Hi,
na hier wurde ja schon viel geschrieben. Hier noch etwas mehr Hintergrundinfo...
Für die Astrofotografie benötigt man eine sogenannte deutsche Montierung. Hiermit steht und fällt die Astrofotografie. Eine Timelapse Vorrichtung wäre viel zu ungenau. Die Montierung muß akribisch genau ausgerichtet werden u gleicht dann die Erdrotation aus, so das die Sterne nicht zu Strichspuren werden. Da diese Montierung immer noch nicht genau genug ist (in 5 Stelligen Preisklassen sind sie das...) braucht man neben dem eigentlichen Teleskop/Objektiv noch ein kleines Teleskop das auf einen Stern in der Nähe des Zielobjektes schaut. Das nennt sich Guidingscope. An diesem hängt eine kleine Webcam oder ähnliches welche ein kontinuierliches Bild an mein Notebook liefert. Das Notebook wertet permanent diesen Stern auf Subpixelebene aus und schickt entsprechende Korrekturen zur Montierung. Erst damit werden Belichtungszeiten vom 5 Minuten und mehr möglich. Für eine h-alpha Aufnahme benötige ich z.B. mindestens 10 Minuten pro Bild. Und ein Bild reicht bei weitem nicht aus, da dieses noch zu stark rauscht. Hier werden dann eine Menge Bilder gemacht. Nach jedem Bild wird der Bildausschnitt um wenige Pixel versetzt, das nennt sich dithern (hiermit bekommt man das Rauschen noch besser herausgerechnet da die statischen Inhalte verworfen werden)
In der Regel schaue ich das ich pro Serie 4 Stunden Belichtungszeit habe. Danach werden diese Bilder gestackt um das Rauschen zu minimieren. Je nach Bild werden dann die halpaha, O3 und RGB Aufnahmen zu einem Bild zusammen gefügt.
Zur gekühlten EOS: eigentlich kann man jede Kamera umbauen. Manche eignen sich besser, wie z.B. die 600D. Die hat ein Klappdisplay, somit ist der hintere Teil des Sensors frei von Elektronik. Naja, so ganz stimmt das leider nicht, hinter dem Sensor liegt der A/D Wandler:
Da zwischen den beiden kaum Platz ist hab ich den Sensor abgelötet und dazwischen den Kupferfinger angebracht und den Sensor mit etwas mehr Abstand wieder angelötet. Das ist ein ziemliches gefrickel. Auf diesem Kupferfinger sitzt dann das Peltier welches den Sensor und den A/D Wandler kühlt. Das ist wichtig, denn je länger man Belichtet je mehr Ausleserauschen kommt hinzu. Um dieses gering zu halten wird der A/D Wandler auch gekühlt. Es gibt sehr viele Peltier-Umbauten, von sehr gut bis eher gebastel. Aber keiner ist so klein, leicht und effizient wie der meiner 600D. Die Kamera ist gerade mal 140Gramm schwerer als eine normale 600D. Hat dazu noch ein µController und Statusdisplay (im Ausklappblitz) eingebaut der die Kühlung und Feuchtigkeit in der Kamera permanent überwacht. Und der Sucher (ist mir sehr wichtig) kann weiter benutzt werden. Übrigens, das Deckglas den Sensors wird von vorne beheizt damit der Sensor nicht beschlägt. Ohne diese Heizung würde der Sensor nach wenigen Minuten zutauen. Geheizt wird mit gerade mal einem Watt und einem Widerstandsdraht:
Der Sperrfilter (IR-Filter) wird ausgebaut damit die Kamera empfindlicher im langwelligen rot wird. Genau da liegen die meisten Gasnebel und eben auch die halpha Emissionslinie. Es gibt einige Nebel in der Sommermilchstrasse die von der Fläche größer sind als der Mond. Leider ist die Flächenhelligkeit so niedrig das sie unser Auge nicht sehen kann.
Soweit ich weiß gibt es von Canon eine 20Da und eine 60Da. Aber das ist weder Fisch noch Fleisch, da die immer noch ein Sperrfilter (wenn auch abgeschwächt) haben um die normale Tageslichtfotografie zu ermöglichen. Ist halt ein Kompromiss.
Hier mal eine reine halpha Aufnahme, welche dann Logischerweise schwarz/weiss ist:
und so sieht das dann aus wenn es mit einem RGB vermischt wird:
Das Bild ist leider noch nicht fertig, da noch RGB & OIII Aufnahmen fehlen. Aber das Wetter ist die letzte Zeit nicht so gnädig..
So, ich hoffe ich konnte die meisten Fragen beantworten. Ich schaue mal ob ich noch ein Bild von meinem Geraffel finde.
Gruß Markus