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Lichtfarbe: Flummi und die Tintlotterie

angerdan

Flashaholic**
30 Dezember 2011
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Die Messwerte von Fastvoice hatte ich mal einzeln in eine Datenbank aufgenommen.
Dann lässt sich je nach Bedarf/Anwendung der gewünschte Ra-Bereich selektieren.
 
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Flummi

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26 Oktober 2015
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Eine kleine Erweiterung für die Anzeige der Peak-Wellenlänge. Es werden nun zwei "Lambda-Peak" angezeigt. Einmal das Maximum im Bereich 380 bis 490nm und dann für den Rest darüber. Die Trennung bei 490nm ist nicht willkürlich, da findet sich das typische LED-"Cyan-Loch".

Hintergrund: Im Bild unten ist die absolute Peak-Wellenlänge 453nm. Mich interessiert aber dennoch, wo das Maximum des zweiten "Hügels" liegt (Lpeak2). Hier im knallroten Bereich.

upload_2018-3-2_9-4-44.png

Bei manchen Lampen mit kälteren Lichtfarben verschiebt sich das rechte Maximum ins Grüne:

upload_2018-3-2_9-9-48.png

Bei kontinuierlichen Lichtquellen (Glühstrahler) sind die Angaben ziemlich nutzlos und geben nur die messtechnischen Einschränkungen bzw. den Suchbereich wieder:

upload_2018-3-2_9-15-56.png

Bei in Talas verbauten LED ist in der Regel für Lpeak2 bei 600nm Schluss (Nichia 219C 2700K).

In Retrofit-Leuchtmitteln finden sich in den Modellen mit hohem CRI höhere Peak-Wellenlängen:

upload_2018-3-2_9-27-19.png
 
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Flummi

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Da wollte ich mich gerade dazu durchringen, die Berechnungsvorschriften für die TM 30-15 zu kaufen, da stoße ich hierauf.

Kurz: Der TM 30-15 zeigt große Mängel und soll/muss weiterentwickelt werden. Zwischenzeitlich soll nicht der TM 30-15 genutzt werden, sondern nach wie vor CRI/Ra.

Und: Es wird die Berechnung des Gamut-Wertes allein aus der Fläche kritisiert. Kommt mir bekannt vor. Muss denen mal den Flummi-GAI zukommen lassen :p.

Also bleibt es derweil bei meiner Software bei Ra...
 
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stefle

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24 Juli 2018
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@Flummi
Du schreibst kritisch zum GAI: "Das hat den Effekt, dass Werte >100 entstehen können und ein Farbshift überhaupt nicht mit eingeht."

Ich hätte da eine Idee, wozu dieser GAI gut sein könnte. Muss allerdings vorausschicken, dass ich von der Materie nicht allzuviel verstehe. Aber ich bin mal so frei:

Beim GAI geht es nicht um eine korrekte (oder gar subjektiv angenehme) Wiedergabe der Farben. Es geht lediglich um deren Identifizierbarkeit. Zwei unterschiedliche Farben werden so abgebildet, dass sie im selben Maße unterschiedlich bleiben, auch wenn eine Farbverschiebung hinzukommt. Wenn ein Lackierer z.B. beim Ausbessern eines Lackschadens einen bestehenden Farbton genau treffen muss, ist es eigentlich egal, ob die Farben korrekt wiedergegeben werden. Auch wenn ein Gelb wie ein Grün aussieht, trifft er beim Anmischen den richtigen Ton – vorausgesetzt, alle Farbdifferenzen sind genauso deutlich, wie unter Tageslicht. Die Farben müssen ja nur sicher identifizierbar sein. Deine blaue Horrorlampe mit dem perfekten GAI wäre zum Lackieren durchaus geeignet. Wenn der GAI über 100 liegt, werden die Differenzen sogar gespreizt.

Soweit meine Interpretation.

Noch eine Frage zu den Farbfeldern in deiner graphischen Darstellung: Warum sind die Farben in den linken Feldern so dunkel? Soweit ich weiß, bezeichnet R9 ein gesättigtes Rot. Das linke Feld sieht aber eher aus wie Rotbraun.
 

Flummi

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26 Oktober 2015
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Die Farben in der linken Spalte sind "unbeleuchtet" und wirken deshalb vergleichsweise dunkel. R9 wird gern "gesättigtes Rot" bezeichnet, ist es aber mitnichten. Die Referenzfarben werden nicht als (z.B.) RGB-Triple angegeben, sondern zu jeder Referenzfarbe liegt ihr Spektrum vor, aus dem dann der Farbort berechnet wird. Ein gesättigtes, reines Rot wäre im Spektrum ein relativ enger Peak. Das zeigt das Referenzspektrum aber so nicht. Die Referenzfarben sind, so weit ich weiß, von realen Vorlagen gemessen worden.

R9 ist das "roteste Rot" aller Referenzfarben, aber von einem reinen Rot weit entfernt.


Zum GAI: Ich denke, dein Ansatz ist grundsätzlich richtig. Je größer der GAI, desto besser (unterschiedlicher) werden zwei sehr ähnliche Farben unterschieden werden können - egal wie realitätsfremd sie erscheinen.
 
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22 März 2012
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Kannst du denn die Anzeige des duv-Werts mit einbauen? In meinen Augen ist das so ziemlich der wichtigste Wert, wenn es um das subjektive Empfinden von weißen Licht geht.
 

Flummi

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Welchen meinst Du? Jede einzelne Farbe hat ein duv (wird E genannt). Daraus wird ja der jeweilige Rn-Wert berechnet.

Rn=100-4,6*En

oder umgekehrt: En = duv(n) = (100-Rn)/4,6

Ein R9 von 75 führt also zu einem duv(9) von 5,65.
 

The_Driver

Flashaholic***
22 März 2012
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Welchen meinst Du? Jede einzelne Farbe hat ein duv (wird E genannt). Daraus wird ja der jeweilige Rn-Wert berechnet.

Rn=100-4,6*En

oder umgekehrt: En = duv(n) = (100-Rn)/4,6

Ein R9 von 75 führt also zu einem duv(9) von 5,65.
https://www.waveformlighting.com/tech/calculate-duv-from-cie-1931-xy-coordinates

Es geht um den (minimalen) Abstand des Koordinatenpunktes zur Linie des schwarzen Strahlers (inkl. Vorzeichen). Daran kann man erkennen, wie schlimm der Farbstich einer Lichtquelle ist. Positiv bedeutet in der Regel, dass es gelb-grünlich ist und negativ magenta/pink.

Da du die Punkte ja schon plottest, sollte das machbar sein.
 

Flummi

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In der Titelleiste der Farbtemperatur CCT in Klammern:

upload_2018-12-23_19-14-16.png

Ob ich den Wert noch dominanter darstelle, weiß ich derzeit nicht. Sollte man Duv*1000 anzeigen? Da passiert ja erst an der 3. Nachkommastelle etwas.
Wenn überhaupt:
upload_2018-12-23_19-17-33.png

Hier unter der Planck-Kurve:
upload_2018-12-23_19-19-4.png
 
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Danke!
Ja, genau, es sind sehr kleine Werte. Bitte nicht multiplizieren, sondern einfach auf vier Nachkommastellen genau anzeigen. Das macht Maukkas Software genauso undan kann die Abweichung dadurch sehr gut einschätzen.

Dieser Wert ist z.B. auch sehr interessant, wenn man Hotspot und Spill getrennt misst bei Reflektorlampen.
 

Flummi

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Die Farben sehen auch auf jedem Monitor anders aus :). Farbmanagement? Monitor kalibriert? Gerade bei Wikipedia würde ich nicht davon ausgehen, dass den Bildern ein Farbprofil zugeordnet ist. Wie ich weiter oben bereits geschrieben hatte, sind die Farben der Spektralkurve alle auf der Randkurve des "Hufeisens" und somit auf Monitoren nicht ohne Farbverschiebungen darstellbar (ob kalibriert oder nicht).

Aber das ist ein ganz anderes, interessantes, aber auch schwieriges Thema...
 
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Mich wundert gerade, dass die Halogenbirne auf deinen Diagrammen so weit weg von der Linie des schwarzen Strahlers ist.
 

Flummi

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Meinst Du die Osram bzw. die Kaltlichtspiegellampen? Da spricht der Reflektor noch ein Wörtchen mit.

So weit entfernt ist sie auch gar nicht:
upload_2018-12-27_15-56-9.png

Hier eine Glühlampe ohne Reflektor. Die kommt näher ran:
upload_2018-12-27_16-0-3.png
 
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angerdan

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30 Dezember 2011
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Bei Wikipedia sehen die Testfarben ganz anders aus, insbesondere R9 bis R12:
https://de.wikipedia.org/wiki/Datei:DIN_Test_6169.svg
R12 ist dort eher lila als blau.
Das ist eine selbst erstellte Vektorgrafik, da hat wohl eher der Aspekt der Veranschaulichung eine Rolle gespielt.
Hier findest du eine genauere Wiedergabe:
https://en.wikipedia.org/wiki/Color_rendering_index#Test_color_samples

Und die beiden anderen Links sind ja nur Bildschrimfotos, welche ohne jegliche Farbwiedergabe und mit mehrfach verlustbehafteter Komprimierung abgespeichert wurden. Die dienen allerhöchstens zur Veranschaulichung.
 

Gray Matter

Flashaholic**
19 Juni 2011
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Eine sehr schöne Liste. Wobei ich eine Berücksichtigung des Tintshiftes etwas besser für die Beurteilung empfinden würde. Bspw. die SC700d mag ein schönes Licht im Spot haben, dafür wird es in Richtung spill abenteuerlich.

Eine Emisar D4s XP-L Hi mit 5000K mag zwar nur einen CRI von 70 haben, ist dafür aufgrund der Homogenität mmn. sehr viel ansehnlicher...
 
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Flummi

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26 Oktober 2015
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- Ein Tintshift (gegenüber der Referenzlichtquelle; Glühstrahler bzw. Tageslicht) steckt im F-GAI und wird demzufolge berücksichtigt.
- Ein Tintshift innerhalb des Lichtkegels messe ich nicht. Das erzeugt dann auch eine ziemliche Datenflut, von der ich nicht mehr so recht weiß, wie ich die darstellen sollte.

- Bezüglich einer "Lichtverteilungskarte" mache ich mir bereits Gedanken. So etwas in Richtung Whitewallshot mit Kamera-Belichtungsreihe (höhere Auflösung) und Darstellung des Helligkeitsverlaufs als "Höhenlinien" gleicher Helligkeit. Da könnte man ggf. auch Tintshifts visuell darstellen.

Mal schauen :)
 
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Flummi

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26 Oktober 2015
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Nee, keine Winkelmessung. Eine flächige Karte, in der Regionen gleicher Helligkeit mit Linien verbunden werden. Wie die Höhenlinien in geografischen Karten. Im Idealfall zeigen sich konzentrische Ringe. Donut-Holes, Eselsohren und ungleichmäßige Lichtverteilung von Multi-Emitter-Lampen müssten so recht gut zu visualisieren sein.
 

FrankFlash

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28 Dezember 2013
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dem schönen Bayern
Wie immer ganz große Klasse Deine Tintlotterie :thumbup:

Nee, keine Winkelmessung. Eine flächige Karte, in der Regionen gleicher Helligkeit mit Linien verbunden werden. Wie die Höhenlinien in geografischen Karten. Im Idealfall zeigen sich konzentrische Ringe. Donut-Holes, Eselsohren und ungleichmäßige Lichtverteilung von Multi-Emitter-Lampen müssten so recht gut zu visualisieren sein.
@Flummi
Wieso flächig, es geht auch 3-dimensional, hier am Beispiel einer Fenix FD45 bei verschiedenen Zoomstellungen:



Hier aus diesem Thread.
Wenn das Ganze nicht so aufwändig wäre und meinen Rechner regelmäßig abstürzen lassen würde, hätte ich es gerne weiter verfolgt. Um es etwas einfacher zu haben, arbeite ich an einer Messmethode mit der Taschenlampe auf einem motorischen Drehteller.
Gruß Frank
 
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