Review: TrustFire T90R

Unheard

Flashaholic**
6 November 2017
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Raffnixhausen

Review: TrustFire T90R


Im vergangenen Jahr hat TrustFire ihren neuen Thrower vorgestellt: Die T90R baut auf der Luminus SBT90.2 und zwei in Serie geschalteten 21700er Akkus auf und ist über einen eingebauten USB-C Anschluss ladbar.

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Nachdem ich mich zuvor mit der T70 aus gleichem Hause beschäftigen durfte, war ich sehr gespannt, was die Neue leisten würde. Inzwischen hat mich ein Exemplar erreicht, wofür ich TrustFire ganz herzlich danke. Das ist übrigens keine Review-Lampe, sondern war ein bedingungsloses Geschenk für eine kurze Mitarbeit.

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Allgemeine Eigenschaften im Überblick​

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  • Luminus SBT90.2 / 5700K LED
  • Betrieb mit 2 x 21700 LiIon-Zellen
  • 640 000 cd, 1 600 Meter Reichweite (Herstellerangaben)
  • Forward Clicky + Seitentaster
  • IPX8
  • maximale Fallhöhe 1m
  • Internes Laden über USB-C
  • Intelligente Temperaturregelung
  • 4-stufige Kapazitätsanzeige
  • Polaritätsschutz
  • Gewicht mit/ohne Original-Batterie: 459 / 307 g
  • 3 Jahre Garantie

Lieferumfang​

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  • Lampe
  • Batterie (eingelegt mit Isolator-Plättchen)
  • Mehrsprachige Anleitung (u.a. auch deutsch)
  • Fangseil / Lanyard
  • USB-C Kabel
  • 2 Ersatz-O-Ringe (Kopf-Akkurohr und Akkurohr-Endkappe)
  • Koffer
Da wir im TLF ein internationales Publikum haben: In einigen Ländern kommen eventuell noch ein Fernschalter und eine magnetische Parallelhalterung hinzu.

Lampenkörper​

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Abb. oben: Die T90R (rechts) ist tatsächlich handlich, aber optisch ein anderes Kaliber als das T70-Geschwisterlein. Mir kommt das etwas dickere Akkurohr gut zupass.

Die Verarbeitung der T90R ist durchgängig hochwertig. Es gibt keine scharfen Kanten, keine Frässpuren, keine Anodisierungsfehler. Die Anodisierung ist TF-typisch seidenmatt glänzend, als ob die Lampe lackiert worden wäre. Das Knurling ist sanft, gibt aber sicheren Halt.

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Abb. oben: Die sündhaft teure SBT90.2 im absolut sauberen Reflektor …

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Abb. oben: … und davor und ein Glas mit Vergütung.

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Abbildungen oben: Beide Federn sind doppelt ausgelegt.

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Abb. oben: Der Seitentaster ist dank deutlicher Noppenstruktur leicht zu finden.

Akku und internes Laden​

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Abb. oben: Die Lampe wird mit eingelegter Batterie und Isolierplättchen geliefert.

TrustFire liefert mit der T90R keine Einzelakkus, sondern eine Batterie mit zwei 21700-LiIon Zellen aus. Die Batterie hat eine Kapazität von 5 Ah, bei Nominalspannung 7,4V sind das 37 Wh. In die Lampe passen aber auch einzelne Zellen, die dann geschützt sein sollten.

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Abb. oben: Die Batterie scheint zwei reguläre, individuell geschützte Zellen zu beinhalten.

Bei Erhalt der Lampe hatte die Batterie eine Spannung von 8,02 V, nach dem erstmaligen Aufladen in der Lampe (USB-C) habe ich 8,07 V gemessen. Die fehlende Spannung fällt womöglich an einer Diode in der Tailcap ab (UF = 0,205 V), die das Laden bei ausgeschalteter Lampe ermöglicht. Die Ladeelektronik der Lampe unterstützt mehrere Spannungen, die Batterie ist geschützt. Ich habe durch die äußere Beschau den Eindruck, beide Zellen hätten eine eigene Schutzelektronik.

TrustFire verbietet CR123A und 18650 Zellen, erlaubt aber 21700er mit Button-Top ohne Schutzschaltung (use with caution). Die Lampe selbst schaltet allerdings nicht ab, sondern regelt ab 3V in einen sehr sparsamen Modus. Ich würde unbedingt empfehlen, die Originalbatterie oder geschützte Akkus zu verwenden.

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Abb. oben: Die Gummi-Kappe des USB-C Anschluss sitzt so gut im Lampenkörper, dass man beim Herausziehen die einströmende Luft hören kann. Das ist absolut passgenau.

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Abb. oben: Trotz des großen Kopfs liegt die T90R gut in der Hand.

UI​

Keine Überraschung: Das bewährte UI der übrigen TrustFire-Lampen mit Heckschalter und Seitentaster findet sich auch in der T90R. Der Heckschalter ist ein sogenannter Forward-Clicky. Durch leichtes Antasten bietet die Lampe Momentlicht, womit beispielsweise gemorst werden kann. Ganz durchgedrückt ist sie eingeschaltet.

Mit dem Seitentaster schaltet der Nutzer die 4 Modi durch, längeres Gedrückthalten führt in den Strobe. Alle Modi, also auch der Strobe, werden gespeichert und sind dann über Momentlicht abrufbar.

LowMediumHighExtreme bright
Lichtstrom3535012004800
Laufzeit112 h26 h4,2 h100 Min
Reichweite140 m429 m736 m1600 m
Helligkeit4900 cd46010 cd135424 cd640000 cd

Unter dem Gummi des Seitentasters befinden sich zwei RG-LEDs, die den Ladezustand der Akkus anzeigen:

Grün100 bis 50% Kapazität
Gelbbis 20% Kapazität
Rotbis 5% Kapazität
Rot blinkendunter 5% Kapazität

LED​

Auf den 9 mm2 der SBT90.2 Leuchtfläche tummeln sich muntere 4800 lm. Zum Vergleich: Die in der TrustFire T70 leuchtende XHP35 Hi pfercht ihre 2300 lm auf 5,9 mm2 ein. Das entspricht einer knapp 1,4-fach höheren Leuchtdichte der Luminus gegenüber der älteren Cree LED. Und was heißt das nun? Nichts anderes als mehr Throw, mehr Licht und mehr Wärme. Das eine wollen wir in einem Thrower, mit letzterem müssen wir umgehen. Oder die Lampe.

Die SBT90.2 gibt es nur in zwei Farbtemperaturen, unter denen sich TrustFire für die 5700K Variante entschieden hat. Das ist keine Überraschung, da die meisten Lampen dieses Herstellers mit dieser Farbtemperatur kommen. Im Low-Modus beschert uns die Luminus zusammen mit dem AR-Glas einen satten grünen Farbstich, der allerdings in den anderen Modi abnimmt und im höchsten Modus verschwindet. Das Lichtbild ist gleichmäßig ohne deutlichen Tintshift.

Die Lampe ist leistungsgeregelt mit normalem, nicht sichtbarem Ripple im Lichtsignal, keine PWM, absolut flimmerfreies Licht.

Gemessene Reichweite​

Nach ANSI FL1 basiert die Reichweite einer Lampe auf der “Peak Beam Intensity”. Das ist die maximale Helligkeit der Lampe im Zeitraum zwischen einer halben und zwei Minuten nach ihrem Anschalten.

Um diese Intensität zu ermitteln, habe ich eine Messstrecke von 7,59 Metern zwischen der T90R und meinem Benetech GM1020 Luxmeter aufgebaut. Die Lampe war nicht gekühlt, die Umgebungstemperatur betrug 21 °C. Das Luxmeter erfasst jede Sekunde einen Wert:

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Keine Überraschung: Die maximale Helligkeit finden wird im maßgeblichen Zeitraum sofort nach 30 Sekunden:

Helligkeit [cd]Reichweite [m]
3223311135

Die maximale Helligkeit seit dem Anschalten betrug:

Helligkeit [cd]Reichweite [m]
5245771449

Die Reichweite bestimmt sich aus der Distanz, auf die wir den Schein der Lampe gerade noch wie Mondlicht in einer klaren Nacht (in ANSI FL1 definiert zu 0,25 lx) messen können.

Man kann darüber diskutieren, wie sinnvoll diese Definition ist. Die maximale Helligkeit ist nur eine Momentaufnahme bei einer modernen Lampe, die Wärme- und Energiemanagement im Sinne der Nutzer so meistern muss, dass die Angaben im Prospekt auch noch gut aussehen.

Meine Hobby-Messungen zeigen andere Werte als die des Herstellers. Das kann viele Gründe haben, mit einem davon die kurze Messstrecke, die ich nicht verlängern konnte, ohne das Ergebnis durch Reflektionen zu kompromittieren. Auch eine Varianz bei den Akkus oder ein Kalibrierfehler des Temperatursensors kann der Grund sein. Allerdings sind 1600 Meter bei dieser geringen Kopfgroße (Reflektordurchmesser ca. 65 mm) ziemlich sportlich und womöglich selbst theoretisch nicht so einfach-wenn überhaupt-zu realisieren.

Zum Vergleich: Die Imalent UT90 kommt auf nur 308023 cd nach 30 s (Quelle: zeroair.org), und das ist nichtmal eine vernünftig geregelte Lampe.

Ich habe mir noch angesehen, ob sich die hellste Stufe nach jeweils einer Minute reaktivieren lässt:

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Funktioniert. Am Ende der Tortur hatte die Lampe am Kragen 54 °C, ansonsten kommt sie ungekühlt bei Raumtemperatur nicht über 50 °C.

Laufzeit​

Im Gegensatz zur Helligkeit messe ich die Laufzeit bei gekühlter Lampe. Man erkennt, dass die Temperaturregelung dann recht aktiv ist und die dauerhaft gehaltene Helligkeit höher liegt:

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Abb. oben: Die maximale Helligkeit kann die Lampe zwar auch bei leichter Kühlung (natürlich) nicht halten, regelt innerhalb der ersten Minute ab und fängt sich aber dank Kühlung, intelligenter Temperaturregelung und geregeltem Treiber bei immerhin knapp 200 000 cd, die nur leicht fallend über 1 ½ Std. gehalten werden. Realistisch ergibt das in diesem Bereich eine dauerhafte Reichweite zwischen 888 (197 kcd) und 849 m (180 kcd). Das liegt etwas unterhalb dessen, was eine T70 für ca. 45 Minuten, also die Hälfte der Zeit, leisten kann. Allerdings darf man nicht vergessen, dass die T90R dabei mehr Licht nach vorne wirft, was bedeutet, dass der Spot und damit die erhellte Fläche deutlich vergrößert ist. Wir werden das in den Beamshots sehen.

Den Einfluss der Kühlung habe ich explizit gemessen:

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Man erkennt den deutlichen Effekt der stabilen Temperaturregelung. Ab Sample 108 habe ich die Ventilatorkühlung aktiviert. Ungekühlt leistet die Lampe etwa 32 % weniger.

Spannung nach Ablauf der Laufzeit: 6,24 V.

Für den zweithöchsten Modus gibt TrustFire ca. 135 kcd an (736 m). Diese werden stabil gehalten.

Beamshots​

Whitewall​


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Abb. oben: T70 (links, XHP35) und T90R (rechts, SBT90.2) vs. Leinwand (Abstand ca. 4 m), beide im Low-Mode. Man erkennt, wieviel mehr an Licht die T90R bei ähnlicher Intensität liefert.

T70 vs. T90R​


ISO 400, ¼ s, F/4

Szene 1

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Szene 1, Ausschnitt

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Szene 2

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Szene 2, Ausschnitt

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Diskussion und Fazit​

Regulär ruft TrustFire in Deutschland knapp 200 EUR für die T90R auf. Das inkludiert zwar die Batterie, funktioniert aber aufgrund der größer werdenden Zahl an SBT90.2 Throwern nur, wenn eine hohe Qualität und ein hoher technischer Standard geboten werden. Beides liefert der Hersteller mit dieser Lampe. Sie ist gebaut wie ein Panzer, Regulierung und Energiemanagement sind vorbildlich, eine stabile, hohe Reichweite für ca. 1 ½ Stunden ist gegeben, und LED-typisch wird dabei ein recht großer Bereich mit neutralweißem Licht ausgeleuchtet. Zudem wird diese Lampe nicht übermäßig warm. Technisch fegt sie die Konkurrentin Imalent UT90 hinweg, die zwar 10% billiger, aber nahezu ungeregelt ist und dazu ein Spezial-Ladekabel erfordert.

Das Format der Lampe gefällt mir. In Serie geschaltete Akkus haben durchaus elektrische Vorteile, und mir persönlich liegen normale Formate von 18650 bis 26650 weit mehr als Coladosen. Das ist natürlich eine Frage der persönlichen Vorlieben und der Handschuhgröße..

Mein Fazit: Die T90R ist qualitativ hochwertig, technisch kompromisslos und absolut praxistauglich. Mit Blick auf den Preis ist sie vorwiegend für den professionellen Einsatz gedacht, und (nicht nur) da wird sie sich gut machen. Meine Empfehlung hat sie :thumbup:.

Danke fürs Lesen & LG

Thomas
 

Silvette

Flashaholic*
8 November 2021
686
595
93
Deutsch-Wagram, Niederösterreich
Tolles Review!

Für mich stellt sich aber die Frage, wie man bei zwei fix in Serie verbauten Akkus mit augenscheinlich nur zwei Kontakten einen Zellendrift verhindern will.

Ist da irgendwo im Akku ein internes BMS verbaut, abgesehen von einer normalen Schutzschaltung, welches die einzelnen Zellen von Akkupack überwacht und angleicht?

Wenn nicht, driften selbst die besten handselektierten Zellen aus gleicher Charge unweigerlich irgendwann früher oder später auseinander.

Und es wäre auch gut zu wissen, ob eine Ladung von zwei getrennten geschützten/ungeschützten Einzelzellen in der Lampe wirksam unterbunden wird. Denn in diesem Fall wäre eine ungleichmässige Ladung evtl. vorprogrammiert oder bei ungeschützten Zellen vielleicht sogar Schlimmeres.

Findet man zu dieser Problematik Hinweise in der Betriebsanleitung oder unterbindet die Lampe das Laden von Fremdzellen generell?

Sonst gefällt mit die Lampe sehr gut, vor allem ist das der erste optisch komplett makellose Reflektor ohne Staubeinschlüsse, welchen ich seit langem gesehen habe…

lg

Andreas
 
Zuletzt bearbeitet:
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Santafe3000

Flashaholic*
15 Januar 2012
683
469
63
Südheide
Danke für das prima Review. Wenn die Lampe über den Heckschalter mechanisch eingeschaltet wurde, kann man dann mit dem Seitenschalter auch einen Standby aktivieren?
 
  • Danke
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