Lichtfarbe: Flummi und die Tintlotterie

Dieses Thema im Forum "Messgeräte" wurde erstellt von Flummi, 16. September 2016.

  1. In diesem Thread möchte ich Euch an meinen Versuchen, die Lichtfarbe von Lampen zu messen, teilhaben lassen. Ihr könnt auch gerne mitmachen :).
    In diesem verstaubten Thread wurde das Thema bereits aufgegriffen, er ist aber leider versandet.

    Mir geht es inzwischen so, dass mir die Lichtfarbe einer Lampe wichtiger ist als die Helligkeit. Also hat man Lampen diverser Tints ausprobiert und auch "Lieblingstints" gefunden. Doch dann, die im Lieblingstint bestellte Lampe ist einfach nur gruselig gelb :sauer:. Falsche Lieferung? Anderen Tint wählen? ?(

    Erst einmal messen und objektivieren :daumenhoch:.

    Ansatz:

    Farbmessung mit einem geeigneten Farbmessgerät. Dies kann ein günstiges Colorimeter (Monitorkalibrierung), ein genaueres Spektrophotometer oder ein Spektroskop (seeehr teuer) sein.
    In meinem ersten Schritt ist die Entscheidung einfach. Ich nehme das, was schon da ist, ein Datacolor Spyder2 (Colorimeter mit 5 Messfarben). Ja, das ist alt und die Farbfilter werden einen Shift aufweisen. Also nix (mehr) für präzise Messungen, aber ein Einstieg.
    Ich strecke bereits die Fühler aus für etwas Besseres. Vielleicht das Spyder5, wahrscheinlich aber ein XRite Colormunki Photo, ein Spektrophotometer, das gerade noch in den Etat eines Hobbyisten passt und auch die Spektralkurve des Lichts ausgeben kann.

    Zum Auslesen der Farbkoordinaten braucht man neben dem Messgerät auch passende Treiber und Software. Ich nehme zunächst Spotread.exe von Argyll CMS, das neben den XYZ oder xyY-Koordinaten auch die Farbtemperatur ausgeben kann und erforderlichen Treiber mitbringt. Spotread ist ein etwas sperriges Kommandozeilentool. Vielleicht werde ich das noch in meiner Software (für direkte Datenübernahme) einbinden. Zunächst werden die Daten aber manuell in eine Textdatei übernommen.
    So, dann haben wir ganz tolle Zahlenpaare (0,3429 ; 0,3626), wo man dann den Farbort in der CIE-Farbtafel nachschauen kann :muede:.

    Aber ich will doch vergleichen!

    Also in die Tasten gehauen und ein kleines Progrämmchen geschrieben :zufrieden:.

    Los gehts:

    1. Schritt: Normfarbtafel erstellen. Kennen wir irgendwie, erfordert aber schon zur Erzeugung etwas Einlesen in die Materie (CIE-Standardbeobachter, xyY-Farbraum, RGB-Konvertierung...). Der weiße Punkt ist der "Weißpunkt" (Was macht der? Er leuchtet weiß! :)).

    1.PNG

    Natürlich kann man mit der Maus in "Echtzeit" verschieben und Zoomen :pfeifen:.

    Die Black-Body-Kurve (Planck-Locus) verbessert die Orientierung (Temperaturwerte fehlen noch).
    2.PNG

    2. Schritt: Die Cree-(XLamp)-Binnings einzeichnen. Ich habe mir die Tabelle in eine Textdatei kopiert und lese diese dann per Computer aus (die Daten in der Textdatei sind "systematisch" durcheinandergewürfelt).
    Dabei habe ich auch noch einen Tippfehler von Cree gefunden und korrigiert (Tint 7A4, letzter Wert) :cool:.

    3.PNG

    Und mal reingezoomt:
    4.PNG

    3. Schritt: Die Messwerte der Taschenlampen lese ich aus einer Textdatei und trage sie ein.

    ACHTUNG: Mein Colorimeter ist alt, ungenau, ungeeicht und überhaupt!
    Bei manchen TL im Bild habe ich die LED getauscht (z.B. OLight S30). Wenn ich Herstellerangaben zum Tint bekommen habe, stehen sie hinter den Namen in eckigen Klammern [1A].

    5.PNG

    Also, so ganz falsch kann es nicht sein. Die D80 z.B. ist unbenutzbar pippigelb. Die OnTheRoad X5 ist pinker als es sich für 5C gehört.

    Hier finden sich die Nonames ;):

    6.PNG

    Und hier 3 gleiche Astrolux A01 mit Nichia LED.

    7.PNG

    So, der Anfang ist gemacht. Mal schauen, wie es weitergeht. Ich werde berichten :).
     
    angerdan, Dachfalter, Ratzepeter und 13 andere Flashys haben sich hierfür bedankt.
  2. Sehr interessant!

    Auch für mich ist die Lichtfarbe mittlerweile wichtiger, als die reine Helligkeit.

    Gerade in der Natur hängt die Farbwiedergabe, teils auch Erkennbarkeit der ausgeleuchteten Flächen signifikant von der Lichtfarbe der Tala ab.

    Das kann von GespensterschlossAtmosphäreSchwarzWeiß über nahezu farbechte Wiedergabe bis zu 70erJahreBierkellerGelb gehen.

    Bin gespannt auf Deine weiteren Erkenntnisse.

    Viele Grüße,

    Stephan
     
  3. Ja, da geht aber noch mehr ein, nämlich das Spektrum. Um z.B. CRI zu berechnen, braucht man das Lichtspektrum. Deshalb tendiere ich zum Kauf eines Photospektrometers...
     
  4. Acebeam
    Tint ist mir sehr wichtig, allerdings glaube ich nicht daran, dass man Tint anhand eines einzigen Zahlenwerts messen kann, ganz abgesehen vom Tintshift bei niedrigerer Bestromung. Nehmen wir also immer den Turbo-Modus einer Lampe, einverstanden. Schauen wir uns den Beam auf einer weißen Wand an, so sehen wir dass es mindestens drei relevante Tintbereiche gibt: Hotspot, Korona, Spill. Ein Hotspot kann weiss sein, die Korona gelblich, der Spill purplish, und das gesamte noch mit einem leichten grünlich Hue überzogen. Typisch für viele coolwhite CREE LED's mit Dome, z.B. XM-L / XM-L2. Der Reflektor und die Glas-Beschichtung könnten auch einen Einfluss auf den Grad der Tintbereiche haben. Überspitzt formuliert, jeder Punkt des Beams auf der weißen Wand hat einen anderen Tint! Es existiert also eine Tintverteilung von r=0 (Hotspot) bis hin nach r=Aussenrand des Spills. Wenn ein Beam an jeder Stelle denselben Tint hätte, vielleicht etwa bei TIR-Linsen oder Kollimator-Linsen, dann könnte man das eventuell mit einem Zahlenwert zusammenfassen, einverstanden.
    Na gut, es gibt Ausnahmen. Manche Beams sind im Hotspot leicht grünlich, es ist keine Korona vorhanden, und der Spill ist definitiv grünlich. Insgesamt der Tint also grünlich. Aber selbst bei so einem klaren Fall hätte ich Schwierigkeiten einen einzigen Zahlenwert zuzuordnen, denn der Hotspot ist heller und weniger grünlich als der Spill, also gibt es schon einmal zwei unterschiedlich grünliche Tints im Beam.

    Ganz abgesehen von der genannten Schwierigkeit einem Regenbogen einen Tintwert zuzuordnen, gibt es in der Tat Tintlotterie. Als Käufer treffe ich, wenn möglich, eine Auslese.

    Schwieriges Unterfangen, ich bin wieder raus. Danke aber für deine Bemühungen!
     
    dmeenzer, Dagor, Aladin und ein weiterer Flashy haben sich hierfür bedankt.
  5. Natürlich gibt es Farbunterschiede über das Leuchtprofil. Dieses (ortsaufgelöst) zu messen, würde den Aufwand (der noch Spaß macht) sprengen. Ich habe die Lampen bei einer mittleren Helligkeit gemessen. Da der Sensor etwa 7 cm² (Eintritts-) Fläche hat, wird da (der Spot) entsprechend integral gemessen (gemittelt).

    Die Farbkoordinaten geben demzufolge die durchschnittliche Lichtfarbe an. Die Farbverteilung über das Lichtprofil kann man besser in einem Foto sehen (die absolute Farbe hingegen nicht -> Weißabgleich).

    Richtig ist auch, dass man "Lichtqualität" nicht mit "Lichtfarbe" gleichsetzen kann. Die Lichtfarbe kann ich mit einem Zahlenpaar korrekt beschreiben. Die "Lichtqualität" nicht.

    Ich bin erst ganz am Anfang...:)
     
    dmeenzer und placebo haben sich hierfür bedankt.
  6. Natürlich beinhaltet die Wahrnehmung des Lichts / der Lichtfarbe abhängig u. a. von der Leuchtstufe, der Struktur und Farbe der angeleuchteten Objekte, anderweitiger Lichtquellen / sonstigem Restlicht viele - auch subjektive - Faktoren.

    Wenn man allerdings im Forum liest, stolpert man immer wieder darüber, dass "irgendwas um 5.000 k" von vielen als sehr angenehm angesehen wird und CREE MT-G2, sowie Nichia 219 LEDs dem Ideal recht nahe zu kommen scheinen.

    Daraus schließe ich, dass es - wenn auch nicht für jedermann und alle Anwendungen - verallgemeinerungsfähige Kriterien zur "Beurteilung" einer Lichtfarbe gibt.

    Gruß, Stephan
     
    Aladin und placebo haben sich hierfür bedankt.
  7. Ich war/bin ein NW/WW-Fan. Wenn ich mir aber nun die Farborte meiner Lampen anschaue, stelle ich fest, dass es (für mich) auch kalte Lampen gibt, die mir dennoch gefallen. Die Palight Star GS [1A] habe ich z.B. mit rund 8200K gemessen. Ich finde das Licht aber nicht so schlimm, dass ich gleich die LED tauschen müsste. Die warme BLF D80 [5A] (3470K) ist hingegen echt schlimm.

    Als erstes Ergebnis stelle ich für mich fest, dass mir die Lichtfarbe umso besser gefällt, je näher der Farbort an der Planck-Kurve liegt. Z.B. Convoy BD06 [4C], oder Eigen-/Umbauten mit Noctigon (Convoy M2 (Bistro) [5D]) oder Cree von Fasttec (Olight S30 [6C]).
     
  8. Ich wollte noch mal wissen, warum ich meine OLights mit anderen LEDs ausgestattet hatte. Hier die Messung des Emitters der S30 (ganz unten):

    9.JPG

    Ach so: Spektrophotometer ist bestellt... Dann geht die Messreihe noch mal von vorne los :oops:
     
  9. Der ColorMunki Photo ist da :verliebt:.

    Auf die Schnelle mal ein Spektrum aufgenommen (Olight S15 mit einem 6C-Emitter):
    Spektrum.PNG

    Der Colormunki kann das Spektrum mit einer Auflösung von 3 1/3 nm erfassen und liefert so im Bereich 380nm...730nm 106 Messwerte.

    Warum ist das toll? Neben der hohen Genauigkeit der Farbort-Ermittlung können aus dem Spektrum Ra, R9, CRI, Farbtemperatur etc. abgeleitet werden.

    Hier der Farbort (die Convoy M2 wurde noch mit dem Spyder2 gemessen):
    Ort.PNG

    Was für ein tolles Spielzeug :). Was ich schon bestätigen kann, ist dass die Spyder2 Colorimeter für Farbmessungen nicht mehr zu gebrauchen sind. Sie sind zu alt und ihre organischen Filter tun nicht mehr, was sie sollen. Schade eigentlich. Spektrophotometer haben keine Farbfilter die altern könnten. Das lässt auf eine längere Haltbarkeit hoffen.
     
    brushles, casi290665, FrankFlash und 2 andere Flashys haben sich hierfür bedankt.
  10. Sehr interessant, danke fürs zeigen:thumbsup:
    Wie funktioniert die Messung mit dem Colormunki? Leuchtet Du direkt mit der Lampe auf den Sensor, oder vermisst Du die Reflektion des Lichtes von einer weissen/neutralgrauen Fläche?
    Bin schon gespannt, welche CRi-Werte im Vergleich zu Lieferantenangaben Du findest.
    Gruß Frank
     
  11. Ich leuchte direkt auf den Sensor. Muss mal schauen, was ich bei sehr hellen Lampen mache. Vermutlich einfach einen neutralen Graufilter (Fotobedarf) vor die Lampe setzen.

    Der Colormunki hat mehrere Messpositionen:
    - Interne Kalibrierung
    - Reflektiv (Druckerprofil erstellen, Farben auf Papier messen)
    - Emissiv (Monitor / Beamer / Lampen :))
    - Transmittiv (Folien ?)

    Erstmal werde ich Spotread in meine Applikation integrieren, denn der Kommandozeilenpromt liegt mir nicht mehr seit Windows 1. Dann muss man sich auch nicht alle Aufrufparameter merken...
     
    FrankFlash hat sich hierfür bedankt.
  12. Ich war im Rahmen meiner Freizeit fleißig :).

    - Spotread.exe ist nun in mein Programm implementiert.
    - Ein Klick auf "Datei Neu" und es wird eine Messung gestartet.
    - Mit Klick auf "Datei speichern" wird dieser Datensatz in den Datenpool übernommen.
    - Das Spektrum wird angezeigt.
    - Die Farbtemperatur wird berechnet.
    - Man kann mit Klick auf den jeweiligen Messwert diesen selektieren (Anzeige rechts).
    - Ich habe einige Lampen neu eingemessen.

    Z.B. die Acebeam EC50 Gen II, die derzeit im Gespräch ist:
    1.PNG

    Dann noch "Glühobst", damit man den Planck'schen Strahler auch mal im Spektrum sieht:
    2.PNG

    Und eine TL mit Leuchtstoffröhre, mit ihrem typischen Bandenspektrum:
    3.PNG

    Als nächstes geht es an Onkel CRI und Tante Ra.
     
    brushles, casi290665, Ratzepeter und ein weiterer Flashy haben sich hierfür bedankt.
  13. So, ist bin weiter gekommen :). Wobei ich sagen muss, dass CRI, Ra & Co. eine harte Nuss waren. Hat sonst schon jemand von der "Von Kries Farbadaption" gehört? Ja? Schön, ich vorher noch nicht. Und verstanden hab ich sie auch nicht.
    Gut dass es Definitionen zur Berechnung gibt. Doof, wenn die fehlerhaft, unvollständig und unverständlich sind :mad:.

    Wie dem auch sei, nun hab ich sie einprogrammiert (hoffentlich fehlerfrei) und ein etwas besseres Verständnis darüber gewonnen.

    Erstmal Bilder:
    1.PNG

    Was sieht man? Selektiert ist die SkyRay (roter Punkt). Rechts sieht man jetzt neu deren Ra (Mittelwert aus den ersten 8 Testfarben) und die jeweiligen Testfarben R1-R15 als Wert.
    Daneben sieht man ein Farbfeld: Neben jedem Ri habe ich die gemessenen Farben farblich dargestellt. Und zwar in drei Teilen:
    - Links die Testfarbe, direkt ohne Simulation.
    - In der Mitte die Testfarbe, beleuchtet mit einem Referenzlicht der gleichen Farbtemperatur (kleiner 5000K: Planck'scher Strahler, darüber Tageslicht).
    - Rechts dann die Farben, beleuchtet mit dem Licht der Lampe.

    In die CRI/Ra-Berechnung geht das linke Farbfeld nicht ein!

    Hier einmal die Astrolux mit Nichia-Emitter:
    2.PNG

    Die Nichia leuchtet so, wie das entsprechende Referenzlicht leuchten soll. Die mittlere/rechte Farbe sind sehr ähnlich, das wird mit hohem Ra belohnt.

    Aber was ist schon eine Nichia gegen eine Halogenlampe :sonnenbrille:

    3.PNG

    Mittlere/rechte Farben sind nicht zu unterscheiden. Das gibt fast die Höchstpunkzahl!

    Aber der Unterschied zu den "echten" Farben links ist doch recht groß. Tja, und da kommt nun die Licht-Referenz ins Spiel. Die Farbabweichungen werden immer relativ zum Referenzlicht der gleichen Farbtemperatur gemessen. Und bei 2800K wird halt alles etwas warm. Hoher Ra trotz bescheidener Farbwiedergabe!

    Hier mal die BLF X6:
    4.PNG

    Linke/rechte Farben haben eine schöne Übereinstimmung. Mit dem Licht kann man Farben beurteilen! Warum dann so ein schlechter Ra? Weil die Lampe das Licht nicht so ausstrahlt, wie es sich für einen 5155K-Tageslichtstrahler gehört! In R9 sieht man: hätte sie das Rot blasser dargestellt, hätte es mehr Punkte gegeben :gemein:.

    Es ist natürlich noch im Bereich des Möglichen, dass mir ein Fehler unterlaufen ist :pfeifen:. Bis dahin sehe ich CRI/Ra noch etwas mit Skepsis...
     
    dasda, Donnerkind, brushles und 8 andere Flashys haben sich hierfür bedankt.
  14. Vielen Dank für die viele Arbeit, die Du Dir gemacht hast. Schon allein die Tint-Diagramme, in die die einzelnen Lampen eingeordnet sind, sind dem Freund des gepflegten Lichtes eine große Hilfe. Wenn jetzt noch weitere Farbwiedergabe-Index-Daten hinzukommen, dann ist das einfach großartig! Ich kann es gar nicht anders beschreiben. Nochmals herzlichen Dank!
     
    Flummi hat sich hierfür bedankt.
  15. Olight Shop
    Vielen Dank für deine Mühe Flummi!
    Ich versteh zwar nur die Hälfte, aber wie du dich da reinarbeitest ist echt der Hammer :thumbup:

    Die Tint-Map ist echt super, da kann man toll mit Lampen vergleichen die man selber hat.

    Vielen Dank und weiter so!
     
    Flummi hat sich hierfür bedankt.
  16. Ich hatte dann doch noch einen Fehler bei der Berechnung der Ri-Werte. Die vergleichsweise hohen Werte bei R9 machten mich stutzig. Nun kann ich aber sehr sicher sein, dass die Berechnung der Ri passt. Ich habe jeden einzelnen Berechnungsschritt verifiziert.

    Die BLF X6 sieht nun so aus:
    1.JPG

    - Eine präzise Berechnung der Farbtemperatur (anstatt einer guten Näherung) bringt ein extra Kelvin :rolleyes:.
    - Der CIE-Standardbeobachter hat nun 1nm Auflösung.
    - Präzisere Spektren der Testfarben gefunden und eingebaut.
    - Ra14 (Mittelwert aller Ri) wird angegeben
    - Die Darstellung der Farben auf dem Monitor (Testfarben / Spektrum) entsprechend sRGB-Norm (D65, Gamma 2,4). Nun sieht man auch Gelb im Spektrum.
    (Kleine Anmerkung: Die Farben des Spektrums entsprechen der Randkurve der Normfarbtafel und sind somit allesamt außerhalb des Gamuts von sRGB. Also nicht darstellbar...)

    Genug der Technik! Jetzt noch etwas Schönes :):
    2.JPG


    Und etwas nicht so Schönes. Meine frisch gelieferte Imalent HR20 ist mir zuuuuu frisch.
    Da wurde die Angabe "5000-6500K" voll nach oben hin ausgeschöpft...
    3.JPG


    Nun sind die wesentlichen Aspekte des Programms gesetzt. Wie geht es weiter? Nun werde ich erst einmal mit dem kleinen Tool spielen :). Ich werde zwei Messdatensätze umschaltbar machen: Einmal für Taschenlampen, einmal für Haushalts-LED-Leuchtmittel.
    Möglicherweise kommen noch weitere Qualitätskennzahlen hinzu. Normen gibt es viele. Vielleicht GAI.
     
    #16 Flummi, 29. September 2016
    Zuletzt bearbeitet: 29. September 2016
    dasda, beamwalker, hella und 9 andere Flashys haben sich hierfür bedankt.
  17. Tolle Arbeit, Flummi. Vielleicht bekommen wir hier ja eine Art Datenbank mit CRI-Werten, eine Referenz, auf die man schauen könnte bevor man sich für eine Lampe entscheidet. Hast Du eigentlich die Lampen, die in den Tint-Maps verzeichnet sind, alle selber?
     
  18. Das sind meine Lampen, ja. Bezüglich einer Datenbank: Da sind wir wieder bein Threadtitel. Gibt schon Unterschiede zwischen gleichen Emittern.
    Wenn @mkr sich einen ColorMunki anschaffte, wäre die Datenbank schnell voll :).
     
  19. Au fein, da besteht ja berechtigte Hoffnung auf mehr. :schlafen:

    Ja, klar. Aber von links unten nach rechts oben wird doch sicher das Spektrum nicht reichen. So ungefähr genügte mir schon.

    Danke noch mal, das ist echte Pionierarbeit hier im Forum.
     
    Flummi hat sich hierfür bedankt.
  20. Druckausgabe funktioniert. Einmal in den PDF-Drucker geschickt:
     

    Anhänge:

    Dagor, mkr und Luxator haben sich hierfür bedankt.
  21. Prima, solche Datenblätter. Aber sind bei diesem hier die Körbe R1-R14 nicht um 1 versetzt auf R0-R13?
     
  22. Ja, Du hast recht! Die Schleife geht von 0..13, beschriftet werden soll von 1-14. Da fällt man auch als jahrelanger Programmierer noch drauf rein...
     
  23. Macht nix, kenne ich auch von früher und Du kannst es ja noch ändern. Schön übrigens, daß mein Avatar schon in der Datenbank ist. :fackel::klatschen:
     
  24. Aaaaah, der berühmte "off by one". Wird immer wieder gern genommen. :)
     
  25. Alter Schwede was für eine Arbeit du Dir damit machst:pfeifen::thumbsup:
    Hier sieht man mal sehr schön wie weit die LED noch von einer Glühbirnen Kurve entfernt ist. Die Rot Anteile sind dort viel höher. Ich bin ja bekennender CW Fan allerdings gibt es auch sehr schöne NW LEDs. Die Nichias mit höherer Kelvin Zahl und hohem CRI z.B.
     
  26. Ich habe ein paar Haushalts-Leuchtmittel gemessen.

    Die billige Osram Star Classic A40 hat einen Ra8 von fast 88. Damit steht sie besser da als die (dimmbare) Superstar mit 82.

    1.JPG

    Hier eine Philips Dimtone:
    2.JPG

    Beim Dimmen wird sie wärmer:
    3.JPG
     
    Luxator, FrankFlash und Wurczack haben sich hierfür bedankt.
  27. Ganz schön clever, wenn das mit Absicht geschieht. Die CRI-Werte verbessern sich auch beim Dimmen, was aber wohl eine generelle Schwäche und nicht spezifisch für dieses Leuchtmittel ist.

    @Flummi
    Habe jetzt bei Yuji eine Darstellung von R1-R15 gesehen. Hier: http://www.yujiintl.com/high-cri-led-lighting (etwa bis zur Mitte scrollen).
    Hast Du von R15 schon mal was gehört? R15 scheint mir ein weiterer, dunklerer Hautton zu sein.
     
    #27 Luxator, 1. Oktober 2016
    Zuletzt bearbeitet: 1. Oktober 2016
  28. Normale LEDs verändern beim Dimmen ihre Lichtfarbe kaum. Das ist gegenüber Glühlampen gewöhnungsbedürftig. Die Philips Dimtone und neuerdings manche OSRAM simulieren das wärmer werden gezielt. Es wird der Blauanteil etwas zurückgenommen. Das kann man in den Spektren oben schön sehen. Da wird im Wesentlichen nur der blaue Peak kleiner. Dass der CRI besser wird, liegt hier nur daran, dass die Lampe gedimmt näher am Schwarzen Strahler liegt.

    R15 kenne ich. In den ersten Ra-Versuchen hatte ich den auch noch drin (nennt sich Asian Skin, siehe Beitrag #13). Ich habe ihn wieder entfernt, weil er nicht den Normen entspricht. Wenn schon weitere Farben, dann genormt, z.B. Colorchecker (24 Farben).
     
    Luxator hat sich hierfür bedankt.
  29. Das meinte ich mit "clever", weil es ja unserem Lichtempfinden entspricht. Sonne im Zenith = hell und höherer Blauanteil, Sonne am Horizont = weniger hell und geringerer Blauanteil.

    Wieder was dazu gelernt. :thumbup:
     
  30. Lange Zeit gab es keine LED R80 Reflektorlampen. Da hatte ich bei einem Angebot bei ALDI Nord zugegriffen und die MeLiTec gekauft. Angepriesen mit Ra>95.

    1.PNG

    Die hält sie auch ein. Insbesondere der hohe Ra14 überrascht. Zur Lebensdauer kann ich nichts sagen (Angabe 25.000h), aber derzeit scheint das Leuchtmittel kein Griff in die Toilette zu sein!
     
  31. Es gibt Neues in meiner kleinen Welt der Tints und (Fehl-)Farben.
    Nun wird auch der "Gamut Area Index" (GAI) berechnet. Was ist denn das :haeh:?
    Der GAI ist ein weiteres Maß zur Beschreibung der Lichtqualität. Während der CRI bewertet, wie ähnlich Farben (im Vergleich zum Referenzlicht) dargestellt werden, ist der GAI ein Maß für die Vielfalt/Anzahl der Farben, die unter dem Licht dargestellt werden kann. Total schwierig zu beschreiben, ggf. einfach mal googeln.

    Experten des Lichts sagen, dass der GAI immer in Verbindung mit dem CRI betrachtet werden sollte. Ist der CRI für'n Popo, muss man auch nicht mehr den GAI anschauen und umgekehrt.

    Gutes Licht wird von besagten Experten wie folgt einfach beschrieben: Ra>80 und GAI 80-100.

    Der GAI kann nämlich auch größer als 100 werden, das ist dann aber auch nicht mehr gut. In etwa, als würde man beim Fernseher die Farbsättigung zu hoch einstellen.

    Hier kriegt die OnTheRoad X5 was auf die Mütze. Ra zu klein, R9 grottig, GAI zu groß.
    1.PNG

    Hier kann man sehen, warum ich meinen M2-Eigenbau mit 5D-Noctigon ("High-CRI") so mag. R9 könnte höher sein, aber durchaus nett.

    2.PNG

    Die Nichia liegt farblich direkt neben der M2, gibt aber wieder den Streber :zufrieden:. Das ist ein schöner Nachweis, dass man aus dem Spektrum weit mehr Informationen ziehen kann, als aus dem Farbort allein...
    3.PNG
     
    beamwalker, Maiger, Luxator und 3 andere Flashys haben sich hierfür bedankt.
  32. Die MeLiTec hatte sich über ihre von @Flummi erhobenen Daten und Charts empfohlen und so habe ich mal eine 75 W-Glühbirne gegen ein 13 W-Exemplar mit 1055 Lm getauscht. Lichtfarbe und Helligkeit kommen so ungefähr hin. Und trotzdem gibt es da irgendwas, was mir sofort sagt, daß kein Glühobst in der Leuchte ist. Was, das habe ich bisher noch nicht herausfinden können. Die kurze Einschaltverzögerung meine ich aber nicht. Fazit: dicht dran und viel besser als die LED-Lampen von vor 8 Jahren, aber immer noch kein vollwertiger Ersatz.
     
  33. Man hat sich halt ziemlich tiefgreifend an Glühlampenlicht gewöhnt.
    Ich würde inzwischen nicht mehr sagen, dass Glühlampenlicht das Maß der Dinge darstellt. Zumindest die "E27 Glühbirne" nicht. Viele gute LED-Leuchtmittel wirken inzwischen auf mich "brillanter", ähnlich einer Halogenlampe.

    In der Küche (15 Downlights) ersetze ich sukzessiv durchgebrannte Halogenleuchtmittel durch LED. Das Licht der LED finde ich inzwischen schöner. Die letzten Halogenspots wirken im direkten Vergleich "fahl".

    Alles sehr subjektiv, alles eine Sache der Gewöhnung, der Stimmung und persönlicher Präferenzen.

    Hinzu kommen Dinge wie "Punktstrahler" gegenüber "Flächenstrahler". Kaustiken (die Lichtspiele, die ein gefülltes, beleuchtetes Weinglas auf die Tischdecke zaubert) sehen beim Punktstrahler definiert und kontrastreich aus, bei einem Flächenstrahler entstehen sie u.U. gar nicht. Ganz schlimm wird es bei den Multi-LED-Strahlern, die dann z.B. einen 7-fachen Schatten erzeugen.

    Spannend ist aber schon, wie die Technik voran geht. Wenn man da mal an die Energiesparröhren zurück denkt (miese Lichtqualität, Flimmern, Kälteempfindlichkeit, Startverzögerung, Flächenlicht, Baugröße...).
     
  34. Ich würde ja ganz gerne noch TM-30-15 als Bewertungsmaßstab implementieren. Das scheint der neue CRI zu werden. Leider finde ich keine Ressourcen, nicht mal die Spektren der 99 Farben...

    Wenn jemand eine Quelle kennt, wäre ich über einen Hinweis dankbar.
     
  35. So auf die Schnelle habe ich ein paar offizielle Papers und eine Präsentation gefunden.

    http://energy.gov/sites/prod/files/2015/12/f27/tm-30_fact-sheet.pdf
    http://energy.gov/sites/prod/files/2015/09/f26/tm30-intro-webinar_9-15-15.pdf
    http://energy.gov/sites/prod/files/2016/08/f33/led-color-characteristics-factsheet.pdf

    Vielleicht hilfts ja?
     
  36. Danke, die kenne ich. Leider keine Berechnungsvorschriften und/oder Angaben zu den Testfarben...
     
  37. Ich habe mich mal wieder ein wenig mit dem GAI beschäftigt.Warum hat diese gruselige Lampe einen fast perfekten GAI?

    Unbenannt.PNG

    Um dies zu beantworten gehe ich näher auf die Berechnung ein.
    - Die (ersten) 8 (CRI) Referenzfarben werden einmal mit dem Referenzlicht, und einmal mit der zu vermessenden Lichtquelle beleuchtet.
    - Ihre Farbwerte werden in eine Farbtafel (CIE u'v' 1976) eingetragen.
    - Ihre Eckpunkte ergeben jeweils ein 8-seitiges Polygon, dessen Fläche berechnet wird.
    - Der GAI wird simpel berechnet aus Fläche(Licht) geteilt durch Fläche(Referenz) * 100.

    Das ist (als Zahlenwert) wie ich meine, ziemlicher Unfug!

    Ich zeige nun in meinem Programm (rechts unten) diese Polygone an:
    Unbenannt.PNG
    Blau die Gamut-Fläche des Referenzlichts, Rot die der gemessenen Lichtquelle.
    Fast gleiche Fläche, also ein GAI von fast 100. Dass hier eine massive Farbverschiebung auftritt, geht nicht in die Bewertung ein! Die Farbverschiebungen kann man erkennen, indem man die jeweiligen Verschiebungen der Eckpunkte (von Blau nach Rot) betrachtet.

    So sieht es gut aus (kaum Farbverschiebungen):
    Unbenannt2.PNG

    Was hat man sich bloß bei dem Kennwert gedacht? Der generelle Ansatz ist prima, aber eine einfache Flächenbetrachtung?
    Ich denke mir, würde man eine UND-Verknüpfung zwischen den beiden Flächen machen und das Resultat wie gehabt in Relation zur Fläche der Referenzlichtquelle setzen, hätte man ein weitaus besseres Qualitätsmerkmal...

    Ich denke derweil über einen neuen Kennwert, den Flummi-GAI nach :pfeifen:.
     
    djmykemyers und beamwalker haben sich hierfür bedankt.
  38. So wie ich das verstehe, ist der GAI kein Ersatz für den CRI, sondern eine Ergänzung.
    Man sollte also im Idealfall den Rₑ und den GAI angeben.

    Außerdem gibt es noch einen TLCI mit 24 Referenzfarben, der als Ersatz für den Rₐ entworfen wurde, da dieser den Anforderungen der Filmbranche zur Bewertung von LED-Licht nicht genügt.
     
  39. Der TLCI ist sehr stark auf die Bedürfnisse der Fernsehbranche zugeschnitten und für einfache Lichtmessungen oversized. Dort werden z.B. virtuelle Kamerasensoren (anstatt dem menschlichen Auge) als Referenz herangezogen. Passt für uns also weniger.

    Wie weiter oben geschrieben denke ich, dass der TM-30-15 für uns Flashies am besten wäre. Leider wird für die 26 Seiten Papier mit den Berechnungsvorschriften 50$ verlangt.

    Der GAI ist nicht so schlecht, wenn man die Polygone betrachtet. Da kann man einiges erkennen. Nur der daraus abgeleitete Zahlenwert vereinfacht nach meiner Meinung viel zu stark, bis zur Sinnlosigkeit.
     
    Maiger und Dagor haben sich hierfür bedankt.
  40. Sodele, heute werde ich etwas OT.

    Während ich noch mit mir hadere, ob ich das Geld für die TM30-15-Doku investiere, habe ich das Programm in eine andere Richtung erweitert. Hat zwar nichts mit Lichtfarbe zu tun, aber auch mit Licht. Und zwar habe ich das Benetech GM1020 Luxmeter softwareseitig eingebunden, damit ich Lux- und später auch Lumen-Werte (Laufzeitdiagramme und was die Phantasie sonst noch so hergibt) in meine Messwerte integrieren kann.

    Da ich keinerlei Unterlagen zum Datentransfer mit dem Benetech finden konnte, habe ich einen Port-Sniffer bemüht, der mir die "Magic Numbers", die das Benetech am USB-Port zum Leben erwecken, ausgab. Die Messwerte werden in nur 2 Bytes ausgegeben. Den Umrechnungsalgorithmus zu finden, war deshalb etwas kniffelig. Nun passt es aber von 0-260.000 Lux.

    upload_2016-10-29_21-50-56.png

    Für die Lumen-Messungen werden die Lux-Werte des Benetech (später) mittels Kalibrierfunktion (Ulbricht-Kugel) umgerechnet werden.

    Als nächstes wäre dann die linke Ansicht umzuschalten: Ansicht des Helligkeitsverlaufs anstatt des Farbortes. Für heute langt es aber :).
     

    Anhänge:

    Dagor hat sich hierfür bedankt.
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