[LED-Test / Review] Fireflylite FFL505A (≈ 3500 K, 95 CRI) - hohe Leuchtdichte mit "rosy tint"

Köf3

LED-Spezialist
17 Mai 2015
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LED-Test / Review
DE


Fireflylite FFL505A (3500 K, 95 CRI)


26.02.2024


Vor einiger Zeit tauchte eine spezielle LED auf der Webseite von Fireflylite auf. Diese vemutlich auf Kundenwunsch für Fireflylite gefertigte LED ähnelt der bekannten 'Yinding 5050 egg-yolk' (dt. "Eigelb") sehr und sollte daher eine hohe Leuchtdichte bieten. Daher wird sie hier als Fireflylite FFL505A bezeichnet.
Besonderheit ist hier der aktiv beworbene rötliche Tint ("rosy-tint") und die sehr hohe Farbwiedergabe von 95 CRI.

Diese LED wurde mir für diesen Test von BLF-User @MarcE zur Verfügung gestellt. Vielen Dank dafür!


Technische Daten​


Tj --- °C, If --- mA


Typ: single die, lateral
Binning: ---
Farbgruppierung: rosy tint (3500 K)
CRI: 95

Nennspannung: --- V
Max. Vorwärtsstrom: --- mA
Max. Spitzenstrom: --- mA
Abstrahlwinkel: ---
Wärmewiderstand: --- K/W
Max. Temperatur Tj: max. --- °C


Achtung: Ein offizielles Datenblatt und weitere Informationen liegen zu diesem Emitter nicht vor. Offizielle Angaben können im Verlauf des Tests daher nicht benannt werden.


Design, LES, Performance und Leuchtdichte​


Die FFL505A ähnelt der bekannten 'Yinding 5050 egg-yolk' (Test hier) extrem. Vermutlich wird diese LED im Auftrag von Fireflylite vom selben Hersteller wie die 'Yinding 5050 egg-yolk' gefertigt, daher auch der Name "FFL505A".

Das weiße SIlikon umgibt die orange gefärbte runde Leuchtfläche. Diese erinnert eher an eine PC Amber-LED als an eine warmweiße LED mit 3500 K CCT. Diese ragt nicht aus dem Silikon heraus, sondern ist in diesem eingebettet. Ebenfalls sind die vier Bonding-Drähte im Silikon eingegossen und sind nur unter Gegenlicht erkennbar. Das Substrat ist dunkelgrau gehalten; weitere Auffälligkeiten gibt es sonst nicht. Alles in allem ist es eine extrem schlichte LED, was je nach Anwendung von Vorteil sein könnte.

Aufschriften oder Markierungen gibt es auf der Oberseite sonst nicht. Das weiße Silikon ist relativ spröde, weshalb das Handling der LED vorsichtig erfolgen muss.

Die FFL505A ist 4,98 x 4,98 mm groß.


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Das Footprint bietet keine Überraschungen. Durch das XM- bzw. 5050-Footprint ist sie mit Zubehör für dieses Format kompatibel und lässt sich daher in vielen Lampen nachrüsten. Dank des symmetrischen Gehäuses können zudem per Drehbank gefertigte Zentrierhilfen genutzt werden.

Die Kerbe im Kontakt kennzeichnet die Kathode.


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Die Leuchtfläche ist 2,35 mm² groß.

Durch den sehr rosigen Tint ist die Leuchtfläche bei geringem Strom regelrecht rosa gefärbt. Deutliche Punkte und Sprenkel sind auf der Leuchtfläche zu sehen, was sich bei vielen HighCRI-LEDs beobachten lässt. Verfärbungen oder Artefakte sind auf der Leuchtfläche sonst nicht erkennbar, was die Lichtqualität in Sekundäroptiken verbessern sollte.


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  • Maximum bei 8,8 A erreicht, an diesem Punkt 984,3 lm @ 3,62 V
  • Leistung bei Maximum 31,8 W
  • Effizienz im Maximum 30,9 lm/W


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Aufgrund fehlender offizieller Leistungsinformationen und Datenblätter wurden keine offiziellen Maximalwerte angegeben. Einige Beobachtungen lassen sich dennoch machen.

Die FFL505A ist die vermutlich ineffizienteste LED im 5050-Footprint, die jemals getestet wurde. Mit lediglich 30,9 lm/W bei maximal möglichem Strom bietet sie sogar eine geringere Effizienz als eine überbestromte Halogen-Lampe (36 lm/W)! Hier wurde offensichtlich eine LED entworfen, die ihre Effizienz dem Ziel des rosy Tints völlig unterordnet, und das noch viel extremer als bei der SFT-40 3000 K (Test hier). Die SFT-40 profitiert hier vor allem von der größeren Leuchtfläche und der besseren Wärmeabfuhr, die das Thermal Pad vom 5050-Footprint was vollständig ausreizt.
Mehr als 800 bis 850 lm sind in einer Taschenlampe kaum realisierbar. Bereits bei über 6 A steigt die Wärmeentwicklung so sehr an und der Lichtstrom-Gewinn ist so niedrig, dass sich weitere Überbestromung schlicht nicht lohnt.

Hierbei muss angemerkt werden, dass die Leuchtfläche der FFL505A für einen 5050-Emitter sehr klein ist. LEDs mit sehr kleinen Leuchtflächen bieten zwar eine höhere Leuchtdichte, aber einen geringeren Lichtstrom und sind grundsätzlich ineffizienter. Hier treffen die Faktoren kleine Leuchtfläche und extrem rosiger Tint sowie warme Lichtfarbe aufeinander.

DIe Vf ist erfreulich niedrig und liegt im Bereich der Nichia 519A und SFT-40 3000 K. Direct-drive (Betrieb der LED ohne Treiber direkt an einem Akku) ist aufgrund der zum Teil sehr guten Spannungslage nicht zu empfehlen und kann zur Zerstörung der LED bzw. zu einer deutlichen Reduktion der Lebensdauer führen.


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Daten für 25 °C Tsp (bei 85 °C sind die Leuchtdichten etwa 13 % geringer).

Erwartungsgemäß ist die Leuchtdichte für ihren geringen Lichtstrom recht hoch, bei 2,8 A liegt sie deutlich über der von der warmweißen SFT-40. Gleichwohl besitzen alle anderen LEDs mit ähnlichem runden Chip eine deutlich höhere Leuchtdichte. Der geringe Lichtstrom spielt auch hier die Hauptrolle.
Für Thrower ist diese LED dennoch prinzipiell geeignet, wobei für maximale Reichweiten kaltweiße LEDs oder bei hoher Farbqualität die 'Yinding 6500 K 95 CRI' bevorzugt werden sollten, welche eine erheblich höhere Leuchtdichte und vor allem einen höheren Lichtstrom besitzen.


Lichtbild, Spektrum und Farbeindruck​



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Das Lichtbild ist perfekt. Durch die runde Leuchtfläche und der fehlenden seitlichen Abstrahlung gibt es keine Artefakte. Je nach verwendeten Reflektor und Güte der Oberfläche sowie Berechnung können Ringe auftreten. In OP-Reflektoren treten diese ohnehin nicht mehr auf. Farbverfälschungen gibt es nicht. Etwaige Verfärbungen im Foto sind in Natura nicht auszumachen und stammen von der Kamera.


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Die hier getestete LED ist extrem rosy. Der Tint geht sehr stark ins Rötliche. Selbst Nichia-LEDs weißen in der Regel einen weniger intensiven Rotstich auf.
Der Rotanteil ist extrem hoch. Selbst bei 670 nm liegt die Strahlungsleistung immer noch bei über 60 %. Auffällig ist auch der hohe Anteil im Bereich über 700 nm, der in der Form bei LEDs sehr selten ist. Vermutlich rührt neben der extrem dicken Phosphor-Schicht daher die extreme Ineffizienz - ein größerer Teil des Lichts wird als tiefes Rot (auch manchmal Far red genannt) abgestrahlt, noch deutlich hinter 660 nm - einer Wellenlänge, die häufig bei LEDs der Farbe Photo Red oder Deep Red genutzt wird.

Durch den extremen Rotstich wirkt das Licht deutlich wärmer, als es eigentlich ist. Mit 3845 K befindet es sich fast im Bereich neutralweiß, wirkt aber dennoch warm. Rot- und Brauntöne werden massiv betont, die Unterscheidung von Grau- und Grün-Tönen fällt schwerer. Realistisch ist dieses Licht im Sinne eines natürlich auftretenden Lichts nicht.

Der angegebene CRI von 95 wird nicht erreicht. Der Rf von 106 deutet auf eine deutliche Übersättigung der Farben hin. Je nach Vorliebe kann dieser extreme Rotstich schon zu viel des Guten sein; vor der Nutzung dieser LED muss man sich im Klaren sein, dass das Licht nicht zwingend dem entspricht, was von Nichia bekannt ist.


  • Ra: 92
  • R9: 75
  • CCT: 3845 K
  • duv: -0,0135


Fazit​



Die FFL505A ist eine Custom-LED, wie sie direkt aus einem Groupbuy von Taschenlampen-Enthusiasten entsprungen sein könnte. Extrem rötlicher Tint, geringe Vf, hohe Leuchtdichte und perfektes Lichtbild. Prinzipiell macht sie damit vieles richtig.
Allerdings ist die Effizienz extrem gering und unterbietet bei maximalem Lichtstrom sogar überbestromte Halogenlampen. Selbst bei über 8 A sind mehr als 1000 lm nicht erreichbar. Zudem wird ein solch extrem rötlicher Tint nicht jedem gefallen.

Eine verbesserte FFL505A mit einem weniger starken Rotstich (duv max. -0,007) und ausgewogenerem Spektrum, welche eine höhere Effizienz besitzt könnte hier nah am Idealfall einer warmweißen LED liegen und könnte eine sehr beliebte LED für viele Enthusiasten darstellen. Allerdings ist hierfür die Verfügbarkeit einer einfachen Bezugsquelle und ein offizielles Datenblatt Voraussetzung.


Pro
  • perfektes Lichtbild
  • Standard-Footprint, dadurch hohe Kompatibilität
  • geringe Vf
  • recht hohe Leuchtdichte für warmweiße High CRI-LED

Neutral
  • sehr rötlicher Tint ("rosy")

Contra
  • extrem geringer Lichtstrom
  • extrem geringe Effizienz
  • keinerlei gesicherte Informationen zur LED öffentlich verfügbar (Stand Feb. 2024)
  • nur in China bzw. bei chinesischen Verkäufern erhältlich



Danke fürs Lesen dieses Tests. :)

LG, Dominik


v1.0.1
 

LightintheNight

Flashaholic**
30 Juli 2017
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Danke, also genau das richtige für Flashis, die sich Licht als „rosaroter Brille“ wünschen ;-)

Hier gibts Bilder von Beamshots der LED in zwei Fireflylite Lampis in der Praxis:
https://www.taschenlampen-forum.de/threads/emisar-d1-d1v2-d1k-ein-kleiner-Überblick-mit-beamshots-und-lumenschätzungen.92290/post-1230791

Bei welcher Helligkeit misst du eigentlich den CCT und Ra ?! Mein Oppel LM3 spricht im Ceiling durchaus von RA=96, der CCT ist im Ceiling bei rund 3600-3700k bei den zwei Modellen … ggf. auch Serienstreuung ?!
 
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Köf3

LED-Spezialist
17 Mai 2015
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Bei welcher Helligkeit misst du eigentlich den CCT und Ra ?!
350 mA. Sind so 100-120 lm.
Mein Spektrometer kommt mit höheren Helligkeiten nicht zurecht und Messung von höheren Lichtströmen ist ein zu großer Aufwand, um Messgenauigkeit weiterhin sicherzustellen...
Aber ich traue dem Spektrometer eher als dem Opple. (Was in der Natur der Sache liegt. CRI 92 ist absolut realistisch, wenn ich mir den extremen Rotanteil so anschaue.)

Aber ich habe schon so gewisse Planungen, da sich auch Jobtechnisch bald was ändern wird :D
 

ennokin

Flashaholic*
16 September 2011
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Wieder sehr interessant zu lesen, vielen Dank.
Fireflylite gibt übrigens bei ihrer X1S Pharos 1000 Lumen an, wenn man diese LED-Option wählt. Das wäre dann wohl etwas aufgerundet von denen.
 

LightintheNight

Flashaholic**
30 Juli 2017
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Wieder sehr interessant zu lesen, vielen Dank.
Fireflylite gibt übrigens bei ihrer X1S Pharos 1000 Lumen an, wenn man diese LED-Option wählt. Das wäre dann wohl etwas aufgerundet von denen.
Bei der T1R und T9R hatten sie 1200 und 1400lm angegeben, und nun auch auf 1000lm korrigiert, sind bei meinen Beiden aber auch nur 830 und 920lm lt. Lumentube … wobei das verglichen mit den o.g. Messwerten ja auch schon an der Oberkante der Leistungsfähigkeit dieser Leds in der Praxis liegt …
 
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Palladin

Flashaholic*
22 Dezember 2010
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Das ist erstaunlich, ganz so schlapp hatte ich sie ja wirklich nicht erwartet.
Das ist mal wieder ein sehr gutes Beispiel, wie subjektiv auch andere Faktoren wie Leuchtdichte und Kontrast eine elementare Rolle spielen, gerade draußen.
Deshalb mag ich sie immer noch. :) Durch die hohe Bündelung erreicht man auch mit mickrigen Reflektoren und Optiken ein sehr ausgewogenes Lichtbild mit recht stattlicher Reichweite - und das Ganze in der Regel gepaart mit einem astreinen Beam. Insofern sind die LEDs bei Fireflylite auch ganz gut beheimatet.

Noch was 107,5% subjektives: Ich persönlich finde den Tint (schlappe Stufen mal außen vor) sehr universell einsetzbar.
Sowohl urban, wie in der Natur, aber selbst bei technischen Einsätzen macht die Lichtfarbe keine schlechte Figur. Lediglich auf Low und drunter wird es dann schon brutal rosig bei hellem Hintergrund.

@Köf3: Dominik, besteht die Möglichkeit, daß wir noch mal einen Kurztest der Convoy Variante 3000K LMP W5050SQ3 bekämen?
Jetzt bin ich umso neugieriger :)
 

Köf3

LED-Spezialist
17 Mai 2015
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Habe die W5050SQ3 in 3000 K getestet. Sie hat mit 3000 K hat deutlich höhere Leuchtdichte (40-50 % höher) und mehr Lichtstrom. Ist aber eben auch mit nur 70 CRI, was man auch sieht. Wobei der Unterschied zwischen Low CRI und High CRI nicht so groß ausfällt wie bei kaltweißem Licht. Eine 80 CRI Variante wäre schön, das wäre das beste aus beiden Welten.

Es wäre halt mal interessant zu wissen, ob diese FFL505A auch bei Lumenpioneer (LMP, das ist wohl der Name des Herstellers) gefertigt wird. Optisch sind diese LEDs 1:1 identisch.

PS: Die 6500er W5050SQ3 wurde während des Tests bei etwa 8 A beschädigt (verbranntes Silikon, ähnlich XHP50.3 HI).
 
  • Danke
Reaktionen: Palladin und ennokin

Köf3

LED-Spezialist
17 Mai 2015
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nahe Köln
Ich habe die FFL505A (3500 K, rosy tint) auseinander genommen. Im Rahmen der Diskussionen zur FFL350RD, bei welcher ein rechteckiger LED-Chip entdeckt wurde, kam die Frage nach dem LED-Chip der FFL505A auf, da diese ebenfalls durch eine erstaunlich niedrige Effizienz aufgefallen ist.

Tatsächlich wird in der FFL505A ein kreisrunder Die verwendet, wie in den bekannten "Yinding" Versionen.

Auffällig ist eine Art "Ausbeulung" an den Kanten des Chips, dies ist allerdings ein rein optischer Effekt durch Reste von Silikon und Phosphor. Der Chip selber ist perfekt quadaratisch.

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Der LED-Chip der FFL505A ist identisch zu dem der Lumenpioneer W5050SQ3 (3000 K):

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Es wird kein Licht durch Abschattung verschwendet; die FFL505A ist schlichtweg wegen der Phosphormischung ineffizient. Ich vermute, dass die spezielle Phosphormischung einen "abdeckenden" Effekt hat, wenngleich abgeschwächter als beim weißen Silikon der FFL350RD, und zudem schneller in Sättigung fällt - vielleicht wegen dem rot emittierenden Phosphor (KSF:Mn4+ ?).