Zunächst mal: geiler Thread!
Das hier an der Drehe per Hand ein Reflektor entsteht fasziniert mich zutiefst
Aber ich muss leider noch ein wenig Senf dazu geben, da in bezug auf "Parabolspiegel" hier einige Details noch nicht genannt sind.
1. Wendelbilder
Zum einen ist die Größe der Lichtquelle entscheidend (es gibt in der Beleuchtung keine Punktlichtquellen).
Das heisst konkret, dass von jedem Punkt auf der Oberfläche des Reflektors aus gesehen (oder einer Linse, was das angeht) die Lichtquelle eine bestimmte Größe hat. Vergleich dazu: Die Sonne hat ne bestimmte Größe am Himmel, die Straßenleuchte daneben auch (auch wenn beide selten gleichzeitig eingeschaltet sein sollten).
Die Größe ist ein Raumwinkel, oder im 2D Schnitt ein einfacher Winkel. Man bezeichnet das auch als "Wendelbild", also als Abbild der Glühwendel, heutzutage naklar ist das dann eher ein Bild der LED / des HID Lichtbogens.
Wenn wir uns mal denken, auf ner Parabelkurve eines Reflektors nach Außen zu laufen, dann werden diese Wendelbilder kleiner (Wir gehen auf der Reflektorkurve weiter von der Lichtquelle weg, also kleinere Sehwinkel).
Das bedeutet: kleinste Wendelbilder gibt's immer dann, wenn man weit von der Quelle weg ist / große entstehen dicht bei der Quelle.
!! Das definiert zu einem entscheidenden Teil das Lichtbild !!
2. Parabolform
Die Parabel hat exakt einen Brennpunkt.
Ne High Power LED ist (chip) meist 1mm², 2mm² oder größer in der Fläche, und damit kein Punkt mehr. Bei der Auslegung der Parabelkurve kann diese grundsätzlich auch auf den Rand oder die Ecke der LED ausgelegt werden (Stichwort : CPC). das wäre dann eine Art "Off Axis Parabel".
Zudem ist die Brennweite interessant. Fokussieren oder Defokussieren einer Parabel führt bei unterschiedlichen LED je nach Abstrahlung und Bauweise zu leicht unterschieldichen Effekten. Der Spot kann z.B. manchmal besser werden, weil das Licht aus der LED aufgrund der Linse von einem anderen Punkt her zu kommen scheint (vgl. Blick ins Wasser), als mechanisch anzunehmen wäre.
Die Parabelform produziert wie hier ja schon klar ist aus einem Punkt paralleles Licht. Erst in Verbindung mit den Wendelbildern ergibt sich dann die Lichtvertielung, also die exakte Querschnittskurve der [cd] Verteilung des Spots.
3. Andere Kurvenformen
Wird nicht eine Parabel genommen, sondern mehrere Kurven"stücke", dann können die naklar in Ihrer Wirkung überlappen. Dadurch entstehen Ringe.
Am besten ist es, eine glatte Kurve ohne Ecken zu verwenden und einfach zu entscheiden, ob es ein heißer oder ein weicher Spot werden soll.
Hot Spots gibts aus dem Randbereich, also am Rand : Parableform.
Weich wird alles andere, sei es gerade, hyperbolisch oder gar elliptisch (Spot im Nahfeld, flood im Fernfeld).
Eine gerade Kegelform unten am Reflektor würde z.B. flood liefern, ein sanfter Übergang zur Parabel am äußeren Rand dann einen schönen heissen Spot dazubasteln. Das gleiche umgekehrt würde einen weicheren Sport liefern, weil ja naher der LED größere Wendelbilder aus der gleichen Kurve wie am anderen Ende des Reflektors entstehen., usw. usf.
Es kommen also hier mehrere Effekte zusammen, die nur insgesamt das finale Lichtbild zaubern. Einzele Aspekte werde nie alles kontrollieren können und taugen auch selten für Erklärungen.
Insofern eine kleine Korrektur zu in diesem Thread gesagtem:
Tiefer Reflektor = viel Licht eingesammelt (großer Raumwinkel abgedeckt), nicht automatisch throw, sondern zunächst mehr Lichtkontrolle durch den Reflektor, weniger direkte Anstrahlung
Großer Reflektor (in den Abmessungen) = kleine Wendelbilder = throw
Kleiner Reflektor mit großer Raumwinkelandeckung = viel Lichtkontrolle, aber nur begrenzter throw möglich...
Natürlich kommt mit Tiefe auch Abstand zur Quelle und dadurch entsteht dann letztlich throw

, aber das ist ein sekundärer Effekt und sollte getrennt erkannt werden.
In diesem Sinne : Weiter machen
