Sowohl bei den Standboxen als auch bei den "Naschwerken" (Regallautsprecher) habe ich
mein Augenmerk immer auf ein paar für mich interessante Kandidaten, bei denen ich dann
den Markt und die Preisentwicklung, insb. bei nahenden oder vollzogenen Modellwechseln
beobachte, um im Fall der Fälle wieder in diese fiese
Abofalle zu dappen [Scherz].
Bei den Naschwerken habe ich z.B. die Canton Vento 20, T+A Pulsar R21, Wharfedale Aura 1,
Dynaudio Evoke 20, Acoustic Energy AE500 in Beobachtung.
Zu dieser Liste gehörte auch die
Monitor Audio Silver 100 (7G).
Gehörte?
Ja, denn ich fand in den
Kleinanzeigen die Möglichkeit an einem PA teilzunehmen.
Hier meinen besonderen Dank an
Herrn Kohlgraf 
.
Beim Auspacken bereits der short-term-waf : "Och, die sehen ja ganz nett aus."
Der matte Lack ist, wie auch die Terminals und die Chassis, sauber verarbeitet.
Mein Exemplar zeigte zwar schon ein paar wönzige Spuren des PA, doch das mag vorkommen.
Um es vorweg zu nehmen: der long-term-waf ist nicht uneingeschränkt positiv, weil die
unregelmäßige Verteilung der Löcher um den Hochtöner auf die Dauer recht unruhig wirkt.
Ich habe die Monitor Audio Silver 100 (7G) mit drei ausgewählten Lautsprechern verglichen.
Hier im Thread :
1)
Sonoro Orchestra
2)
Canton Vento 30
3)
Dynaudio Evoke 10
1) Tonal sind sich die Silver 100 und die Orchestra ziemlich ähnlich.
Die Silver 100 hat mehr Bassfundament, ohne - und das freut mich - aufgebläht zu wirken.
Besser als z.B. die jüngst getestet Dynaudio Emit 20, die zwar noch hinreichend weit entfernt
von "dröhnig" war, aber die Gehäuseresonanzen übermäßig nutzte, um größer zu wirken.
Anmerkung: so ähnlich, wenn auch schwächer macht dies auch Elac bei der Solano BS 283.2.
Die Elac Vela BS 403.2 verzichtet hingegen darauf.
Die Mitten und die Stimmwiedergabe sind sehr ähnlich. Passt schon. Nicht was den Brustkorb
von Rainhard Fendrich zu dick oder Sarah Connor 30 Jahre älter wirken lässt.
Die Höhen sind im Vergleich deutlich zurückhaltend. Das wird hier besonders deutlich, weil der
AMT der Sonoro gern mal etwas vorlaut ist - sich durch weniger starkes Einwinkeln aber leicht
drosseln lässt.
Am auffälligsten ist aber der Unterschied in der Bühne. Die Bühne der Silver 100 ist viel breiter.
Jedoch leidet die Ortbarkeit in der Mitte darunter sehr. Weniger schön. Vielleicht ist die Basis
in dieser Hörposition für die Silver 100 schon zu breit. Eine Veränderung der Einwinkelung hat
die Sache leider nicht verbessert.
2) Gut, dann treibe ich es mal auf die Spitze und vergleiche mit der Canton Vento 30, die eine
mittelmässig bereite, leider nur wenig tiefe, aber insb. mittig sehr präzise Bühne bietet.
Ja, tonal nicht ganz unähnlich, wobei hier auffällt, dass die Silver 100 manche Detail bereits
verschluckt oder nur mit Suchen wahrnehmen lässt.
Die Präzision der mittigen Bühne ist hier aber wie der Unterschied von Tag und Nacht.
Währen die Vento 30 die Stimmen mit einer realistischen Breite in den Raum stellt, muss ich
bei der Silver schon das Wort "matschig" bemühen. Manch einer mag das mögen, doch ich
bin beim Hören immer auf Positionssuche - das ist unbefriedigend und ermüdend.
Andererseits darf die Bühnenmitte dem Hörer aber auch nicht direkt vor die Füße projiziert
werden, so wie es z.B. die Dali Opticon MK II gern tut. Auch das ist nicht schön. Die Vento macht
es imho (noch) richtig, wobei die Tiefenstaffelung schon etwas auf der Strecke beleibt.
3) .... nun denn, dann mal anders: Dynaudio Evoke 10.
Auch hier sind die Höhen eher dezent, lassen Details aber nicht vermissen.
Der Bass ist natürlich schlanker, dafür aber etwas genauer.
Die Bühne ist noch breiter als die der Silver 100, das Zentrum ist noch diffuser, aber - und hier
kommt der Punkt: bemerkenswert tief gestaffelt, so dass die Geometrie bei Stimmen wieder
passend erscheint. Gut gemacht, Evoke 10.
Alles in allem würde ich die Silver 100 als einen schönen, gut verarbeiteten und ordentlich
klingenden Allrounder bezeichnen, der einen raumfüllenden Bass hat, in den Höhen niemals
nervig wird, den man aber - so die dargestellte Bühne von essentieller Bedeutung ist - zuvor
unbedingt in Ruhe zu Hause hören sollte, um eine gute Wahl zu treffen.
--> Update der persönlichen "Naschwerk"-Ranking-Liste hier im Thread:
Elac Vela BS 403.2
Dynaudio Evoke 10
Canton Vento 30
Elac Solano BS 283.2
Sonoro Orchestra
Monitor Audio Silver 100 (7G)
Dali Opticon 2 MK2
Kef LS50 Meta
Dynaudio Emit 20
Q Acoustics 3030i
Kef Q350
Und nun : weiter zum nächsten Tester. Nett war's und Spaß gemacht hat's
Greetings
Klaus