakte verloren, es scheint dann so, als ob sich die Schrauben gelockert hätten. Wenn das bei dieser Steckdose so ist, wird das bei anderen, insbesondere denen, die auch mit hohen Strömen belastet wurden, auch sein.

Gruß Jörg
 
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Stardust

Flashaholic*
8 Februar 2013
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43
bei Karlsruhe
Naja, ein undichtes Fenster stellt auch nicht so ein Sicherheitsrisiko dar, wie euer jetziges Problem.

Ein paar Optionen wären:

- per Einschreiben eine, von allen Mitbewohnern unterschriebene, nochmalige Erklärung der Dringlichkeit an den Vermieter schicken, versehen mit der zusätzlichen Frage welche seiner Versicherungen bei etwaigen Personenschäden haftet.

- Vorsprache beim Mieterschutzbund, oder dergleichen Institutionen.

- Ihr habt sicher auch an eurer Uni eine kostenlose anwaltliche Beratungsstelle, über die evtl. eure Hausverwaltung angeschrieben werden kann.
Bei der Gelegenheit könnte man auch gleich abklären lassen, ob die rechtliche Grundlage einer Mietminderung gegeben ist.

Gruß Stardust
 
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patchman

Flashaholic**
8 November 2012
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805
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Pankow
Auch ich kann dir nur raten, die Finger davon zu lassen und über die HV ne Firma kommen zu lassen, die die Elektrik der Wohnung überprüft und ggf. instand setzt. Denn wenn du dran rumbastelst, dann sagen die noch, dass du den Schaden verursacht hast und darfst selbst zahlen.
Und da durch einen elektrischen Schlag Gefahr für Leib und Leben ausgeht, dies dann auch gegenüber der HV unbedingt so vermitteln. Sollten die dann nicht reagieren, dann solltest du unbedingt über rechtliche Schritte nachdenken und dies auch der HV gegenüber kommunizieren.

Gruß
Patchman
 
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Serienchiller

Flashaholic**
13 August 2011
1.228
616
113
Neuruppin
Vielen Dank auch an euch drei. Die anderen Steckdosen sind leider genau so alt, also könnte es auch da Probleme geben, wenn es wirklich eher Verschleiß als ein einzelner Fehler ist. Wir versuchen jetzt nochmal bei unserer Hausverwaltung etwas zu erreichen und wenn es gar nicht anders geht, lassen wir vielleicht doch auf eigene Kosten einen Elektriker kommen. Das Problem ist nur, dass unser Vormieter hier wirklich völlig chaotisch irgendwelche Leitungen verlegt hat und keiner genau weiß, was wo hingeht, was wo angeschlossen ist und was wie alt ist. Teilweise haben wir hier auch noch Stoffleitungen.

Ist das eine alte Installation, bei dem der Schutzkontakt mit dem Nullleiter in der Steckdose verbunden ist?

Nicht direkt in der Steckdose, aber sie sind irgendwo an anderer Stelle verbunden.
 

Stardust

Flashaholic*
8 Februar 2013
363
166
43
bei Karlsruhe
...lassen wir vielleicht doch auf eigene Kosten einen Elektriker kommen.

Genau das will die Hausverwaltung mit ihrer Aussitzerei erreichen.

So wie du das schilderst ist das keine kleine Reparatur, sondern alles müsste sanierenderweise auf den neuesten Stand der TÜV-Bestimmungen gebracht werden.
Dies wird euch auch der Elektriker sagen, der für Flickschusterei auch nicht den Kopf hinhält, euch aber dennoch seine Begutachtung in Rechnung stellt.

Diese Kosten könnt ihr euch schon von vornerein sparen, zumal es nicht eure Aufgabe ist.

Gruß Stardust
 
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balloonix

Flashaholic**
18 Juli 2012
1.422
734
113
Waldachtal im Schwarzwald
Wenn du bei eingesteckter Waschmaschine 50 - 120V auf der Trommel hast, dann müßtest du die dann bei eingesteckter Maschine auch auf dem Schutzleiter haben. Das deutet drauf hin ,dass der Schutzleiter nicht mit Erde verbunden ist. Das Ganze ist also nicht ganz ungefährlich.

Einen Brief mit den Unterschriften der anderen Mieter kannst du dir sparen, was die anderen Mieter über dein Problem denken interessiert kaum einen.

Die Frage ist jetzt, wie man das Problem lösen kann. Ein Weg wäre der amtliche, also den Vermieter in die Pflicht nehmen. So wie es aussieht wird das kaum friedlich gehen. Wenn man den Weg gehen will, dann muß man auch bereit sein ihn konsequent bis zu Ende zu gehen, das heißt evt. auch mehrere Gerichtsverhandlungen, etc. und vielleicht wird man sich dann auch gegen einige Schikanen des Vermieters wehren müssen. Die Realität sieht nun mal so aus, das der Mieter oft im Recht ist, aber es schwer hat sein Recht durchzusetzen.

Der Zweite Weg ist der, den ich gehen würde. Erst mal informieren. Entspricht die Installation den gesetzlichen Regeln? Entsprcht sie den Anforderungen des Netzbetreibers? Es gibt Netzbetreiber, die eine Nullung (also Verbinden von Schutz- und N-Leiter) gestatten und manche gestatten es nicht. Dann das Gespräch suchen. Also hin gehen und direkt mit den Leuten von der Hausverwaltung reden. Dabei sollte man denen dann klar machen, das die Sache gefährlich ist und deshalb dringend behoben werden muß. Die wissen auch, dass es ein paar tausend EUR kosten kann, wenn die Elektrik komplett neu gemacht werden muß. Und es kann peinich für die Verantwortlichen sein, wenn die anschließend gefragt werden, warum man die Bastelei vom Vormieter geduldet hat. Dann in jedem Falle das Besprochene anschließend schriftlich bestätigen. Und da liegt eine große Tücke: Wenn du dem Vermieter bzw. der Hausverwaltung den Inhalt eines Gespräches schriftlich bestätigst, dann müssen die dem Widersprechen, wenn sie damit nicht einverstanden sind. Tun sie es nicht, dann gilt der Inhalt allgemein als bestätigt. Und du kannst im Zweifel später beweisen, das die Hausverwaltung von dem Problem wußte. Wenn nichts passiert, kanst du dir immer noch überlegen, wie du weiter machen willst. Falls die Installation nicht den Richtlinien des Netzbetreibers entspricht, kümmert der sich vielleicht drum. Spätestens wenn du denen von dem Stromschlag erzählst. Dann bist du den schwaren Peter lois.

Die dritte Variante wäre, selber machen. Zumindest mal die unmittelbare Gefahr beheben. Ohne entsprechende Fachkenntnisse sollte man aber von elektrischen Anlagen die Finger lassen. Da sollte man sich also darauf bechränken, die unmittelbar drohenden Gefahren abzuwenden.
 
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patchman

Flashaholic**
8 November 2012
1.942
805
113
Pankow
Weil ich das grad lese mit den Basteleien vom Vormieter: Sind die Vermieter nicht mittlerweile verpflichtet, zumindest bei Mieterwechsel einen E-Check durchführen zu lassen?

Wie auch immer, hier und hier mal zwei Urteile zu der Problematik.

Gruiß
Patchman
 

walter01

Ehrenmitglied
12 August 2011
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5.821
113
Raum Karlsruhe, BW
Die Frage ist nur, wer hat tatsächlich die Zusatzinstallationen angebracht und wem wird dies "angelastet". :S

Wohnt der TE schon länger in der Wohung und sind das offensichtlich äußerlich nachträglich angebrachte Installationen an der Elektrik (so liest sich das für mich), dann könnte der Vermieter sich auch auf die Position zurückziehen, dass ...
... diese Installationen nicht von ihm sind
... damit nur von einem Mieter angebracht sein können
... und da die Installationen nicht beim Wohnungseinzug thematisiert worden sind, diese offensichtlich nicht vom Vormieter gewesen sind

Was natürlich davon unabhängig ist: der Vermieter ist und bleibt in der Verantwortung, sein Mietobjekt in einem technisch einwandfreiem Zustand zu halten.
Die Frage ist nur, wer für die auftretenden Kosten zur Verantwortung gezogen werden kann.

Gruß Walter
 

forest

Ehrenmitglied
13 September 2010
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Siegerland
Hallo zusammen,
auch von mir dringend der Rat: Steckdose außer Betrieb nehmen! Also beschriften und abdecken.
Dann auf jeden Fall vom Fachmann instandsetzen lassen!
Eine Waschmaschine ist ein großer Verbraucher der die Leitungen durchaus belastet. Deshalb ist der Hinweis weiter oben mit der Erwärmung schon zutreffend.
Deine Messung an der Steckdose kann schon korrekt sein, aber ich hatte mal den Fall das sich eine lose Ader erst durch einstecken des Steckers in die Dose von dem Kontakt entfernt hat und dann der Fehler sichtbar wurde. Bei alten Installationen gibt es die unglaublichsten Befestigungsarten für Kabel.
Natürlich kann dennoch ein Fehler an der alten Waschmaschine gewesen sein, aber gerade wegen dem hohen Stromverbrauch rate ich dazu die Dose erneuern zu lassen.

Gruß Daniel
 

Serienchiller

Flashaholic**
13 August 2011
1.228
616
113
Neuruppin
Nachdem die ganze Sache (auch bei uns) etwas in Vergessenheit geraten ist, habe ich in den vergangenen Monaten doch nochmal bei der Hausverwaltung gedrängt.

Bis jetzt hatten wir die betroffene Steckdose einfach außer Betrieb genommen und eine andere genutzt.

Letzte Woche kam dann tatsächlich ein Elektriker und hat das Rätsel aufgelöst: Die Schutzkontakte der Steckdose waren ganz einfach zu weit nach außen gebogen, sodass es zum Stecker keinen Kontakt mehr gab. Wenn man die Messspitzen des Multimeters dagegen direkt an die Kontakte gehalten hat, war natürlich alles in Ordnung.

Der Elektriker hat dann eine neue Steckdose eingebaut und sich wieder verdrückt.

Also falls nochmal jemand ein ähnliches Problem hat...
 
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Flashaholic**
2 Dezember 2012
3.860
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Berlin
Danke für die Rückmeldung. Also lag es doch wie vermutet daran, dass der Schutzleiter nicht funktionierte. Nur diesmal aus einem nicht so leicht erkennbaren Grund.

Gruß Jörg