Das Lampenmärchen

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Lichtinsdunkel

Flashaholic**
2 Juni 2010
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Witten
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Liebe Lampenbekloppte und weniger Lampenbekloppte,

da es im Unterforum "Die Kantine" mittlerweile zahlreiche abgedrehte Threads gibt, möchte ich noch einen draufsetzen und euch an dieser Stelle mit einem Fortsetzungs-Märchen beglücken (böse Zungen werden schon bald behaupten: "nerven"). Wer nicht mag, muss natürlich auch nicht mitlesen. Ich werde versuchen, täglich eine Fortsetzung zu schreiben, in der Hoffnung, dass euch der Quatsch, den ich verzapfe, zumindest halbwegs gefällt.



Das Lampenmärchen, Folge 1
Es war einmal ein bereits leicht in die Jahre gekommener Mann, der allerdings immer noch verflucht gut aussah. Zumindest dachte er das von sich. Und niemand sagte ihm, dass es nicht so sei. Lassen wir ihn also in dem Glauben.
Dieser Mann hatte in seinem Leben etwa ein Dutzend Frauen gehabt – okay, das schaffen andere in einem Monat, aber er war halt kein Wummeneiser.

Er war Flashaholic und hatte sein Leben ganz dem Licht gewidmet. Nicht irgendeinem Licht - vielmehr dem Licht von Taschenlampen, die heller strahlten als der hellste Stern am Nachthimmel.

Flashaholic zu sein, ist eine Bestimmung, eine Religion, die keiner Kirche bedarf, ein wunderbarer Zustand des Seins, der im Universum seinesgleichen sucht.
Zweifellos gibt es im Universum zahlreiche andere intelligente Lebensformen. Aber nur der Mensch kann so vermessen sein, zu behaupten, er sei die einzige intelligente Lebensform, die existiere.
Das tat der Mann – nennen wir ihn „Lichtinsdunkel“ - (Ähnlichkeiten zu lebenden oder toten Personen sind allenfalls zufällig und haben nichts mit der Realität zu tun, und die Handlung dieses Märchens ist frei erfunden) nicht. Aber er behauptete, dass einzig und allein die Spezies Mensch Flashaholics hervorbringen konnte, da nur die Spezies Mensch die wunderbare Macht des Taschenlampen-Lichts erkennen konnte.
Und damit hatte er recht (denn das Gegenteil kann niemand von euch beweisen).

Aus einer der Beziehungen von Lichtinsdunkel war Marvin hervorgegangen. Marvin war das schwarze Schaf der Familie. Er interessierte sich nicht im geringsten für Taschenlampen und besaß lediglich eine Led Lenser T7, mit der er sich zufrieden gab – sehr zum Unmut seines edlen und weisen Vaters, der vergeblich versuchte, ihm den Weg zur Erleuchtung zu weisen.

Daher vergessen wir Marvin erstmal und erwähnen nur eine Geschichte, die sich zutrug, als Marvin und sein Vater in den Neunziger Jahren des vergangenen Jahrtausends eine Apotheke aufsuchten. Vor ihnen stand eine Mutter mit Kind, das damals mit drei Jahren etwa im Alter von Marvin war.
Es war Sitte, dass der Apotheker Kindern immer irgendwelche Bonbons vor die Nase hielt. So auch bei dem Kind mit Mutter. Alsbald streckte das Kind seine Händchen nach den Bonbons aus. Die Mutter hielt die Hände des Kindes fest und fragte „Wie heißt das Zauberwort?“. Worauf das Kind antwortete: „Bitte“, und die Bonbons vom Apotheker entgegen nahm.
Lichtinsdunkel war ein schlauer Fuchs, und als Marvin seine Grabschehändchen nach den Bonbons ausstreckte, fragte Lichtinsdunkel ebenfalls: „Wie heißt das Zauberwort?“, worauf Marvin schrie: „Sofort!“ und dem Apotheker die Bonbons aus den Händen riss.

Wenn auch nicht alles in diesem Märchen der Wahrheit entspricht, so hat sich dieses Ereignis tatsächlich zugetragen und steht sinnbildlich für die Machtlosigkeit eines liebenden Vaters gegenüber seinem lichtscheuen Sprössling und ist einer der Gründe, warum ein lebenslustiger Mensch an seinem Schicksal verzweifelt und sich irgendwann nur noch seinen Freunden in Taschenlampen-Gestalt widmet, denn sie enttäuschen ihn niemals und strahlen immer.

Fortsetzung folgt...
 

the_holodoc

Flashaholic***
7 August 2011
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Lichtinsdunkel war ein schlauer Fuchs, und als Marvin seine Grabschehändchen nach den Bonbons ausstreckte, fragte Lichtinsdunkel ebenfalls: „Wie heißt das Zauberwort?“, worauf Marvin schrie: „Sofort!“ und dem Apotheker die Bonbons aus den Händen riss.

Das korrekte Zauberwort wäre natürlich Taschenlampe gewesen... ;)

MfG Federick
 

Lichtinsdunkel

Flashaholic**
2 Juni 2010
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Folge 2
Lichtinsdunkel gähnte, räkelte sich im Bett und schlug die Augen auf. War es tatsächlich schon hell, oder hatte er nur wieder einmal vergessen, seine Betty auszuschalten? Er sah auf den Radiowecker, der vor zwei Stunden vergeblich versucht hatte, ihn aus seinen Lampenträumen zu reißen. Lichtinsdunkel stand auf, ging ins Bad und tat dort, was ein Mann tun muss. Dann setzte er sich an den Küchentisch.

Welche Aufgabe galt es heute für den Superhelden zu bewältigen? Lichtinsdunkel grübelte. Es fiel ihm nicht ein. Auch nach dem ersten Kaffee hatte der Botschafter des Lichts keine Ahnung. Das passierte ihm in letzter Zeit öfter.
Mit seinen Laseraugen zerschoss er ein paar unmotiviert durch die Küche fliegende Luftballons, doch auch diese kurzweilige Ablenkung half nicht bei der Lösung des Problems. ‚Ganz schön doof, wenn man noch nicht mal das Problem gelöst bekommt, welches Problem man eigentlich lösen soll’, dachte Lichtinsdunkel.

Dann fiel es ihm doch noch ein. Er sollte für einen Industriellen die hellste Taschenlampe besorgen, die es im Universum gab. Angeblich befand sie sich auf Breitleit 12, einem Planten in einem weit entfernten Sonnensystem.
Lichtinsdunkel trank noch einen Kaffee, ging dann in seinen Hangar und zwängte sich in seinen schwarz-orangenen F1, den Kampfjet unter den Taschenlampen. Die Triebwerke waren nicht geregelt, daher musste der erste Start glücken.

Lichtinsdunkel entriegelte den Anti-Ceiling-Bouncer, der verhindern sollte, dass der Jet immer zwischen Decke und Boden hin- und hertickte. Dann drückte er den Power-Knopf.
Wenige Sekunden später durchbrach sein F1 die Wolkendecke, knibbelte ein wenig an der Ozonschicht und schoss ins All.

Fortsetzung folgt...
 

Lichtinsdunkel

Flashaholic**
2 Juni 2010
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Folge 3
Lichtinsdunkel näherte sich Breitleit 12. Schon von weitem konnte er ein helles Licht sehen, das schnell größer und immer heller wurde. Je näher der Mann mit dem Laserblick dem Planeten kam, umso heller wurde das Licht. Lichtinsdunkel musste den Rotfilter um den F1 aktivieren, um vom Licht der hellsten Taschenlampe des Universums nicht zu erblinden.
Doch selbst durch den Rotfilter und die gleich darauf aktivierten Gelb-, Grün-, Blau-, Schweinchenrosa- und UV-Filter war dieses Licht immer noch unglaublich hell. ‚Meine Fresse, was für eine Lampe’, dachte Lichtinsdunkel und landete den Jet auf der Planetenoberfläche.

Die Lampe war kleiner, als der Botschafter des Lichts gedacht hatte - nicht viel größer als eine Polarion PH 50. Lichtinsdunkel schaltete die Lampe aus und betrachtete den Chip. Verbaut war erwartungsgemäß eine Cree-XXL-LED. Auf der Star-Platine stand in fein ziselierten Buchstaben: „Dreischwester-Optoelectronics Suhlingen“.

Lichtinsdunkel hörte, wie sich jemand hinter ihm räusperte. Er drehte sich um. Vor ihm stand ein giftgrünes, kleines Männchen mit Greifarmen, an denen allerlei Feinmechanikerwerkzeug baumelte. „Kann ich helfen?“, fragte es.
„Lichtinsdunkel“, stellte sich Lichtinsdunkel vor.
„Der Botschafter des Lichts? Der Dompteuer der Lumen? Meister Lampe? Ich meine: Meister der Lampen?“ Das Männchen schien verwirrt und ehrfürchtig zugleich.
„Ja“, erwiderte Lichtinsdunkel. „Und wer bist du?“
„Wintz, Produktentwickler bei Dreischwester.“
„Hast du das Ding gebaut?“
„Ja, habe ich, rattenscharf, was?“
„Wintz, du solltest unter die Modder gehen. Wie funktioniert das mit der Stromversorgung?“
„Du stehst drauf.“
„Ich stehe auf Stromversorgung?“
„Nein, du stehst auf der Stromversorgung.“
Lichtinsdunkel blickte ziemlich dämlich drein. „Wie... ich stehe auf der Stromversorgung?“, fragte er irritiert.
„Der Planet ist die Stromversorgung.“ Wintz zwinkerte Lichtinsdunkel zu. „Oder besser das, was unter seiner Oberfläche ist.“
„Ich verstehe immer noch nicht“, sagte Lichtinsdunkel.
„Wir stehen auf 800 Trilliarden AAA-Batterien, die zu einem Akkupack zusammengefasst sind“, klärte Wintz auf.
„Aber...“ Lichtinsdunkel war sichtlich verwirrt. „Warum baust du eine Lampe, die man bequem in der Hand tragen kann mit einem Akkupack, der die Masse eines ganzen Planeten hat?“, fragte er.
Wintz zwinkerte Lichtinsdunkel erneut zu. „Weil’s geil ist und niemand in der Lage ist, die Lampe zu klauen.“

Fortsetzung folgt...
 

Lichtinsdunkel

Flashaholic**
2 Juni 2010
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Folge 4
Lichtinsdunkel musste seinen Plan verwerfen. Es gab tatsächlich keine Möglichkeit, die Lampe zu klauen. Stattdessen tauchte es ein neues Problem auf. Lichtinsdunkel hatte die Ersatzakkus für die Triebwerke vergessen und saß nun auf Breitleit 12 fest.

„Kein Thema, das machen wir schon“, sagte Wintz.
„Und wie willst du das anstellen?“ fragte Lichtinsdunkel.
„Nun, zunächst werde ich die Kanzel vom F1 dedomen. Das bringt zwar einen erhöhten Luftwiderstand, aber wenn du mit meiner improvisierten Startvorrichtung mit völlig überhöhter Geschwindigkeit durchs All rast, bringt das auch einen kühlen Kopf, und den wirst du brauchen.“
„Leidet meine Frisur darunter?“, fragte Lichtinsdunkel.
„Keine Sorge, deinen Zotteln passiert schon nichts. Ich werde einen gekapselten Verdrüdelungsimprovisator einbauen, der die Bewegungsenergie beim Start in Strom umwandelt und damit die Triebwerke speist. Dann hast du nach wenigen Minuten wieder einen eigenen Antrieb.“
„Und wie sieht deine improvisierte Startvorrichtung aus?“
„Wir beschleunigen den Jet mit einer Flitsche.“
„Mit einer… Flitsche?“ Lichtinsdunkel traute seinen Ohren nicht.
„Du bist nicht der erste, der die Lampe klauen will“, sagte Wintz. „Deshalb habe ich eine Riesenflitsche gebaut, mit der ich die Leute für gewöhnlich gegen irgendwelche Asteroiden schieße. Bei dir mache ich nur deshalb eine Ausnahme, weil du der Lampenflüsterer bist.“

Wintz drehte sich um und begann, am F1-Jet zu basteln. Hier und da flogen Teile durch die Gegend, dabei murmelte Wintz ständig „Gewichtsreduzierung“ oder „brauchst du sowieso nicht.“
Schließlich war der Pilotenkanzel-dedomte-F1-Mod startbereit.

Wintz friemelte einen kleinen Kasten aus seiner Brusttasche und drückte auf einen Knopf. Von oben schwebte eine gigantische Flitsche herab und bohrte sich in die Planetenoberfläche.
„Einsteigen, bitte“, sagte Wintz.
„Du bist sicher, dass du weißt, was du tust?“ fragte Lichtinsdunkel.
Wintz nickte belustigt.
„Sabalot“, murmelte Lichtinsdunkel und stieg ein.
Wintz drückte auf einen anderen Knopf. Der F1 wurde von der Flitsche ruckartig zurückgezogen.
Abermals drückte Wintz einen Knopf.
Er hatte gelogen. Bereits innerhalb der nächsten Millisekunden war Lichtinsdunkels Frisur (oder das, was er dafür hielt) komplett ruiniert.

Fortsetzung folgt...
 
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LaLeLu

Flashaholic**
24 Januar 2012
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Willich
Walter, Du bist echt bekloppt ! :thumbsup:

Wann gibt's Deine Geschichten in Serie ? Perry Rhodan oder wie der Typ hieß finde ich dagegen nicht so gut! :D

Gruß,

Joachim.
 
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Lichtinsdunkel

Flashaholic**
2 Juni 2010
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Witten
taschenlampen-tests.de
Jungejunge... mit der Phantasie käme ich keine Nacht innen Schlaf!
Ich bin derzeit an einer Frau dran, die Mathe und Physik im Endstadium auf Lehramt studiert. Damit käme ich nicht in den Schlaf (mit der Frau sowieso nicht, aber ich meine hier die Thematik!)

Walter, Du bist echt bekloppt ! :thumbsup:
Wann gibt's Deine Geschichten in Serie ? Perry Rhodan oder wie der Typ hieß finde ich dagegen nicht so gut! :D
Vielleicht dann, wenn sie ein Niveau erreicht haben, mit dem ich vollends zufrieden bin. Bislang ist mir das allerdings noch nie gelungen. Ich habe zwei Bücher geschrieben, von denen das erste in kleiner Auflage erschienen ist. Zum Glück nur in kleiner Auflage, denn ich sehe es heute als „Jugendsünde“ und finde selbst kaum noch etwas daran gut.
Das zweite Buch ist online erhältlich. Ich hatte es hier irgendwann auch mal verlinkt, weiß aber nicht mehr, wo. Tut aber auch nichts zur Sache. Es ist zwar wesentlich besser als das erste Buch, hat aber immer noch etliche Schwachstellen, und ich bin auch damit nicht mehr zufrieden.
Momentan sitze ich in der Zeitungsredaktion und schreibe das Fortsetzungs-Märchen quasi zwischendurch. Vieles davon ist sicherlich nicht schlecht, abgedreht und witzig, aber ich weiß, dass ich es besser kann.
Ist vielleicht vergleichbar mit Wintz... ähm Vinz. Wer von uns ein Drop-in oder eine Lampe von ihm sein Eigen nennt, ist restlos begeistert, während Vinz bestrebt ist, seine Arbeiten weiter zu perfektionieren.
Seine Drop-ins und mein Geschreibsel zu vergleichen, hinkt sicherlich etwas, aber das Grundprinzip ist das gleiche. Wenn ich mit etwas nicht wirklich zufrieden bin, geht es auch nicht „in Serie“.
 
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light-wolff

Flashaholic***²
14 September 2011
16.304
12.438
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im Süden
„Wir stehen auf 800 Trilliarden AAA-Batterien, die zu einem Akkupack zusammengefasst sind“, ...
OK.
Das sind 800 * 10^21 (800e21) AAAs. Alkalines natürlich, schließlich sind sie für eine Dreischwesternlampe, die ist nicht für Akkus freigegeben.
Masse: 11,5g * 800e12 = 9,2e21 kg. Erde: 6e24 kg, Breitleit 12 hat also 1/650 Erdmasse (Mond: 1/81 Erdmasse), ein Zwergplanet mit ungefähr Pluto-Masse.
Volumen: 3e9 km³, die Hälfte von Pluto, ähnlich wie Makemake. Wegen der Leerräume zwischen den Zellen wird er dann doch etwas größer ausfallen.
Energieinhalt: bei langsamer Entladung 1,2Wh pro Zelle, also 9,6e20 kWh oder 3,5e27 J = 3,5e12 PJ = 3,5 Billionen Petajoule. Damit ließe sich der derzeitige Weltenergiebedarf 7 Mio Jahre lang decken. Nicht schlecht, so ein Batteriezwergplanet (Zwergbatterieplanet?).

Stattdessen tauchte es ein neues Problem auf. Lichtinsdunkel hatte die Ersatzakkus für die Triebwerke vergessen und saß nun auf Breitleit 12 fest.
Ein paar Millionen von den Breitleit-12-Batterien wären nicht gegangen?
Evtl. falsche Spannungslage? Die F1 braucht ist für 3,0V Li-Zellen ausgelegt, also 2S Alkaline. Breitleit 12 ist aber bestimmt (3S2,7e23P) verschaltet, also ca. 3,6V, zu viel für die ungeregelten F1-Triebwerke, könnte beim Start einen InstaFlash geben, der nicht nur die Frisur ruiniert, sondern auch das Augenlicht.

Ich bin derzeit an einer Frau dran, die Mathe und Physik im Endstadium auf Lehramt studiert.
Liest die hier mit?
Oder hat sie gar die Zahlen in der Geschichte gegengerechnet? Die schreibende Zunft hat ja mit Zahlen und Einheiten oft arge Probleme, kW und kWh werden verwechselt, konsequenterweise auch Leistung und Energie.
So gesehen eine ideale Verbindung: physikalisch-mathematische Kompetenz paart sich mit schreiberischer Potenz, das multipliziert sich dann zu kommunikationsbegabten MINTlern, so dass ich mir um unsere Zukunft (lies: meine Rente) keine Sorgen mehr zu machen brauche. ;)
 

Xandre

Flashaholic***²
8 März 2011
13.284
5.557
113
BaWü
Die Batterien stammen von der Erde und sonstigen Planeten
aus fernen Galaxien.

Da die Chinesen ihren Müll nicht mehr in Deutschland entsorgen dürfen
hat sich das im ganzen Universum und noch paar Meter mehr riumgesprochen .

Deswegen hat der große Akkurat beschlossen den Batteriemüll auf einen kleinen Stern zu schießen.

So ist Breitleid 12 entstanden...

Gruß Xandre
 

light-wolff

Flashaholic***²
14 September 2011
16.304
12.438
113
im Süden
Da die Chinesen ihren Müll nicht mehr in Deutschland entsorgen dürfen...
Hm, wenn das so ist: gestern bekam ich zusammen mit einer Lampe eine verdächtig leichte AAA-Alkaline, die man mit den Fingern auf ca. halben Durchmesser zusammenquetschen konnte. Dann wäre die Planetenmasse falsch berechnet, und der Energieinhalt auch.
Kein Wunder traute Wintz der Flitsche mehr als dem Batteriemüllzwergplaneten.
 
  • Danke
Reaktionen: Xandre

Lichtinsdunkel

Flashaholic**
2 Juni 2010
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Folge 5
Lichtinsdunkel war schlecht. Er hatte einen robusten Magen und in früheren WGs schon ziemlich alles an Pillen und Kräutern durch, und dachte, dass seinen Magen so schnell nichts aus der Ruhe bringen konnte.
Aber er hatte sich getäuscht.

Was Wintz aus dieser Flitsche rausholte, drehte einem zwangsläufig den Magen auf links. Lichtinsdunkel wusste nicht, mit wievielfacher Lichtgeschwindigkeit er durchs All raste, aber es musste verdammt schnell sein.
Dazu kam, dass einer der Moderatoren des Taschenlampen-Forums als Lektor tätig geworden war und ein Wort, das mit „Sch“ begann, in „Sabalot“ umgewandelt hatte. Nur gut, dass Lichtinsdunkel nicht auch das böse „F“-Wort benutzt hatte, sonst würde die Moderation seinen Jet vermutlich direkt beim Eintritt in die Atmosphäre verglühen lassen.
Der F1 schoss mit einem Affentempo auf größere und kleinere Planeten zu und passierte sie, bis schließlich die Wirkung der Flitsche nachließ und die gespeicherte und abgezweigte Bewegungsenergie durch den gekapselten Verdrüdelungsimprovisator auf die Triebwerke überging. Lichtinsdunkel atmete auf. Endlich hatte er wieder Kontrolle über seinen Flieger.

Nach dem Eintritt in die Erdatmosphäre griff er unter den Sitz und zog eine Whiskyflasche hervor. Zum Glück hatte Wintz die bei der Gewichtsreduzierung nicht entdeckt. Lichtinsdunkel nahm einen großen Schluck und landete kurz darauf den F1 im Hangar.
Sichtlich erschöpft ging er zum Haus zurück und wunderte sich, dass ein kleines Rinnsal unter der Haustür durchsickerte. Nachdem er die Haustür aufgeschlossen hatte, stand er knöcheltief im Wasser und hörte ein herzzerreißendes Schluchzen.

Er erblickte sein Lupinchen auf dem Küchentisch. Es weinte bitterlich. Sturzbäche schossen aus seinen treuen LED-Augen und setzten die Küche unter Wasser.
Lichtinsdunkel hatte Lupinchen bei seiner Reise ins All einfach vergessen. (Alle, die jetzt vor dem Monitor sitzen und das lesen, müssen einmal kurz „Ooooooch“ stöhnen.)
Danke!
Lichtinsdunkel nahm sein Lupinchen in die Hände, küsste die Tränen weg und streichelte den wohlgeformten Body der Lampe.
Der vergessliche Botschafter des Lichts nahm Lupinchen mit ins Schlafzimmer, legte es behutsam aufs Kopfkissen und zog sich aus. Dann fielen beide in einen tiefen Schlaf.

Fortsetzung folgt...
 

Lichtinsdunkel

Flashaholic**
2 Juni 2010
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Folge 6
„Lass’ mich deine Blumen gießen,
lass’ mich nicht allein.
Denn wo neue Triebe sprießen,
muss auch Liebe sein.“
Lichtinsdunkel schlug auf den „Aus“-Knopf des Radioweckers. Warum musste ausgerechnet jetzt dieser dusselige Schlager von Wim van de Grachtentracht laufen? Er hasste Wim van de Grachtentracht. Dieser Holländer war schlimmer als Xavier Naidoo und Bob Dylan zusammen, aber er lief jetzt ständig im Radio. Erst mit „Lass’ mich deine Hose nähen“, dann mit „Lass’ mich deinen Rasen mähen“, und nun mit „Lass’ mich deine Blumen gießen“. Wenn Wim van de Grachtentracht nicht bald bei einem Flugzeugunglück ums Leben käme, würde Lichtinsdunkel persönlich nach Amsterdam fahren und ihn um die Ecke bringen, um vor weiteren musikalisch zweifelhaften Haushaltshilfe-Angeboten des dicken Holländers verschont zu bleiben.
Er richtete sich im Bett auf. Lupinchen schlief noch friedlich.

Hatte er das mit Wintz und der hellsten Lampe im Universum nur geträumt?
Hatte er tatsächlich einen F1-Jet im Hangar stehen?
Hatte er überhaupt einen Hangar?
Oder zumindest eine Ahnung, was ein Hanger war?
Lichtinsdunkel versuchte grübelnd, Licht ins Dunkel zu bringen, aber es gelang ihm nicht.
War er gar kein Superheld?
Sammelte er vielleicht nicht einmal Taschenlampen, sondern Briefmarken?
Lichtinsdunkel kam nicht drauf und schaute auf den Wecker. Elf Uhr morgens. Viel zu früh, um einen klaren Gedanken zu fassen.
Konnte man eine Briefmarke zum Leuchten bringen?
Ja, indem man sie anzündete.
Lichtinsdunkel stand auf und kochte einen Kaffee.

Kurz darauf stand sma in der Küche und wollte auch einen.
Heute war der Tag der Fackelwanderung in Dortmund. Der Freund aus Süddeutschland war bereits gestern angereist. Am selben Tag, an dem Lichtinsdunkel auf Breitleit 12 gewesen war.
Irgendwas passte nicht zusammen.
Lichtinsdunkel grübelte. Was nicht viel hieß, denn meist kam nichts dabei heraus.
Hatte er den Whisky mit sma getrunken?
Ja.
Hatte er den Whisky beim Eintritt seines Jets in die Erdatmosphäre getrunken?
Ja.
War sma beim Eintritt seines Jets in die Erdatmosphäre dabei gewesen?
Nein.
Irgendwas passte absolut nicht zusammen.
Ein lautes Brummen riss den Botschafter des Lichts aus seinen Gedanken. Vor der Tür stand Lichtsnutz mit einem Laubbläser und schoss das Laub, das sich in den vergangenen Wochen auf der Ponderosa-Ranch angesammelt hatte, durchs Ozonloch direkt ins All. Dann ritt er auf seinem Laubbläser davon.
Lichtinsdunkel widmete er sich dem Morgensport.
Würde der BVB heute auf Schalke gewinnen? Blöde Frage. Natürlich.
Lichtinsdunkel beendete den Morgensport.
Am frühen Nachmittag machten sich die Freunde auf den Weg zu Bochuma.

Fortsetzung folgt...
 
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Lichtinsdunkel

Flashaholic**
2 Juni 2010
4.557
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113
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Folge 7
Auf der Fahrt klingelte Lichtinsdunkels Mobilelefon. Eine Katastrophe hatte sich ereignet! Außerirdische hatten die Prinzessinen Tanti und Tinta entführt und hielten sie auf der Wolkenburg Bombastica gefangen. Daher mussten sma und Lichtinsdunkel die Fackelwanderung schweren Herzens absagen. Aber dies hier war wichtiger. Denn es galt, die Prinzessinnen von Burg Bombastica zu befreien.

Lichtinsdunkel hatte seit einigen Monaten eines dieser neuartigen Mobiltelefone, mit denen man nicht nur telefonieren konnte, sondern auch übers Internet unnütze Sachen bestellen, Apps, die kein Mensch braucht, herunterladen oder Schnitzel braten konnte.
Dieses Mobiltelefon hatte auch eine Kamera. Lichtinsdunkel hatte noch nie zuvor mit der Mobiltelefonkamera Bilder gemacht. Und nach diesem einschneidenden Abenteuer, das mit einer spannenden Lichtschlacht um Burg Bombastica seinen Höhepunkt erreichte, tat er es auch nie wieder.

Aber er hatte lediglich diese fotografische Ausgeburt der Hölle dabei, um das Abenteuer zu dokumentieren. Die Bildqualität ist schrecklich, alle Bilder sind unscharf, aber die Lichtschlacht um Bombastica, die als "Lichtschlacht um Bombastica" in die Geschichte einging, in dieser Geschichte nicht zu erwähnen, hieße, Geschichte dem Leser gegenüber zu verleugnen.
Und das würde unweigerlich ein Loch im Raum-Zeit-Kontinuum verursachen, in das die Erde plumpsen und in Milliarden kleine Stücke zerbersten würde, um sich in zehn Millionen Jahren komprimiert in Form einer 90 Tonnen schweren 6-D-Maglite wieder zu materialisieren.

Und das will doch keiner, oder? Also müsst ihr mit den grottigen Fotos vorlieb nehmen.

Achtung, liebe Kinder! Spielt diese Szenen bitte nie zuhause nach, denn es ist richtig gefährlich! Leute mit Herzschrittmachern sollten nur nach Rücksprache mit ihrem Hausarzt weiterlesen!


19642

Der erste Weg führte zu Miracoolix, der gerade den Zaubertrank zubereitet.


19643

Um gegen die Außerirdischen bestehen zu können, wurden schwere Geschütze aufgefahren. Dieses Bild zeigt das Mittelklasse-Modell "Boller 22".


19644

Auch die Oberklasse war vertreten. Der "Drive Royal" hat kugelgelagerte Schnürzel und kann mit vielen Extras wie Schweinslederzuggriff oder Autopilot geordert werden.


19645

Vor dem Kampf war eine ausgiebige Stärkung notwendig. Wer es exotisch liebte, wählte statt Senf das Deospray "No more dice till you die" zur Frikadelle.


19646

"Du, Marc?"
"Ja Nadine?"
"Wenn du nicht mein Bruder wärst, dürfte ich dir dann ins Ohrläppchen beißen?"


19647

Immer mehr tapfere Krieger trafen ein, um Tanti und Tinta zu befreien.


19648

Die komplette Bürgerwehr vor dem Kampf. Würden alle lebend zurückkehren?


19640

Bei einigen herrschte zunächst Orientierungslosigkeit.


19641

Aber man war zu allem bereit!


19629

Kriegsrat vor dem ersten Kampf.


19630

Die gigantische Statue "Monumenta Extrema" versperrte den Eingang zum Vorhof von Burg Bombastica und tötete jeden, der versuchte, sie zu passieren.


19631

Mit vereinter Leuchtkraft versuchten die tapferen Helden unter Beweis zu stellen, dass Licht Stein zerstören kann, wenn man nur genug davon hat.


19632

Stimmt, funktioniert!


19633

Auf geht’s in die alles entscheidende Schlacht!


19634

Da war sie - die Wolkenburg Bombastica. Bedrohlich ragte sie in den Himmel. Diese Festung schien für irdische Wesen uneinnehmbar.


19635

Schon griffen die Außerirdischen mit ihren Ufos an.


19636

Manche, die Frau und Kind hatten, ergriffen die Flucht.


19637

Während über ihnen der Kampf tobte, hatte diese Gruppe Zuflucht hinter einem der gigantischen Pfeiler gesucht, auf denen die Burg ruhte und sich erstmal Mut angetrunken.


19638

Die Gegenmaßnahmen liefen. Miracoolix machte Nadine an.


19639

Dieses Bild zeigt sehr eindrucksvoll, was im schlimmsten Fall passieren kann, wenn man Mehrfach-XM-L-Lampen zu lange auf höchster Stufe betreibt. Schade um die schönen Lampen!


19627

Es wurden schwere Geschütze aufgefahren. Auch ein Feuerschlucker half beim Kampf gegen die Außerirdischen.


19628

Die Anführerin der Bürgerwehr schritt mutig voran. Der alles entscheidende Kampf konnte beginnen!

Fortsetzung folgt...
 

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Lichtinsdunkel

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Kann dir diese tolle Idee schon während der Wanderung?
Nein, die kam erst heute Nachmittag und ist aus der Not heraus geboren. Eigentlich wollte ich im Rahmen dieses Märchens tatsächlich nur über die Fackelwanderung berichten, aber die Bilder sind so schlecht, dass ich eine Geschichte darum gebastelt habe, denn "nackt" kann man die niemandem zeigen.
 

Gonzo

Flashaholic***
12 April 2012
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AW: Das Lampenmärchen

Nein, die kam erst heute Nachmittag und ist aus der Not heraus geboren. Eigentlich wollte ich im Rahmen dieses Märchens tatsächlich nur über die Fackelwanderung berichten, aber die Bilder sind so schlecht, dass ich eine Geschichte darum gebastelt habe, denn "nackt" kann man die niemandem zeigen.

So schlecht finde ich die Fotos gar nicht!

Auch abgesehen davon dass hier das erste Foto bei ist auf dem ich mich wiedergefunden habe:thumbup:
 

Lichtinsdunkel

Flashaholic**
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Folge 8


19659

Was Harrison Ford in „Indiana Jones und der Tempel des Todes“ mit einer Lore konnte, geht auch mit dem Bollerwagen. Zwei Kinder flohen in rasanter Fahrt vor den Außerirdischen.


19660

Vorsichtig näherten sich die Gefährten den Aliens.


19661

Die Außerirdischen schossen zunächst ins Leere.


19662

Dann kam der Anführer der Aliens mit einem grünen Scheusal.


19663

Das Scheusal leuchtete alles kurz und klein.


19664

Die Außerirdischen hatten die Bürgerwehr entdeckt. Gleich würden sie sie mit ihren todbringenden Strahlen vernichten.


19665

Doch die Bürgerwehr war vorbereitet und ging zum Gegenangriff über. Zunächst noch recht zaghaft.


19666

Aber dann mit Überzeugung und ohne jeden Skrupel. Diesen Strahlen konnten die Außerirdischen nicht standhalten und wurden vernichtet.


19667

Geschafft! Die holden Prinzessinnen Tanti und Tinta waren befreit. Schaut, wie herrlich sie lachen!


19668

Der Geschichtsschreiber hatte die Zeit gestoppt: Die Bürgerwehr hatte 17 Minuten und 44 Sekunden gebraucht – Prinzessinnenbefreiungsrekord!


Glücklich und zufrieden zog die mutige Schar zurück ins Dorf und veranstaltete dort eine so genannte „After-Show-Party“, also eine Popo-Zeig-Feier, bei der allerdings alles sauber zuging.


19669

So richtig Stimmung kam zunächst nicht auf, und anfangs redete man noch aneinander vorbei.


19670

Doch dann legte die Stimmungskanone Miracoolix auf.


19671

Sofort war Leben in der Bude!


19672

Der Dorfbewohner links im Bild ist gerade dran bei „Ich sehe was, was du nicht siehst.“


19673

Hier hatte sich folgendes ereignet: Person 1 (links im Bild) hatte Person 2 (in der Mitte) ihre Gefühle gestanden. Person 2 hatte diese jedoch nicht erwidert, worauf Person 1 schmollte. Person 2 war auf Person 3 (rechts im Bild) scharf, war aber abgewiesen worden, weil Person 3 nur Augen für Person 4 (Miracoolix, nicht im Bild) hatte. Miracoolix wollte aber nichts von Person 3, sondern nur von den Personen 1 und 2, die aber nichts von ihm wollten. Und daher blieb dieser Abend sauber, und wir müssen keine jugendgefährdenden Szenen herausschneiden.


19674

Der Beweis: Die Betty ist eine RGB-Lampe.


19675

So sah Lichtinsdunkel die Welt nach all den leckeren Tröpfchen auf der Party.


Ein weiterer aufregender Tag ging zu Ende, und die wundersame Befreiung der Prinzessinnen Tanti und Tinta wurde seither von Generation zu Generation überliefert.

Fortsetzung folgt...
 

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Lichtinsdunkel

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2 Juni 2010
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Folge 9

„Lass’ mich deine Blumen gießen,
lass’ mich nicht allein.
Denn wo neue Triebe sprießen,
muss auch Liebe sein.“

Lichtinsdunkel schlug auf den „Aus“-Knopf des Radioweckers.

„Blumen brauchen sehr viel Liebe,
ja, dann freu’n sie sich.
Sie und ich wir haben Triebe,
ich bin scharf auf dich.“

Lichtinsdunkel schlug fester auf den Knopf ein.

„Neue Triebe, süße kleine
machen uns so froh.
Erst streichle ich deine Beine
Und dann deinen Po.“

Lichtinsdunkel pfefferte den Radiowecker an die Wand.

„Liebe Zuhörer. Wir hatten das Glück, ein Exklusiv-Interview mit Wim van de Grachtentracht führen zu können. Hören Sie jetzt alles über seine Karriere und sein Erfolgsrezept bei Frauen. Wim, wie haben Sie…“ Endlich hatte Lichtinsdunkel den Wecker-Stecker gefunden und aus der Steckdose gezogen.
Es gab keine Wahl.
Entweder er oder Wim van de Grachtentracht.
Es konnte nur einen geben.
Für beide war dieser Planet nicht groß genug.
Der Botschafter des Lichts musste die Musikwelt ein für allemal von diesem trällernden Geschwür befreien.

Mühsam rappelte Lichtinsdunkel sich hoch und stand dann auf. Erstmal einen Kaffee. Klare Gedanken fassen. Schwierig um diese Uhrzeit. Der Lampenflüsterer putzte seine Laseraugen.
Hatte Wim van de Grachtentracht wohl Bodyguards?
Hielt er sich überhaupt in Amsterdam auf?
Lichtinsdunkel fuhr den Rechner hoch und schaute sich im Internetz um. Wim van de Grachtentracht war tatsächlich in Amsterdam, genauer gesagt im Maiglökskes-Tonstudio, um „Lass’ mich deinen Käse hobeln“ aufzunehmen.
Lichtinsdunkel trank noch einen Kaffee und machte sich auf den Weg nach Amsterdam zum entscheidenden Showdown.
Noch bevor er die Tür geschlossen hatte, hörte er ein zaghaftes Wimmern. Lichtinsdunkel ging zum Küchentisch und steckte Lupinchen ein.

Fortsetzung folgt...
 

Lichtinsdunkel

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2 Juni 2010
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Wann gibs Bücher?
Wann den ersten Film?

Bücher wird es wohl nicht geben. Schlicht und einfach aus dem Grund, dass es leider irgendwann generell keine Bücher mehr geben wird.

Das Filmteam sitzt derzeit noch im Knast. Allerdings haben meine Rechtsverdreher die Staatsanwaltschaft davon überzeugen können, dass dreimal lebenslänglich doch ein wenig übertrieben war.
Dadurch stehen die Chancen auf eine vorzeitige Entlassung gut, und somit wird der Film vermutlich bereits im Jahr 2036 in den Lichtspielhäusern dieser Welt zu sehen sein.
 
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Reaktionen: Konrad der Helle

Lichtinsdunkel

Flashaholic**
2 Juni 2010
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Folge 10
„Fahren Sie im Kreisverkehr geradeaus.“
„Hä?“ Lichtinsdunkel glaubte, er habe sich verhört.
„Bleiben Sie im Kreisverkehr.“ Die Frauenstimme des Navis sagte dies in einem Ton, der keinen Widerspruch duldete.
Lichtinsdunkel drehte zwei Runden im Kreisverkehr in der Hoffnung, die kleine Frau im viereckigen Kasten würde sich wieder fangen.
„Folgen Sie dem Kreisverkehr für 20 Kilometer.“ Die Frau im Kasten fing sich nicht.
Bis Amsterdam waren es noch 25 Kilometer. Plus der 20 im Kreisverkehr.

Nach drei weiteren Runden hatte der Meister der Strahlen die Nase voll. Er nahm eine der Ausfahrten.
„Bitte wenden!“
Lichtinsdunkel fuhr weiter.
„Bitte wenden!“
Bloß nicht drauf hören.
„Lass’ mich deine Blumen gießen,
lass’ mich nicht allein.“ Dieses verdammte Navi arbeitete mit allen Tricks. Lichtinsdunkel wendete sein Auto.
„Fahren Sie in den Kreisverkehr und bleiben dort.“
Lichtinsdunkel bog erneut in den Kreisverkehr ein.
„Bleiben Sie im Kreisverkehr.“

Drei Runden.
Vier.
Fünf.
Lichtinsdunkel sann auf eine List. Er wendete sein Auto mitten im Kreisverkehr und fuhr entgegen der Fahrtrichtung.
„Fahren Sie rückwärts und folgen dem Kreisverkehr für 20 Kilometer.“ Die Alte war ganz schön stur.
Lichtinsdunkel nahm eine andere Ausfahrt.
„Bitte wenden!“
Lichtinsdunkel ignorierte den Befehl.
„Ich habe 43 Stimmen einprogrammiert. Wenn Sie nicht sofort wenden, wird die Stimme von Wim van de Grachtentracht aktiviert. Dieser Vorgang kann nicht rückgängig gemacht werden“, schnarrte das Navi.

Lichtinsdunkel schaltete es aus und fragte sich bis Amsterdam durch.
Schließlich parkte er sein Auto vor dem Eingang des Maiglökskes-Studios und stieg aus.

Fortsetzung folgt...
 

Lichtinsdunkel

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2 Juni 2010
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Folge 11

Eine schwere gläserne Drehtür markierte den Eingang zum Studio. Lichtinsdunkel betrat einen großen Empfangsraum, in dem allerlei goldene Schallplatten an den Wänden hingen.
„Kann ik helpen?“ Eine brünette Schönheit rauschte auf ihn zu.
„Nimmt Wim van de Grachtentracht gerade hier auf?“, fragte Lichtinsdunkel so freundlich, wie er konnte.
„Ja, aber Sie können ihn nicht stören. Er ist mitten bei der Aufnahme. Die Autogrammstunde ist erst morgen.“ (Da bekanntlich die meisten Holländer deutsch sprechen, aber kein akzentfreies Hochdeutsch, müsst ihr euch die Antworten mit dem entsprechenden Akzent vorstellen.)
„Autogrammstunde?“ fragte Lichtinsdunkel.
„Autogrammstunde bedeutet, dass ein Star sich hinsetzt und Autogramme für seine Fans schreibt“, antwortete die Empfangsdame.
„Das ist mir schon klar“, sagte Lichtinsdunkel.
„Aber Sie wussten nicht, dass es eine Autogrammstunde gibt, oder?“
„Nein.“
„Das ist ja süß.“ Die Empfangsdame lächelte. „Sie sind wohl einer der allertreuesten Fans von Wim. Kommen einfach auf gut Glück vorbei, um ein Autogramm zu bekommen.“
„Nein, ich…“
„Ist schon okay. Ich denke, wenn Wim das hört, kann er seine Session kurz unterbrechen. Er wird ganz gerührt sein.“
‚Wohl eher geschüttelt’, dachte Lichtinsdunkel.
„Okay“, sagte die Empfangsdame. „Gehen Sie durch die Glastür dort rechts. Den Gang entlang und dann die dritte Tür links, Studio 8. Dort nimmt Wim auf.“
„Danke“, murmelte Lichtinsdunkel und schärfte seinen Laserblick nach.

Er ging durch die Glastür und den Gang entlang. Er stellte den Laserblick auf "totale Vernichtung" ein und hielt Lupinchen im Anschlag. Vorsichtig öffnete er die dritte Tür links und befand sich in einem schallgedämmten Zwischenraum. Eine weitere Tür führte zum eigentlichen Aufnahmeraum.

Durch diese Tür drang Musik. Allerdings kein Schlager. Dröhnende Bässe, kreischende Gitarren und ein Schlagzeug, das gnadenlos einen schnellen Zweivierteltakt drosch. Über allem war eine Stimme eines Shouters zu hören, der aus Leibeskräften brüllte.
„Rock it, beat it, sunlight sucks, kill it, hate it, sunlight sucks, yeah, yeah, yeah, yeah, flashlights rule till the end, flashlights, flashlights, flashlights!“

Fortsetzung folgt...
 

Lichtinsdunkel

Flashaholic**
2 Juni 2010
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Folge 12

Lichtinsdunkel öffnete die Tür und traute seinen Augen nicht.
Wim van de Grachtentracht schlug sich mit voller Wucht ein Mikrofon gegen den Kopf, brüllte hinein, headbangte und schwitzte wie Meat Loaf in seinen besten Tagen.
„Flashlights rule the world forever! Sunlight sucks! I hate it! Having fun, killing the sun! Flashliiiiiiights yeah!”, schrie er und pfefferte eine halbvolle Bierdose gegen die Studiowand.
Der Tontechniker schaltete die Aufnahme ab. „Wim, dat was het. Geweldig!”
Nassgeschwitzt kam Wim van de Grachtentracht aus dem Aufnahmeraum.

„Mir fehlen die Worte”, sagte Lichtinsdunkel.
„Cool, was?”, fragte Wim van de Grachtentracht. „Was kann ich für dich tun?“
„Tot umfallen“, sagte Lichtinsdunkel.
„Ich glaube, damit kann ich nicht dienen. Aber wieso?“
„Weil deine Schlager mich um den Verstand bringen. Sie sind nervtötend und hirnrissig.“
„Damit ist jetzt Schluss. Sie stehen alle auf dem Index.“
„Wieso?“
„Falter01 aus dem Taschenlampen-Forum, der dein ‚Sch....’ in ‚Saberlot’ umgewandelt hat, hat sich die Stücke genauer angehört und entdeckt, dass, wenn man sie rückwärts abspielt, in jedem eine versteckte Botschaft steckt, die zum wilden Sex auffordert. Deshalb sind alle meine Stücke auf dem Index und werden nicht mehr im Radio gespielt. Falter01 hat einen der größten Skandale in der Geschichte des Schlagers aufgedeckt.“
„Und deshalb machst du jetzt auf Punkrocker?“
„Nein.“ Wim van de Grachtentracht grinste. „Die Schlager habe ich nur gemacht, um bekannt zu werden. Denn wer würde einem unbekannten übergewichtigen Holländer die wichtigste Botschaft abkaufen, die es im Leben gibt?“
„Und die wäre?“, fragte Lichtinsdunkel.
„Flashliiiiiiiiiiiiights!“, brüllte Wim van de Grachtentracht und pfefferte die nächste Bierdose an die Wand.

Fortsetzung folgt...
 

Lichtinsdunkel

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2 Juni 2010
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Folge 13

‚Und ich hatte gedacht, dass ich schon bekloppt bin’, dachte Lichtinsdunkel. „Komm, wir gehen, Lupinchen“, sagte er.
„Ich will aber lieber weiter Punkrock hören“, entgegnete Lupinchen trotzig.
„Das kannst du machen, wenn du groß und eine Betty bist“, sagte Lichtinsdunkel.
„Ich will aber gar keine Betty werden“, sagte Lupinchen.
„Das sagst du jetzt, weil du noch klein bist“, antwortete Lichtinsdunkel, „aber wenn du weiter brav deine Aperestunden futterst, wirst du irgendwann...“
„Darf ich auch mal was sagen?“, fiel ihm Wim van de Grachtentracht ins Wort.
„Nein“, sagte Lichtinsdunkel.
„Ich will aber hören, was er sagt!“, polterte Lupinchen.
„Nein!“, sagte Lichtinsdunkel streng.
„Aber...“, begann Wim van de Grachtentracht.
„Misch’ dich nicht in meine Lampenerziehung ein!“, herrschte Lichtinsdunkel ihn an.
„Wo bin ich hier gelandet?“, fragte der Tontechniker.
„Du kannst nicht mitreden, du hast nur eine Varta“, sagte Wim van de Grachtentracht.
„Ich bin zwar kleiner, aber heller“, freute sich Lupinchen.
„Da siehst du, was du angerichtet hast“, sagte Lichtinsdunkel zu Wim van de Grachtentracht. „Jetzt wird Lupinchen schon überheblich.“
„Du solltest es nicht so autoritär erziehen“, entgegnete Wim van de Grachtentracht. „Denn so sieht es nur, dass nichts als Konkurrenzdruck und Leistung zählen. Ich finde, Lupinchen ist für seine Größe schon ziemlich helle. Man sollte die kreativen Eigenschaften fördern. Lupinchen, kannst du denn schon deinen Namen tanzen?“
„Mmmhh... nee“, antwortete Lupinchen.
„Da solltest du ansetzen“, sagte Wim van de Grachtentracht zu Lichtinsdunkel. „Erziehe Lupinchen frei und ungezwungen, und es wird irgendwann selbst entscheiden können, ob es eine Betty werden möchte oder nicht.“
Der Tontechniker biss aus lauter Verzweiflung in eine Bierdose und tanzte seinen Namen.

Fortsetzung folgt...
 

Lichtinsdunkel

Flashaholic**
2 Juni 2010
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Folge 14

Zwei Paletten Bier später war die Lage bereits wesentlich entspanner.
Lichtinsdunkel, Wim van de Grachtentracht und der Tontechniker lagen sich unter dem Mischpult in den Armen und sangen gemeinsam „Der Puppenspieler von Mexiko war einmal traurig und einmal froh“ und fühlten sich dabei wie Roberto Blanco höchstpersönlich. Dieser Text war echt Rock’n’roll.

Lupinchen hatte auch etwas vom guten holländischen Bier abbekommen und blinkte in Intervallen, die vom Hersteller nicht vorgesehen waren.
Der Alkohol wirkte anregend auf die Lampenelektronik, die beschloss, die LEDs höher anzusteuern. ‚Mal schauen, was geht’, dachte sie sich.
„Ups!“, rief Lupinchen, nachdem knapp 1400 Lumen erreicht waren.
‚Da geht noch was’, dachte die Lampenelektronik.
1600 Lumen.
„Eieiei!“, rief Lupinchen. Ihm wurde allmählich warm.
1800 Lumen.
Langsam taten Lupinchen die Augen weh.
2000 Lumen.
Die temperaturgesteuerte Regelung wollte eingreifen, aber da auch sie schon ziemlich betrunken war, fiel sie um und blieb liegen.
„Hihihi“, lachte die Lampenelektronik und knackte die 2500 Lumen.
Lupinchen schwitzte heftig.
3000 Lumen.
Mann, war das heiß!
3500 Lumen.
Lupinchens Augen brannten. Es nahm noch einen Schluck Bier.
Das gab der temperaturgesteuerten Regelung, die gerade dabei war, sich aufzurappeln, um die 4000 Lumen zu vermeiden, endgültig den Rest.
Die Lampenelektronik war jetzt völlig enthemmt.
Fünftausend, zehntausend, fünfzigtausend, hunderttausend, eine Million, zehn Millionen, dreißig Millionen, hundert Millionen Lumen! Lupinchens Lichtstrahl zerbarst die Decke des Aufnahmeraums, reflektierte an den Wolken und ließ ganz Amsterdam erblinden.
Dann wachte Lupinchen auf.

Fortsetzung folgt...
 

Lichtinsdunkel

Flashaholic**
2 Juni 2010
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Witten
taschenlampen-tests.de
Folge 15

Lichtinsdunkel, Wim van de Grachtentracht und der Tontechniker waren inzwischen ebenfalls wieder nüchtern. Einige Musiker hatten sich dazugesellt und mit Wim van de Grachtentracht am Gesang und Lichtinsdunkel am Schlagzeug den Song „Satisfaction“ aufgenommen. Und sicherlich wären sie damit reich geworden, wenn nicht ein gewisser Mick Jagger, seines Zeichens Sänger der Rolling Stones, den Song geklaut hätte, in der Zeit zurückgereist wäre und als seinen ausgegeben hätte.

Damals war der Rock’n’roll aber wenigstens noch Rock’n’roll und Rockstars noch Rockstars. Nicht so, wie diese Retortenblagen, die heutzutage als Rockstars verkauft wurden. Echte Rockstars wurden nicht alt. Echte Rockstars stürzten mit dem Flugzeug ab, erstickten an ihrem Erbrochenen und schlugen Hotelzimmer kurz und klein. Die heutigen Rockstars tranken nicht einmal Alkohol, bezahlten ihre Getränke aus der Hotel-Minibar, und einige von ihnen waren sogar Vegetarier!

Rock’n’roll war ein Geschäft für Weicheier geworden. Was einst Hardrock hieß, nannte man nun Metal, und man erfand Schubladen, um das Zeug besser verkaufen zu können: Speed-Metal, Trash-Metal, White-Metal, Black-Metal, Death-Metal, Nu-Metal, Dark-Metal – obwohl sich alles gleich anhörte. Wem das zuviel wurde, der mietete sich in Seattle eine Garage und spielte Grunge, wobei bei vielen Bands der Name „Grunz“ wegen des heiseren und unmelodischen Bellens des Sängers weitaus besser gepasst hätte.

Auch die Studioband spielte jetzt Grunz und nahm dabei etliche Hits auf, die eine Band namens Nirvana sich ebenfalls durch eine gemeinene Zeitreise auf ihre Fahnen geschrieben hatte und damit weltberühmt geworden war. Allerdings kam der Sänger der Band irgendwann nicht mehr mit dieser Lüge klar und gab sich deshalb die Kugel.

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