LED-Test / Review
DE
DE
Fireflylite FFL505A (3500 K, 95 CRI)
26.02.2024
Vor einiger Zeit tauchte eine spezielle LED auf der Webseite von Fireflylite auf. Diese vemutlich auf Kundenwunsch für Fireflylite gefertigte LED ähnelt der bekannten 'Yinding 5050 egg-yolk' (dt. "Eigelb") sehr und sollte daher eine hohe Leuchtdichte bieten. Daher wird sie hier als Fireflylite FFL505A bezeichnet.
Besonderheit ist hier der aktiv beworbene rötliche Tint ("rosy-tint") und die sehr hohe Farbwiedergabe von 95 CRI.
Diese LED wurde mir für diesen Test von BLF-User @MarcE zur Verfügung gestellt. Vielen Dank dafür!
Technische Daten
Tj --- °C, If --- mA
Typ: single die, lateral
Binning: ---
Farbgruppierung: rosy tint (3500 K)
CRI: 95
Nennspannung: --- V
Max. Vorwärtsstrom: --- mA
Max. Spitzenstrom: --- mA
Abstrahlwinkel: ---
Wärmewiderstand: --- K/W
Max. Temperatur Tj: max. --- °C
Achtung: Ein offizielles Datenblatt und weitere Informationen liegen zu diesem Emitter nicht vor. Offizielle Angaben können im Verlauf des Tests daher nicht benannt werden.
Design, LES, Performance und Leuchtdichte
Die FFL505A ähnelt der bekannten 'Yinding 5050 egg-yolk' (Test hier) extrem. Vermutlich wird diese LED im Auftrag von Fireflylite vom selben Hersteller wie die 'Yinding 5050 egg-yolk' gefertigt, daher auch der Name "FFL505A".
Das weiße SIlikon umgibt die orange gefärbte runde Leuchtfläche. Diese erinnert eher an eine PC Amber-LED als an eine warmweiße LED mit 3500 K CCT. Diese ragt nicht aus dem Silikon heraus, sondern ist in diesem eingebettet. Ebenfalls sind die vier Bonding-Drähte im Silikon eingegossen und sind nur unter Gegenlicht erkennbar. Das Substrat ist dunkelgrau gehalten; weitere Auffälligkeiten gibt es sonst nicht. Alles in allem ist es eine extrem schlichte LED, was je nach Anwendung von Vorteil sein könnte.
Aufschriften oder Markierungen gibt es auf der Oberseite sonst nicht. Das weiße Silikon ist relativ spröde, weshalb das Handling der LED vorsichtig erfolgen muss.
Die FFL505A ist 4,98 x 4,98 mm groß.
Das Footprint bietet keine Überraschungen. Durch das XM- bzw. 5050-Footprint ist sie mit Zubehör für dieses Format kompatibel und lässt sich daher in vielen Lampen nachrüsten. Dank des symmetrischen Gehäuses können zudem per Drehbank gefertigte Zentrierhilfen genutzt werden.
Die Kerbe im Kontakt kennzeichnet die Kathode.
Die Leuchtfläche ist 2,35 mm² groß.
Durch den sehr rosigen Tint ist die Leuchtfläche bei geringem Strom regelrecht rosa gefärbt. Deutliche Punkte und Sprenkel sind auf der Leuchtfläche zu sehen, was sich bei vielen HighCRI-LEDs beobachten lässt. Verfärbungen oder Artefakte sind auf der Leuchtfläche sonst nicht erkennbar, was die Lichtqualität in Sekundäroptiken verbessern sollte.
- Maximum bei 8,8 A erreicht, an diesem Punkt 984,3 lm @ 3,62 V
- Leistung bei Maximum 31,8 W
- Effizienz im Maximum 30,9 lm/W
Aufgrund fehlender offizieller Leistungsinformationen und Datenblätter wurden keine offiziellen Maximalwerte angegeben. Einige Beobachtungen lassen sich dennoch machen.
Die FFL505A ist die vermutlich ineffizienteste LED im 5050-Footprint, die jemals getestet wurde. Mit lediglich 30,9 lm/W bei maximal möglichem Strom bietet sie sogar eine geringere Effizienz als eine überbestromte Halogen-Lampe (36 lm/W)! Hier wurde offensichtlich eine LED entworfen, die ihre Effizienz dem Ziel des rosy Tints völlig unterordnet, und das noch viel extremer als bei der SFT-40 3000 K (Test hier). Die SFT-40 profitiert hier vor allem von der größeren Leuchtfläche und der besseren Wärmeabfuhr, die das Thermal Pad vom 5050-Footprint was vollständig ausreizt.
Mehr als 800 bis 850 lm sind in einer Taschenlampe kaum realisierbar. Bereits bei über 6 A steigt die Wärmeentwicklung so sehr an und der Lichtstrom-Gewinn ist so niedrig, dass sich weitere Überbestromung schlicht nicht lohnt.
Hierbei muss angemerkt werden, dass die Leuchtfläche der FFL505A für einen 5050-Emitter sehr klein ist. LEDs mit sehr kleinen Leuchtflächen bieten zwar eine höhere Leuchtdichte, aber einen geringeren Lichtstrom und sind grundsätzlich ineffizienter. Hier treffen die Faktoren kleine Leuchtfläche und extrem rosiger Tint sowie warme Lichtfarbe aufeinander.
DIe Vf ist erfreulich niedrig und liegt im Bereich der Nichia 519A und SFT-40 3000 K. Direct-drive (Betrieb der LED ohne Treiber direkt an einem Akku) ist aufgrund der zum Teil sehr guten Spannungslage nicht zu empfehlen und kann zur Zerstörung der LED bzw. zu einer deutlichen Reduktion der Lebensdauer führen.
Daten für 25 °C Tsp (bei 85 °C sind die Leuchtdichten etwa 13 % geringer).
Erwartungsgemäß ist die Leuchtdichte für ihren geringen Lichtstrom recht hoch, bei 2,8 A liegt sie deutlich über der von der warmweißen SFT-40. Gleichwohl besitzen alle anderen LEDs mit ähnlichem runden Chip eine deutlich höhere Leuchtdichte. Der geringe Lichtstrom spielt auch hier die Hauptrolle.
Für Thrower ist diese LED dennoch prinzipiell geeignet, wobei für maximale Reichweiten kaltweiße LEDs oder bei hoher Farbqualität die 'Yinding 6500 K 95 CRI' bevorzugt werden sollten, welche eine erheblich höhere Leuchtdichte und vor allem einen höheren Lichtstrom besitzen.
Lichtbild, Spektrum und Farbeindruck
Das Lichtbild ist perfekt. Durch die runde Leuchtfläche und der fehlenden seitlichen Abstrahlung gibt es keine Artefakte. Je nach verwendeten Reflektor und Güte der Oberfläche sowie Berechnung können Ringe auftreten. In OP-Reflektoren treten diese ohnehin nicht mehr auf. Farbverfälschungen gibt es nicht. Etwaige Verfärbungen im Foto sind in Natura nicht auszumachen und stammen von der Kamera.
Die hier getestete LED ist extrem rosy. Der Tint geht sehr stark ins Rötliche. Selbst Nichia-LEDs weißen in der Regel einen weniger intensiven Rotstich auf.
Der Rotanteil ist extrem hoch. Selbst bei 670 nm liegt die Strahlungsleistung immer noch bei über 60 %. Auffällig ist auch der hohe Anteil im Bereich über 700 nm, der in der Form bei LEDs sehr selten ist. Vermutlich rührt neben der extrem dicken Phosphor-Schicht daher die extreme Ineffizienz - ein größerer Teil des Lichts wird als tiefes Rot (auch manchmal Far red genannt) abgestrahlt, noch deutlich hinter 660 nm - einer Wellenlänge, die häufig bei LEDs der Farbe Photo Red oder Deep Red genutzt wird.
Durch den extremen Rotstich wirkt das Licht deutlich wärmer, als es eigentlich ist. Mit 3845 K befindet es sich fast im Bereich neutralweiß, wirkt aber dennoch warm. Rot- und Brauntöne werden massiv betont, die Unterscheidung von Grau- und Grün-Tönen fällt schwerer. Realistisch ist dieses Licht im Sinne eines natürlich auftretenden Lichts nicht.
Der angegebene CRI von 95 wird nicht erreicht. Der Rf von 106 deutet auf eine deutliche Übersättigung der Farben hin. Je nach Vorliebe kann dieser extreme Rotstich schon zu viel des Guten sein; vor der Nutzung dieser LED muss man sich im Klaren sein, dass das Licht nicht zwingend dem entspricht, was von Nichia bekannt ist.
- Ra: 92
- R9: 75
- CCT: 3845 K
- duv: -0,0135
Fazit
Die FFL505A ist eine Custom-LED, wie sie direkt aus einem Groupbuy von Taschenlampen-Enthusiasten entsprungen sein könnte. Extrem rötlicher Tint, geringe Vf, hohe Leuchtdichte und perfektes Lichtbild. Prinzipiell macht sie damit vieles richtig.
Allerdings ist die Effizienz extrem gering und unterbietet bei maximalem Lichtstrom sogar überbestromte Halogenlampen. Selbst bei über 8 A sind mehr als 1000 lm nicht erreichbar. Zudem wird ein solch extrem rötlicher Tint nicht jedem gefallen.
Eine verbesserte FFL505A mit einem weniger starken Rotstich (duv max. -0,007) und ausgewogenerem Spektrum, welche eine höhere Effizienz besitzt könnte hier nah am Idealfall einer warmweißen LED liegen und könnte eine sehr beliebte LED für viele Enthusiasten darstellen. Allerdings ist hierfür die Verfügbarkeit einer einfachen Bezugsquelle und ein offizielles Datenblatt Voraussetzung.
Pro
- perfektes Lichtbild
- Standard-Footprint, dadurch hohe Kompatibilität
- geringe Vf
- recht hohe Leuchtdichte für warmweiße High CRI-LED
Neutral
- sehr rötlicher Tint ("rosy")
Contra
- extrem geringer Lichtstrom
- extrem geringe Effizienz
- keinerlei gesicherte Informationen zur LED öffentlich verfügbar (Stand Feb. 2024)
- nur in China bzw. bei chinesischen Verkäufern erhältlich
Danke fürs Lesen dieses Tests.
LG, Dominik
v1.0.1
