Imalent BTL50 - Reviews & Passaround-Erfahrungsberichte

amaretto

Moderator
Teammitglied
12 August 2010
22.116
27.507
113
NRW
Die Firma Imalent und Gatzetec.de haben kostenfrei die neue BTL50 zum Test zur Verfügung gestellt. Interessierte Forumsmitglieder können diese Lampe gern zum Ausprobieren im Rahmen eines Passarounds ausleihen. Zur Anmeldung geht es hier lang.
Gatzetec bietet den TLF-Mitgliedern mit dem Code "TLF" einen Rabatt von 10%.

Die BTL50 ist eine stark fokussierte LED-Lampe, deren Lichtkegel mit einem Drehring am Heck in mehreren Stufen über eine elektronische Diffraktionslinse auf flutiges Licht umgestellt werden kann. Das Funktionsprinzip einer solchen digitalen Diffraktionslinse ist nicht neu, beispielsweise haben Acebeam oder Manker dies schon genutzt, allerdings in bedeutend größeren Lampenmodellen. Der Preis der BTL50 liegt aktuell bei Markteinführung bei ca. 110€.
51053970re.jpg

Der Lieferumfang besteht aus: Lampe, USB-C Ladekabel, Trageschlaufe, Bedienungsanleitung.
51053977ps.jpg

Daten und Eigenschaften
(Herstellerangaben)
- Maximalleistung: 3.000 Lumen ANSI
- Leuchtweite: max. fokussiert 705 m / 124.270 cd, minimal fokussiert 313 m
- Emitter: 1* unbekannte US-amerikanische LED mit kaltweißer Lichtfarbe
- Energieversorgung: 1* fest verbauter 18650 Li-Io-Akku mit 3.000 mAh Kapazität
- 5 Leuchtstufen + verstecktes Strobe, Memory (außer Turbo, Strobe)
- Schnellladung über USB-C, 5 - 12V, Ladedauer < 2 h
- elektronisch sperrbar
- Bedienung über Heck-/Drehschalter
- Akku-Leer-Warnung
- Überhitzungsschutz regelt die Leistung herunter
- Gehäuse hart-anodisiertes Alu
- IP56 (= geschützt vor Staub, starkem Strahlwasser)
- Maße 110 * 35 * 38,5 mm (L * B * H), Gewicht 240 g

Leuchtstufen und Leuchtdauer
51053978lu.jpg

Die Lampe liegt mit überraschend hohem Gewicht wie ein massiver Klotz in der Hand. Soll heißen, man hat das Gefühl, ein ziemlich solides Leuchtgerät in der Hand zu halten. Das Gehäuse ist aus Aluminium mit einer mattenschwarzen Anodisierung. Die obere Hälfte mit dem Schriftzug BTL50 bzw. Imalent ist ein bündig eingeklebtes Stück Gummi. Ob dies zusätzlichen Grip gibt oder nur als Designelement zu betrachten ist, mag dahingestellt bleiben. Der Einsatz ist außer in schwarz alternativ auch in blau, grau oder goldbraun erhältlich.

Front- und Heckseite des Gehäuses sind mit kleinen Torx verschraubt. An der Heckseite finden wir den Kombischalter sowie eine Status-LED. Die Unterseite der Lampe beherbergt die mit einem sehr stabilen Gummi verschlossene USB-C-Ladebuchse. Auffällig ist die sehr grobe Strukturierung auf dieser Seite des Gehäuses, die mich entfernt an eine Picatinny-Schiene erinnert. Ein Trageclip ist bei der BTL50 nicht vorgesehen, für eine Fangschnur sind jedoch zwei Bohrungen vorhanden. Ein Holster für den Transport und zum Schutz vor Gebrauchsspuren ist nicht im Lieferumfang.

51053972jf.jpg

51055016ac.jpg

Vor der digitalen Linse liegt eine vergütete Glasscheibe. Was wie feine Kratzer aussieht, dürfte sich auf der digitalen Linse selbst befinden. Mich würde interessieren, ob das produktionstechnisch nicht anders möglich oder eine Sache des Umgangs beim Einbau der Linse war.
51053973fx.jpg

51054743yd.jpg

51055019hu.jpg

Größenvergleich: Das Design der BTL50 ähnelt der BL50
51053971dn.jpg

Bedienung
Gesteuert wird die BTL50 mittels Kombi-Heckschalter. Über den Taster Ein/Aus/Leuchtstufen, über den Ring die Fokussierung. Das User-Interface ist weit verbreiteter Standard im positiven Sinne und intuitiv. Für die Bedienung der Lampe benötigt man im Prinzip keine Bedienungsleitung.

Der Ring für die Fokussierung rastet satt und ohne zu kratzen in 4 Stellungen, das finde ich sehr gut umgesetzt. Der Taster für die Helligkeitseinstellung ist durch den bündigen Einbau dagegen nicht sehr ergonomisch und dürfte mit Handschuhen nur mäßig zu betätigen sein. Das Schaltgefühl selbst ist einwandfrei und knackig.

Bei eingeschalteter Lampe leuchtet die Indikator-LED neben dem Schalter dauerhaft, grün = voller Akku, rot = bitte aufladen. Ebenso während des Ladevorgangs, nur dann mit umgekehrten Farben.

AusgangslageAktionErgebnis
ausKlickan (mit Memory)
aus/anDoppelklickTurbo
ausDreifachklickEinschaltsperre an/aus
ausgedrückt halten--- nichts ---
anKlickaus
anDreifachklick--- nichts ---
angedrückt haltenWechsel dunkel zu hell, loslassen
TurboDoppelklickStroboskop
StroboskopKlickaus
StroboskopDoppelklickTurbo

Ein Sofortzugriff auf die niedrigste Stufe ist leider nicht möglich. Hier empfehle ich Imalent, von aus über gedrückt halten (1H) diese Funktion zu ergänzen.


Eigene Messungen
(grobe Schätzungen mit Hobbyequipment, daher ohne Gewähr)

Herstellerangaben:​
Eco 15 lm
Low 250 lm
Mid 550 lm
High 1.000 lm
Turbo 3.000 lm
gemessene lm max spot
15​
235​
455​
905​
2.600​
gemessene lm max flood
14​
215​
405​
780​
2.250​
gemessene Lux max spot
600​
9.250​
17.900​
34.750​
100.000​
gemessene Lux max flood
117​
1.480​
3.150​
6.100​
17.500​
  • Farbtemperatur in der Leuchtstufe High ca. 5.600-5.700K mit Ra62-63
  • DUV 0.0113 fokussiert, 0.0098 defokussiert
  • PWM-Flimmern in niedrigster Leuchtstufe mit 600 Hz jedoch bei niedriger Modulationstiefe
  • Stroboskop-Frequenz 13 Hz
  • Ladestrom 1,75A/12,1V (~21W)
Laufzeittest auf Turbo, ventilatorgekühlt, die ersten 5 Minuten
51055631pv.jpg


51055030vl.jpg


51055632ih.jpg

Leuchtergebnis
Das Konzept mit der elektrisch verstellbaren Optik funktioniert tatsächlich. In fokussiertester Einstellung leuchtet die BTL50 sehr weit und der Spot ist anders als bei LEP-Lampen mit fixer Optik groß genug, um keinen Tunnelblick-Effekt erleiden zu müssen. Eine Stufe defokussierter hat man quasi den Charakter einer Allround-Lampe, mit der zweiten Defokussierstufe dann eigentlich schon einen richtigen Fluter. Die defokussierteste Stufe hat in meinen Augen nur geringen Mehrwert und bietet ganz außen noch mehr Streulicht. Insofern hätten mir 3 anstatt 4 Stufen gereicht.

Störende Unregelmäßigkeiten gibt es nicht in den Lichtkegeln. Verbesserungswürdig ist die Lichtqualität, da die Lichtfarbe vor allem in den niedrigeren Helligkeitsstufen auch nachmessbar leicht in den grünlichen Bereich verschoben ist. Insgesamt kann man mit der Lichtqualität noch leben, würde ich sagen.

Von oben nach unten von fokussiert nach defokussiert.
51053966op.jpg

51053967vt.jpg

51053968gs.jpg

51053969em.jpg

51054986hz.jpg

51054985ck.jpg

51054984qf.jpg

51054983bd.jpg

Fazit
Ja, die BTL50 macht schon Spaß mit ihrer umschaltbaren Leuchtcharakteristik und vor allem wegen des fokussierten Spots, der an einen Theaterscheinwerfer erinnert. Die von mir mit Laien-Equipment nachgeprüften Leistungsdaten scheinen (ohne Gewähr!) zwar unter den Herstellerangaben zu liegen, dennoch hat die Lampe genug Dampf. 100 kLux aus so einer kleinen Lampe ist schon enorm. Für meinen Geschmack hätte man auf die diffuseste Einstellung der Linse verzichten können. Unverzichtbar für eine perfekte Lampe ist für mich allerdings der (hier nicht vorhandene) Sofortzugriff auf die niedrigste Leuchtstufe. Auch ein Holster im Lieferumfang hätte ich begrüßt. Toll hätte ich gefunden, wenn man auf der Unterseite der Lampe anstatt der groben Strukturierung ein informatives Display wie bei der BL50 verbaut hätte.

Ob ein nicht-auswechselbarer weil fest verbauter Akku objektiv ein Nachteil ist, darüber wird die Flashie-Gemeinschaft immer uneins bleiben. Ich selbst fände die Austauschmöglichkeit besser, andererseits geht ein Hersteller mit integriertem Akku in mehrerer Hinsicht immer auf Nummer sicher. Wenn ich noch etwas bemäkeln wollte, dann wäre es wohl die leicht grünliche Lichtfarbe. Mich stört es, andere vielleicht nicht.

Mehrheitlich sehe ich bei der Lampe Positives wie etwa die Umschaltmöglichkeit Spot/Flood, solide Haptik, schnelle Aufladung und den imposanten fokussierten Lichtstrahl.
 
Zuletzt bearbeitet: