Oh weh, Code 420
Ein Li-Ion-Akku wird wie folgt korrekt geladen:
1. Mit Konstantstrom (CC), bis 4,20V erreicht sind. Damit hat man schon mal 80-90% geladen, je nach Ladestrom.
2. Dann mit Konstantspannung 4,20V (CV), der Ladestrom nimmt automatisch immer weiter ab, je voller der Akku wird.
3. Wenn der Ladestrom einen gewissen Wert unterschreitet (Terminierungsstrom, Abschaltstrom), wird abgeschaltet.
4. Nach Abschaltung sinkt die Zellenspannung wieder etwas ab. Das ist normal und richtig so.
Es ist nicht korrekt, einen Akku ewig auf 4,20V zu halten. Ein Lader, der das täte, wäre ein schlechter Lader.
Je höher der Abschaltstrom, desto weiter fällt nach Abschaltung die Zellenspannung wieder ab. Der Abschaltstromstrom liegt normalerweise im Bereich C/30 bis C/50, oft wird auch 1/10 des Ladestroms genommen. Bei 18650 liegt man mit 50-100mA richtig.
Der XP4 lädt eigentlich perfekt nach Lehrbuch.
Es lohnt sich, die Ladekurven bei
HKJs Test des XP4 genauer anzuschauen, besonders die rote Kurve (Zellenspannung) nach der senkrechten gelben Linie (Ladeschluss). Da sieht man, wie die Zellenspannung abfällt.
Wer will, kann sich auch die Ladekurven aus einem seiner Akkutests zu Gemüte führen. Auch da sieht man deutlich den Spannungsrückgang nach Ladeschluss.
Der XP4 schaltet wie folgt ab:
auf 1A bei 100mA (also I/10),
auf 0,5A bei 75mA (I/7),
auf 0,25A bei 50mA (I/5).
D.h. je niedriger man den Ladestrom wählt, desto niedriger ist der Abschaltstrom, und desto geringer der Spannungsrückgang nach Ladeschluss.
Es spricht nichts dagegen, einen 18650 erst bei 50mA abzuschalten, außer dass das Laden dann wg. 2% mehr Ladung 20% länger dauert.
Man könnte sich beim XP4 also durchaus niedrigeren Abschaltstrom wünschen, auf Kosten der Ladedauer.
Je höher der Abschaltstrom, desto stärker wirken sich auch Unterschiede bei Zellen-Innenwiderstand und Kontaktwiderständen aus.
Zu dieser Thematik kommen natürlich noch Bauteiltoleranzen, die zu unterschiedlicher Ladespannung führen. +/-0,5% wären schon ziemlich gut, das sind +/-0,02V.
Das Gerät schon bei einer Peak Spannung von 4.2V ab, hält die Spannung aber nicht weiter sondern schaltet direkt ab.
Nicht wirklich, siehe Test, z.B.
Ladekurve des XP4 bei 1A.
Danach sinkt die Spannung der Zelle auf 4.12V - 4.17V je nach Akku Typ (bei 16340 ist es noch drastischer)!
Und das ist genau wie zu erwarten.
Der Terminierungsstrom von 50mA (bei 250mA Ladestrom) liegt insbesondere bei 16340 über den empfohlenen C/30 (was 25mA wären). Deswegen der starke Spannungsrückgang.
Hier exemplarisch die
Ladekurve eines Eagletac 16340, der nach Lehrbuch geladen wird.
Ich umgehe das ganze momentan etwas umständlich indem ich die Akkus auf 1Amp. voll lade - die Zellen etwas ruhen lasse - und dann auf 0.2Amp. weiter lade.
Kann man machen. Auf 0,25A terminiert der XP4 bei 50mA. Damit kriegt man nochmal 2% mehr Ladung rein.
Jetzt verrate ich noch einen Trick: Zelle auf 40°C erwärmen. Dann sinkt der Innenwiderstand und es gehen noch ein paar Promille mehr Ladung rein. Der gute alte Pila mit seiner Akkuheizung hat das (wohl unfreiwillig) so gemacht.
Eigentlich sollte der Lader gegen erreichen der Ladeschlussspannung mit seiner Ladeleistung runter fahren und mit weniger Leistung nach Laden bis die Zelle die Spannung für eine gewisse Zeit gehalten hat.
Nicht wirklich. Er soll die Spannung halten, den Strom reduziert die Zelle von selbst, und wenn er den Abschaltstrom unterschreitet, soll der Lader abschalten.
Mein Modellbau Lader, IMax B6 macht das sehr gut und auch über das Display zu sehen wie zum Ladeschluss die Leistung langsam runter geht und so lange langsam weiter lädt bis die 4.2V wirklich gehalten werden.
Auch der schaltet bei einem bestimmten Mindeststrom ab. Wenn ich's recht erinnere bei I/10, also wird es da auch einen Spannungsrückgang geben. Falls Du damit Modellbau-Lipos lädst: die haben ein etwas anderes Ladeverhalten
Das Problem hatte ich mit dem XP4 auch. Deshalb hab ich meinen Intellicharge i4 behalten, der braucht zwar länger, dafür kommen alle Zellen mit genau 4,2V raus.
Der i4 lädt mit 350mA bzw. 700mA und terminiert bei 44mA. Deswegen kriegt er die Zellen "voller" als ein XP4 bei gleicher Ladespannung. Ungefähr gleich voll wie ein XP4 bei 250mA.
Nur fehlt dem Lader diese trickle charge Funktion - hatte mal gelesen das li-Ion Akkus bis zu 30min auf Ladeendspannung gehalten werden sollten um wirklich 100% voll zu sein.
Das ist Unsinn. Trickle-Charge soll man bei Li-Ion genau NICHT machen. Die CV-Phase (mit konstanter Ladespannung) richtet sich nicht nach der Zeit, sondern nach dem Strom.
Nachtrag: jetzt habe ich so lange geschrieben, dass mich 9x6 überholt hat.
Und außerdem habe ich gerade festgestellt, dass ich all das genau hier in diesem Thread schon einmal geschrieben habe: in
#30 und
#34. Naja, vielleicht hilft die Wiederholung.
In anderen Foren gibt's die gleichen Diskussionen:
...
Es lohnt sich, den
verlinkten CPF-Thread zu lesen. HKJ und candle lamp haben da ein paar ganz gute Beiträge geschrieben.
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Das habe ich jetzt zum ichweißnichtwievielten Male geschrieben. Don Quichote muss sich ähnlich gefühlt haben.