Dedomen schiefgegangen

taenzerwalze

Flashaholic**
7 März 2017
1.449
1.591
113
Hallo liebe Modder und LED Optimierer,

ich habe mich heute am Dedomen einer XHP70.2 versucht. Ich habe den Dom in Aceton einweichen lassen und wollte ihn vorsichtig entfernen. Dabei schnippste mir die komplette Kuppel mit der LED Beschichtung weg. Die LED leuchtet nun fast violett.

Die erste Frage wäre, ist das nun normales lila Licht, oder kommt da schon UV heraus?

Die zweite Frage wäre, ob man die Beschichtung wieder reparieren kann? Es handlt sich zum Glück nur um die Crazy Fire TK75 - also kein allzu großer Schaden.

Ich reiche später Fotos nach.

Danke schonmal.
 

Silvette

Flashaholic*
8 November 2021
686
595
93
Deutsch-Wagram, Niederösterreich
Wenn die Led wirklich violett leuchtet würde ich davon ausgehen, dass zumindest anteilsmäßig UVA-Licht (oder Near-UVA) erzeugt wird. Aber das ist schwer einzuschätzen.

Selbst royalblaue Leds erzeugen immer auch eine minimale UVA-Strahlung, auch wenn diese im Datenblatt-Spektrum kaum erkennbar ist.
Diese Erfahrung habe ich über die letzten Jahre immer wieder gemacht. Polystyrol-Scheiben/Linsen über royalblauen Leds wurden braun, was eigentlich nur bei UV-Strahlung passiert.

Und da eine Led ohne Beschichtung vereinfacht gesagt eine mehr oder weniger blaue Led ist, würde die defekte Led einfach tauschen (lassen).
Ich wüsste nicht wie man eine defekte Beschichtung wiederherstellen könnte…

mfg
 
  • Danke
Reaktionen: taenzerwalze

steidlmick

Flashaholic***
15 August 2012
6.316
5.439
113
Bielefeld, NRW
Die erste Frage wäre, ist das nun normales lila Licht, oder kommt da schon UV heraus?
Ohne Spektraluntersuchung kann man das nicht feststellen, aber da LEDs nicht (wie z.B. ein Laser) nur eine Wellenlänge abstrahlen, sondern schmale spektrale Banden, kann es schon sein, das zumindest auch ein UV-Anteil vorhanden ist.
Die zweite Frage wäre, ob man die Beschichtung wieder reparieren kann?
Nein, das ist für Laien nicht machbar, die LED ist als Weißlicht-LED verloren.
 
  • Danke
Reaktionen: taenzerwalze

taenzerwalze

Flashaholic**
7 März 2017
1.449
1.591
113
Danke für die Rückmeldungen.

Es ist noch kein Meister vom Himmel gefallen und irgendwie war es auch witzig, wie der Dom im hohen Bogen weggeschnippst ist.

Haken dran und ich verbaue einfach eine neue LED.
 
Zuletzt bearbeitet:

SammysHP

Flashaholic**
6 Oktober 2019
3.874
6.068
113
Celle
www.sammyshp.de
ich habe mich heute am Dedomen einer XHP70.2 versucht. Ich habe den Dom in Aceton einweichen lassen und wollte ihn vorsichtig entfernen.
Abgesehen von den neuen Nichia 519A, bei denen man den Dome wirklich einfach nur mit einer Pinzette abziehen muss, bedeutet Dedoming ansonsten: ganz vorsichtig mit einer Rasierklinge in einem glatten Schnitt abschneiden.

Deine LED ist definitiv hin, da kann man nichts mehr retten.
 
27 Februar 2022
5
1
3
[...] bedeutet Dedoming ansonsten: ganz vorsichtig mit einer Rasierklinge in einem glatten Schnitt abschneiden.
d.h. der Dom wird nicht komplett entfernt? Kann dann auch nicht mehr "ReDomed" werden nehme ich an?

Wie stehen denn im Durchschnitt so die Erfolgschancen mit Aceton anlösen und mechanisch entfernen?
 

SammysHP

Flashaholic**
6 Oktober 2019
3.874
6.068
113
Celle
www.sammyshp.de
d.h. der Dom wird nicht komplett entfernt?
Nein, die Leuchtstoffschicht ist zu empfindlich und bröselig, die wird dabei fast immer zerstört. Es bleibt eine möglichst dünne Silikonschicht vom Dome zurück. Aufpassen muss man, falls die LED Bonding-Drähte nutzt. Die stehen oftmals etwas hoch und dürfen nicht mit abgeschnitten werden.

Kann dann auch nicht mehr "ReDomed" werden nehme ich an?
Das geht so oder so nicht. Ist der Dome erstmal ab, bleibt er das auch und kann entsorgt werden.

Wie stehen denn im Durchschnitt so die Erfolgschancen mit Aceton anlösen und mechanisch entfernen?
Sehr schlecht bis sehr sehr schlecht. Wenn der Dome nachgibt, hat die Leuchtstoffschicht schon längst ins Gras gebissen.

Den Dome komplett abzunehmen geht wirklich nur bei LEDs, bei denen die Leuchtstoffschicht nochmal extra geschützt ist, wie z.B. bei der 519A.
 

uselessuser

Flashaholic**
11 März 2018
1.241
730
113
Schweiz
Sehr schlecht bis sehr sehr schlecht. Wenn der Dome nachgibt, hat die Leuchtstoffschicht schon längst ins Gras gebissen.
Ich habe vor einiger Zeit ganz gute Erfahrungen damit gemacht, die LED mit siedentem Nitro zu dedomen. Bei den XHP70.2 wird der Dome nach kurzer Zeit extrem porös und lässt sich rückstandlos mit Druckluft entfernen. Wenn man das Timing hinbekommt gibt es auch kaum Blaustich ;)
Ist allerdings anfangs Glückssache und eine riesige Umweltsauerei. Ob einem das die 30% mehr Lux wert sind muss man bei 10 Euro pro LED selbst wissen.
 

Silvette

Flashaholic*
8 November 2021
686
595
93
Deutsch-Wagram, Niederösterreich
Die Sache mit dem Dedomen der XHP70.2 sollte sich mit dem Erscheinen der XHP70.3 HI sowieso erledigt haben.

Hier bekommt man eine perfekte Led ohne Dom ab Werk.

Und den Tausch der Led bekommt man bei vielen Lampen selbst mit etwas Geschick/Übung auch zuhause ohne Profi-Equipment ganz gut hin.
 
  • Danke
Reaktionen: taenzerwalze

taenzerwalze

Flashaholic**
7 März 2017
1.449
1.591
113
Die Sache mit dem Dedomen der XHP70.2 sollte sich mit dem Erscheinen der XHP70.3 HI sowieso erledigt haben.

Hier bekommt man eine perfekte Led ohne Dom ab Werk.

Und den Tausch der Led bekommt man bei vielen Lampen selbst mit etwas Geschick/Übung auch zuhause ohne Profi-Equipment ganz gut hin.
Bislang habe ich immer bei Kaidomain oder Hank passende LEDs schon gleich mit MCPCB gekauft. Da musste man nur noch löten. Für Reflowen fehlt mir leider das notwendige Equipment.
 
  • Danke
Reaktionen: Silvette

Equinox

Flashaholic
21 November 2021
232
226
43
Münsterland
@taenzerwalze Dann auf die Anschaffungsliste damit. Kostet nicht die Welt, macht unglaublich viel Spaß und danach bist du stolz wie Bolle. Für Flashies eine nachhaltige Anschaffung...:thumbup:

img_0051sok3h.jpg
 

uselessuser

Flashaholic**
11 März 2018
1.241
730
113
Schweiz
Allen Leuten mit Ahnung zum Trotz fahre ich mit meinem Reflowequipment auch nicht so schlecht ;)

Moderation : fremdes Bildmaterial entfernt. Bitte beachte die Nutzungsbedingungen.

Hier war mal eine Bratpfanne zu sehen.
 
Zuletzt bearbeitet:
  • Danke
Reaktionen: hbh und Kafuzke

Silvette

Flashaholic*
8 November 2021
686
595
93
Deutsch-Wagram, Niederösterreich
Sieht sehr genial aus das Teil :thumbup:.

Für mich reicht allerdings meine mittlerweile perfektionierte Bratpfannenmethode aus um hin und wieder mal ein paar Leds zu tauschen.

Ich habe durch die mittlerweile lange Erfahrung damit keine Ausfälle mehr und so gut wie immer ein sehr gutes Ergebnis.

Wenn ich allerdings den Lernprozess und die damit verbundenen Verluste zusammenrechne, hätte ich mir sicher auch eine passende Lösung kaufen können und mir den ganzen Stress und die manchmal damit verbundene Frustration ersparen können.
 
27 Februar 2022
5
1
3
@taenzerwalze Dann auf die Anschaffungsliste damit. Kostet nicht die Welt, macht unglaublich viel Spaß und danach bist du stolz wie Bolle. Für Flashies eine nachhaltige Anschaffung...:thumbup:

img_0051sok3h.jpg
Oh wow, geiles Teil, find den Heater (Miniware MHP30) aber nicht unter 100€... gibts den auch günstiger oder hat jemand Erfahrung mit günstigeren Alternativen?
Jetzt kommt auch wieder die Überlegung einen 3D-Drucker anzuschaffen :pinch:
 
Zuletzt bearbeitet:

Equinox

Flashaholic
21 November 2021
232
226
43
Münsterland
Den Miniware habe ich für knapp 65 € bei Banggood gekauft. (oder war es Aliexpress?) Das ist dann die Variante ohne USB-C Netzteil.
Da ich bereits entsprechende Netzteile daheim hatte (min. 60W), war das ein sehr guter Deal.
Regulärer Preis ist tatsächlich um 100,- €
 
  • Danke
Reaktionen: Akkuman

Unheard

Flashaholic**
6 November 2017
4.011
2.570
113
Raffnixhausen
[...] hat jemand Erfahrung mit günstigeren Alternativen?
Wieviel günstiger als die Pfanne soll es werden? Diese unreguliert beheizten Aluplatten, von denen ich inzwischen eine benutze, kosten um 15 EUR, wenn ich mich recht erinnere. Damit habe ich einen kompletten Treiber zusammengebraten. LEDs zu reflowen ist überhaupt kein Problem. Manche machen das mit einem Feuerzeug, was nur wenige Sekunden dauert. Selbst von oben mit Heißluft kann man an eine LED ran.

Geräte mit Regulierung gibt es um 50 EUR. Vielleicht nicht schlecht, wenn man viele LEDs gleichzeitig reflowt. Eine Pfanne wird ja immer wärmer, wenn man die nicht mit einem IR-Thermometer überwacht und den Herd dann rechtzeitig runterschaltet.

Die nächste Stufe sind dann Geräte, mit denen man einem Temperaturprotokoll folgen kann.

MMn ist man für den Einstieg oder für gelegentliche Sachen mit einfachsten Hilfsmitteln schon ganz gut bedient.
 
  • Danke
Reaktionen: Akkuman

steidlmick

Flashaholic***
15 August 2012
6.316
5.439
113
Bielefeld, NRW
find den Heater (Miniware MHP30) aber nicht unter 100€... gibts den auch günstiger
Nein, das Teil ist leider mit NT so teuer - nach meiner Meinung zu teuer, vor allem wenn man die recht mickrige Heizplattengröße berücksichtigt. Ich beurteile das Gerätchen mehr als eine Art Nerd-Spielzeug.
oder hat jemand Erfahrung mit günstigeren Alternativen?
Es kommt darauf an, wie viel/wie oft man Reflow-Löten möchte.
Ganz zu Anfang habe ich z.B. vom Schrottplatz eine 1 cm dicke Aluplatte besorgt, seitlich ein Loch reingebohrt und dort einen Temperaturfühler reingesteckt (z.B. von einem Grill-/Fleischthermometer).
Damit konnte ich die Temperatur der Aluplatte recht genau überwachen und zum Aufheizen konnte ich eine gewöhnliche Herdplatte verwenden. Für die meisten Zwecke reicht das schon aus, auch wenn man das Aufheizen manuell steuern muss.

Heute verwende ich einen professionellen Preheater, den ich mal bei ebay gefunden habe, aber das lohnt sich auch nicht für Gelegenheitsarbeiten.

Die so genannte Herdplatten-Methode mit IR-Thermometer funktioniert ja auch, fand ich aber zu umständlich.

Wenn man gerne selbst etwas basteln möchte, kann man es auch so machen, wie's hier beschrieben wurde.
 

Equinox

Flashaholic
21 November 2021
232
226
43
Münsterland
...Ich beurteile das Gerätchen mehr als eine Art Nerd-Spielzeug...
Es mag ja sein, dass das Gerät nicht in manche Anforderungsprofile passt, es obliegt auch jedem zu entscheiden, ob er 100 Euro in ein gut geregeltes Gerät investiert oder lieber mit Bratpfannen, Schweißbrennern, Bügeleisen oder anderen Geräten arbeitet, ich weiß aber nicht, warum es ein "Nerd-Spielzeug" sein soll?
 
27 Februar 2022
5
1
3
Danke für eure Antworten und Einschätzungen.
Reflow würde ich nur selten löten, auch wenn es nicht nur um LEDs geht. Hätte aber auch gedacht, dass man da mit den Temperaturen jenseits dessen kommt, was LEDs vertragen können... Wieso geht das nicht schief, nach meinem Kenntnisstand ist man bei knapp über 100°C schon in dem Temperaturbereich, den die LED schon nachhaltig schädigt? Oder bezieht sich das auf den reinen Betrieb?
Ich merke, mir fehlt wohl noch einiges an Hintergrundwissen... :exploLiIon:
 

steidlmick

Flashaholic***
15 August 2012
6.316
5.439
113
Bielefeld, NRW
ich weiß aber nicht, warum es ein "Nerd-Spielzeug" sein soll?
Muss ich meine persönliche und subjektive Beurteilung rechtfertigen?
Ich finde, dass das Gerätchen in die Kategorie Nerd-Spielzeug gehört, weil es eine winzige Heizfläche bietet, keine Temperaturprofile abfahren kann, ergonomisch zumindest an meinen Ansprüchen vollkommen vorbei geht und dafür übermäßig teuer ist.

Jeder darf sein Geld so ausgeben wie er möchte. Ich finde es ist hier ziemlich viel Geld für ziemlich wenig Gegenwert.
Wieso geht das nicht schief, nach meinem Kenntnisstand ist man bei knapp über 100°C schon in dem Temperaturbereich, den die LED schon nachhaltig schädigt? Oder bezieht sich das auf den reinen Betrieb?
Betriebstemperaturen und Löttemperaturen sind völlig verschiedene Bereiche.
Die meisten Hersteller veröffentlichen Datenblätter zu ihren LEDs und dort werden auch Temperaturprofile für das Löten der LEDs angegeben (hier z.B. für eine XHP50.2, siehe Seite 24).
Solange man nicht irrsinnig stark davon abweicht, überleben die LEDs das Verlöten meistens recht gut.

Neben der eigentlichen Temperatur sind vor allem starke Temperatursprünge schädlich. Man sollte schlagartiges Erhitzen und eine nachfolgende sehr schnelle Abkühlung vermeiden.
 

Palladin

Flashaholic*
22 Dezember 2010
382
506
93
Wenn man gerne selbst etwas basteln möchte, kann man es auch so machen, wie's hier beschrieben wurde.
[Eigenbau einer Heizplatte mittels Heizelements eines Lötkolbens]

Noch ein weiterer Vorschlag, der in die gleiche Richtung geht, allerdings weitaus einfacher.
Für den ersten Einstieg in die Materie sollte es aber reichen:

Beim gut sortierten Chinesen mit arabischen Namen gibt es auch kleine Heizplatten, die optional über die Lötkolbenspitze geschoben werden oder aber gleich mittels Adapter eine passive Hakko Lötspitze ersetzen.
Wer zufälligerweise ohnehin einen digital geregelten Hakko (-Klon) Kolben mit passiven Spitzen hat, sei es als Station oder stand alone Kolben, der hat das große Los gezogen.
Gewindeadapter statt Lötspitze einbauen, platte aufschrauben – fertig.
Reflow mit Temperaturregelung für ‚nen Fünfer.
Alle anderen müssen ein klein wenig basteln.

Ich zeig mal was ich meine:
Wir reden hier von der rechten Platte, die anderen sind zu klein. Ich hab mal wieder den Maßstab vergessen dazu zu legen, die Kantenlänge beträgt 23mm. Es gibt übrigens auch noch ein ähnliches sechskantiges Teil von Mechanic.

Hotplate4504.jpg

Rückseite:

Hotplate4508.jpg


Bei anderen Lötkolben eine normale Lötspitze in eine der Bohrungen zu stecken und mittels Madenschraube zu fixieren wird nur selten zu einem brauchbaren Ergebnis führen, zu unterschiedlich sind die Durchmesser. Einfache Lösung: Man weitet eine zu kleine Bohrung auf Maß auf.
Bessere Lösung: Man opfert eine möglichst zylindrische Lötspitze und schneidet ein Gewinde rein. Das gleiche Spiel bei der Platte, wobei man dann auch gleich zu einem beliebigen Reststück Alu/Kupfer/Messing greifen kann. Wer keine Gewindeschneider hat: Ein Repair Café kann sicherlich mit so trivialen Werkzeug aushelfen.

Das Ergebnis ist eine Kompakte spotbillige Lösung, bei der man die Temperaturregelung schon mal dem Kolben überlassen kann. Dann kann man sich auf den Rest konzentrieren. Das reicht, gerade am Anfang.

Was man noch braucht ist eine stabile Halterung für eine möglichst lotrechte Montage, z.B. ein kleiner Schraubstock oder ein Fotostativ mit Klemme.

Eigene Erfahrung damit hab ich nicht, aber ich hatte mal was Ähnliches gebastelt – und mit der Lösung bin ich eigentlich sehr zufrieden:
Ich war ewig auf der Suche nach einem winzigen Schmelztiegel, um Kleinserien von Litzen halbwegs effizient verzinnen zu können.
Dann ist mir so ein extrem grottiger Lötkolben (es gibt da übrigens auch ähnliche, recht passable für kleines Geld) zugelaufen. Der lag schon im Elektronik Schrott.
Daß er doch noch eine Chance bekommen hat, seht Ihr weiter unten.
Hotplate4513.jpg