Review Thrunite TH01 Kopflampe

amaretto

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12 August 2010
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Von Thrunite haben wir kostenlos eine TH01 Kopflampe für eine Vorstellung gestellt bekommen. Das Modell gibt es schon einige Zeit und es liegt auch schon länger bei mir, ich habe den Test immer vor mir hergeschoben.

Folgende Kopflampen gibt es derzeit bei Thrunite:
  • TH30: 3350 Lm, 155 m Leuchtweite, 6650 cd, Cree XHP70 LED, 18650 Akku, 107 x 28.5 mm, 123 g
  • TH20: 520 Lm, 67 m Leuchtweite, 1120 cd, Cree XP-L V6 LED, 14500 Akku, 70 x 24.5 mm, 96 g
  • TH10 v2: 2100 Lm, 307 m Leuchtw., 23600 cd, Cree XHP35 HI LED, 18650 Akku, 107 x 28.5 mm, 71 g
  • TH01: 1500 Lm, 126 m Leuchtweite, 4000 cd, Cree XHP50 LED, 18350 Akku, 64 x 33.6 mm, 52 g
Zusätzlich zu den genannten Daten in der Zeile mit orangener Schrift hier weitere Eigenschaften:
- 5 Helligkeitsstufen + S.O.S Blinkmodus
- Mode-Memory
- Gehäuse komplett aus anodisiertem Alu
- strukturierter Reflektor
- interne USB-Aufladung, Ladestrom 0,5 A
- mechanischer Verpolungsschutz
- Tiefentladeschutz und Akkuwarnung
- zweifarbige Ladezustandsanzeige
- wasserdicht nach IPX-8 (2 m)
- stossfest 1,5 m
- Maße 64 x 33,6 x 28,5 mm



Lieferumfang:
- TH01 Kopflampe
- Stirn- mit Überkopfband
- 2x Lampenhalterung aus Gummi
- 1x 18350 Akku mit PCB, 1100mAH Kapazität
- Micro-USB-Ladekabel
- 2 Ersatz-Dichtungsringe
- 1 Ersatzdichtung für USB-Ladeport
- mehrsprachige Bedienungsanleitung


Das Kopfband kennen wir bereits von anderen Thrunite-Kopflampen. Die Lampe sitzt sehr stramm in dem Gummi und lässt sich nur mit Kraft verdrehen. Insofern ist es gut, dass noch eine Ersatz-Gummihalterung beiliegt.




Hier noch mal ohne Animation zum Anklicken, wer die Einzelperspektiven in Ruhe anschauen möchte:


Die XHP50 LED sitzt perfekt zentriert im strukturierten Reflektor. Die Struktur soll helfen, kleinere Unregelmäßigkeiten im Lichtkegel auszugleichen.
Dennoch reicht dies leider nicht dazu, unterschiedliche Lichtfarben im Lichtkegel (tint shift) zu verhindern, dazu später mehr. Ansonsten finde ich die Verarbeitungsqualität o.k. wenn auch nicht auf dem Niveau der "Premium-"Hersteller. Der Bezelring ließ sich nicht ohne Gewalt aufdrehen, ich habe daher weitere Versuche der Demontage unterlassen. Mich hätte der Versuch gereizt, die Lampe ohne Reflektor auszuprobieren.


LED auf niedrigster Stufe (Moonlight)


Nur eine Seite der Lampe lässt sich abschrauben. Vor dem ersten Gebrauch muss die Transportsicherung vom Akku (isolierendes Plastestück) entfernt werden. Gewinde und Dichtring sind trocken, das sollte man nachfetten. Die abgeschraubte Tailcap hat ein griffiges Knurling und eine vergoldete Kontaktfeder.


Der 18350er Akku hat reichlich Platz. Ich habe andere (auch ungeschützte) Akkus testen wollen, aber das machte die Lampe nicht mit. Sie ging nach einem kurzen Blitz aus. Vielleicht braucht die TH01 den Innenwiderstand des Thrunite-Akkus?


Der hochstromfähige 18350er Akku ist im Lieferumfang enthalten. Seine 1100mAh reichen nur für kürzere Leuchtzeiten. Der Pluspol ist nur leicht erhöht.


Blick ins Rohr aus verschiedenen Perspektiven. Zu sehen ist ein mechanischer Verpolungsschutz, der einen leicht erhöhten Pluspol am Akku notwendig macht.




Auf der gegenüberliegenden Seite der Tailcap liegt der Schalter, genau gesagt ein elektronischer Taster, und die USB-Ladebuchse. Sie ist mit einem Gummistopfen wasserdicht verschlossen.


Als Ladebuchse ist ein älterer Micro-USB-Typ verbaut.



Bedienung / User Interface
von aus:
kurzer Druck = ein
langer Druck = Moonlight
Doppelklick = Turbo
Tripleklick = S.O.S.

wenn an:
kurzer Druck = aus
gedrückt halten = Wechsel low - mid - high
Doppelklick = Turbo
Tripleklick = S.O.S.

Das UI ist simpel und bewährt. Die festen Leuchtstufen finde ich persönlich besser als das stufenlose Ramping der bauähnlichen TH20. Ich denke auch, 5 Leuchtstufen müssen genug sein, da braucht es kein stufenloses Ramping. Der S-O-S-Mode ist versteckt und stört nicht in der Schaltreihenfolge. Die TH01 hat Memory, d.h. sie startet in der zuletzt verwendeten Leuchtstufe (gilt nur für low, mid, high). Die Haptik des Tasters ist prima und gibt ein gutes Feedback. Zudem steht er weit genug über, so dass man ihn sofort ertasten kann.

Zum Laden stöpselt man das mitgelieferte Micro-USB-Kabel in die Lampe und in eine geeignete Energiequelle wie PC oder Powerbank.
Der Gummi des Schalters ist hinterleuchtet und informiert über den Ladeprozess.

Darüber hinaus zeigt die LED auch während des Leuchtens an, ob der Akku nachgeladen werden muss:
Akku bei 100 - 21 % (4,2 - 3 V)
Akku bei 20 - 11 % (3 - 2,8 V)
Akku 10 - 1 % (< 2,8 V)


Eigene Messungen
(mit Hobbyequipment, daher ohne Gewähr)
Lichtleistung: 1280 / 460 Lumen (ceilingbounce)
Luxwert: 4.375 max.
Stromverbrauch: 4,5 / 1 / 0,35 / 0,25 A (Turbo/High/Mid/Low)
PWM: nicht messbar, die TH01 leuchtet flimmerfrei
Ladeschluss-Spannung: 4,19 V
Endabschaltung bei ca. 2,6-2,8 V
Oberflächentemperatur: 45 Grad max.

Den Laufzeittest habe ich diesmal nicht mit voller Lüfterstufe gemacht, das wäre bei einer Kopflampe nicht realistisch. Der Lüfter lief auf kleinster Stufe und stand weit weg, so dass nur ein ganz laues Lüftchen ankam.




Im Turbo gibt es nach 3-4 Minuten einen ersten Stepdown, weitere bei etwa 25', 30', 34' und nach knapp 40 Minuten herrscht Dunkelheit, d.h. die TH01 schaltet ab 2,8 V Akkuspannung komplett ab.

Auf High, der zweithöchsten Stufe, sehen wir ein ungewöhnliches Verhalten. Die Leistung steigt an. Dann macht sie einen Step herunter (quasi als Warnung) um dann 3 Minuten später bis Minute 80 komplett in die Knie zu gehen. Das Gezappele am Ende der Kurve ist die zusätzliche Akku-Leer-Warnung in Form eines dreimaligen Blinkens.

Leuchtstufen und Leuchtdauer (Herstellerangabe)
  • Turbo 1500 Lm (5 Min.) + 430 Lm (80 Min.)
  • High 450 Lm ( 180 Min.)
  • Mid 85 Lm (6,5 Std.)
  • Low 9 Lm (44 Std.)
  • Firefly/Moonlight 0,6 Lm (20 Tage)

Leuchtergebnis
Das Leuchtbild ist frei von Ringen oder anderen Störungen. Die Abstrahlung ist allroundig bis breit, der Spot sorgt für etwas Reichweite. Leider ist die Farbverteilung im Lichtkegel nicht gleichmäßig. Der Spot ist gelblich mit einem Hauch Grün, der Spill direkt um den Spot ist eher bläulich/violett und ganz außen ist der Lichtkegel wieder neutralweiß. Dies gilt für die neutralweiße LED der Testlampe. Bei der kaltweißen dürfte es anders sein, aber ich befürchte auch dort einen tint shift. Mittlerweile regiere ich ziemlich empfindlich auf solche Farbverschiebungen, die mir eine Lampe komplett vermiesen können, egal wie gut ihre restlichen Eigenschaften sind. Meine Vermutung ist, dass der Reflektor nicht zur LED passt?



hier kann man den Tint-shift noch deutlicher sehen:



Kurzfazit
+ genug Power
+ interne Akkuladung über USB
+ guter Lieferumfang mit Akku
+ geregelte Lichtleistung
+ kein PWM
+ bewährtes UI
+ Akku-Ladezustands-Anzeige und Endabschaltung

- geringe Leuchtdauer wegen kleinem Akku
- ungleichmäßige Farbverteilung im Lichtkegel

Die Thrunite TH01 hat viel Potential, mehr positive Eigenschaften und nur wenige Nachteile. Sie ist die Leichteste unter den Thrunite-Kopflampen und daher auch für den Laufsport geeignet. Die Power ist gut, aber die unterschiedliche Lichtfarbe im Lichtkegel ist mir persönlich ein Dorn im Auge und nimmt mir den Spaß an der Lampe. Das Problem habe ich aber auch bei anderen Lampen. Den Preis von knapp 50€ würde ich noch als fair bezeichnen.

Wenn ihr die Lampe ausprobieren möchtet, bitte Bescheid geben, dann starten wir einen Passaround.
 
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ger-slash

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Vielen Dank für das, wie üblich umfangreiche Review. :thumbup:

Zwischen der Herstellerangabe der Laufzeit und Deiner Messung in High ist aber eine sehr starke Abweichung.
Kannst Du Dir das erklären?
 

moregothic

Flashaholic*
29 Dezember 2010
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Schönes Review. Ich hab mir die Kleine auch zugelegt und nutze sie auf der abendlichen Mopsrunde, meist noch von einem handlichen Thrower als Fernlicht begleitet. Mich wundert, dass du mit einem anderen Akku Probleme hattest. Ich betreibe meine absolut problemlos mit einem ungeschützten Keeppower IMR18350 mit 1200mAh Kapazität.
 

amaretto

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Zwischen der Herstellerangabe der Laufzeit und Deiner Messung in High ist aber eine sehr starke Abweichung.
Kannst Du Dir das erklären?
Auf High habe ich bei 4,2 V Akkuspannung einen Stromverbrauch von ungefähr knapp 1A gemessen. Soweit der 18350 tatsächlich 1100mAh Kapazität hat, kann die Laufzeitangabe von 3 Stunden unmöglich erreicht werden. Allenfalls, wenn es einen deutlichen und frühen Stepdown gäbe. Doch den hab ich nicht feststellen können.
Ich betreibe meine absolut problemlos mit einem ungeschützten Keeppower IMR18350 mit 1200mAh Kapazität.
Ich hatte nur zwei verschiedene Zellentypen zum Ausprobieren, darunter einen Efest Purple IMR. Auch mit dem ging es nicht.
Einen 18650er HG2 hatte ich probiert (durch Überbrückung mit Litze), das geht.
 

uluNote2

Flashaholic**
9 April 2013
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Schönes Review.
Warum werden die Lampen eigentlich bei den Laufzeittest meistens gekühlt?
Das ist doch nicht realistisch oder vergleichbar.
Jeder kühlt ja anders.
Wäre es nicht besser ohne Kühlung und nur die Umgebungstemperatur anzugeben?
 
  • Danke
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amaretto

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Warum werden die Lampen eigentlich bei den Laufzeittest meistens gekühlt?
Das ist doch nicht realistisch oder vergleichbar.
Jeder kühlt ja anders.
Wäre es nicht besser ohne Kühlung und nur die Umgebungstemperatur anzugeben?
Eine sehr berechtigte Frage. Hierzu gibt es verschiedene Meinungen und vermutlich ist keine davon richtig oder falsch.
Die Fragen dahinter sind, was möchte man eigentlich erfahren? Möchte man Einflüsse in einem Laufzeittest berücksichtigen?
Welches Testszenario wünscht sich der Leser? Soll eine künstliche Testumgebung (z.B. luftleer) gewählt werden, eine realistischere (welche?) Alltagsumgebung oder eine Mischung von beidem?

So unterschiedlich die Leute ihre Taschenlampe einsetzen, so unterschiedlich können auch die (sinnvollen) Testbedingungen gestaltet sein.
Ich mache meine Tests auch nicht immer gleich. In diesem Thread erhielt die Kopflampe fast keine Kühlung, da ich davon ausgehe, dass man sie vor der Stirn und nicht von der Hand umschlossen hält.

Ich finde, es gibt sowohl Gründe für als auch gegen eine Kühlung. In der Praxis würde ich eine Taschenlampe von der Hand umschlossen halten, es gäbe also eine Blutkühlung. Es gibt aber auch Leute, die eine Taschenlampe als Raumbeleuchtung irgendwo hinstellen und brennen lassen. Für die wäre es wahrscheinlich interessant, wie sich eine Lampe ohne Kühlung macht. Eine Tauchlampe misst man am besten wohl unter Wasser usw usw.

Optimal wäre sicher, man würde mehrere Messungen aus verschiedenen Testumgebungen anbieten, z.B.
- unter Wasser gemessen, um die volle Leistungsfähigkeit der Lampenelektronik herauszufinden (z.B. gibt es eine Konstantregelung oder folgt die Helligkeitskurve der Entladungskurve des Akkus)
- mit kräftiger Ventilatorkühlung (Lampe wird bei niedrigen Temperaturen oder auf dem Fahrrad eingesetzt oder in der Hand gehalten)
- schwache Ventilatorkühlung (Kopflampe z.B. beim Joggen)
- ohne Kühlung (Lampe ist eingeschaltet im Zimmer abgestellt: man erfährt im Grunde nur, ob es eine Temperaturschutzschaltung mittels Stepdown gibt )

Die Frage ist dann, wer soll sich die Mühe und den Zeitaufwand machen, wenn allein jede Einzelmessung Stunden dauert und womöglich nicht nur die hellste Stufe sondern auch die anderen gemessen werden sollen. Lohnt sich die Mühe, wen interessiert das, wird das honoriert oder ist man nur der Depp, der die wenige Freizeit mit Taschenlampenmessungen verbringt? Wenn ich sehe, wie wenige Leute sich hier mit eigenen Testberichten und -erfahrungen beteiligen, obwohl sie selbst interessante Lampen besitzen und die anderen Mitglieder mit Infos versorgen könnten, hält sich meine Begeisterung für noch mehr Testreihen in Grenzen. Es gibt aber einige sehr engagierte (Profi-)Reviewer, die sich das Testen und Veröffentlichen von Tests zur Passion / Hobby gemacht haben. Für diese Tester wäre es vielleicht überlegenswert, ob man Ergebnisse verschiedener Testszenarien veröffentlicht.

@all Wo ich schon mal beim Thema bin:
Liebend gern würde ich sehen, wenn auch mal andere Leute als immer nur die (wenigen) gleichen einen Testbericht machten. Das würde die Geschichte sicher beleben und abwechslungsreicher machen. Ist es nicht langweilig, immer nur von den gleichen Tester zu lesen? Traut euch, es gibt keine Formvorschrift, wie ein Review aussehen muss.