Das Rad vermag ich nicht neu zu erfinden angesichts der perfekten Reviews hier, daher verlege ich mich auf eine Art Praxis-Review.
Die Ausgangssituation:
Ich leuchte oft auf meinem Grundstück um´s Haus herum. Meine E03 war die erste helle Lampe, die mich schon begeisterte. Die SL6 kommt dem Optimum ganz nahe, nur noch etwas heller sollte die ersehnte Lampe sein.
Spark SK7- Thrunite T20 - EC1 -Xeno E03 - Spark SL6 - LedLenser M7R - T60CS (Das Bild ist -genau wie die übrigen- auf dem Rechner super scharf und weitaus besser, sobald hochgeladen, Ergebnis siehe oben
Die Aspiranten
Es gibt genug helle Lampen jenseits der 1500 Lumen. Von der Leuchtcharakteristik wäre die Thrunite TN30 die beste Lampe für mich. Dazu gesellen sich noch die üblichen 3/4 XML Kandidaten. Die TK75 war da noch nicht bekannt, wäre aber auch nicht mein Beuteschema s.u.
Der Haken
Die Auswahl wurde durch meine Unart erschwert, dass ich externe Ladegeräte vermeide, soweit irgend möglich. In die gleiche "Lustkategorie" fallen bei mir Hohl/USB/irgendwas Stecker, die man zum Laden irgendwo hin- und abstrecken muss. Eine Intelligente Ladelösung ist also zu suchen. LedLenser bietet diese in Perfektion*, jedoch keine für mich passend starke Lampe. Schade, denn die M7R ist die häufigst genutzte TL in unserem Haushalt.
Die Lösung
Die Kaufberatung http://www.taschenlampen-forum.de/taschenlampen-kaufberatung/17394-aufladbare-lampe-um-s-haus.html hier im Forum wies mir den Weg zum Licht in Person unseres Users "Stanley-B", der die V60C in´s Spiel brachte, deren großer Bruder mir fortan nicht mehr aus dem Kopf ging.
So erreichte mich letzte Woche nach einigen aufreibenden sowie merkwürdigen Irrungen und Wirrungen letztlich eine T60CS, ihre zugehörige Ladestation mitsamt 3 Enerpower 3400 Plus Akkus.
Hier meine Erfahrungen der vergangenen Tage; als Besitzer von Testobjekten kann ich noch kritischer mit Produkten umgehen.
Das Auspacken
Die Lampe findet man in einer gepolsterten Pappschachtel, daneben
Anleitung
Werbung
Holster
Lanyard
2 O-Ringe
Die Ladestation in einem Blister Karton mitsamt Ladegerät für 220V und KFZ, die Akkus hat der Händler lose in die Pappschachtel gelegt. Eine Box, die die 60 Euro Akkus vor gegenseitigem Kontakt oder Kurzschluss sichert, gibt es nicht.
Die Akkus und das Ladegerät
Die 3400 Enerpower erreichten mich mit 3,60 Volt, wobei alle Zellen identische Werte aufwiesen.
Der Tischlader brauchte etwas über 5 Stunden, bevor seine LED von Rot auf Grün umschlug. Sofort entnommen weisen die Akkus jeweils 4,14 V auf. Sunwayman empfiehlt, die Lampe noch 30 Minuten nach "Grün" unter trickle charge zu belassen. Bei der nächsten Ladung werde ich die Akkus nach entspr. längerer Ladung erneut vermessen und das Ergebnis hinzufügen.
Das Steckernetzteil lädt die Akkus mit 600mA. Der Anschluß des Laders an der ansonsten sehr schön designten Ladestation ist dummerweise optisch unmöglich auf der Oberseite angebracht. Eine seitliche oder von unten eingeführte Kabelage hätte dem hübschen Stück besser gestanden und das bogenförmig herunterhängende Kabel hätte weniger Zug auf Stecker und Kabel ausgeübt. Für mich nicht zu Ende gedacht.
Der Akkukäfig sieht stabiler aus, als er es für meine Begriffe tatsächlich ist. Die Kontaktplatten sind zwar massiv, die Schwachstelle sind offenbar die Verschraubungen der Verbindungselemente zwischen den Platten.
So zeigt sich der Akkuträger beim erstmaligen Bestücken bereits in sich verwunden. Die verbindenden Schrauben waren lose. Offenbar ist die Konstruktion nicht stabil genug, denn die Schrauben lösen sich erneut beim Einlegen von Batterien bzw. beim Handhaben des Trägers und der Korb verwindet sich erneut.
Wie in anderen Berichten zu lesen ist, wurde der Batterieträger mit einer SMD Sicherung in mm Größe versehen, die Folgen eines Kurzschlusses eindämmen soll. Stichwort ist hier die offenliegenden Plus und Minuskontakte auf der Rückseite der Lampe, die in der Ladestation ihre Gegenpole finden.
Als nicht Rucksackträger stört mich das nicht, sollte aber beim Abstellen im Hinterkopf behalten werden.
Die Tailstand Funktion ist zwar gegeben, aber wackelig und sollte aus obigem Grund auch mit Bedacht gewählt werden.
Es erscheint mir wichtig, einen Punkt aus anderen Reviews zu übernehmen, da er jedem Interessenten mit auf den Weg gegeben werden muss; Offenbar verfügt weder die Lampe noch das Ladegerät über einen Balancer; somit ist die Überwachung der in Reihe geschalteten Akkus ebenso angezeigt, wie die Verwendung der bestmöglichen Akkus, die sich zudem stets im vergleichbaren Zustand zueinander befinden sollen.
Die Lanyard Situation
Das Lanyard, das angebracht ist bei solch einer Lampe, ist seitlich am unteren Ende zu befestigen. Da die Lampe zum Einstellen in eine Ladestation gedacht ist, wurde die Handschlaufe mit einem schnell abzunehmenden Karabiner versehen. So gut die Idee sein mag, die Ausführung missfällt mir gewaltig; Zunächst stört der seitlich reichlich starr herausragende Karabiner enorm beim Tragen am Handgelenk, zum anderen zeigt sich die ansonsten sehr schöne Anodisierung des Gehäuses nach _einmaligem_ Befestigen der Lampe bereits zerkratzt (Foto). Beides finde ich nicht tolerierbar angesichts des Preises.
Das nächste Lanyard Problem zeigt sich, wenn man die Lampe mit Trageschlaufe in das mitglieferte und durchaus wertige Holster schieben möchte; das geht nicht, es ist kein Platz dafür dank des Karabiners. Schiebt man Beides mit Nachdruck in die Tasche, bekommt man die SWM fast nicht mehr herausgezogen.
Es hätte sich sicherlich eine "tragbarere" Lösung finden können.
Die Lampe
Der Lampenkopf fasst sich unglaublich hochwertig an. Ich fühlte mich sofort an hochwertiges Kamera Equipment erinnert.
Die Bezel hebt sich mit ihrer Farbe sehr schön vom Rest der Lampe ab und korrespondiert mit einem Ring um den Seitenschalter. Im Übrigen ist die Bezel reichlich scharf, was auch meinem Wunsch entsprach.
Die Lampe verfügt über eine unscheinbar unter dem Schalter verbaute LED zur Batterieanzeige, die sehr zuverlässig funktionieren soll.
Nach dem Zusammenbau der Lampe tat sich nichts. Ich dachte mir schon, die Pannenserie setzt sich fort. Ich versuchte, die Lampe so fest zuzuschrauben, wie es meine Hände vermögen, was durch die gute Fettung der sauberen Gewinde auch gut gelang.
Anschließend ging die Lampe an. Erste Vermutung geht also in Richtung Boden- oder Kopffeder, wobei mir die Bodenfeder schon verdächtig schlaff - besser gesagt, unterdimensioniert - vorkommt.
Nach einigen Tagen zeigte sich das selbe Phänomen, die Lampe ging nicht an. Nach einem leichten Handschlag ließ sie sich wieder starten. Ich hoffe, es liegt an der elektrischen Verbindung (schwache Feder) und nicht an einem Elektronik Problem in der Steuereinheit.
Die gewählte Reihenfolge der Leuchtmodi ist allerdings nicht nach meinem Geschmack; Turbo - High - Mid - low - Turbo usw.
Man startet also immer im hellsten Modus und dann absteigend. Das ist für mich praxisfremd, da man sich andersherum besser an Helligkeit herantastet. Auch ist nicht immer die hellste Stufe von Nöten bzw. gewünscht.
Einzige Abhilfe bietet hier die memory Funktion und der Umstand, dass man aus jedem Zustand heraus durch langes gedrückt halten des präzisen Schalters in den Turbo Mode gelangt.
Ebenso ist der Strobe bzw. SOS mittels Doppelklick sicher verfügbar.
Beim erstmaligen Schalten des High Modus (1680lm) war sowohl optisch als auch akustisch pwm festzustellen. Bislang erst zweimal vorgekommen, wird sich zeigen müssen, ob es mit vollgeladenen Akkus zusammenhängt oder aber der Erstinbetriebnahme geschuldet ist.
Die Leuchte liegt trotz ihres hohen Eigengewichtes sehr gut in der Hand, sie ist weder zu groß noch zu dick, um sie längere Zeit zu tragen.
Das Leuchten
Die Leuchte bietet für mich gut gewählte Leuchtstufen;
Turbo 2100 Lm
High 1680 Lm
Mid 360
Low 20
(Strobe/SOS)
Die drei verbauten LED sind meiner Ansicht nach gut zentriert, die Reflektoren angesichts der Größe des Kopfes tief dimensioniert.
Ein erstes Einschalten in der Freiheit lässt alles vergessen; Die Leuchtkraft- und Verteilung erfüllt alle Hoffnungen aus unzähligen Beamshotvergleichen, die ich in den letzten Wochen studiert habe, vollkommen. Die Auslegung des Verhältnis von Flood und Throw ist für mich Perfekt. Ein homogenes, weites, breites Leuchtfeld mit einem schönen hellen und weitreichenden Spot.
Genau, wie ich es mir gewünscht hatte.
Mein Grundstück wird taghell und man sieht nicht nur sehr weit hell, sondern zugleich auch in der Breite alles, was hoffentlich nicht in den Sträuchern hockt.
Die Lampe ist mit für meinen Eindruck realistischen 2100 Lumen angegeben, die anhand der kursierenden Vergleichsfotos mit nominell stärkeren Lampen mithalten bzw. sogar übertreffen kann.
Merkwürdig ist der kaum sichtbare Unterschied zwischen der Turbo Stufe, die nach 5 Minuten auf High herunterschaltet und der 1680 Lumen High Stufe; mein laienhaftes Verständnis glaubte an einen deutlich wahrnehmbaren Unterschied von knapp 500 lm, hierzu würde ich aber gerne etwas von Euch lernen. Der Vorteil liegt aber dafür in der längeren Laufzeit und der unproblematischen Erwärmung in der kleineren Stufe ohne Einbussen an Ausleuchtung und Helligkeit.
Es dürfte schwer werden, nun noch eine Steigerung zu erzielen, wonach wir ja alle irgendwie streben. Einer Leuchte mit deutlich über 3000 Lümchen bin ich nicht abgeneigt, weiß aber bereits heute, dass ich der Sunwayman T60CS - sofern sie durchhält und nicht retourniert werden muss - immer die Treue halten werde.
Ich persönlich empfinde einen Kaufpreis von fast 280 Euro angesichts der von mir angestrebten Nutzungsdauer (klopf auf Holz), der Leistung sowie der Annehmlichkeit der Ladestation, des guten Aussehens sowie des Rufes der Marke als noch akzeptabel.
Natürlich zeigen sich einige Einschränkungen, die _für mich_ aber durch die Auslegung von Throw/Flood sowie der Helligkeit und vor allem der einfachen Lademöglichkeit wett gemacht werden. Auch weil ich noch keine Alternative sehe.
Letztlich muss jeder seine Prioritäten einordnen.
Die Schnellübersicht
Plus
+ Leuchtcharackteristik perfekte Auslegung Flood/Throw
+ Leuchtkraft
+ einfachstes Laden
+ kompakte Abmessungen
+ Aussehen / Wertigkeit
Minus
- Kopf muss Bombenfest angezogen werden
- Batteriekäfig verwindet sich
- Reihenfolge der Schaltmodi
- Anbringung / Brauchbarkeit des Lanyard
- Akkumanagement und Anschluss nix für schwache Nerven
Neutral
+/- Preis
Unter Beobachtung
- Zweimaliges PWM bei Stufe High
- Schaltet nicht ein
- Behandlung der Akkus durch das Ladesystem
Das Fazit
Übrig bleibt für mich ihre Helligkeit, ihre Ausleuchtung, die Kompaktheit und das Stressfreie Laden. Und damit das Wichtigste; den Spass und Nutzen.
Die Beurteilung der folgenden Fotos überlasse ich Euch Experten, vielleicht schreibt Ihr dazu etwas. Eine möglich erkennbare Einfärbung fällt m.E. nur im low Modus auf.
Die LED´s
Die Wand
Abstand leider nur ca. 50cm
Das Wichtigste
Hier ein paar kurzfristig entstandene Beamshots jeweils im höchsten Modus mit nicht mehr ganz frischen Akkus und der tatsächlichen Wahrnehmung etwa entsprechender Belichtung (leider versehentlich zuviel ISO);
Nitecore EC1 mit 16340 Noname um 400lm
Xeno E03 V3 14500 Ultrafire 430lm
Led Lenser M7R 220lm defokusiert
Led Lenser M7R 220lm fokus
Spark SP6 800 CW 800lm Spark 18650
Sunwayman T60CS 2100lm Enerpower 3400+
Danke für Eure Geduld bis hierher
Die Fußnote
* Ich erlaube mit, das FCS (Floating Charging System) - also das Laden mittels eines steckerfreien, magnetischen Anschlusses als perfekt zu bezeichnen, da ich seit fast 3 Jahren die M7R tagtäglich an diese Ladestation betreibe und sich keinerlei Probleme zeigten.
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