Wenn etwas eine Verschwörungstheorie ist, dann ist es das. Das hat nichts mit einem Totschlagargument zu tun.
Aber nochmal: wir reden hier von Fluorid, nicht von Fluor.
Der Fluoridgehalt von Zahnpaste ist auf den Erwachsenen Menschen ausgelegt. Kinder haben ein geringeres Körpergewicht und würden deswegen zuviel Florid aufnehmen. Das ist aber genauso bei allen anderen Dingen. Medikamente, Nahrungsmittel etc. alles wird für Kinder geringer "dosiert".
Du sprichst von Studien "die von der Industrie bezahlt werden".
Hier bei Fluor sind es böse Studien die von der Industrie bezahlt werden... wie ist es denn beim Aluminium? Der "Böse-Industrie"-These zufolge dürfte es überhaupt keine oder nur eine vernachlässigbare Zahl an Studien geben, die größere gesundheitliche Risiken im Zusammenhang mit Aluminium aufzeigen. Das genaue Gegenteil ist inzwischen der Fall. Gibt es hier etwa eine "Gegen-Industrie", die damit Geld verdienen will, daß kein Aluminium mehr eingesetzt wird?

(Mit letzterem wären wir dann wieder bei der Verschwörungstheorie).
BTW: Aluminium steht noch bei weitaus mehr Dingen im Verdacht gesundheitliche Schäden zu erzeugen als nur Brustkrebs auszulösen. Studien belegen in den letzten Jahren auch immer öfter diese Annahmen.
Warum immer mehr Unternehmen auf aluminiumfreie Produkte umschwenken? Weil die Kunden kein Aluminium mehr in den Produkten haben wollen. Das haben wir der Presse zu verdanken, die das Thema in aller Breite aufgezeigt hat (ob das richtig war, wird erst die Zukunft klären, auch hier ist die Presse eigentlich zu schnell vorgeprescht).
Bleibt aber wieder die Frage, wieso das bei Fluor nicht genauso läuft.
Glyphosat ist ein gutes Beispiel: hier ist genau bekannt, welches Unternehmen davon einen Vorteil hat und es gibt auch wissenschaftlich fundierte Untersuchungen die zeigen, wie der Konzern Einfluss nimmt. Und diese sind auch leicht zu finden, werden auch von der Presse aufgegriffen.
Bei Fluorid hingegen... dort gibt es auch nach beinahe hundert Jahren nur die Fortsetzung der uralten Vermutungen und keine Belege, daß da eine böse Industrie dahintersteht. Wäre natürlich auch interessant: da in den USA das Trinkwasser grundsätzlich fluoridiert ist, würden sich die Verursacher der Vergiftung ja selbst vergiften... Wider besseren Wissens?
Wem die Medien gehören? Würden die Medien der "Industrie" gehören, dann stünde da jetzt z.B. nichts von verseuchten Eiern. Nein, die Medien neigen sogar dazu, scheinbare Gefährdungen aufzubauschen und nicht diese zu unterschlagen.
Natürlich ist es so, daß an der Fluoridisierung Unternehmen Geld verdienen. Genauso wie Unternehmen Geld damit verdienen, daß sie fluoridfreie Zahnpasta anbieten.
Zum Jodmangel: der Jodmangel in Deutschland führte noch vor 20 Jahren zu über 100000 Schilddrüsenoperationen pro Jahr. Im Jahr 2005 hatten noch 36% der Deutschen einen Jodmangel. Deutschland ist fast überall ein Jodmangelgebiet.
http://www.spektrum.de/lexikon/ernaehrung/jodmangelgebiete/4572
Flurid im Trinkwasser war schon vor 80 Jahren umstritten - schau Dir nur mal den alten Film "Dr. Seltsam, oder wie ich lernte die Bombe zu lieben" (1964). Dort werden die damals bereits gängigen Thesen auch aufgegriffen.
Das dies umstritten ist bezieht sich aber auf die uninformierte oder desinformierte Bevölkerung. Unter Fachleuten herrscht weitgehend Einigkeit, daß es sinnvoll ist, Fluorid zuzuführen.
Wie andere Ärzte auch, wissen die Zahnärzte heutzutage, daß es dem Patienten bei harmloseren Erkrankungen nichts nützt, einen Stoff einzunehmen, vor dem er Angst hat. Ebenso wie sie genau wissen, daß der Placeboeffekt sehr wirksam sein kann, weshalb sie einem Patienten auch nicht von Zuckerkügelchen abraten - schlimmstenfalls schadet dieses dem Geldbeutel des Patienten.
Von "natur aus gute Zähne" muß nicht direkt mit den Genen zusammenhängen. Das kann auch einfach aus der individuellen Zusammensetzung der Mundflora resultieren.
Wie Du bemerkst, geht es Dir besser, seit Du eine milde Zahnpasta ohne alle möglichen Zusatzstoffe benutzt. Auch hier ist es wieder so: Daraus kann man überhaupt nicht den direkten Rückschluß ziehen, daß eine einzelne Zutat (Fluorid) der bisherigen Zahnpasten die Ursache für Deine Probleme war.
Ich will damit nicht sagen, daß es nicht möglich ist, daß das Fluorid in der Zahnpasta schädlich ist. Doch es gibt einfach keine handfesten Belege dafür, auf der anderen Seite ist es vielfach nachgewiesen, daß Fluorid für die Zahngesundheit gut ist (und das auch in Ländern und von Wissenschaftlern, ja sogar von Studenten, die nichts mit den entsprechenden Industrien zu tun haben).