Ich hatte die Manker U22 III SBT 90.2 heute Abend beim Spaziergang dabei und konnte sie mit einigen anderen Lampen vergleichen.
Für die Ungeduldigen hier die Beamshots gleich vorweg (mit dem Smartphone gemacht, aber mit gleicher Belichtung und WB):
Unser Testkandidat Manker U22 III:
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Zum Vergleich vlnr: Manker MK37 SBT 90.2, Manker U22II, Nightwatch Ni40, Astrolux EA01 SST40 5000K
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Und zum Spaß meine aktuelle Lieblingslampe, die Zebralight SC600w IV HI:
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Es wird klar, dass die U22 III mit dem SBT 90.2 Emitter nichts mehr mit dem "Vorgänger", der U22 II gemein hat. Das laserartige Licht ist weg und wir haben hier - wie erwartet - eher einen sehr throwigen Allrounder. Auch wenn ich ein Freund neutralweißer Lampen bin, kann ich mit der Lichtfarbe gut leben.
Im Vergleich zur großen Schwester MK 37 mit dem gleichen Emitter zeigt sich, dass die MK 37 bei gleichem Lichtbild noch deutlich mehr Licht raushaut. Ich fühle mich in meiner Vermutung aus Beitrag #30 bestätigt, dass die Optiken gleich sind.
Wobei wir auch schon bei den Unterschieden zur großen Schwester sind
Positiv (aus meiner Sicht):
+ Formfaktor: die 1x21700 Lampe lässt deutlich mehr Platz in der Jackentasche, was ich als angenehm empfinde
+ Gewicht: logisch
+ USB-C Lademöglichkeit. Das ist für mich - besonders wenn die heimischen Ladegeräte nicht zur Verfügung stehen - von größerem Nutzwert als das Stativgewinde der MK37 an gleicher Stelle
+ Akkuwechsel ist bei 1x21700 einfacher gemacht als das Gefrickel mit 3x18650 und dem Verpolungsschutz in der Tailcap der MK37
+ Schalter: wertiger und knackiger zu bedienen als der Gummischalter der MK 37, der aber auch gut ist
++ einstellbares Moonlight: ja, die MK 37 kann das Moonlight auch in 5 Stufen einstellen, aber nur in relativ kleinen Schritten. Das bleibt immer ein Moonlight. Bei der U22 III sind diese Moon-Stufen viel weiter gespreizt, so dass Moon Stufe 3-5 locker für den Abendspaziergang gereicht hat, während Moon 1 und 2 immer noch dunkel genug sind, um das zu tun, was man halt mit einer Lampe auf Moonlight anstellt. Das macht die U22 III noch ein bisschen universeller im Einsatz.
Nicht so gut (aus meiner Sicht)
- Design: die U22 III in schwarz mit mattsilbernem Bezel sieht irgendwie aus wie eine Acebeam X10 die zu heiß gewaschen wurde. Mir gefällt die MK37 besser (ich habe die auch in Sand, was ich wirklich nett finde), das Design ist eigenständiger und von allen Coladosen die schickste wie ich finde (ich habe aber nicht so viele).
- Grip/Knurling: Ich liebe das aggressive Knurling der MK 37, das auch als grobe Holzraspel durchgehen würde. Die U22 III ist da vergleichsweise glatt.
Das UI ist m.E. dasselbe wir bei der MK37, das habe ich aber noch nicht alles durchgetestet.
Hitzeentwicklung: ja, die U 22 III wird im Turbo schnell heiß. Sehr schnell. Genau so schnell wir die MK 37, die zwar ein bisschen mehr Masse hat, dafür aber auch ein paar Lumen mehr bietet. Nach einer gute Minute mochte ich beide Lampen nur noch am hinteren Ende das Batterierohrs anfassen. Das war zu erwarten. Aber es macht (mir) eine Riesenfreude, mit dem Ding zu spielen. Und minutenlang den Turbo habe ich normalerweise ohnehin nicht aktiv. Hitzetechnisch gehört der Emitter in viel größere Lampen. Lampen, die ich dann wahrscheinlich nicht mehr rumtragen möchte.
Zum Abschluss: Meine U22 III kam ohne Fingerbadrücke oder Fehler in der Anodisierung. Die Lampe ist hervorragend verarbeitet, die Gewindegänge laufen samtweich. Ich habe auch keine Staubeinschlüsse oder andere Fremdkörper in der Linse. Treiber und Tailcapseite haben jeweils eine Feder, die nicht gebrückt ist.
Die Frage nach Glas oder Kunststoff kann ich nicht beantworten. Ich habe geschaut und gespiegelt, vorsichtig geklopft und hingehört. Einen Kratztest werde ich nicht machen. Wenn mir jemand sagt, wie ich das anderweitig rausfinden kann, helfe ich gerne. Sonst wird die Zukunft zeigen, ob die Lampe schneller verkratzt als andere.
Fazit: mir gefällt die Lampe recht gut. Ich möchte sie noch im direkten Vergleich zur Thrunite V6 SST70 sehen. Der Preis ist kein Schnäppchen aber der SBT 90.2 Emitter hat halt seinen Preis. Die TIR-Optiken werden wir sicher noch häufiger sehen. Damit können Lampenbauer auch mit sehr kompakten Lampenköpfen sehr ansprechende Lichtbilder designen. Ich bin gespannt, wohin da die Reise noch geht.