Sofirn ST10 technischer Review

astrowolfgang

Flashaholic
15 Juli 2025
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Auch ich möchte euch meine Eindrücke über die Sofirn ST10 gerne mitteilen.
Hier Auszüge einer Rezension von mir:

Der Lampenkörper ist ein gefrästes Vierkantprofil.
Wie man auf den Fotos gut erkennen kann, ist die Verarbeitung makellos. Sie ist eine typische EDC. Die Kanten sind allerdings etwas scharf und nicht begradigt, was zu Scheuerstellen in der Hosentasche führen wird. Auch die nicht entfernbare Klemme macht sie für mich nicht hosentaschentauglich.

Die Lampe verfügt in weiß über 5 Helligkeitsstufen, Moon, low, med, high und Turbo. In Rot sind es 4 Stufen.


Diese Lampe ist ein Flooder. Die Spezial-TIR für die Main-LED ist matt und verfügt über mehrere Ringstrukturen, die möglicherweise der Lichtstreuung dienen. Auch die seitlichen TIR-Optiken sind als Flooder ausgelegt.

Die Ladung erfolgt über USB-C direkt am Akku. Hier muß beachtet werden, daß nur 14440/14500 Akkus mit Button Top, und keine solchen mit Flat Top Kontakten verwendet werden können. Intern befindet sich auf dem PCB ein erhabener Kontakt neben dem Pluskontakt, der für einen Kurzschluß bei Flat Top's sorgt. (Fotos)

Schön ist hingegen, daß die Lampe auch mit Primärzellen Typ AA benutzt werden kann. Ein integrierter Step-Up Regler sorgt für die Funktion.
Die Helligkeitsregelung der LED's erfolgt durch den Step-up Regler - kein PWM. (ca. 20kHz Pulsfrequenz) (Fotos). Eine Laufzeitmessung konnte ich noch nicht durchführen (Lumenkugel noch im bau).

Die IPX6 wird beworben, prüfen läßt sich das nicht, scheint aber aufgrund des gut sitzenden O-Rings realistisch.
Leider ist die Lampe so konstruiert, das sie sich nicht zerstörungsfrei zerlegen läßt. Insofern kann ich keine detailierte Beurteilung der Elektronik abgeben, sondern bin auf das "Black-Box" Verfahren angewiesen.

Turbo: 1500mA
High: 604mA
med: 250mA
low: 36mA

Die Seiten-LED's habe ich nicht vermessen, da die Kontaktierung mit Labornetzteil extrem schwierig war, und ich froh war, wenigstens die Main-LED Werte zu erfassen.

Da die Lampe über Seitenschalter verfügt, ist sie nie ganz ausgeschaltet. Die parasitäre Strom beträgt 99uA - das ist schon ganz ordentlich. Hier hätte ich deutlich niedrigere Werte erwartet.

Die Lampe wird echt Temperaturüberwacht, kein Timer. Ab ca. 37°C wird der Strom im Turbo und High-Modus langsam herabgeregelt, und die Lampe überschreitet auch nach mehrmaligem "Turbo-Start" die Kopftemperatur von ca. 42°C nicht.

Die max. Leuchtstärke wurde mit nur 1880Lx@1m ermittelt. Daraus ergibt sich eine Leuchtreichweite von lediglich 87 Meter, und nicht wie beworben 144m.




Die Lampe kostet zum Testzeitpunkt rund 40.- €, das ist für solch kleine Lampe zu teuer.
Mein subjektiver Eindruck ist, das diese Lampe nicht unbedingt mein Favorit wird. Vor dem Kauf hatte ich etwas andere Vorstellungen.

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Nachtrag:
Neuere Messungen von mir zeigen, daß der Treiber sehr wohl regelt. Leider nicht mit Li-Akkus ( 2,8-4,2V) . Dafür setzt ab ca. 2,9V abwärts eine exakte Regelung ein, die bis 0,8V konstante Helligkeit verspricht. Also beim Einsatz von Primärzellen arbeitet der Boostregler regelrecht. Warum dann der Step-Down Regler für Lithium nicht richtig arbeitet, liegt wohl am Schaltungskonzept. Hier hätte Sofirn bei diesem Preis etwas mehr Sorgfalt walten lassen können.

Da die Messung mit Labornetzteil wegen der beengten Bedingungen "kurzschlußfrei" schwierig war habe ich erst heute, nach Anfertigung eines isolierten langen Testadapters, mit den Messungen begonnen.
 

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2 Dezember 2025
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Hallo! Ich hab dein Review zur ST10 auch schon bei Amazon bewundert :thumbsup:

Zu "nie ganz ausgeschaltet": Schon ein minimales Aufschrauben des Akkudeckels (20°) reicht für ein hartes Lock.

Mein etwas weniger technisches Review wartet dort noch auf Freigabe. Ich mag die große Paracord-Trageschlaufe und die Kapazität des mitgelieferten Akkus liegt (gemessen mit 300mAh Entladestrom) bei zwei Messungen bei 924mAh und 938mAh, was ziemlich gut ist.
 

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astrowolfgang

Flashaholic
15 Juli 2025
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Zu "nie ganz ausgeschaltet": Schon ein minimales Aufschrauben des Akkudeckels (20°) reicht für ein hartes Lock.
Das kann man mit allen Lampen, die einen elektronischen Schalter besitzen, machen. Mir gefällt das nur nicht, da ich immer erst schrauben muß und dann schalten. Zudem treten in der Hosentasche (EDC) Partikel in den Spalt ein, die mit dem Gewindefett eine "ganz feine Masse" bilden.
Deshalb sollten die Hersteller auf einen extrem niedrigen "parasitic drain" achten. Der läßt sich heutzutage mit 0,5-1uA leicht realisieren. Damit liegt man unter der Selbstentladungrate der Akkus.
Bei meinen vor über 10 Jahren gemoddeten Lampen mit Seitenschaltern habe ich den Prozessor voll schlafen gelegt, und den "Aufwachpin" mit einem FET angesteuert. So bin ich damals schon in Bereiche von 1uA gestoßen.
 
2 Dezember 2025
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Das mit der Fusselmasse kann natürlich ein Problem werden, um das zu erleben bin ich noch zu neu hier. Bei der ST10 ist mir aufgefallen, dass sie sich wieder im letzten Modus einschaltet, wenn man sie durch schrauben ausschaltet und wieder zuschraubt, das bei allen anderen meiner Taschenlampen anders (außer vielleicht die Sofirn SK30, gerade nicht greifbar)
Bei meinen vor über 10 Jahren gemoddeten Lampen mit Seitenschaltern habe ich den Prozessor voll schlafen gelegt, und den "Aufwachpin" mit einem FET angesteuert. So bin ich damals schon in Bereiche von 1uA gestoßen.
1uA ist super!