
Hört sich alles ziemlich unglaublich an.
In den Tech-Docs gibt Sanyo für die Eneloops bei 1C Lade-/Entladestrom (= 2A) gerademal eine Lebenserwartung von 200 - 250 Zyklen an - dann haben die Akkus weniger als 80 % ihrer ursprünglichen Kapazität.
Die werbewirksamen 1000 Zyklen errreicht Sanyo nur bei sehr niedrigem Ladestrom (0,25 C) und dem "Trick", dass die meisten Zyklen nicht komplett zu Ende gefahren werden.
Mittlerweile werden von Sanyo 2000 Zyklen angegeben. 1000 Zyklen wurden nur in den ersten Veröffentlichungen genannt. Ob es zwischen der ersten Generation (mit der Angabe 1000 Zyklen) und der zweiten Generation (mit der höheren Angabe) wirklich technische Änderungen an den Zellen gab oder ob man nur auf die in der Praxis vorkommende Haltbarkeit reagierte ist mir nicht klar. Für mich sieht es so aus als ob die Zellen baugleich sind.
Deine Akkus haben jetzt über 2.000 Zyklen erreicht und ein Ende ist noch nicht einmal absehbar ... die Widersprüche könnten kaum größer sein.
Wobei ich zugeben muss das das bis jetzt nur bei einem Satz der Fall ist. Der nächste Satz danach liegt bis jetzt bei rund 1200 Zyklen.
Fragen:
- Wie wurden die Zyklen ermittelt bzw. definiert ?
Ganz einfach mit einer Strichliste. Jeder Ladevorgang wird notiert. Wobei natürlich "Praxis-Zyklen" gezählt werden. Die Akkus waren nicht immer ganz leer. Unter 50% waren sie allerdings immer. Ein Teil der Ladevorgänge wurde im Entladen/Laden-Modus durchgeführt. Das heißt die teilentladenen Akkus wurden erst kontrolliert entladen (1C) und dann wieder geladen. Dabei wird durch das Ladegerät auch die Kapazität ermittelt.
Das es sich dabei nicht immer um "echte" 100% Zyklen handelt ist mir bewusst. Nur wer hat solche Zyklen schon in der Praxis ? Für mich ist das mitschreiben der Daten nur aus einem Grund wichtig : ich will wissen wann ein Akkusatz stark einknickt um ihn dann ersetzen zu können und nicht bei wichtigen Einsätzen (z.B. Modellboot-Regatten oder wichtigere Fotogeschichten) plötzlich ohne Strom dazustehen. Es geht mir dabei nicht darum eine Wirtschaftlichkeitsanalyse oder einen Dauertest unter wissenschaftlichen Bedingungen für die Akkus anzufertigen.
- Mit welcher Last wurde die Kapazität ermittelt ?
Wie gesagt, das Ladegerät errechnet die geladene Kapazität. Gegenprüfungen (Entladung mit 1C) ergeben aber identische Werte.
- Um wieviel hat sich der Innenwiderstand der Zellen verschlechtert ?
- Wurde die Spannungslage ermittelt ? Wenn ja, wieviel schlechter ggü. Ursprungsmessung ?
Genau an der Stelle hört es dann auf mit meiner Kontrolle. Weitere Messungen habe ich nicht durchgeführt.
Ich habe die Schwelle bei 55° eingestellt da ich in einer Abhandlung gelesen habe das Themperaturen über 60° den NIMH Akkus schaden.
Was heißt "regelt ab" ? Wird der Ladestrom reduziert oder einfach für eine gewisse Zeit unterbrochen ?
Der Ladestrom wird reduziert und bleibt so bis der Akku auf 48° runter ist. Das ist aber eigentlich nur selten der Fall. Bis jetzt nur wenn in einem Raum geladen wurde in dem es sehr warm war (Sommer, nahe am Fenster). Normalerweise bleiben die Akkus unter der Schaltschwelle.
Ca. 1/4 meiner Ladevorgänge werden als Schnell-Laden (~ 60 Minuten, ~ 45 Minuten oder etwas über 30 Minuten) durchgeführt. Der Rest sind normale Ladevorgänge.
Die höchsten bei mir vorkommenden Entladeströme liegen bei ca. 3 Ampere kurzzeitig oder 2 Ampere dauerhaft (beides im Schiffsmodell) für die AA-Zellen. Viele Anwendungen liegen aber auch ganz weit darunter. So ziehen die Rückleuchten des Rollis 15 mA, Tastatur und Funkmaus liegen noch weit darunter.
Die ältesten Akkusätze (ab 1000 Zyklen) werden mittlerweile etwas mehr geschont. Sie müssen nur noch seltener Entladungen/Ladungen über 1C mehr mitmachen. Ich denke so werden sie für meine Verwendungen noch eine Zeit lang durchhalten und gute Dienste in den kleineren Anwendungen leisten können.
Markiert sind meine Akkusätze (immer 4 Stück bilden einen Satz) mit Punkten rund um den Pluspol. 1 Punkt, 2 Punkte, 3 Punkte usw.
Übrigens hatte ich mehrere Akkus die nach 15 Entlade/Ladevorgängen sogar mehr als 2000 mAh hatten. Die lagen zum Teil bei bis zu 2150 mAh. Hat noch jemand diese Erfahrung gemacht ?
VG, Holger