Das Lampenmärchen

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Lichtinsdunkel

Flashaholic**
2 Juni 2010
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Folge 16

Zum Abschluss der Session spielte die Studioband Leicht-Metal. Und dieser Metal war derart leicht und fluffig, dass Lichtinsdunkel mit dem Schlagzeug durchs Studio schwebte, der Gitarrist unter der Decke Kreise flog und selbst der dicke Wim van de Grachtentracht quer in der Luft hing.
Und bei dieser Session entstanden so wunderbare Hits wie „Flashlight stomp“, „My best friend is a flashlight“, „True lumens“, „My flashlight wants to kill your Mama“ und die unvergessene Ballade „I really cried when my flashlight died”, die in traurigen Moll-Akkorden fließend in „I’m so sad ’cause my flashlight is dead “ überging. Selbst Lupinchen kamen bei diesen ergreifenden Leicht-Metal-Hymnen die Tränen.

Nach einem ausgiebigen gemeinsamen Essen im China-Restaurant „Cats and Dogs“ trennte man sich schließlich, und Lichtinsdunkel und Lupinchen fuhren zurück gen Heimat.

„Nehmen Sie im Kreisverkehr die zweite Ausfahrt.“
Aha, das Navi funktionierte wieder. Lichtinsdunkel nahm die zweite Ausfahrt.
„Mist, ich habe mich vertan“, sagte die Frau im Navi, „es wäre die erste gewesen“.
Lichtinsdunkel wendete und nahm diesmal die erste Ausfahrt. Genau genommen nahm er von da, wo er kam die dritte, denn der Kreisverkehr hatte insgesamt vier Ausfahrten, einschließlich der Einfahrt, in die Lichtinsdunkel aus Amsterdam kommend eingefahren war, die aber, wenn man aus einer der anderen drei Ausfahrten einfuhr, auch eine Ausfahrt war.
„Sorry, es wäre die dritte Ausfahrt gewesen“, sagte die Frau im Navi.
Lichtinsdunkel wendete erneut und nahm von da, wo er in den Kreisverkehr einfuhr, die erste Ausfahrt, da diese vom Standpunkt des Navis aus beim Einfahren aus Amsterdam kommend die dritte war.
„Ähhm, die zweite Ausfahrt wäre doch die richtige gewesen“, sagte die Frau im Navi schuldbewusst.
Lichtinsdunkel wendete.
Lupinchen kicherte.
Lichtinsdunkel fuhr wieder in den Kreisverkehr ein.
„Folgen sie dem Kreisverkehr für 23 Kilometer.“
Lichtinsdunkel schlug gegen das Navi.
„Ehmen ie ie rste usfahrt.“
Lichtinsdunkel nahm die erste Ausfahrt.
„Olgen ie em traßenverlauf ür ieben ilometer.“
Lichtinsdunkel folgte dem Straßewnverlauf für sieben Kilometer.
„iegen ie echts b.“
Lichtinsdunkel bog rechts ab und schlug erneut gegen das Navi.
„Olge i e traßenverlau ü ebe ilomete. Ahre i an echt n iege i weit traß ink .”
Lichtinsdunkel riss das Navi aus der Halterung und warf es aus dem Fenster.

Fortsetzung folgt...
 

Lichtinsdunkel

Flashaholic**
2 Juni 2010
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Das Navi, das, nachdem es aus dem Fenster geflogen ist, von einem 38-Tonner überrollt wurde, liegt auf der Mittelinsel eines Kreisverkehrs 25 Kilometer vor Amsterdam.
Es ist jetzt ein Flatscreen-Navi - einen halben Zentimeter hoch und fünfzig Zentimeter breit.
 
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Lichtinsdunkel

Flashaholic**
2 Juni 2010
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Folge 17

So schwierig konnte es doch nicht sein, ohne Navi nach Hause zu finden!
Lichtinsdunkel wunderte sich. Es war schon einige Male Tag und einige wieder Nacht geworden, und der Fußraum auf der Beifahrerseite lag bis zum Sitz mit Tankquittungen voll.

Der Botschafter des Lichts war stundenlang an einer riesigen Mauer entlanggefahren, und was er dann innerhalb dieser Mauer sah, wunderte ihn. Irgendwie sahen die Menschen hier anders aus. Sie waren auch anders gekleidet, und selbst der Baustil war weder holländisch, noch deutsch. Eigentlich nicht mal europäisch. Am Andersten waren allerdings die Schriftzeichen. Verspielte Striche mit kleinen Dächern obendrauf.

Nur wenige Schilder enthielten neben den Verspielten-Striche-mit-kleinen-Dächern-obendrauf-Schriftzeichen auch Schriftzeichen, die Lichtinsdunkel entziffern konnte. Auf einem dieser Schilder stand unter den fremden Schriftzeichen „Shenzhen“.
Lichtinsdunkel passierte das Schild und war in Shenzhen.
Was er sah, erfüllte den Lampenflüsterer mit Freude. Taschenlampen-Geschäfte, so weit das Auge reichte.
Lichtinsdunkel parkte sein Auto und ging ins erstbeste Geschäft.

Ein schlitzäugiges Männlein sagte etwas in einer Sprache zu ihm, die er nicht verstand. Lichtinsdunkel holte Lupinchen aus der Tasche, deutete darauf und sagte „Taschenlampe.“
„Aaaah, Tolches“, sagte das Männlein. „Lomisen, Lofis odel Solalfolce?“
Lichtinsdunkel wollte keine dieser Marken.
Doch im nächsten und übernächsten Geschäft erging es ihm auch nicht besser. Auf eine Blontelight, Deleelight, Clelant oder Klalus war er ebenfalls nicht aus.
„Wenn Sie keine Tolch elwelben wollen, walum sind Sie dann hiel?“ fragte der Verkäufer.
„Eigentlich wollte ich nur nach Hause, nach Deutschland“, sagte Lichtinsdunkel.
„Deutschland?“ Der Verkäufer überlegte. „Kann es sein, dass ich Ihle Flesse schon mal im Taschenlampen-Folum gesehen habe?“
„Kann sein, mein Name ist Lichtinsdunkel“, sagte Lichtinsdunkel.
„Lichtinsdunkel?“, fragte der Verkäufer und wurde sichtlich blasser.
Lichtinsdunkel war ein echter Fuchs. Er hatte seinen Namen so gewählt, dass dieser auch in den entlegensten Winkeln dieser Erde richtig ausgesprochen werden konnte.
Der Verkäufer keuchte. „Lichtinsdunkel? Del Botschaftel des Lichts? Der Lampenflüstelel? Del Gott del Tolches in meinem Geschäft?“
Der Verkäufer bekam vor Aufregung einem Herzinfarkt und fiel um.
Eine Frau schrie.
Dreißig Gewehrläufe waren auf Lichtinsdunkel gerichtet.

Fortsetzung folgt...
 

Lichtinsdunkel

Flashaholic**
2 Juni 2010
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Schnell aufwachen, Walter - dann sind´s bestimmt nur 30 Taschenlampenläufe... :D
Nein, es sind definitiv Gewehrläufe, denn es steigert die Spannung, und alle unter 16 dürfen nicht mehr weiterlesen, was die Besucherzahl der Unter-16-Jährigen sprunghaft in die Höhe schnellen lassen wird.

Ich ahne wie es weiter geht.
Nun werden Lam Phen und sein Freund Thas Chen Lichtinsdunkel zu Hilfe eilen... :rolleyes:

Im Angesicht des Todes eilt Lichtinsdunkel zunächst erstmal Sa-Hin, Aube-Me-Yang und den anderen BVB-Profis zu Hilfe, damit sie Arsenal auch zu Hause zeigen, wo der Löffel hängt.

Aber als Lokalpatriot hoffe ich natürlich auch, dass Schalke die zugekauften Luschen von Chelsea nach der Hinspiel-Pleite ordentlich auf dem Platz vermöbelt!
 

Lichtinsdunkel

Flashaholic**
2 Juni 2010
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Tja, Walter, das war wohl nix - hattest Du die Akkus nicht geladen ... ?
Pasch blosch auf! Isch weisch, wo du wonst, und isch komm disch gleisch dahin, du Opfer!

Fußball kann echt grausam sein. Haushoch überlegen - quasi wie 3x 18650 gegen 1x AAA - und trotzdem verloren.

Zum kleinen Nachbarn aus Gelsenkirchen möchte ich nichts sagen, das war nicht mal Knopfzelle...
 

Lichtinsdunkel

Flashaholic**
2 Juni 2010
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Folge 18

„Was ist denn das für ein Humbug?“, polterte der Lektor am Telefon. „Dreißig Gewehrläufe, ein Mann, der vor lauter Ehrfurcht einen Herzinfarkt bekommt, wenn er diesen Lichtinsdunkel sieht, und überhaupt kann er nicht einfach mit dem Auto von Amsterdam nach China fahren!“
„Warum nicht?“, fragte der Autor.
„Weil es alleine Luftlinie mehr als 7000 Kilometer sind“, sagte der Lektor belehrend.
„Aber Lichtinsdunkel hat ein schnelles Auto“, beharrte der Autor.
„Jetzt pass’ mal auf“, sagte der Lektor, „der Verlag zahlt dir kein Geld dafür, dass du so einen Unfug schreibst. Was sollen die Leser im Taschenlampen-Forum denken? Rafunzel hat sich schon darüber lustig gemacht, dass die Gewehrläufe doch eher ‚Taschenlampenläufe’ sein könnten. Lichtsnutz hat gar vermutet, dass dein Superheld Hilfe benötigt – peinlich, oder? Und das Klischee mit den Chinesen, die kein „R“ sprechen können, ist älter als China selbst. Du enttäuschst deine Leser!“
„Aber...“
„Und dieser Lichtinsdunkel ist ein Vollpfosten, ein Nichts, ein Looser. Jemand, der mit seiner Lampe spricht - wo gibt’s denn sowas? Das ist kein Märchenheld, das ist eine personifizierte Schande für die Trivialliteratur!“
„Aber die Leser lieben ihn, er...“
„Keiner liebt ihn!“, brüllte der Lektor und verfiel in Schnappatmung. „Niemand liebt jemanden, der sich ‚Lupinchen’ auf eine dämliche Taschenlampe gravieren lässt! Er sollte sich lieber ‚Trottelchen’ auf die Stirn tätowieren lassen.
UND ZWAR SO TIEF, DASS ES WEHTUT!“

Der Autor hatte zwar keinen Respekt vor Versalien, selbst dann nicht, wenn sie riesengroß waren. Dennoch fragte er aus Höflichkeit: „Was soll ich denn deiner Meinung nach ändern?“
„Es geht nicht um meine Meinung! Es geht um Kohle!“, brüllte der Lektor. „Sex sells, wie du vielleicht weißt, und dem Verlag geht es finanziell nicht wirklich gut. Die Geschichte braucht eine junge, knackige Braut, also lass’ dir gefälligst was einfallen!“
Der Lektor knallte den Hörer auf die Gabel.

Fortsetzung folgt...
 

Lampi-on

Flashaholic**
6 Februar 2012
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Schwäbische Alb
Armer Lichtinsdunkel.;)

Jetzt bringt der Autor bestimmt die atemberaubende, unwiderstehliche Sandy ins Spiel.:thumbsup:

Das könnte die Geschichte und damit den Verlag noch retten.

Ich fand den guten Lichtinsdunkel gar nicht schlecht, aber wenn es denn sein muss:

Lichtinsdunkel raus, Sandy rein.:p:D

Gruß Hacki:)
 
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Lichtinsdunkel

Flashaholic**
2 Juni 2010
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Ich lieb dich Walter :thumbup:

Gruß Xandre

Ich dich auch!



19862

Sandy scheidet aus. Sie hat die Masern.
 

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light-wolff

Flashaholic***²
14 September 2011
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im Süden
Bett? Hübsche Schlafzimmertapete "Blumenwiese" :D.
Ab und zu sollte sie schon mal aufstehen und kochen, putzen, einkaufen. Was richtige Frauen halt so tun, wenn der Mann bei der Arbeit ist. Was Lupinchen nicht kann.
 

amaretto

Moderator
Teammitglied
12 August 2010
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NRW
Ihr seid wohl von gestern? Heutzutage nennt sich das Gleichstellungsbeauftragte(r) ;)
 

Lichtinsdunkel

Flashaholic**
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Ab und zu sollte sie schon mal aufstehen und kochen, putzen, einkaufen. Was richtige Frauen halt so tun, wenn der Mann bei der Arbeit ist. Was Lupinchen nicht kann.

Da hast du den Salat!
Lupinchen hat gesagt, du seist ein böser Wolf, denn es kann sehr wohl einkaufen, und es kann sich auch putzen. Und wenn man die temperaturgesteuerte Regelung lahmlegt, kann es sogar kochen.
 

light-wolff

Flashaholic***²
14 September 2011
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im Süden

Lichtinsdunkel

Flashaholic**
2 Juni 2010
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Ist Luinchen eigentlich schon unsere Namensverwandtheit aufgefallen? Lupus = lat. Wolf.
Lupine wäre dann die Wölfige, also qua Name schon mein.

Du Unseliger!
Jetzt hast du Lupinchen auch noch in eine Identitätskrise gestürzt!
19867
 

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Lichtinsdunkel

Flashaholic**
2 Juni 2010
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Folge 19

Ringring.
Ringring.
Ringring.
„Lichtinsdunkel“, meldete sich Lichtinsdunkel.
„Hier ist Walter“, sagte der Autor.
„Wie schaut’s?“
„Nicht so gut. Wir müssen die Story ein wenig verändern. Wie flexibel bist du?“
„Sehr flexibel.“
„Wunderbar“, sagte der Autor. „Dann pass’ auf. Der Verlag will mehr Sex in der Geschichte. Ab dieser Folge heißt du Sissi, bist eine unberührte Jungfrau, und ziehst dir eine Strumpfhose und einen kurzen Rock an.“

Lupinchen, das mitgehört hatte, musste dermaßen heftig lachen, dass ihm fast die Akkus ausliefen.
„Und dein Lupinchen“, sagte der Autor, „wandert in den Müll und wird durch eine Wachskerze ersetzt.“
Lupinchen, das mitgehört hatte, musste dermaßen heftig weinen, dass ihm fast die Akkus ausliefen. Die Tränen knabberten heftig an der Schutzschaltung.

Lichtinsdunkel war pikiert. „Wenn ich vielleicht auch mal etwas sagen...“
„Nein! Du bist ab sofort eine junge, knackige Braut, die...“
„Ich will aber keine knackige, junge Braut sein. Ich bin ein echter Kerl, der noch voll im Saft steht und...“
„Pass’ auf.“ Der Autor redete beruhigend auf Lichtinsdunkel ein. „Es ist ganz einfach. Du bist eine Jungfrau, die im Körper eines Flashaholics gefangen war. Das ist dir nun endlich klar geworden, und du kannst...“
„Ich war aber in keinem Körper gefangen, außer in meinem eigenen. Der ist zwar alles andere als perfekt, aber ich komme zumindest halbwegs damit klar“, sagte Lichtinsdunkel.
Die weiche Tour half nichts. Der Autor schrie, so laut er konnte, ins Telefon: „Du bist Sissi, eine unberührte Jungfrau in Strumpfhose und kurzem Rock. Und wenn du nicht augenblicklich gehorchst, spielst du ab morgen bei ‚Bauer sucht Frau’ mit!“
Der Autor knallte den Hörer auf die Gabel.

Fortsetzung folgt...
 
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Lichtinsdunkel

Flashaholic**
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Falls Du doch umdisponieren möchtest, hier werden Sie geholfen:

Bauer sucht Frau 2013: Inka Bause bringt die Liebe aufs Land - RTL.de

Lena und Janine gefallen mir schon recht gut, wenn ich mal so frei sein darf.

Aber nicht vergessen: Das ist nur eine Seifenoper. Das wahre Leben spielt hier!

P.S.: Falls jemand von den Lampenbegeisterten auch fußballbegeistert sein sollte und hier mitliest: Auf Eurosport läuft gerade das U-17-WM-Endspiel Nigeria -Mexiko. Echt packend, mit vielen Torszenen. Die zweite Halbzeit beginnt kurz nach 18 Uhr.
 
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light-wolff

Flashaholic***²
14 September 2011
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im Süden
OMG, ist das übel. Läuft das genau so im Fernsehen? Ich habe mich gerade beim Durchscrollen fremdgeschämt.

Könnte nicht Lichtinsdunkel Lupinchen, die füchsige Wölfin, küssen, die sich dann mit einen riesigen Lichtblitz in Sissi, die unberührte Jungfrau, mit Strumpfhose und kurzem Rock verwandelt, mit fuchsrotem Haar und Sommersprossen? Meinetwegen kann sie auch wie Jungbäuerin Lena aussehen. :D
 

Lichtinsdunkel

Flashaholic**
2 Juni 2010
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Folge 20

Mann, was zwickte das!
Und gut aussehen tat es auch nicht.
Lichtinsdunkel betrachtete sich im Spiegel. In Strumpfhose und kurzem Rock sah er richtig sch... Verzeihung... saberlot aus.
Lichtinsdunkel fand sein Äußeres ziemlich albern.
Er war nicht im Körper eines Flashaholics gefangen. Er war in einer Strumpfhose und einem kurzen Rock gefangen, mit Bartstoppeln und einem Bauch, der mindestens für Drillinge gereicht hätte.
Vielleicht half es, wenn man es etwas fraulicher anging.

Sissi fand ihr Äußeres ziemlich albern.
Sie war nicht im Körper eines Flashaholics gefangen. Sie war in einer Strumpfhose und einem kurzen Rock gefangen, mit Bartstoppeln und einem Bauch, der mindestens für Drillinge gereicht hätte.
Nein, es half nichts.
Emanzipation fehlgeschlagen.

‚Rasieren, Brigitte-Diät, Frauenarzt anrufen’, schoss es Lichtinsdunkel-Sissi durch den Kopf. Aber in welcher Reihenfolge?
Lichtinsdunkel-Sissi schaute ins Telefonbuch und wählte die Nummer eines Frauenarztes.
Tuuut.
Tuuut.
Tuuut.
„Praxis Doktor Fummel und Grabsch“, flötete die Stimme einer jungen Frau.
„Kann ich den Arzt sprechen?“, fragte Lichtinsdunkel-Sissi.
„Doktor Fummel oder Doktor Grabsch?“, fragte die Flötstimme.
„Egal“, antwortete Lichtinsdunkel-Sissi.
„Einen Moment“, sagte die Flötstimme.

„Lass’ mich deine Blumen gießen,
lass’ mich nicht allein.
Denn wo neue Triebe sprießen,
muss auch Liebe sein.“
Offenbar hatte man in der Praxis Fummel und Grabsch noch nicht davon erfahren, dass der Song auf dem Index stand, und ihn einfach als Warteschleifenmusik belassen.

„Blumen brauchen sehr viel Liebe,
ja, dann freu’n sie sich.
Sie und ich wir...“
„Doktor Fummel, wo zwickt’s denn?“, meldete sich Doktor Fummel.
„Überall“, sagte Lichtinsdunkel-Sissi.
„Dann ist es höchste Zeit“, sagte Doktor Fummel. „Kommen Sie sofort vorbei!“

Fortsetzung folgt...
 

Lichtinsdunkel

Flashaholic**
2 Juni 2010
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Folge 21

Lichtinsdunkel-Sissi kämpfte sich durch den dichten Verkehr.
Autofahren mit Stöckelschuhen war nicht einfach. Häufig verfehlte der Noch-Botschafter des Lichts das Bremspedal und konnte nur durch beherzte Ausweichmanöver Unfälle vermeiden.
Schweißgebadet parkte er schließlich sein Auto vor der Frauenarzt-Praxis.
Im Treppenhaus bemerkte er die mitleidigen oder verachtenden Blicke der Passanten. Im Wartezimmer erging es ihm ähnlich.

Nachdem er an der Reihe war, beäugte ihn Doktor Fummel kritisch. „Sind Sie wirklich sicher, dass Sie zu diesem Schritt bereit sind?“, fragte er. „Sie scheinen mir eher ein rustikales Mannsweib zu sein.“
„Welchen Schritt?“, fragte Lichtinsdunkel-Sissi.
„Na, Sie wissen schon. Den Schritt mit dem Schnitt. Schnipp-schnapp und ein paar Hormone.“
Schlagartig wurde sich Lichtinsdunkel-Sissi der Tragweite dieser Worte bewusst. Das ging entschieden zu weit! Der kleine Lichtinsdunkel hatte ihm stets gute Dienste geleistet. Und überhaupt – ein Lampenflüsterer ohne Pill – das ging überhaupt nicht!
„Ich dachte eigentlich eher an ein Attest“, sagte Lichtinsdunkel-Sissi.
„Ein Attest?“
„Ja, dass ich nicht einfach eine Frau sein kann.“
„Aber Sie haben sehr schöne Beine“, sagte Doktor Fummel mit verträumtem Blick. „Sind die eigentlich rasiert?“
„Hören Sie, Fummeldoktor, wir reden hier aneinander vorbei. Ich bin ein Märchenheld, der vom Autoren dazu verdonnert wurde, eine Frau zu sein.“
„So einen Quatsch habe ich ja noch nie gehört“, sagte Doktor Fummel. „Ich kann Sie ja verstehen, diese Entscheidung ist nicht leicht, aber deswegen müssen Sie mir keinen Bären aufbinden. Wenn Sie noch nicht zu diesem Schritt bereit sind, gehen Sie nochmal in sich und kommen dann wieder, wenn Sie ganz sicher sind, dass Sie eine Frau sein möchten.“
„Aber ich bin mir sicher. Ich möchte keine Frau sein. Niemals.“
„Dann“, sagte Doktor Fummel, „ziehen Sie die albernen Klamotten aus. Sie machen sich lächerlich!“

Fortsetzung folgt...
 

Lichtinsdunkel

Flashaholic**
2 Juni 2010
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Folge 22

Ringring.
Ringring.
Ringring.
Ringring.
„Ja?”
„Hör zu, Walter”, sagte Lichtinsdunkel, „das mit der Jungfrau kannst du vergessen. Ich tauge nicht dazu, also denk’ dir irgendwas anderes aus.“
„Ist das dein letztes Wort?“, fragte der Autor.
„Mein allerletztes“, sagte Lichtinsdunkel.
„Okay“, sagte der Autor, „du hast es nicht anders gewollt!“

Zisch, dengel, ratter, zisch, dengel, ratter, zisch, dengel, ratter, zisch, dengel, ratter, zisch, dengel, ratter, zisch, dengel, ratter, zisch, dengel, ratter, zisch, dengel, ratter, zisch, dengel, ratter, ratter, ratter, ratter, ratter, ratter, ratter, ratter, ratter, ratter, ratter, ratter, ratter, ratter, ratter, ratter...
WUUUUUUUUUUUUUUUSCH!!!

Meine Güte, was stank das hier!
Lichtinsdunkel schaute sich um. Wo war er hier bloß? War das etwa...?
Eine überaus korpulente Frau mit langen blonden Zöpfen stakste auf Lichtinsdunkel zu. Ehe er sich’s versah, hatte sie ihn in ihren fleischigen Klauen und küsste ihn leidenschaftlich.
„Boah, nee!“, rief Lichtinsdunkel und riss sich los. „Wo bin ich hier, und was soll das?“
„Du bist in a Kuastall, und i lieb di“, sagte die überaus korpulente Frau.
„Aber wer bist du überhaupt?“
„Bist narrisch? I bin die Zenzi, Bua, und mia wolln heiroaten!“
Der Autor hatte tatsächlich ernst gemacht. Lichtinsdunkel war bei „Bauer sucht Frau“.

Fortsetzung folgt...
 

Lichtinsdunkel

Flashaholic**
2 Juni 2010
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Folge 23

‚Du bist jung, hübsch, sexy und suchst den Erfolg? Werde ein Star im Taschenlampen-Forum im erfolgreichen Lampenmärchen.’
Auf die Anzeige im Tageblatt meldeten sich zahlreiche junge Frauen.
Der Autor rieb sich die Hände. Lichtinsdunkel war abserviert. Endlich kam Leben in die Bude!

Zum Casting kamen unendlich schöne Frauen mit Beinen, die bis zum Mond reichten. Sie wurden direkt ausgemustert, denn niemand will eine Frau, die mehr als 380.000 Kilometer lange Beine hat. Egal. Übrig blieben immer noch rund zwei Dutzend attraktive Frauen, die zu allem bereit waren - selbst dazu, eine Armytek Predator zu programmieren - die erste Aufgabe, die sie beim Casting erwartete.
Fast alle Teilnehmerinnen scheiterten kläglich. Eine schaffte es zumindest, gelegentlich die Leuchtstufen zu wechseln, indem sie die Lampe fallen ließ und über den Boden rollte.
Diese Aufgabe war eindeutig zu schwierig.

Es galt nun, bei einer Lummi Wee den Akku zu wechseln. Auch daran scheiterten alle Bewerberinnen. Teils, weil ihre Fingernägel zu lang waren, teils, weil sie den Akku für eine Süßigkeit hielten und direkt herunterschluckten.

Das Prozedere musste weiter vereinfacht werden. Ziel war nun, schnellstmöglich eine 3-D-Maglite einzuschalten. Siegerin wurde nach drei Stunden eine 24-jährige Kunststudentin namens Uschi, da sie als einzige den Schalter fand.
Das Lampenmärchen hatte einen neuen Star!

Fortsetzung folgt...
 

Lichtinsdunkel

Flashaholic**
2 Juni 2010
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taschenlampen-tests.de
Folge 24

Uschi arbeitete sich schnell in die Taschenlampen-Materie ein.
Sie lernte, dass „Beam“ nicht der neue Duft von Chanel war, mit „Body“ nicht zwangsläufig ihrer gemeint war und mit „Orange Peel“ nicht die Haut an ihrem Po und ihren Beinen, und dass „Corona“ nichts mit einem entzündeten Pickel zu tun hatte.
Sie lernte den Unterschied zwischen einer Ulbrichtkugel und einer Mozartkugel, den Unterschied zwischen einem Drop-in und einem Drive-in und bei dieser Gelegenheit, dass Donuts nicht nur dick machen, sondern auch bei Flashaholics nicht beliebt sind.
Vor den Begriffen „Tailstand“ und „protected“ schreckte Uschi zunächst zurück, doch als sie erfuhr, dass es hierbei in keinster Weise um Sex ging, war sie beruhigt.
„Heatsink“ war kein Getränk für heiße Sommertage, und „Direct-Drive“ hatte nichts mit einer Servolenkung zu tun. Aha!

Begeistert machte sich Uschi an den praktischen Teil.
Zunächst fielen ihr etliche Waldtiere zum Opfer, weil sie bei den Beamshots keine Kamera, sondern ein Kleinkalibergewehr benutzte.
Einen kompletten Tag lief sie durch die Straßen, fragte Passanten und gab schließlich auf, weil sie das Restaurant „China-Lumen“ nicht fand.

Andere Defizite kompensierte Uschi durch ihre unglaubliche Schönheit. Alleine, wenn sie die Augen aufschlug, fielen die männlichen Mitglieder im Taschenlampen-Forum reihenweise in Ohnmacht. Das hatte Lichtinsdunkel mit seinem lächerlichen Laserblick nie geschafft.
Niemand vermisste den doofen Botschafter des Lichts.

Fortsetzung folgt...
 
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