Weil ich gestern Geld und Lebenszeit verbrannt habe um die Whiskey-Messe in Nürnberg zu besuchen.
Die war letztes Jahr super.
Dieses Jahr dagegen schlechter organisiert als alles was ich vorher gesehen habe und ich war schon auf ein paar Messen.
Fing mit dem unfähigen und extrem unfreundlichen Sicherheitsdienst an.
Man sagt den Leuten man möchte auf die Whiskey-Messe und erwartet, dass sie den Weg auf einen der naheliegenden Parkplätze (weitgehend leer und selbst später als wir die Messe endlich verlassen haben noch zu 50-75% leer) weisen.
Weit gefehlt, „weiterfahren“ mit rapide steigendender Lautstärke und wilden Gestikulieren. Das ganz in einem Ton, den ich an einem Kontrollposten in Afghanistan erwarten würde.
Aber vielleicht waren sie auch nur überfordert, hinter uns stand ja auch schon ein weiteres Auto.
Die wollten auch auf die Whiskey-Messe und waren von Ton und „Kompetenz“ etwas überrascht, wie sie uns später erzählten.
Also wurden wir von insgesamt vier Sicherheitsleuten immer weiter geleitet, bis wir auf der anderen Seite des Veranstaltungsgeländes in einem Parkhaus gelandet sind.
Die Stimmung war mies, als wir uns auf den Weg machten.
Ein fünfter Mitarbeiter des Sicherheitsdienstes sah wie aufgebracht unsere Begleiterin war und fragt warum.
Hat er wahrscheinlich 30 Sekunden spätr bereits bereut.
Zu den neuen kollegen wollte er nichts sagen. Als er Whiskey-Messe hörte meinte er nur, was wir denn hier wollen, ob wir vier Kilometer laufen möchten. Von den weitgehend leeren Parkplätzen vor „unserer“ Halle wusste er natürlich auch.
Netterweise hat er uns einen nicht/falsch gekennzeichneten Shuttlebus rangerufen.
Der fuhr uns dann die halbe Strecke, dann Endstation, er dreht jetzt um. „Whiskey-Messe?“.
Kein Problem, einfach in diese Halle, dann können wir quer durch, direkt zu unserer Messe.
Super, wenn nicht die dortige Mitarbeiterin uns bedauernd mitteilen würde, dass hier gesperrt wäre.
Also außen herum.
Nach diversen Irrwegen, Ausschilderung zur Whiskey-Messe war praktisch nicht vorhanden (vermutlich schämt man sich für diese Veranstaltung), kamen wir schließlich nach über 45 verblödelten Minuten am Ziel an.
Nur zweimal anstellen und man war drin.
Erstmal in die Villiger-Lounge um etwas runterzukommen, die Stände waren sowieso schon belagert.
Bisschen probieren und fachsimpeln mit dem Personal wie letztes Jahr war nicht mehr möglich.
Das nächste Highlight dann, als ich mir ein Getränk holen wollte.
An der Bar, zwei Barkeeper, ganze drei Personen (inklusive meiner Wenigkeit) die ein Getränk möchten.
„Bitte hinten anstellen.“ An einer Bar, ich wähnte mich in der Twillight Zone, wahrscheinlich drängten sich dutzende durstiger Menschen in einer Dimension, die nur der Barkeeper sehen konnte.
Das Umsehen war schnell beendet, da es immer mehr Besucher wurden, von denen gefühlt jeder dritte einen Rucksack mitschleppte.
Riesenteile, bei denen ich mich frage was drin ist. Mein Biwakrucksack für eine Woche war kleiner als etliche der hier vertretenen.
Einziger Zweck dieser Rucksäcke scheint zu sein, sie anderen Besuchern in den Weg zu schwingen.
Ich fühle mich an Wochenendfahrer mit Leihwagen und Anhänger erinnert, die mal eben verdrängt haben, dass sie einen Anhänger spazieren fahren.
Also beschlossen wir abzubrechen. Leichter gesagt als getan.
Der Haupteingang/-ausgang ist dicht, versichert uns ein Security. Wir sollen dort lang. „Neuer Ausgang“. Nach ein paar hundert Meter ist dann Schluss, wir stehen zusammen mit Dutzenden anderen vor verschlossenen Türen.
Letztlich sind wir durch zwei andere Hallen wieder in den Ausgangsbereich unserer Halle gelangt. Rauskommen natürlich schwierig, da es nur zwei Durchgänge für Besucher gibt die nach wie vor hereinströmen.
Also einfach durchdrängen, sonst können wir hier übernachten.
Der Shuttlebus kommt natürlich nicht alle 10 Minuten, aber immerhin, irgendwann kommt er.
Der Bus ist voller Leute, die mies drauf sind, man hört aus den Gesprächen heraus, dass sie ähnlich erfreuliches erlebt haben wie wir.
Ich tippe, dass 80% nächstes Jahr nicht wiederkommen.
Der Bus hält nicht an unserem Parkhaus sondern wendet dort nur und fährt wieder zurück zu einem Messegebäude.
Wir steigen aus, bevor er sich noch weiter von unserem Ziel entfernt.
Der Kollege flucht, weil er zwei randvolle Taschen schleppen darf.
Die anderen Buspassagiere machen sich ebenfalls fluchend und schimpfend (je nach Temperament) auf den Weg zum Parkhaus.
Dort wo uns der Fahrer abgesetzt hat, wollte von uns offensichtlich keiner hin.
Nichts wie raus.
Der kurz angesetzte Besuch bei einem Bekannten und seine Toilette verhindern eine Ordnungswidrigkeit meinerseits.
Hey, kann ja keiner damit rechnen, dass ein paar tausend Whiskeymessenbesucher ein paar Bier trinken oder sich zwischen Whiskey die Geschmacksnerven mit Wasser spülen und das auch noch runterschlucken (die Spucknäpfe habe ich wohl übersehen) und dann Toiletten brauchen.
Wir haben uns später noch mit ein paar Kollegen zusammentelefoniert, die heute auf die Messe wollten und wir haben uns geeinigt, dass wir unsere eigene kleine Messe bei einem der Kollegen mit großen Garten machen, da haben wir alle mehr davon.
Wenn jeder eine gute Flasche mitbringt, haben wir auch eine schöne Auswahl.
Die Whiskey-Messe streiche ich auf jeden Fall aus meinem Kalender.
Gruß
Michael (der immer noch etwas angefressen ist)