LED-Test / Review
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Yinding 5050 (glass version)
17.06.2023
Langsam ändern sich die Zeiten. Warum LEDs aus chinesischer Entwicklung früher vor allem blau, ineffizient oder direkt plumpe Kopien von westlichen Modellen, so haben in den vergangenen Jahren sehr interessante LEDs von bis dato unbekannten Herstellern in den Markt gefunden.
Einer dieser Fälle ist diese „Yinding 5050“ LED, welche bereits vor einiger Zeit mit einem kreisrunden Die Aufsehen erregt hat. Durch das 5050 Format sollte eine gute Wärmeableitung gegeben sein, und die Leuchtdichte damit relativ hoch ausfallen. Ob "Yinding" der Hersteller dieser LED ist, ist mir nicht bekannt. Dennoch werde ich diese LED im weiteren Verlauf nur noch als Yinding 5050 bezeichnen, zumal dies auch der mehr oder weniger verbreitete Verkaufsname ist.
Wie genau diese LED nun wirklich performt, wird dieser Test klären!
Technische Daten
Typ: single die, domeless (Typ mit Glas-Abdeckung)
Binning: unbekannt
Farbgruppierung: unbekannt (≈ 5500-6000 K)
Nennspannung: 3,5 bis 3,7 V
Max. Vorwärtsstrom: 6000 mA
Leistung: 25 W
Max. Spitzenstrom: ---
Abstrahlwinkel: typ. 120°
Wärmewiderstand: unbekannt
Max. Temperatur Tj: unbekannt
Es ist zu beachten, dass nach wie vor de facto keine gesicherten Herstellerangaben zu dieser LED zu finden sind. auch ein offizielles Datenblatt ist mir nicht bekannt, sodass auch die oben genannten Angaben stets mit Vorsicht zu betrachten sind!
Äußerliches Erscheinungsbild
Schon im Erscheinungsbild weicht die Yinding 5050 stark von den meisten anderen Emittern ab. Wie bei der früheren Osram LE Q8WP (Test hier, in Englisch) ist die Leuchtfläche von einer Glasoberfläche bedeckt. Diese ist relativ empfindlich; bei der Handhabung ist daher grundsätzlich Vorsicht geboten. Grobe Behandlung muss daher möglichst vermieden werden. Bei meinem Sample war bereits ab Werk ein "Sprung" im Glas zu sehen, auf dem Bild oben rechts. Einfluss auf den Betrieb der LED hat dies allerdings nicht.
Das Substrat ist von einer goldfarbenen Schicht bedeckt. Ein + markiert die Anode, ein weißer Punkt die Kathode.
Die Glasbeschichtung ist mit einer entspiegelten Oberfläche (AR coated) ausgestattet, um Lichtstromverluste möglichst gering zu halten.
Es gibt verschiedene Varianten dieser LED, wobei die bekannteste davon auch „Egg yolk type“ (Eigelb-Typ) genannt wird, aufgrund der weißen Umhüllung um der gelben Leuchtfläche.
Die Yinding 5050 ist wie die Zahl 5050 angibt 5,00 x 5,00 mm groß und passt daher auf alle XM-Boards. Durch das symmetrische Design ist die Nutzung von mittels Drehmaschine hergestellten Zentrierhilfen möglich.
Das Footprint ist ebenfalls identisch zu einer XM-LED. Das Thermal Pad ist elektrisch isoliert, sodass problemlos DTP-Boards verwendet werden können.
Leuchtfläche
Eine Besonderheit ist die runde Leuchtfläche. Dies hebt diese LED zusätzlich von existierenden Modellen ab. Runde Leuchtflächen sind bisher eher von großen COB-LEDs bekannt, wobei in diesen mehrere kleine Leuchtflächen in einer kreisrunden Fläche angeordnet sind. Bei der Yinding 5050 LED leuchtet die runde Leuchtfläche absolut gleichmäßig.
Die runde Leuchtfläche ist 2,39 mm² groß. Durch die klassische Lateral chip-Bauart wird kein oder nur sehr wenig Licht zur Seite hin abgestrahlt. Durch die runde Form geht trotz Nutzung von vier Bonding-Drähten kein Licht durch Abschattung an den Drähten verloren.
Leistung und Überbestrombarkeit
Innerhalb offizieller Parameter, soweit diese bekannt sind:
- bei 6000 mA (offizieller Maximalstrom): 1681 lm @ 3,76 V
- Leistung bei offiziellem Maximum: 22,56 W
- Effizienz bei 6000 mA: 74,5 lm/W
Aufgrund der fehlenden Informationen und Datenblätter bieten die gemessenen Daten wenig Aussagekraft. Die 25 W (welche manchmal in Angeboten zur Yinding 5050 erwähnt werden) werden mit etwa 23 W zumindest fast erreicht, sodass zumindest die Angaben von 6 A Maximalstrom und 25 W max. Leistung zumindest einigermaßen plausibel erscheinen.
Die Vf ist relativ hoch, wobei hier wiederum unklar ist, inwieweit die Serienstreuung hierauf einen Einfluss hat. Durch die recht hohe Vf ist DD (Direct drive, also der Anschluss direkt an einen Lithium-Akku ohne Treiberelektronik) möglich. je nach Spannungslage sollten so Betriebsströme von 6 bis 8 A möglich sein, was bei Verwendung eines Samsung INR21700-40T durchaus realistisch ist. Zu beachten ist hier, dass Serienstreuung auftreten kann und der Strom im DD deutlich höher oder niedriger ausfallen kann!
Das Phänomen der zunehmend steigenden Vf bei Annäherung an den maximal möglichen Betriebsstrom ist hier nur schwach ausgeprägt. In der Regel entsteht der Anstieg durch einen zunehmenden Widerstand der Bonding-Drähte, doch durch die 4 Anschlüsse der Leuchtfläche spielt dieser Effekt keine große Rolle, wodurch ein Durchbrennen der Drähte auch bei maximalem Strom sehr unwahrscheinlich ist.
Überbestromung:
- Maximum bei 9,40 A erreicht, an diesem Punkt 1957 lm @ 4,25 V
- Leistung bei Maximum 39,9 W
- Sweet Spot bei etwa 6 A (1681 lm @ 3,76 V)
- Leistung im Sweet Spot 22,56 W
- Effizienz im Maximum 48,9 lm/W
- Effizienz im Sweet Spot 74,5 lm/W
Eine Überbestromung empfehle ich nicht. Der Leistungszuwachs ist gering. Der Betrieb bei Maximalstrom von 6 A ist ausreichend, denn ein Zuwachs von lediglich etwa 20 % höherem Lichtstrom rechtfertigt eine fast doppelt so hohe Leistungsaufnahme in keinster Weise. Es scheint, als wird die LED beim angegebenen Maximalstrom von 6 A schon nahe am optimalen Maximum betrieben, was im Vergleich zu vielen anderen getesteten Emittern relativ ungewöhnlich ist.
Die alte XP-G2 S4 2B mit der kleineren Leuchtfläche sowie die Black Flat sind hier aufgrund ihres geringeren Maximalstroms und der kleineren Leuchtflächen hoffnungslos abgeschlagen und nicht mehr aktuell, zumal deren Vf erheblich höher ausfällt.
Die XP-L HI kann zwar in Punkto Lichtstrom mit der Yinding mithalten, allerdings ist deren Leuchtfläche deutlich größer und die Vf höher, was den möglichen Output unter realen Betriebsbedingungen deutlich senkt.
Leuchtdichten
Die Leuchtdichte ist extrem hoch. Bereits beim angegebenen Maximalstrom ist die Leuchtdichte höher als bei der Black Flat HWQP und CSLPM1/NM1!
Diese Leuchtdichte wurde sowohl bei der Messmethode mit Reflektor als auch bei Direktmessung in genau einem Meter Entfernung erreicht.
Beim maximalen Strom von 9,4 A habe ich die bisher höchste Leuchtdichte aller getesteten LEDs gemessen. Der maximale Strom ist zwar nicht praktikabel zu erreichen, da die Vf viel zu hoch ist und lineare Treiber aufgrund des Spannungsfalls vom Akku nicht nutzbar sind, zeigt aber was heutzutage in Punkto Leuchtdichte möglich ist!
Nur zum Vergleich: in einer alten Convoy C8 mit SMO-Reflektor (die für heutige Verhältnisse nun nicht gerade die idealste Lampe für einen Thrower darstellt) könnte die Yinding 5050 fast 200 kLux erreichen, die Black Flat HWQP schafft nur 180 kLux und die XP-L HI V3 sogar "nur" 135 kLux, jeweils bei Maximalströmen gesehen.
Lichtfarbe und Farbqualität
Die hier getestete Yinding-LED erzeugt sehr grünes Licht, insbesondere bei geringeren Betriebsströmen. Ein duv von 0,0183 bei 350 mA ist sehr hoch, bei 50 mA steigt der duv sogar auf 0,0201! Die Farbwiedergabe ist ebenfalls nicht brauchbar, ein Ra von 63 und R9 von -71 ist sehr niedrig, wobei dies für kaltweiße LEDs mit starker Farbabweichung durchaus normal ist.
Vermutlich wurde der Grünanteil im Spektrum deutlich angehoben um die Gesamteffizienz des Chips zu verbessern.
Bei steigendem Betriebsstrom verschiebt sich der duv relativ stark in Richtung BBL, wodurch das Licht weniger grün wirkt. Sichtbar ist der Grünanteil allerdings zu jeder Zeit. Für Superthrower dürfte dieser Aspekt allerdings ohnehin wenig relevant sein.
Verhalten in Optiken
In Reflektoren ist das Lichtbild sehr gut. Je nach Qualität und Berechnung des Reflektors können Ringe um den Spot auftreten, wobei der Spot dennoch scharf abgegrenzt ist. Spill ist nur wenig vorhanden, die meiste Lichtmenge wird im Spot konzentriert. Farbverfälschungen in Spot oder Spill gibt es quasi nicht.
Durch die runde Leuchtfläche erscheint bei Verwendung von Zoom-Linsen ebenfalls ein kreisrunder Spot, was subjektiv sehr gut aussieht, besser als ein Quadrat von bekannten LEDs. Durch die extrem hohe Leuchtdichte ist gerade bei der Verwendung mit Linsen eine beeindruckende Reichweite zu erwarten.
Fazit
Die Yinding 5050 ist eine sehr interessante LED. Sie bietet eine extrem hohe Leuchtdichte und damit Potenzial für hohe Reichweiten, und lässt sich dank XM-Footprint sehr einfach in bestehenden Lampen tauschen, ohne hierfür MCPCB austauschen zu müssen oder andere Zentrierhilfen zu benötigen. Der kreisrunde Spot sorgt für ein gutes Lichtbild sowohl in Reflektoren als auch in Linsen.
Weniger gefällt mir die sehr grüne Lichtfarbe und vor allem die Tatsache, dass diese LED nur in China erhältlich ist und es keinerlei gesicherte Informationen und Datenblätter zu diesem Emitter gibt.
Durch diese Faktoren sehe ich für diese LED lediglich einen konkreten Verwendungszweck: Super-Thrower, wo Lichtqualität wenig wichtig ist und auch die Beschaffungssituation keine Rolle spielt.
Pro
- XM-Footprint, Kompatibilität mit XM-Zubehör
- Sehr gutes Lichtbild in Sekundäroptiken
- Extrem hohe Leuchtdichte
Neutral
- DD relativ sicher möglich
- Überbestromung lohnt kaum
- maximaler Strom nicht praktikabel zu nutzen, aufgrund zu hoher Vf
Contra
- Schlechte Farbwiedergabe und sehr grüne Lichtfarbe
- keinerlei gesicherte Informationen zur LED öffentlich verfügbar
- nur in China bzw. bei chinesischen Verkäufern erhältlich
Danke für das Lesen des Tests! 
Viele Grüße, Dominik
Viele Grüße, Dominik
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