Olight H2R Review für Stirnlampen-Einsteiger

Funzelmaster

Flashaholic
6 September 2010
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Nachdem RS.Freak erst kürzlich ein geniales Review der Olight H2R verfasst hat, möchte ich nun einen Blick auf die Lampe werfen, um vor allem Stirnlampen-Einsteigern anhand dieser Lampe als Produktbeispiel im Sektor Stirnlampen eine kleine Entscheidungshilfe zu geben.

Daher auch zunächst einmal die Frage: Warum überhaupt eine Stirnlampe?

Eine Stirnlampe hat im Vergleich zu einer normalen Taschenlampe gleich mehrere Vorteile: Vor allem ist eine Stirnlampe in Situationen, in denen man die Hände frei haben muss besonders nützlich. Dies kann beispielsweise der Fall sein, wenn man Abends am Auto oder im Garten arbeitet, oder beim Geocachen oder auch bei der täglichen Hunderunde in der Dunkelheit unterwegs ist. Selbst beim Zusammenbauen diverser Ikea Schränke hat mir eine Stirnlampe schon gute Dienste geleistet.

Grundsätzlich unterscheidet sich eine Stirnlampe von einer Taschenlampe nicht nur darin, dass man diese auf den Kopf trägt, statt sie in der Hand zu halten, sondern auch im Lichtbild zeigen sich deutlich Unterschiede. Während die meisten Taschenlampen einen in der Mitte konzentrierten, helleren Lichtpunkt (Spot genannt) besitzen, haben Stirnlampen häufig eine breite Ausleuchtung. Dadurch strahlen diese zwar nicht so weit, aber die nähere Umgebung ist besser beleuchtet. Zudem ist es leichter, den Lichtkegel ruhiger zu halten, da die Bewegung am Kopf beim Laufen meist deutlich geringer ist als die an der Hand.

Natürlich hat eine Stirnlampe auch Nachteile, weshalb immer noch deutlich mehr Nutzer zu einer Taschenlampe greifen. Zum einen mag es nicht jeder, ein Band am Kopf zu tragen und seinen Gesprächspartner beim Reden mit der Lampe zu blenden. Zum anderen sind Stirnlampen durch das Tragen am Kopf stark in ihrer Größe eingeschränkt. Ein Mehrgewicht macht sich erfahrungsgemäß deutlich stärker am Kopf als in der Hand bemerkbar. Daher sind Stirnlampen aufgrund der möglichst geringen Baugröße meist etwas leistungsschwächer als ihre Taschen-Kollegen, beziehungsweise leuchten auf derselben Stufe aufgrund der geringeren Energiereserven nicht so lange. Jedoch zeigt die hier vorgestellte Olight, dass 2300 Lumen mittlerweile auch mit einer Stirnlampe möglich sind.

Kommen wir nun zur Lampe selbst:

1. Das Zubehör:

Nach dem Auspacken der Leuchte aus der ansprechenden Verpackung stellt man schnell fest, dass Olight auch bei seinem neuestem Produkt glücklicherweise nicht am Zubehör gespart hat. So findet sich neben der mehrsprachigen Bedienungsanleitung auch ein Clip (um die Lampe an der Jacke festzumachen), der magnetische Lader, der Akku und natürlich das Stirnband. Worauf Olight leider verzichtet hat, ist der schöne Stoffbeutel den es bei der H1R noch dazu gab. 4/5 Punkte

2. Die Bedienung:

Diese ist Olight typisch recht einfach und leicht verständlich. Eingeschaltet wird die Lampe durch einen Klick, das Wechseln der Leuchtstufen erfolgt durch Gedrückthalten des Knopfes, in den Turbomodus gelangt man durch einen Doppelklick. In den Fireflymodus kommt man bei ausgeschalteter Lampe durch Gedrückthalten. Die Lampe hat einen Memory, dh sie merkt sich die zuletzt verwendete Helligkeitsstufe (ausser Turbo). Dies ist sehr praktisch, da man die meist verwendete Helligkeitsstufe somit stets parat hat. Eine Möglichkeit, die Helligkeitsstufen zu programmieren fehlt leider.4/5 Punkte

3. Die Helligkeit:

Meiner Meinung nach der wichtigste Punkt einer Lampe: Zwar sind die 2300 Lumen eine echte Ansage und vermutlich hauptsächlich zur Verkaufsförderung gedacht, aber damit zeigt Olight auch, was momentan aus einer einzigen 18650er Zelle an Licht herausgeholt werden kann. Der Unterschied zu einer 1000 Lumen Stirnlampe ist immens und deutlich sichtbar (selbst getestet). Jedoch wird diese Stufe nur für 1 Minute gehalten, was aber bei der enormen Helligkeit, der kleinen Lampe und der damit großen Hitzeentwicklung jedoch verständlich ist. Ich benutze den Turbomodus eh nur sehr selten, jedoch leistet er gute Dienste, um sich in unbekanntem Gelände kurz zu orientieren. Dafür reicht die Minute locker aus. Wesentlich wichtiger empfinde ich die 2. Stufe. Die 600 Lumen werden dauerhaft gehalten. Hierbei zeigt die Lampe ihre Stärken. 2,5h Laufzeit auf dieser Stufe ist eine Ansage und eine deutliche Effizienzsteigerung zu den Lampen vor 1-2 Jahren. Weitere Stufen gibt es mit einer kleinen Übersicht zur möglichen Verwendung hier in der Liste:

2300 Lumen für 1min, danach Dimmung auf 700 Lumen für 1+110min

Einsatzgebiet: zur kurzen Orientierung und um Nichtflashies mal zu zeigen was eine richtige Stirnlampe ist :)

600 Lumen für 2,5 Stunden

Einsatzgebiet: ideal fürs Joggen oder auch mal zum Radfahren (StVO beachten, keine Straßenzulassung!)

150 Lumen für 10 Stunden

Einsatzgebiet: Wandern, Laufen, mit dem Hund Gassi gehen, Geocachen, quasi die 'Standardbetriebsstufe'.

30 Lumen für 50 Stunden

Einsatzgebiet: 150 Lumen können auch mal zu hell sein, zudem langen 30 Lumen oftmals aus. Gerade bei mehrtagigen Touren ist die lange Laufzeit dieser Stufe von Vorteil.

1 Lumen für 45 Tage

Einsatzgebiet: Lesen oder Orientierung im Zelt ohne alle anderen zu wecken. Gigantisch lange Laufzeit.

Generell bin ich mit den Abstufen durchaus zufrieden, hätte mir jedoch neben den 2300 Lumen zusätzlich einen dauerbetriebsfesten 1000 Lumen Modus gewünscht. Zudem wären 1-2 weitere Firefly Modi schön gewesen. Ich benutze diese niedrigen Leuchtstufen sehr häufig und die Abstufung zwischen 1 und 30 Lumen ist einfach zu groß. Die unglaubliche Helligkeit im Turbo rettet jedoch den 4. Punkt, sonst wären es nur 3/5 Punkte gewesen. 4/5 Punkte

4. Ausleuchtung und Lichtfarbe:

Ebenfalls ein für mich sehr wichtiges Kriterium. Die Ausleuchtung sollte homogen (also gleichmäßig, sprich ohne erkennbare und somit störende Übergänge) sein und zudem möglichst breit (zum Schrauben am Auto, Kochen beim Camping etc.) abstrahlen. Die Lichtfarbe ist reinweiß, ich konnte keine Einfärbungen erkennen. So muss das sein!

Meine Lampe ist CW (was für clear white steht), also ein sehr weisses Licht. NW ( = Neutral white, ein leicht gelbliches Licht. Was hier das Richtige ist, scheint eine Glaubensfrage zu sein. CW ist etwas heller (hier beispielsweise 2300 zu 2000 Lumen) und erscheint einem in der Praxis meist sogar noch etwas heller als die reinen Daten vermuten lassen. Dh wenn möglichst viel Licht benötigt wird, würde ich CW vorziehen. Geht es allerdings um eine schönere Farbwiedergabe ist eindeutig NW im Vorteil. Gerade Blätter und grünes Gras erscheinen mit CW oft unnatürlich. Allerdings kann Olight hier nichts für, sondern eher unsere liebe Physik bzw unser Auge oder der LED Hersteller. Daher: 5/5 Punkte


5. Lademöglichkeit:

Die H2R besitzt die Möglichkeit, den Akku durch ein Magnetladekabel zu laden. Das beigefügte USB Ladekabel wird magnetisch an der Lampe angeklickt und ermöglicht es so, den Akku zu laden ohne diesen zu entnehmen. Dies ist nicht nur sehr einfach sondern vor allem auch komfortabel und schnell. Allerdings ist dies nur mit einem Olight Spezialakku möglich! Daher: 4/5 Punkte



6. Verarbeitung, Design und Garantie: Die Verarbeitung ist Olight-typisch sehr gut und lässt keine Wünsche offen. Hervorzuheben ist hier die 5 jährige Garantie, die in der Taschenlampenbranche leider nur sehr selten ist. 5/5 Punkte


7. Preis: Amazon verlangt momentan 99,95 Euro für die Lampe. Zwar ist der Preis durch den beigefügten Akku und der enormen Helligkeit sicher gerechtfertigt, dennoch ist das aufgerufene Entgelt für Ottonormalverbraucher vermutlich deutlich überhalb dem gesetzten Limit, weshalb leider wohl hauptsächlich nur Taschenlampen-Begeisterte in den Genuss dieser Lampe kommen werden. Ich habe mir 70 bis 80 Euro als Verkaufspreis erhofft um einen größere Kundenkreis anzusprechen. 3/5 Punkte

Fazit:

Mit den 2300 Lumen aus einer einzigen Zelle zeigt Olight was momentan technisch möglich ist. Die Helligkeit beeindruckt in der Praxis und die staunenden Blicke von Beobachtern beim Einschalten des Turbos sind ein Genuss für jeden Flashie. Dennoch kann ich die Lampe durch ihre verschiedenen Helligkeiten auch für jeden 'Ottonormalleuchter' wärmstens empfehlen. Die langen Laufzeiten und das homogene Leuchtbild machen die Lampe zum echten Allrounder. Egal ob fürs Angeln, verschiedene Arbeiten rund ums Haus, fürs Gassigehen oder zum Campen. Einzig und allein das Gewicht auf der Birne mag manchen dauerhaft zu viel erscheinen. Zwar wiegen Produkte der Mitbewerber ähnlich, jedoch habe ich ebenfalls die Olight H1R und diese wiegt mit ca. 70gr im Vergleich zur H2R mit ca. 180gr (jeweils mit Stirnband und Akku) nochmal eine deutliche Ecke weniger. Das heisst, wenns leicht und nicht so hell sein muss, würde ich die H1R empfehlen, wenn der Akku bei viel Licht lange halten muss, dann sollte der Große Bruder, die H2R den Job übernehmen.

Abschließende Bewertung der Olight H2R: : 4/5 Punkte



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amaretto

Moderator
Teammitglied
12 August 2010
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NRW
Treffend formuliert, vielen Dank für mal ein etwas anderes Review!
 

BolbyM

Flashaholic*
16 Februar 2012
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Da die H1R demnächst im Angebot ist: wie schlägt sich die H1R gegenüber der H2R in Punkte Leuchtstärke, Ausdauer (sicher eher Akku-abhängig), Ausstattung... ?
 

freaksound

Ehrenmitglied
23 März 2011
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Baden-Württemberg
stirnlampen.reviews
Die Funktionen und Ausstattung sind vergleichbar. Ansonsten ist der Unterschied in Leuchtstärke und Laufzeit wie es die Zahlen vermuten lassen: sehr groß. 2300 zu 600 Lumen. Wobei Maximalleistung nicht alles ist. Ich würde danach gehen wie viel Leistung benötige ich für wie lange? Spielt das Gewicht eine Rolle?? Welche der beiden Lampen kann diese Anforderungen erfüllen? Dann hast du eine vernünftige Entscheidungsgrundlage.
 

Uwe-D

Flashaholic**
19 Dezember 2015
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Ojen / Spanien
Der Helligkeitsunterschied zwischen der H2R und der H1R ist theoretisch ziemlich groß,
Da die H2R wärmebedingt jedoch sehr schnell herunterregeln muss, ist für eine Daueranwendung der Helligkeitsunterschied jedoch, nicht mehr so gravierend. Der große Vorteil der H2R, ist die bedeutend höherer Kapazität des 18650er Akkus. Fast 5 Fache Kapazität gegenüber dem 16340er.

H1R 16340 Li Ion mit 650mA
H2R 18650 Li Ion mit 3000mA

Dementsprechend is auch die Laufzeit bei gleicher Helligkeit länger.
Der Vorteil der H1R, ist das bedeutend kleinere Gewicht.
Daher finde ich, ist die H1R eher für kurzzeitige Anwendungen prädestiniert, oder als ideale Backup Lampe.
Wer mit wenig Licht bei einer Stirnlampe auskommt, kann natürlich die H1R auch optimal lange einsetzen.
 
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Paintball

Flashaholic**
29 März 2017
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Wedemark
Ich hatte die H2R aus dem PA bei mir und konnte sie 3 tage lang testen.
Da ich aber keine so hohe Lichtleistung brauche und das Gewicht bei der H1R wesentlich geringer ist, habe ich mich für die H1R entschieden.
 

Uwe-D

Flashaholic**
19 Dezember 2015
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Ojen / Spanien
Wer eine Winkellampe sucht, die er nicht hauptsächlich als Kopflampe nutzen will, fährt mit der H2R bedeutend besser. Der Laufzeitunterschied ist nicht zu unterschätzen.
Die H1R hat als Kopflampe eindeutig einen größen und Gewichtsvorteil.
Als Winkellampe / Arbeitslampe ist die H1R jedoch eindeutig zu klein (Handling). Auch die Akkukapazität ist hierfür nicht ausreichend. Als Backup Lampe, oder bei gelegentlicher Nutzung, spielt sie Ihre Größenvorteile aber wieder voll aus.
 

rastaman

Flashaholic*
16 Januar 2014
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olight_h2r.jpg

Ich habe meine H2R NW jetzt schon drei Wochen. Sie hat die S30 als meine EDC ersetzt.

Als EDC ist (für mich) so eine Winkellampe praktischer als eine gewöhnliche Stabtaschenlampe. Und außerdem machen die
~2000 Lumen (für ein paar Minuten) richtig Spaß.

Das einzig negative ist: Wenn ich die H2R vorne rechts an meine Hosentasche geclippt trage und mich so ins Auto setze, wird der Schalter oft vom Gurtschloss aktiviert. Zweimal ist es mir passiert, dass die H2R dann im Turbo Modus mit 2000 Lumen an war, obwohl dafür ein Doppelklick notwendig ist.

Man merkt aber schnell, dass die Lampe an ist :mad:
 
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  • Danke
Reaktionen: Uwe-D

rastaman

Flashaholic*
16 Januar 2014
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Ja, da dran habe ich auch schon gedacht. Aber da muss ich die Lampe aus der Tasche ziehen, Tailcap aufschrauben un dann wieder in die Tasche ein-clippen. Ist mir zuviel Arbeit 8|.

Ich trage die Lampe jetzt in der linken Hosentasche.