Wer die Akkus aus einem gebrauchten Notebookakku verwenden möchte, sollte zum einen ein solides Grundwissen über die Lithium-Chemie besitzen und zum anderen in der Lage sein, die dabei gewonnenen
immer ungeschützten Zellen auf ihre Funktion und Leistungsfähigkeit überprüfen zu können.
Das ein Notebookakku entsorgt wird, hat hauptsächlich drei Ursachen:
1) Überalterung (die Zellen leiden unter starkem Kapazitätsverlust und/oder erhöhtem Innenwiderstand --- die weitere Verwendung dieser Zellen macht dann keinen Sinn)
2) Kapazitätsverlust eines relativ neuen Akkus (max. 2 Jahre)
In diesem Fall sind meist nur 1-3 Zellen des gesamten Akkupacks geschädigt/defekt. Das Akkupack ist aber immer nur so leistungsfähig wie seine schwächste Zelle. Hier macht es Sinn jeden einzelnen Akku zu analysieren. Dazu ist mindestens ein Modellbaulader mit PC-Anschluß nötig, der auch mit hohen Laststömen entladen kann (mind. 3 A). Zudem sollte man natürlich auch die erstellten Lade/Entladediagramme interpretieren können.
3) Komplettausfall eines (relativ neuen) Akkus
Falls man hier nicht noch den Garantiefall geltend machen kann, ist hier die Chance am größten noch
alle Zellen des Packs weiterverwenden zu können, da solch ein Komplettausfall meist durch einen Defekt der Schutz/oder Balancerschaltung des Akkupacks ausgelöst wird. Die einzelnen Zellen sollten aber auch hier unbedingt wie unter
2) beschrieben analysiert werden!
Meine Meinung ist: Wer weder über das nötig Grundwissen oder genug Erfahrung mit der Lithium-Chemie verfügt, noch die Geräte zur nötigen Zellenanalyse besitzt, sollte die Finger von der Verwendung gebrauchter Notebookzellen lassen.
Es ist gerade für Anfänger in der LiIon-Technik doch viel befreiender, seinem Taschenlampenhobby mit neuen geschützten Qualitätszellen nachzukommen, als das unangenehme Gefühl zu haben, nicht zu wissen, was mit seinen alten Zellen los ist, und ob sie einem nicht im nächsten Moment um die Ohren fliegen könnten.


Oder?
