[LED-Test / Review] YLX N3535B - round-die LED mit extrem hoher Leuchtdichte, aber grün

Köf3

LED-Spezialist
17 Mai 2015
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nahe Köln
LED-Test / Review
DE


YLX N3535B​


05.11.2023



Diese LED tauchte vor einiger Zeit in der Wurkkos TS12 auf. Besonderheit ist hier der runde LED-Chip bei gleichzeitig kompaktem XP-Footprint (3535). Dieser Test soll die Überbestrombarkeit klären und zeigen, ob diese LED durch ihre Leuchtdichte für Thrower geeignet ist.

Die 'YLX N3535B' wurde einer TS12 entnommen, welche mir von @LightintheNight für Umbau auf Nichia 519A zur Verfügung gestellt wurden. Eine Bezugsquelle für einzelne Emitter ist mir nicht bekannt.


Technische Daten​


Offizielle Angaben liegen zur LED nicht vor, genauso wenig ist ein offizielles Datenblatt vorhanden, daher können keine Maximalangaben genannt werden.


Äußerliches Erscheinungsbild​


Im Prinzip entspricht dieser Emitter optisch der bereits getesteten 5050-Variante, die auch als "Yinding 5050" bekannt ist. Der LED-Chip ist mit einer Glasabdeckung versehen, vier Bonding-Drähte stellen die Stromzufuhr sicher. Einen Dome hat diese LED nicht, eine hohe Leuchtdichte ist daher zu erwarten.

Die Glasabdeckung wurde nicht genau mittig auf die LED gesetzt, sie ist erkennbar leicht schief, was die Funktion der LED allerdings nicht beeinträchtigt.


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Durch das symmetrische XP-Footprint (3535) ist die Verwendung gedrehter Zentrierhilfen und anderem Zubehör möglich. Möglicherweise muss - je nach verwendetem Reflektor - auf unterschiedliche Höhen der Zentrierhilfen geachtet werden.

Das Footprint weist keine Besonderheiten auf. Das Thermal Pad ist elektrisch von Anode und Kathode isoliert, sodass problemlos DTP-Boards verwendet werden können.


Leuchtfläche​



Die Leuchtfläche ist rund, wie bei der größeren Variante bereits gesehen. Nur die Luminus SST-12 bietet eine ähnliche Leuchtfläche bei gleichzeitig runder Form.

Es kursieren erste Überlegungen, dass diese Chips mit runder Leuchtfläche allesamt von Sanan stammen. Luminus gehört zu 100% zu Sanan, sodass eine Verwandtschaft des verwendeten LED-Chips der SST-12 und dieser 'N3535B' durchaus im Bereich des möglichen liegt, zumal der LED-Chip beider Emitter gleich groß ist und die Bonding-Drähte gleich angeordnet sind (allein die Anzahl der Bonding-Drähte der SST-12 weicht hier ab).


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Die Leuchtfläche ist 1,40 mm² groß.

Die Leuchtfläche wird mit 4 Bonding-Drähten angeschlossen. Dies sollte den starken Anstieg der Vorwärtsspannung mit steigendem Strom reduzieren; dieser Effekt war vor allem bei älteren Cree- oder Osram-Emittern erkennbar, hervorgerufen durch den reduzierten Querschnitt der Bonding-Drähte, wodurch ein steigender Widerstand vorhanden war.


Leistung und Überbestrombarkeit​



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Mangels offizieller Informationen können keine Aussagen zur Performance bei offiziellen Maximalwerten getroffen werden. Anhand der Kurve ist aber anzunehmen, dass der Maximalstrom vonseitens des Herstellers bei 3-4 Ampere liegen dürfte.


Überbestromung:
  • Maximum bei 9,40 A erreicht, an diesem Punkt 1421 lm @ 3,87 V
  • Leistung bei Maximum 37,2 W
  • Sweet Spot bei etwa 5 A (1155 lm @ 3,43 V)
  • Leistung im Sweet Spot 17,2 W
  • Effizienz im Maximum 39,2 lm/W
  • Effizienz im Sweet Spot 67,3 lm/W

Für eine LED im XP-Footprint ist die Überbestromung beachtlich. Erfahrungsgemäß limitiert im Bereich 10-12 A unter anderem die (zu) kleine Wärmeabfuhrfläche des XP-Footprints. Die Vorwärtsspannung ist erfreulich niedrig, vor allem für eine LED mit klassischem Anschluss mittels Bonding-Drähten. Das Vorhandensein von vier Bonding-Drähten dürfte der Grund für die geringe Vorwärtsspannung sein.
Direct-Drive (Anschluss der LED ohne Treiber direkt am Akku) dürfte zwar prinzipiell möglich sein, aber bei Verwendung von Akkus mit guter Spannungslage ist diese Praxis hoch riskant, weil einerseits die Serienstreuung der Vorwärtsspannung signifikant sein kann und gerade 21700er unter Last bei 10 A Entladestrom teilweise auf über 3,9 bis 4 V kommen und damit die LED weit über das theoretisch mögliche Maximum hinaus bestromt werden würde.


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Für eine LED mit solch kleiner Leuchtfläche ist die 'YLX N3535B' sehr effizient. Die als Referenz für LEDs mit hoher Farbwiedergabe eingefügte Nichia 519A erreicht zwar einen etwas höheren Lichtstrom, allerdings nutzt sie hierfür auch eine erheblich größere Leuchtfläche, zumal sie auch noch einen Dome besitzt.
Die als 'Yinding 5050' bekannte Variante im XM-Footprint besitzt einen deutlich höheren Lichtstrom, und auch die CSLPM1 mit ihrer mit knapp 2,0 mm² größeren Leuchtfläche besitzt einen höheren Lichtstrom. Auffällig ist dass 3535- und 5050-LED sehr ähnliche Kennlinien haben, wodurch eine starke Ähnlichkeit der LED-Chips untereinander anzunehmen ist, auch wenn die Vf stark abweicht und die 5050-LED eine sehr hohe Vf aufweist.


Leuchtdichten​



Werte bei 25 °C Tsp, 85 °C Tsp Werte 13 % niedriger


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Die Leuchtdichte ist extrem hoch. Sie ist durch die kleine Leuchtfläche bereits bei geringem Lichtstrom höher als bei den meisten anderen Emittern.
Zwar hat beispielsweise eine ältere Osram Black Flat HWQP bei niedrigerem Betriebsstrom eine etwa 10-20 % höhere Leuchtdichte, allerdings profitiert die 'YLX N3535B' sehr stark vom höheren Lichstrom und der deutlich besseren Überbestrombarkeit.
Weiterer Vorteil ist das standardmäßige XP-Footprint und dere einfachere Reflow-Prozess. Außerdem ist die Hitzeentwicklung bei höchster Leuchtdichte dank der geringeren elektrischen Leistung besser händelbar. Grundsätzlich ist die 'N3535B' also eine gute LED für Thrower und Anwendungen, wo es bei kleinem Reflektor auf möglichst hohe Reichweite bei gleichzeitig geringer Leistungsaufnahme ankommt.


Lichtqualität und Verhalten in Optiken​



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Das Lichtbild ist perfekt. Störende Farbverfälschungen oder Ränder gibt es nicht. Je nach Reflektor und Qualität könnten Ringe auftreten, wobei diese bei kommerziell erhältlichen Lampen (Wurkkos TS12) in der Form nicht auftreten und daher vom Reflektor abhängig sind. Der Spot ist scharf abgegrenzt und geht in eine schmale Corona über - der Spill ist relativ dunkel.


Lichtfarbe​



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Die Lichtfarbe ist grün. Der Grünstich ist extrem auffällig und nervt. Das Spektrum ist dagegen typisch für eine LED mit verringerter Farbwiedergabe und hoher Effizienz.
Es gibt definitiv 'YLX N3535B' welche einen angenehmen Tint aufweisen, doch ist dies entweder Glückssache oder davon abhängig, ob diese LED in einem entsprechenden Farb-Binning eingekauft wurde, was in aller Regel für den Käufer oder Nutzer einer Taschenlampe völlig unklar ist.


  • Ra: 66
  • R9: -68
  • CCT: 5928 K
  • duv: 0,0189


Fazit​



Im Grundsatz entspricht die 'YLX N3535B' der früher getesteten 5050-LED mit rundem LED-Chip (u.a. 'Yinding 5050' genannt.
Das große Problem ist wie bei den allermeisten China-LEDs das völlige fehlen von Datenblättern und sogar Herstellern/Produktnamen. Es ist sehr wahrscheinlich, dass 'YLX N3535B' ein Platzhalter ist.
Diese LED weist eine sehr hohe Leuchtdichte auf, was sie für Thrower prädestiniert. Die Vf ist für eine LED mit klassisch lateralem LED-Chip erfreulich niedrig und die Effizienz hoch. Falls die Lichtfarbe keinerlei Rolle spielt und nur max. Throw bei gleichzeitig geringerem Stromverbrauch wesentlich ist, kann diese LED einen näheren Blick Wert sein, wenngleich es diese LED bis dato nirgendwo einzeln zu kaufen gibt.


Pro
  • sehr hohe Leuchtdichte
  • dank XP-Footprint gut einsetzbar
  • relativ geringe Vf

Neutral
  • keine Varianten mit höherer Farbwiedergabe oder warmer Farbtemperatur verfügbar

Contra
  • keinerlei offizielle Informationen (Datenblatt, Hersteller, Typ) verfügbar
  • keinerlei Bezugsquelle bekannt
  • sehr grüner Tint (getestetes Exemplar)



Danke fürs Lesen dieses Tests. :)

LG, Dominik


v1.0.1
 
Zuletzt bearbeitet:

habichtfreak

Flashaholic*
30 Dezember 2013
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akkutests.de
Danke für den Test. Wie der Zufall es so will, hab ich mir gestern eine TS12 bestellt. bei nichtmal 18€ konnte ich nicht widerstehen. Laut Hersteller wurde ja bereits nachgebessert bzl. dem starken Grünstich.

Was mich interessieren würde, wie effizient diese Led im Vergleich ist, aber nicht Lumen je Ampere, sondern Lumen je Watt. Sowas in der Art:

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habichtfreak

Flashaholic*
30 Dezember 2013
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Habe ich vor Jahren mal erstellt. Hauptsächlich aus den Datenblättern. Eigene Messwerte habe ich nicht.

Wen es interessiert, wie man diese Werte ermitteln kann, wenn man selbst nicht messen kann:
Da in den Datenblättern die Werte für W nicht zu finden sind, habe ich mir die Grafiken (V zu A) in Excel nachgebaut und die Formel bestimmt die diese Kurve beschreibt:

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Mit der Formeln kann man berechnen, bei welcher Spannung wie viel A fließen. V*A ist dann Watt. Um zu bestimmen wie hell die LED bei welcher Stromstärke ist, dafür hab ich das gleiche nochmal für diese Grafik gemacht:

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Wie viel 100% sind, findet man ebenfalls im Datenblatt (ich hab die Mittelwerte genommen):

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Mit diesen Formeln kann man dann diese Tabelle erstellen (exemplarisch):
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Das ganze wieder in eine Grafik und Excel die Formel bestimmen lassen:

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Und mit dieser Formel lässt sich für diese LED bei beliebiger* Wattzahl die Lumen bestimmen.

*nur innerhalb der Grenzen in denen die LED von Hersteller spezifiziert wird
 

habichtfreak

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Meine Wurkkos TS12 in der "überarbeitenten Version" mit nicht mehr ganz so grüner LED ist da und ich kann bestätigen, dass dieser extreme Grünstich weniger ist. Nicht gänzlich weg, aber viel weniger als ich auf Bildern bisher gesehen habe.

Vergleich Kronos X5 (XP-L Hi CW) links und Wurkkos TS12 rechts:
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Der grüne Donut wirkt auf dem Bild schlimmer als er ist.