Review: Klarus NT20

Wulf

Flashaholic
30 Oktober 2010
174
22
18
Essen, NRW
Nun habe ich die Klarus NT20 schon zwei Tage im Gebrauch und bin noch immer überrascht, dass sie mir so gut gefällt.

Geliefert wurde die Lampe in einer typischen, jedoch hochwertigen Verpackung. Im Lieferumfang waren neben der Lampe:
- ein (Hosentaschen-) Clip
- zwei Ersatz-O-Ringe
- ein Ersatz-Schaltgummi
- ein kurzes Lanyard
- Holster (nicht auf dem Foto)



Die technischen Komponenten sind auf dem aktuellen Stand. Es ist eine Cree XP-G R5 verbaut.

Folgend findet ihr verschiedene technische Daten der NT20: Vielen Dank an Ferkel13.

Länge: 124,6 mm
Durchmesser Kopf: 22,6 mm
Größter Durchmesser: 25,2 mm
Durchmesser Batterierohr: 21,5 mm
Durchmesser Tailcap: 21,5/23 mm
Gewicht ohne/mit 2x CR123/2x 16340/1x 17670: 60/93/97/98 gr.
Gewicht Clip: 2 gr.
Gewicht Holster: 14 gr.
Gewicht Lanyard: 2 gr.


Eine kurze Übersicht der Leuchtstufen (Quelle):

- 4 Leuchtstufen:
-- Low: 9 Lumen (52 Stunden)
-- Med: 135 Lumen (4,1 Stunden)
-- High: 280 Lumen (1,5 Stunden)
-- Ultra-Low: 2 Lumen (200 Stunden)

- 3 Signalstufen:
-- SOS (135 Lumen, 11,5 Stunden)
-- Beacon, ein Doppelflash alle 15 Sekunden (135 Lumen, 60 Stunden)
-- Strobe, variierend (280 Lumens, 3 Stunden)

Der Spannungsbereich ist mit 3 V - 8,4 V angegeben, wird aber lt. einiger Quellen bisher noch nicht im vollen Umfang unterstützt. So ist die Nutzung von zwei 16340er-Akkus bisher nicht empfohlen und von mir auch noch nicht getestet.



Geschaltet wird über zwei Druckschalter und einen Drehschalter. Der Druckschalter am Lampenende ist ein Forward-Clicky und bietet somit die Möglichkeit, die Lampe "taktisch" zu nutzen. Der Druckschalter am Lampenkopf ist für die Leuchtstufenverstellung und der Drehschalter bietet eine Auswahl zwischen zwei Modi.

Kopf festgezogen: Low --> Med --> High
Kopf gelockert (ca. 25°): Ultra-Low --> SOS --> Beacon
Längerer Druck auf den Seitenschalter: Strobe (aus jedem Modus)

Der Unterschied zwischen Low und Ultra-Low ist in Wahrheit größer, als auf dem Papier. Für den absoluten Nahbereich (< 1m) ist Ultra-Low genial, wohingegen Low auch noch im Bereich bis 5 Meter ausreichend Licht bringt, um sich gut zu orientieren. Ich finde die Unterteilung klasse.

Der Strobe kann aus jedem Modus (wenn die Lampe eingeschaltet ist) durch längeres Drücken (> 1 Sekunde) des Seitenschalters ausgewählt werden. Somit ist er, wenn man ihn braucht, schnell verfügbar. Wer ihn nicht will, kommt auch nicht in diesen (nervigen und irritierenden) Modus.

Ein weiterer Pluspunkt für mich ist, dass die Lampe im normalen Leuchtmodus (angezogener Lampenkopf) die zuletzt genutzte Helligkeit speichert. Das ist, in Verbindung mit dem taktischen Endkappenschalter und dem Leuchstufenwechsel über den Seitenschalter, eine hervorragende Sache. (Normalerweise mag ich Lampen mit Memory-Modus nicht.) Bei losem Kopf, gibt es übrigens kein Memory. Die Lampe startet immer im Ultra-Low. (Finde ich ebenfalls genial.)



Die Lampe ist wasserdicht nach IPX-8. Abgedichtet wird sie über jeweils einen O-Ring an jedem Gewinde.

Sie ist 12,5 cm lang und somit etwas kürzer als eine Fenix L2D, die als Vergleichsmöglichkeit herhalten musste. Das Gehäuse (Mittelteil) hat einen Durchmesser von ca. 2,0 cm, wohingegen der Lampenkopf einen Durchmesser von ca. 2,5 cm hat.



Der Beam der Lampe ist toll. Der Hotspot ist relativ weich und bietet somit im nahen und mittleren Bereich wirklich eine tolle Ausleuchtung. Beamshots kann ich leider z.Z. nicht machen.

Zum Clip: Er sitzt sehr straff und gut platziert. Er ist farblich von der Lampe abgesetzt, wirkt jedoch sehr hochwertig. Leider ist direkt ein wenig von der Eloxierung abgekratzt, als ich den Clip testweise montiert habe...



Fazit:
Eine tolle Lampe mit absoluter Kaufempfehlung.

Fragen zur Lampe beantworte ich gern.


Edit: Folgend findet ihr noch einige interessante Informationen zur Lampe, die von ich mit Ferkel13s Erlaubnis hier kurz zusammenfasse, um euch das suchen zu ersparen.

Die schwarzen AW-Akkus (protected, 750 mAh) passen optimal in die Klarus NT20. Geschützte (silberne) Ultrafire-Akkus passen von der Länge nicht in die Lampe. Die Helligkeit der einzelnen Stufen ändert sich bei der Nutzung von Akkus nichts. Die Lampe läuft auch mit nur einem (16340er)-Akku + Dummy. Aufgrund der Regelung bleiben alle Helligkeitsstufen erhalten.

Laut Ferkel sind die Klarus-Lampen "Lego-fähig". Die Köpfe bzw. Bodys können also ausgetauscht werden, so dass der NT20-Kopf auf einem ST10-Body eine Leistungsstarke 14500er-Lampe bringt. Auch der Kopf der ST20 passt auf die ST10 und erreicht mit einem 14500er-Akku die gleiche Helligkeit, wie mit 2x CR123/2x 16340/1x 17670. Auch das Ultra-Low funktioniert mit allen Energievarianten.

17670er AW's passen ohne Aufkleber in das Batterierohr. 16340er AW's gehen gerade so von der Länge her in das Batterierohr, ohne die Akkus zu stauchen. Geflamte TrustFire 16340 sind zu lang.

Laufzeit NT20

1x AW 17670 = 89 Minuten (danach merklicher Helligkeitsverlust)
2x AW 16340 = 61 Minuten (Lampe geht aus, Ultra-Low und Low sind aber noch aktivierbar)

Laufzeit NT20 Kopf auf ST10 Body

1x 14500 TrustFire unprotected = 40 Minuten (danach merklicher Helligkeitsverlust)
 
Zuletzt bearbeitet:

femto

Projektleiter Forentaschenlampe 2012
26 Mai 2010
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312
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Blaustein bei Ulm
Schönes Review!

Die Klarus NT20 ist diejenige Lampe auf meiner Wunschliste welche als nächte ins Auge gefasst wird.

Vorallem das durchdachte UI finde ich sehr überzeugend. Nur schade das die 16340 noch nicht freigegeben sind.

// ~ HD ~
 

Noerstroem

Ehrenmitglied
31 Mai 2010
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Bayern
Habe mir die Nt10 gegönnt und kann den positiven Eindruck von Wulf nur bestätigen!!!
Sehr breite und homogene Ausleuchtung! War zwar teuer - werd sie aber trotzdem behalten - die Lampe hat was :)
 

femto

Projektleiter Forentaschenlampe 2012
26 Mai 2010
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Blaustein bei Ulm
Übrigens,

ich hab bei Herrn Schiermeier mal nachgefragt ob die NT20 immer noch nicht für die 16340er freigegeben ist.

// ~ HD ~
 

femto

Projektleiter Forentaschenlampe 2012
26 Mai 2010
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Blaustein bei Ulm
Wahnsinn,

Minuten (!!!) später habe ich bereits eine Antwort von Herrn Schiermeier erhalten:

Also 16340 funktionieren in der Lampe, der Wiederspruch mit der Arbeitsspannung und keiner Freigabe für 16340 liegt darin, das es beim Einsatz von 16340 keine Unterspannungsabschaltung gibt,
ist natürlich beim Einsatz von geschützten Akkus egal, Klarus ist insgesammt aber sehr vorsichtig.

Super, damit weiss ich schon welche Lampe es gibt wenn wieder Geld in der Kasse ist! :D

// ~ HD ~
 

Wulf

Flashaholic
30 Oktober 2010
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Essen, NRW
Vielen Dank, femto (und somit auch an Herrn Schiermeier). Dann werde ich die Lampe heute abend mal mit Akkus testen. Dann kann ich euch auch verraten, ob sich an der Helligkeit etwas ändert.

Obwohl die NT20 für ihre Stomversorgung schon recht klein ist, überlege ich doch schon wieder, mir eine NT10 als EDC zu gönnen. Allerdings stört mich der "recht helle" Ultra-Low-Mode, der mit 8 Lumen angegeben ist.
Mich interessiert dagegen aber auch, wie groß der Unterschied zwischen Low (13 Lumen) und Ultra-Low (8 Lumen) für das Auge in der Realität ist.

Vielleicht wird es aber doch eine ST10, die das "Ultra-Low-Problem" nicht hat (2 Lumen U-Low gegenüber 12 Lumen Low). Die 140 High-Lumen (1.5 Stunden) sind für eine EDC immernoch ausreichend. (Zum Vergleich: Die NT10 bietet 230 Lumen für 1 Stunde auf High.)
 

Noerstroem

Ehrenmitglied
31 Mai 2010
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Bayern
Obwohl die NT20 für ihre Stomversorgung schon recht klein ist, überlege ich doch schon wieder, mir eine NT10 als EDC zu gönnen. Allerdings stört mich der "recht helle" Ultra-Low-Mode, der mit 8 Lumen angegeben ist.

Der 8 Lumen Mode funktioniert bei der NT10 erst, wenn die Spannung der Batterie unter 2,6V gefallen ist (lt. Gebrauchsanweisung).
In der Praxis ist bei mir der Low-Mode und der Ultra-Low-Mode momentan identisch.
 

Sternwanderer

Beamshot-SEK
27 August 2010
2.563
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Springe
Allerdings stört mich der "recht helle" Ultra-Low-Mode, der mit 8 Lumen angegeben ist.
Mich interessiert dagegen aber auch, wie groß der Unterschied zwischen Low (13 Lumen) und Ultra-Low (8 Lumen) für das Auge in der Realität ist.

Meine neue SC60 hat die Stufen:
High: H1 270 Lm (2 hrs) or H2 140 Lm (4.1 hrs)
Medium: M1 38 Lm (25 hrs) or M2 10.5 Lm (72 hrs)
Low: L1 2.3 Lm (10.5 days) or L2 0.18 Lm (41 days)
Light output are Out The Front (OTF) values.

Der Unterschied zwischen 270 und 140 Lumen ist nicht so riesig, wie erwartet. Klar, Schon deutlich heller, aber dppelte Lumen?

Bei Medium ist der Unterschied deutlicher, ist ja auch die fast 4-fache Lumenzahl.

Bei low wird's aber jetzt interessant:
Zum im Haus rumlaufen oder sogar zum Lesen im Bett reicht tatsächlich die 0.18 Lumen Stufe massig aus! Ich hätte es nicht erwartet, aber so ein niedriges Low, dass man selbst bei Dämmerlicht kaum erkennt, es sei denn man leuchtet in 10cm Entfernung was an: Das reicht absolut aus!
Die 2.3 OTF Lumen machen dann schon so viel Licht, dass man auch auf 4 Meter alles gut erkennen kann.

Jetzt konkret zu Deiner Frage: Der Unterschied zwischen Mid2 (also bei mir 10,5 OTF Lumen zu 2 Lumen ist ein Quantensprung. Ich vermute also, dass der Unterschied auch bei Deiner Lampe extrem merkbar ist.

Marcus
 

Wulf

Flashaholic
30 Oktober 2010
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Essen, NRW
Hallo Marcus,

vielen Dank für die interessanten Ausführungen.
Du hast vollkommen recht. Der Unterschied bei der NT20 mit ihren 2 Lumen (U-Low) gegenüber den 9 Lumen (Low) ist enorm. Ich vermute, dass es bei dem Unterschied 8 --> 13 Lumen nicht ganz so stark, aber immernoch merklich ist.


Hallo Noerstroem,

auch dir vielen Dank für den Hinweis. Damit rückt die ST10 in die Favoritenrolle...
Mal sehen, was das Weihnachtsfest bringt. ;)
 

Sternwanderer

Beamshot-SEK
27 August 2010
2.563
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Springe
Ach, wenn Du schon ne 2 Lumen Vergleichslampe hast, kennst Du natürlich den Unterschied.

Ich bin aber wirklich begeistert vom niedrigen Low der Zebralight. 0.18 Lumen OTF ist ja eigentlich fast nichts. Aber gestern abend im Bett beim Lesen hat diese Stufe ausgereicht, um mein Buch wunderbar zu erhellen, und andersrum meine Freundin nicht zu stören.

Eine wirklich niedrige Low-Stufe ist also mittlerweile ne tolle Sache finde ich! Problematisch ist dabei nur, dass man so ein niedriges low wohl nur noch vernünftig mit einer cc Regelung hinbekommt. Meine Solarforce Skyline 2 hat ein fast genauso niedriges low. Allerdings verbunden mit übelstem Geflacker! Gut, die ist auch wirklich keine Leselampe, aber trotzdem!


Solltest Du also auch ein ultra-low haben wollen, würde ich nicht die NT10 mit der 8 Lumen Stufe wählen. Wie wärs stattdessen mit ner SC30 oder SC30w?

Die Bedienung ist wirklich einfach, und die erreichbare Helligkeit andesrum enorm für so nen Zwerg!

3 Main Gruppen: high, mid,low, jeweils mit der Möglichkeit, aus zwei Leuchtstufen zu wählen. Start sowohl in high, als auch in low möglich.

Marcus
 

Wulf

Flashaholic
30 Oktober 2010
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Essen, NRW
Marcus, vielen Dank für deine Überzeugungsarbeit hin zur Zebralight. Ich dachte eigentlich, dass das Ferkels Aufgabe ist. ;)

Ich habe schon eine Zebralight (H30), mit der ich auch sehr zufrieden bin. Ich liebäugle schon lange mit einer neuen, z.B. der SC30. Allerdings gefällt mir die Klarus optisch besser.

Ausserdem habe ich mittlerweile so viele potentielle EDC-Lampen, dass ich mich langsam mal von einigen trennen muss, damit Platz (und Kapital) für neue da ist.

Nun schweife ich aber zu sehr vom Thema ab.
Zurück zur Klarus NT20.
 

Wulf

Flashaholic
30 Oktober 2010
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Essen, NRW
Ich habe die schwarzen AWs (protected, 750 mAh). Sie haben die gleiche Größe, wie CR123-Batterien und passen somit optimal. Die geschützten silbernen Ultrafires, die ich hier noch liegen habe, passen nicht - sie sind zu lang. (Durchmesser passt.)
An der Helligkeit ändert sich bei der Nutzung von Akkus nichts.

Ausserdem lässt sich die Lampe auch mit einem 16340er mit Dummy befeuern. Sie ist gut geregelt und bringt die gleiche Maximalleistung, wie mit zwei Akkus / Batterien.
 

Wulf

Flashaholic
30 Oktober 2010
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Essen, NRW
Eine gute Idee. Das sollte ohne Probleme klappen. Die Wandstärke erscheint mir ausreichend. Die Arbeitsspannung der Lampe ist ja auch mit 3.0 - 8.4 Volt angegeben.